Der anhaltende Durst der Bundesbürger hat die Kassen der größten westdeutschen Brauerei, der Dortmunder Union-Brauerei AG, Dortmund, im vergangenen Geschäftsjahr wieder gut gefüllt. Nicht nur der Absatzrückgang des Jahres 1960 konnte wieder wettgemacht werden, sondern auch das bisherige Spitzenjahr 1959 wurde im Berichtszeitraum überrundet. Der Bierausstoß der DUB betrug im vergangenen Geschäftsjahr 1,617 Mill. hl nach 1,541 und 1,606 Mill. hl in den beiden vorangegangenen Jahren. Im Gesamtkonzern wurden 1,915 Mill. hl Bier gebraut, und die 2-Mill.-Grenze wird vermutlich im laufenden Jahr erreicht werden. Dabei stehen nunmehr auch die drei Tochterbrauereien, die Kurfürsten-Bräu AG, Bonn, die Frankfurter Brauhaus GmbH, Frankfurt, und die Brauerei Iserlohn AG, Iserlohn, im Begriff, die Schwelle zur Großbrauerei – die bei einem Ausstoß von 100 000 hl angesehen wird – zu überschreiten. Die Frankfurter Tochtergesellschaft erreichte bereits 1961 eine Biererzeugung von 110 500 hl; in Bonn sind 95 100 und in Iserlohn 92 300 hl erzielt worden.

Mit einem Umsatzvolumen von 140,7 (133,8) Mill. DM – der Konzernumsatz stieg auf 175,3 (163,3) Mill. DM – hat die DUB ebenfalls die bisher besten Verkaufsergebnisse des Jahres 1959 überschritten. Die Verwaltung spricht in ihren Erläuterungen von einem guten Gesamtergebnis. Einen Anhalt dafür liefern die ertragsabhängigen Steuern, die auf 14,97 (12,12) Mill. DM gestiegen sind. Allerdings ist hierbei auch zu berücksichtigen, daß nicht nur das laufende Geschäftsergebnis zu versteuern war, sondern auch ein außerordentlicher Ertragsposten von immerhin 5 Mill. DM, der beim Verkauf eines Grundstückes erzielt wurde. Aus Gewinnabführungsverträgen sind diesmal nur 0,89 (0,91) Mill. DM in Dortmund eingegangen; dagegen wurde das Ergebnis sogar mit 1,17 Mill. DM Verlusten bei Tochtergesellschaften belastet. Die Verlustquellen liegen bei der Landskroner Getränke GmbH, Bad Neuenahr, und der Dortmunder Hotelgesellschaft mbH, Dortmund. Mit den Zuwendungen von Seiten der anderen -DUB-Tochtergesellschaften ist die Unternehmensleitung indessen durchaus zufrieden. Zufrieden dürfen auch die rund 3200 Aktionäre des Dortmunder Brauereikonzerns sein, die mit einer Ausschüttung von 18 % auf das Grundkapital von 30 Mill. DM eine zwar unveränderte, aber recht stattliche Dividende erhalten. Das Unternehmen selbst bedenkt sich mit einer Rücklagendotierung von 2 Mill. DM.

Dem laufenden Geschäftsjahr stellt die Verwaltung wiederum durchaus erfreuliche Prognosen. Allerdings ist es kein lupenreiner Optimismus mehr, der die Brauereibranche beflügelt. Die weitere Kostenentwicklung wird mit einiger Skepsis beurteilt; vor allem aber sehen sich die Bierbrauer einem ständig schärfer werdenden Wettbewerb ausgesetzt. Die DUB-Verwaltung spricht von zum Teil bereits ruinösen Preiskämpfen, in erster Linie auf dem Flaschenbiermarkt. Aber hier werden immerhin noch Zuwachsraten erwartet, während demgegenüber das Faßbiergeschäft bereits im vergangenen Geschäftsjahr stagnierte. nmn

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Die Allianz Versicherungs-AG (München/Berlin) schlägt der Hauptversammlung am 29. Mai vor, für das Geschäftsjahr 1961 eine Stückdividende von 30,60 (30) DM vor. Damit bleibt der Dividendensatz von 17 % praktisch unverändert, da im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung im Vorjahr die Einzahlung je Aktie von 176,26 auf 180 DM erhöht wurde. Die 88 000 jungen, ebenfalls mit 180 DM einbezahlten Aktien sind für 1961 voll gewinnberechtigt. Zu bedienen sind 47,52 Mill. DM eingezahltes Kapital von niminell 52,8 Mill. DM.