Politik

Adolf Hitler und die Autobahn

Wer erkunden will, wie sich das Bild gewandelt hat, das sich die Deutschen in der Bundesrepublik in den letzten sechzehn Jahren vom „Dritten Reich" gemacht haben, braucht nur ihre Geschichtsbücher zu Rate zu ziehen.

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DIE ZEIT

Die Posse am Rhein

Er erzählt mir viel, fabelhaft offen, interessant, sprunghaft, revolutionär, wirft alle Theorien über den Haufen. Und der in der Wilhelmstraße – Donnerwetter Es war der Legationsrat Kurd von Schlözer, der vor wenig mehr als hundert Jahren solcherart über seinen Chef berichtete, den preußischen Gesandten in St.

Entscheidend ist die Armee

Drei Jahre und neun Monate, nachdem de Gaulle von den Männern der Algérie francaise, der Armee und den europäischen Siedlern an die Macht getragen worden ist, erteilt er derselben Armee den Befehl, auf dieselben Europäer das Feuer zu eröffnen, um das Schicksal der Algerie française endgültig zu besiegeln und die Unabhängigkeit Algeriens zu ermöglichen.

Ultimatum für den Frieden

In einem Monat werden die USA ihre Atomversuche wieder aufnehmen –wenn nicht ein Wunder geschieht. Denn ein Wunder wäre es wohl, wenn die Sowjets sich auf das Geschäft einließen, das der amerikanische Präsident ihnen angeboten hat: Die USA sind bereit, auf neue Versuche zu verzichten, wenn Moskau einem wirksamen Kontrollsystem zustimmt, das alle zukünftigen Tests, auch die sowjetischen, unmöglich macht.

Gerichtspräsident im Zwielicht

Der Untersuchungsausschuß des Düsseldorfer Landtags in der Kilb-Affäre förderte Dinge zutage, die, solange man sie nicht bewiesen glaubte, heftig bestritten wurden.

Rammbock der Tories

Ihrer Majestät Commonwealth-Minister, Duncan Sandys, hat schon manchen Rückschlag überlebt

Sorgen mit der Landwirtschaft

Am 5. März, dem neunten Todestag Stalins, hat in Moskau eine Plenartagung des Zentralkomitees begonnen. Laut Tagesordnung geht es dabei um „die Aufgaben der Partei in der Verbesserung der Leitung der Landwirtschaft“.

Zeitspiegel

Pakistans Präsident Ayub Khan hat eine neue Verfassung für sein Land ausgearbeitet. Die Verhandlungen über die erste Verfassung hatten neun Jahre (1947–1956) gedauert, weil der Plan, eine theokratische, also orthodox-islamische Verfassung abzufassen, auf hatten Widerspruch stieß.

Einheitsfront der Christen

Vor Ulbrichts Mauer sind die Menschen keineswegs gleich. Der Sperrgürtel gilt vor allem für die Bewohner des SED-Staates und für die Westberliner.

Ein Intendant gesucht!

Die ersten Versuche des frischgebackenen Mainzer Fernsehrates, einen Intendanten für das Zweite Fernsehen zu finden, sind bisher nicht sehr glücklich verlaufen.

Dialog im Haus der Einheit

Walter Ulbricht bezeichnet sich selbst als Marxist und die SED tut das gleiche. Diese Behauptung des SED-Regimes wird nicht selten im Westen kritiklos übernommen.

Hamburg: Bescherung von der Bundespost

Ganz umsonst bringt uns die Bundespost in dieser Woche eine kleine Gabe ins Haus: ein Büchlein von 368 Seiten, engbedruckt mit vielen Namen – und Zahlen: das Verzeichnis der seit November 1961 geltenden Postleitzahlen.

Bitte an die Bundesbahn

Die Bundesbahn ist höflichst gebeten, die Privatreisenden, welche unsere traurigen Straßenverhältnisse ihr zutreiben, nicht so zu vergrämen, daß sie sich resigniert doch lieber wieder den Gefahren unserer überfüllten Bundesstraßen aussetzen und damit ihrerseits zu weiterer Überfüllung und Gefährdung beitragen.

Nach der großen Flut

Im Wilhelmsburger Rathaus: „Ich wollt’ mir wohl’ mir wohl ein’ Sack Geld abholen!“ – Der Schaden wurde überschätzt

Bayern: Spiegel kontra Strauß

Kapfingers Erzählungen“ hieß die Geschichte im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, in der es nicht nur um den Passauer Zeitungsverleger Johann Evangelist Kapfinger, sondern auch um den Verteidigungsminister der Bundesrepublik, Franz-Josef Strauß, ging.

