Das Problem unserer Zeit ist nicht eins des Gewissens und Engagements – das Problem, warum Menschen in Kriegen für oder gegen den Kommunismus oder Faschismus zu sterben willens sind. Das Problem ist vielmehr, warum Menschen, die irgendwelche persönlichen Überzeugungen haben, bereit sind, für unbestimmte oder unklare Ziele zu leiden, wie Fischschwärme in unsichtbare Netze zu gehen. Das Problem ist das Leiden der Masse, stumm und absurd. Sir Herbert Read

Heil – und Unheil

Ein „Unheil für Kinder, Familie und Volk“ nannte Minister Wuermeling die Berufstätigkeit von Müttern, einem ohnehin weitverbreiteten deutschen Vorurteil neue Nahrung gebend. Allein die Tatsache, daß berufstätige Mütter in Deutschland immer (und am meisten von 1933 bis 1939) verpönt, in den angelsächsischen Ländern hingegen immer willkommen waren, könnte doch auch einen Familienminister mal ein bißchen zum Nachdenken bringen.

Zukunftsmusik

Maximilian Schell wird in der kommenden Spielzeit am Hamburger Deutschen Schauspielhaus unter der Regie von Gustaf Gründgens den Hamlet spielen.

Tn tueras donc?

Der Französische Film „Tu ne tueras point“, der das Problem der Kriegsdienstverweigerung behandelt und auf Betreiben Frankreichs in allen NATO-Staaten mit staatlichem Zensurverbot bedacht wurde, wird auch in der neutralen Schweiz nicht gezeigt werden. Zwar haben die zuständigen Bundesbehörden nicht (wie 1958 bei dem amerikanischen Film „Wege zum Ruhm“) das Wort vom „staatsgefährlichen Propagandamaterial“ zitiert, aber immerhin doch so diskret abgewunken, daß nacheinander zwei Verleihfirmen „freiwillig verzichtet“ haben, um ihre guten Beziehungen zu den Bundesstellen nicht zu belasten. Der „Schweizerische Beobachter“ bezeichnete das, was sich da im Dunkel der Demokratie abspielte, schlicht als „einer Demokratie unwürdig“.