Berlin-Gespräche in Genf?
Th. K., Washington, Februar
Washington will in Genf die neuen Verhandlungen über die Einstellung, von Atomversuchen mit der Berlin-Frage koppeln, die Thompson–Gromyko-Verhandlungen werden hier als festgefahren betrachtet. Falls die Außenminister der Atommächte vor und bei Beginn der Abrüstungsgespräche zusammentreffen, sollten sie nach Auffassung politischer Kreise in Washington erneut und ernsthaft Berlin im Rahmen der europäischen Sicherheit und damit auch der Abrüstungsmöglichkeiten erörtern.
Talking and testing scheint Amerikas Devise fürs Frühjahr zu sein: Verhandeln und testen. Es sind offenbar elementare militärische Erfordernisse, die neue anglo-amerikanische Atomversuche im Pazifik unvermeidlich erscheinen lassen. Um so mehr wäre Washington aber anscheinend geneigt – etwa im Zusammenhang mit Abrüstungskontrollzonen –, dem alten sowjetischen Wunsch nach einer Garantie gegen jedes deutsche Mitbestimmungsrecht über den Einsatz von Kernwaffen entgegenzukommen.
Es hat also ganz den Anschein, als würden die Ost-West-Gespräche, die nach dem letzten Besuch Adenauers bei Kennedy auf Berlin eingeengt worden sind, jetzt wieder auf das ganze Deutschlandproblem und auf die Fragen der mitteleuropäischen Sicherheit ausgeweitet.
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