DIE ZEIT

Amerika holt auf

Oberstleutnant John Herschel Glenn hat es geschafft. Als erster Amerikaner, umkreiste er am Dienstag mit seinem Raumschiff „Friendship VII“ die Erde und kehrte nach der dritten Umrundung wohlbehalten wieder zurück.

Berlin-Gespräche in Genf?

Washington will in Genf die neuen Verhandlungen über die Einstellung, von Atomversuchen mit der Berlin-Frage koppeln, die Thompson–Gromyko-Verhandlungen werden hier als festgefahren betrachtet.

Der unbequeme Europäer

Ist de Gaulle der Hauptfeind der politischen Einigung Europas? Wer in den Tagen vor der Begegnung des französischen Staatschefs mit Bundeskanzler Adenauer die deutsche Presse las, mußte es fast glauben.

,,Kleiner Bruder“ des großen Jack

Den großen und eindrucksvollen Mahagoni-Schreibtisch im holzgetäfelten Arbeitszimmer – oder besser: Arbeitssaal – des amerikanischen Justizministers hatte ich schon auf mancherlei Photos gesehen.

Unwille in USA

Castro wird immer mehr zum Ulbricht der Vereinigten Staaten. Das kommunistische Kuba liegt den Amerikanern so nahe und so sehr auf der Seele wie der Bundesrepublik der kommunistische Teil Deutschlands.

Zeitspiegel

„Chruschtschow ist in den größeren Teil seiner Berliner Sorgen losgeworden, nicht durch eine Blockade von Westberlin, wie es Stalin 1948 versucht hat, sondern durch eine Abriegelung Ostberlins und Ostdeutschlands.

Letzte Viertelstunde

Man spricht – wohl mit Recht – von der letzten Viertelstunde des algerischen Krieges. Freilich ist es, wie nicht wenige glauben, auch höchste Zeit, denn die Uhr des gaullistischen Regimes scheint langsam abzulaufen.

Sorgen an der Ostsee

Die Schlacht ist geschlagen. Der Sieger aber lächelt nicht, er stellt nicht den Stolz des Überlegenen zur Schau. So etwa könnte das Bild beschrieben werden, das sich dem Betrachter nach den jüngsten Präsidentschaftswahlen in Finnland bot.

Gesetzesanwendung und Rechtspolitik

Dr. Jagusch hat auf einen Artikel von Richard Schmid geantwortet, an dem ich nicht den mindesten Anteil hatte, und dessen Auffassungen auch nicht in allem die meinen sind.

Starke ist nicht zufrieden

Als der Bundesfinanzminister von den Ländern 1,74 Milliarden DM zum Ausgleich des Bundesetats verlangte, rechnete er gewiß nicht damit, daß er diese Forderung gleich im ersten Ansturm werde durchsetzen können.

Streitbare Demokratie – ja, aber anders

Senatspräsident Jagusch, der Vorsitzende des 3. (politischen) Strafsenats des Bundesgerichtshofes, hat eine längere Rechtfertigung der Rechtsprechung seines Senats verfaßt, in der er mich wiederholt angreift.

Ärger mit der Post

Auf den Briefen nach Berlin-Grunewald soll künftig Berlin 33 stehen, auch soll es nicht mehr Berlin-Wannsee heißen, sondern nur noch Berlin 39.

Nordrhein-Westfalen: Goldgräber vom Niederrhein

Repelen ist ein Dorf am Niederrhein, nicht weit von dem Städtchen Moers entfernt. Am Ortseingang liegt der Jungbornpark, Gedenkstätte für den Mann, der das abgelegene Dorf einst durch sein Naturheilverfahren bekanntgemacht und ihm zu dem Ansehen eines „Luftkurortes“ verholfen hat: „Lehmpastor“ Felke.

Sachsen-Anhalt: Kartoffeln für den Frieden

Die Unterschrift erwarten der Bürgermeister und der Vorsitzende der Nationalen Front jedoch nicht von einem Bauern, genauer: einem Arbeiter einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG).

Hamburg: Spiegel kontra Strauß

Vor der Zivilkammer 15 des Hamburger Landgerichtes fand ein Randgefecht statt im Streit zwischen dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel und dem Bundesverteidigungsminister.