Warum wir das Wort ergriffen

Drei von den acht Verfassern jener kritischen Stellungnahme zur Bonner Politik, auf die wir in unserer letzten Ausgabe eingegangen sind, haben am vergangenen Sonntag einige ihrer Thesen noch einmal dargelegt.

Helmut Coing:: Die Ausbildung der Elite

sich seit dem Zweiten Weltkriege grundlegend geändert. Vielleicht ist diese Änderung uns niemals deutlicher zum Bewußtsein gebracht worden als durch die Ereignisse des abgelaufenen Jahres.

Was halten Sie von My Fair Lady?

Was immer einer vom dramatischen Talent des Iren George Bernard Shaw halten mag (das wechselt von Zeit zu Zeit): kein Zweifel besteht daran, daß „Pygmalion“ (so hieß „My Fair Lady“ als Drama), zu seinen drei besten Stücken gehört.

Jürgen Schüddekopf

Im Alter von 52 Jahren starb in Hamburg der Journalist und Rundfunkredakteur Jürgen Schüddekopf, ein Literatur-Kenner von Rang, ein Literatur-Liebhaber aus kritischer Leidenschaft.

Keine politische Botschaft aus der Schweiz

In einem „Werkstattgespräch“, das Horst Bienek vor einiger Zeit in Rom für den Hessischen Rundfunk geführt hat, fragte er Max Frisch: „Ihr Landsmann und Kollege Friedrich Dürrenmatt sagte, daß er sehr froh darüber ist, daß es den Frisch gibt, weil eine neue Arbeit von Ihnen auch ihn zu einem neuen Stück, in einer Art Wettbewerb, anspornt.

Kleiner Kunstkalender

Die westdeutschen Museen befinden sich in einem seltsamen Dilemma. Zuerst haben sie nach dem Krieg ihre verlorenen oder dezimierten modernen Abteilungen in systematischer Breite und mit erheblichem finanziellen Einsatz aufgebaut.

Spekulationen

„Kein vernünftiger Mensch kauft sich noch irgend etwas auf Elba“, belehrte mich meine Frau. ... Für die Platzherren bahnte sich eine Tragödie an.

Zeitmosaik

Der Theologe und Religionsphilosoph Paul Tillich wird den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1962 erhalten; er hat die Annahme zugesagt.

Film-Preise mit etwas Bosheit

1. Helmut Käutner den „Preis für die schlechteste Leistung eines bekannten Regisseurs“ zu gleichen Teilen für seine Filme „Schwarzer Kies“ und „Der Traum von Lieschen Müller“, da die Jury sich nicht entscheiden mochte, welcher von beiden Filmen der schlechtere sei.

Dichter und Richter

Spott und Verachtung, viel Ablehnung und wenige freundliche Worte bringen Dichter für Justiz und Juristen auf; seit je haben sie in Gerichten und Gerichtspersonen dankbare Objekte gefunden, aber fast immer sind es finstere Gesellen, die da in Robe und Barett, mit Perücke und Gesetzbuch auf die Bühne treten.

Hüben und drüben: Hans Baumann

In Rudolf Walter Leonhardts Artikel „Der Dichter und Dramatiker Hans Baumann“ (DIE ZEIT vom 2. März 1962) geht es um die „Bewältigung der Vergangenheit“, zumal um die Schriftsteller, die das „Dritte Reich“ unterstützt haben.

Zu empfehlen

Helmut Berve/Gottfried Gruben: „Griechische Tempel und Heiligtümer“, mit Aufnahmen von Max Hirmer; Hirmer Verlag, München; 264 S.

Alternativen der Literaturkritik

Die Personalunion von Kritiker und Literaturprofessor, wie sie die amerikanische Universität charakterisiert, hat zumindest eine Tugend: Die bedeutendsten Erzieher sind, oder waren, scharfe Widersacher und Analytiker ihrer Welt; man ist nicht von Kindesbeinen auf das Olympische und Hausbackene gestellt; man wirkt, wie Fontanes Pastor Lorenzen, im Bewußtsein, daß auch die Orthodoxie zu Zeiten nichts anderes ist als kristallisierte Revolution.

Ins Innere des Eies

Felicien Marceau ist bei uns durch ein einziges Stück zu. Erfolg gelangt: „Das Ei“. Die Gestalt des 1913 geborenen Belgiers scheint damit eher verdunkelt als erhellt worden zu sein.