Bayern: Überfüllt?

Wer die Verhältnisse an der Ludwig-Maximilians-Universität München kennt, kann den Warnungen des Asta (Allg. Studentenausschuß) vor einem Studium in München nicht zustimmen.

DER FALL BUCERIUS

„Panorama“, die aktuelle Sendung des Zweiten Fernsehens, gehört zu den lebendigsten Programmen auf Deutschlands Bildschirmen.

Zeitmosaik

(Wir grüßen) alle, die den Mut zur eigenen Überzeugung bewahrt haben, auch wenn ihre Gruppen ihnen deshalb gram sind. Wir grüßen alle, die es ertragen, Rückversicherer, Amiknechte, fellow travellers, Kapitalistensöldlinge, Arbeiterverführer genannt zu werden, wenn sie der Stimme ihres Gewissens folgen.

Zum Lachen oder Weinen?

Wolfgang Schwerbrock schrieb unlängst in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einen klugen und wohl-dokumentierten Artikel gegen den Rummel der Bestseller-Listen.

Kleiner Kunstkalender

Diese Mammutschau von 789 Nummern sieht unter dem Motto „Künstler werben Kunden“. Sie tun es auf dreierlei Weise, durch Schriftgestaltung, Buchgestaltung und Werbegraphik.

Unsere Sprache: Wer ist „die“?

Mit vielen Sprachkritiken ist es so ähnlich wie mit den Auslassungen fanatischer Ernährungsreformer: wenn man alle Speisen zusammenzählt, die dieser, jener und der dritte als gesundheitsschädigend denunzieren, so bleibt am Ende nichts Eßbares mehr übrig; und so mit den umstrittenen Wörtern: wir müßten verstummen, wenn wir uns an die tausend Wort-Verurteilungen von tausend Philologen halten wollten.

Epigonentum

Ein anderer Autor, der unter denselben Vorwürfen zu leiden schien, behauptete gar, infolge eines längeren Aufenthalts auf einer Insel im Indischen Ozean habe er diesen Namen erst kürzlich zum ersten Male gehört.

Wir verlieren viel mit Bruno Walter

Der Mann, der am 17. Februar in Beverly Hills, ein halbes Jahr nach seinem 85. Geburtstag, starb, war ein Künstler von Weltformat und ein Mensch von jener Harmonie, ausgewogener Geistes- und Herzensbildung, die in unserem Jahrhundert immer größeren Seltenheitswert erlangt hat.

Ein Emigrant widersetzt sich Vorurteilen

Die Teilnahme der westlichen Welt an der polnischen Gegenwartsliteratur ist zwar in den letzten Jahren gestiegen, entspringt jedoch vornehmlich politischen Umständen.

Hüben und drüben: Unbehagen

Über Ihre Einladung habe ich mich sehr gefreut. Ich soll also im Rahmen der „Internationalen Lesereihe“, die Sie in der Berliner Kongreßhalle unter dem Motto „Literatur im technischen Zeitalter“ veranstalten, einige meiner Gedichte lesen und eine Episode aus dem Roman, an dem ich jetzt arbeite.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT die Historie „König Richard der Dritte“ in der Übersetzung von A. W. von Schlegel, die Komödie „Liebes Leid und Lust“ in der Übersetzung von Wolf Graf Baudissin, die Tragödie „Macbeth“ in der Übersetzung von Dorothea Tieck, sowie ein Nachwort von Wolfgang Clemen.

Weder Sieg noch Platz in Chamonix

Der Triumph der Österreicher bei den alpinen Skiweltmeisterschaften in Chamonix – von acht Titeln holten sie nicht weniger als sechs – kann leicht zu falschen Schlußfolgerungen verführen.

Wintersport-Marginalien

Die Eisschnellauf-Weltmeisterschaften fanden nicht, wie irrtümlich gemeldet wurde, in Oslo, sondern in Moskau statt. So hatte die Zonenmannschaft bei der doch so sportlichen Einstellung der Sowjetunion natürlich keine Einreiseschwierigkeiten! Trotzdem gab es Ärger; diesmal war ein norwegischer Sportjournalist der Anlaß.

Fernsehen

Vier große Reportagen gesellschaftskritischen oder zeitdiagnostischen Charakters drängten in der vergangenen Woche alles andere in den Hintergrund – auch Christian Geisslers etwas plakative „Anklage“, die es sich mit der moralischen Aufarbeitung des Dritten Reiches an Hand des Generationenschemas ein wenig leicht gemacht hatte.

Film

„Toller Hecht auf krummer Tour“ (Deutschland-West; Verleih: FTR/DFG): Waisenkind Helmut, von einem amerikanischen Soldaten aufgezogen, will um jeden Preis nach Amerika und in die Air Force.

Funk

Ein Arzt heiratet (auf Anraten seiner Geliebten) aus Geldnot eine steinreiche Schauspielerin, die an einem schleichenden Leiden in wenigen Jahren sterben wird.

Theater

Intendant Hannes Tannert brachte zum drittenmal eine Uraufführung von Zoff heraus, dem gebürtigen Böhmen und ehemaligen Expressionisten, der seit langem in New York lebt und jetzt nach München heimkehren will, wo er einst bei Falckenberg Dramaturg war.

Wenn der grüne Schleier fällt

„Um der Landwirtschaft die Teilnahme an der fortschreitenden Entwicklung der Deutschen Volkswirtschaft und um der Bevölkerung die bestmögliche Versorgung mit Ernährungsgütern zu sichern, ist die Landwirtschaft mit den Mitteln der allgemeinen Wirtschaft- und Agrarpolitik.

Dillon macht den Dollar stark

In den Vereinigten Staaten registriert man mit Genugtuung das stete Anziehen der Konjunktur, von der allerdings erwartet wird, daß sie dieses Mal etwas längeren Atem haben wird als im Jahre 1957/58.

Vom Nil weggespült

Nach den vielen Anfragen zu urteilen, die von deutschen Firmen an die Deutsch-Arabische Handelskammer in Kairo gerichtet werden, befinden sich viele Hunderte dieser Firmen im dunkeln darüber, was in Ägypten vor sich geht und wie das z.

Das Einmaleins der Propaganda

Seit Joseph Goebbels von der Berliner Wilhelmstraße aus über Presse und Rundfunk herrschte, seit seine Stimme über die „Goebbels-Schnauzen“ bis in die letzte Hütte Großdeutschlands drang, seitdem sind wir empfindlich geworden gegen Propaganda und horchen mißtrauisch auf, wenn verdächtige Töne anklingen.

Das Herz der großen Städte

Der große wirtschaftliche Aufstieg Westdeutschlands hat den vom Krieg besonders hart betroffenen Großstädten von Jahr zu Jahr größere Möglichkeiten des Wiederaufbaus geboten.

Und jetzt kommt der Urlaub an die Reihe

Amerikanische Europa-Touristen, von denen mittlerweile jährlich nahezu eine Million die alte Welt heimsuchen, pflegen die Effizienz ihres Urlaubs in einem Satz zusammenfassen: „I made Italy and Szwitzerland in ten days.

Zeitraffer

Die Rückstände aus dem Jahr 1961, der Arbeitskräftemangel und die neu eingeführte Wehrpflicht werden nach Ansicht des Deutschen Industrieinstituts die Wirtschaft der Sowjetzone so stark belasten, daß dort auch 1962 mit einem schlechten Wirtschaftsjahr zu rechnen sei.

Togo – Testfall für deutsche Brauereien

Von den mancherlei „Entwicklungshilfe-Projekten“, die neuerdings unentbehrlicher Bestandteil der Geschäftspolitik von Berufenen und noch mehr Unberufenen geworden sind, unterscheidet sich ein jetzt von der Schultheiß-Brauerei AG, Berlin, bekanntgegebenes Vorhaben wohltuend.

Gespräche am Bankschalter: Bankaktien haben Zukunft

In den letzten Wochen habe ich Ihnen, meine verehrten Leser, zwei Aktiengruppen vorgestellt, von denen ich meine, daß sie auch unter erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen ihre Besitzer nicht enttäuschen werden.

+ Weitere Artikel anzeigen