Torschlußpanik

auf seine Kosten kommen. Für eine lange Eisenbahnfahrt oder während einer kleinen Grippe sind die lustigen Abenteuer der tapferen Louisa Datchett gerade das Richtige Louisa, Hundephotographin ihres Zeichens, ist von Torschlußpanik gepackt und will durchaus unter die Haube.

Ein gläserner Stab kommt vor Gericht

Schuld daran, daß die internationale Leichtathletik zur Zeit von einem neuen Problem, den Glasfiber-Stäben, durcheinandergerüttelt wird, sind zwei Amerikaner: Der bis dahin ziemlich unbekannte George Davies‚ der im Vorjahr mit 4,83 m einen neuen Stabhochsprung-Weltrekord aufstellte, und John Uelses, dem im Februar dieses Jahres in der Halle in Boston sogar ein Sprung über 4,89 m gelang.

Formel für den Streit

Kürzlich veröffentlichte das der Universität von Michigan angeschlossene „Forschungsinstitut für die Auflösung von Konflikt-Situationen“ eine Untersuchung über Kriege, Spiele und Debatten.

Herrscher über künstliche Sonnen

Werden bald wieder die Rauchpilze von Atomexplosionen in den Himmel über dem Pazifik steigen? In wenigen Wochen schon schließen die USA die Vorbereitungen ihrer neuen Versuchsserie ab.

Richtung Zukunft

Die im „Memorandum der Acht“ zum Schluß der Ausführungen geforderte Modernisierung des Bildungswesens ist nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in jedem Land der Erde, im Westen wie im Osten, immer mehr in den Mittelpunkt der Debatte über die Zukunft gerückt.

Fernsehen

Läßt man „Arabella“, die aber lediglich als Aufzeichnung von den Münchener Festspielen ausgestrahlt wurde, beiseite, so ist es wieder einmal eine Dekade, die erstens unattraktiv und zweitens vorzugsweise angelsächsisch orientiert war: Saroyan, Reginald Rose, George Ross und Campbell Singer.

Film

Oberhausen ist zu einem Dorado der Kurzfilmenthusiasten geworden. Freilich kommen dem kritischen Teilnehmer Bedenken, ob die Kurzfilme dort auch das Publikum haben, das sie verdienen.

Funk

Das Entsetzen, mit dem in der Auftragsarbeit der beiden Sender Spaß getrieben werden sollte, stellte, sich nicht ein. Der Autor entwickelt sein Spiel nicht aus einer Metapher, sondern legt ihm ein abstraktes Schema zugrunde.

Theater

Der britische Schauspieler-Autor ist schon mit seinen früheren Stücken in Deutschland prominent herausgestellt, wenn auch wenig nachgespielt worden: von Gründgens in Düsseldorf („Marschlied“), von Sellner in Darmstadt („Der Tag des Heiligen“), von den Berliner Barlog-Bühnen („Wo wir fröhlich gewesen sind“).

Was sagt das Ballett-Publikum?

L’art chorégraphique, der künstlerische Bühnentanz (oder besser und kürzer: das Ballett) nimmt in der Welt der Künste eine Sonderstellung ein.

Freiheit- oder nur noch Scheinfreiheit?

Nichts kann die Verwechslung von echter und scheinbarer individueller Freiheit besser charakterisieren als die bekannte These, die Wirtschaft sei zur Zeit der klassischen Ökonomie eine freie gewesen.

Am Rande vermerkt: Der falsche Lotse?

Als vor einem Jahr die DM aufgewertet wurde, saßen die deutschen Werften und die deutschen Reeder in einem Boot. Beide Wirtschaftsgruppen sprachen von einer Existenzgefährdung.

Zeitraffer

In der Bundesrepublik einschließlich Westberlins gibt es rund 300 „Discount-Händler“, von denen die meisten Lebensmittel und Spirituosen zu niedrigeren als von den Lieferanten vorgesehenen Preisen verkaufen, aber auch Haushaltsartikel, Textilien, Spielwaren, Elektrogeräte und sogar Möbel werden „unter Preis“ angeboten, wie das Institut für Selbstbedienung ermittelt hat.

Bank-Aktien kamen kräftig voran

An den deutschen Aktienmärkten ist die Zuversichtgewachsen. Die Branchen-Ideologie scheint so nach und nach den gesamten Markt in Bewegung zu bringen.

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