DIE ZEIT

Der Lohn des Terrors

Algeriens zweiter Friedensschluß: zwischen OAS und FLN – Wird nun endlich Friede?

Die nationale Welle

Berlin, im Juni Nationales Kampfprogramm des ganzen deutschen Volkes einmütig beschlossen.“ Unter dieser rotgedruckten Schlagzeile berichtete das „Neue Deutschland“ über den Verlauf des „Nationalen Volkskongresses“.

Lapsus am Rhein

Fralit – das klingt wie eine Markenbezeichnung für Küchengeräte. Doch kennzeichnet es ein Konzept, nach dem die politische Union Europas zunächst auf drei Länder beschränkt werden soll – eben auf „Fralit“: France, Allemagne, Italie.

Rusk ohne Partner

Amerikas Außenminister Dean Rusk ist nicht um die Mission zu beneiden, die ihn zu Beginn dieser Woche nach Europa geführt hat.

Der staatliche Strom

Die Gemeindewahlen in Italien, bei denen es keinen sensationellen „Erdrutsch“ gab, haben immerhin gezeigt, daß der kommunistische Vormarsch zum Stehen kommt.

Mauer-Strategie

Am 17. Juni hat Willy Brandt, der Regierende Bürgermeister von Berlin, in seiner Rede auf der großen Kundgebung des Rudolf-Wilde-Platzes harte Worte gebraucht.

Richter aus dem Unrechtsstaat

Am 30. Juni läuft die Frist ab, binnen derer sich Richter und Staatsanwälte, die während des Krieges in der Strafjustiz tätig waren, freiwillig pensionieren lassen können.

wer....was....wo....warum....

Die Gerüchte halten sich – auch nach dem Gespräch Mende–Smirnow –, daß die Sowjetunion den Gedanken einer internationalen Dreizehnerbehörde für den Zugang nach Berlin weiterverfolge und gewillt sei, ein entsprechendes Abkommen mit den USA dem vorgesehenen Separatfriedensvertrag mit Pankow als Annex anzufügen.

Wie reich ist Kennedy?

Was kostet ein Präsident? In Amerika ist er teuer: 7 Millionen Dollar im Jahr. Präsident Kennedys Gehalt ist dabei verhältnismäßig niedrig: 100 000 Dollar im Jahr; dazu kommen 50 000 Dollar Spesen und 40 000 Dollar Reisekosten.

Zeitspiegel

Staatspräsident de Gaulle selbst kümmert sich um die Einzelheiten des Programms, das für die Frankreichreise Bundeskanzler Adenauers vorbereitet wird.

Business contra Kennedy

In den Vereinigten Staaten hat eine Periode begonnen, in der im Gegensatz zur Vergangenheit die innenpolitischen Probleme sehr betont in den Vordergrund getreten sind.

Unsicheres Lächeln in Laos

Die drei Prinzen lächelten ihr verbindlichstes Lächeln und reichten sich die Hände: ein Bild schönster Harmonie. „Unsere laotischen Brüder unter einen Hut zubringen, ist genauso schwierig, wie Krebse in einem Korb zusammenzuhalten“, hatte Prinz Sihanouk, der Staatschef von Kambodscha einmal geseufzt.

Lebenslänglich auf Indizien

Das Urteil im Brühne – Prozeß – lebenslängliches Zuchthaus für die nur durch Indizien „überführten“ Mörder des Dr. Praun – wird immer noch stark diskutiert.

Männer, nicht nur Gremien

Alle Welt fordert sie: Wissenschaftliche Beiräte bei den Ministerien, Lohngutachtergremium, Kuratorium zur Förderung der sozialen Marktwirtschaft, unabhängige Finanzexperten-Kommission, immer neue ähnliche Einrichtungen.

Im alten Preußen gab es nur Pflicht

Aus dem umfassenden Lebenswerk und dem eindrücklichen Lebensbild des Tübinger Gelehrten Eduard Spranger ist es schwer, einzelne Aspekte herauszuheben, ohne der unaufdringlich vorgeprägten, aber in ihrer Unbedingtheit um so wirkungskräftigeren Einheit von Denken und Lehren, von Forschen und Sein empfindlichen Abbruch zu tun.

Lehre für die Juristen

In Nürnberg stand das Verbrechen der Vorbereitung und Ausführung eines „Angriffskrieges“ im Mittelpunkt der Anklage; alle übrigen Tatbestände waren demgegenüber von zweitrangiger Bedeutung.

Das Land der Engpässe

Die „Deutsche Demokratische Republik ist – abgesehen davon, was sie sonst noch alles ist – das „Land der Engpässe“. Es gibt in stetem Wechsel „Textil-Engpässe“, „Lebensmittel-Engpässe“, „Kohlen-Engpässe“.

Schleswig-Holstein: Immer wieder: Fall Lautz

Die Fünfte Kammer des Landesverwaltungsgerichts Schleswig hat dieser Tage eine Entscheidung gefällt, die auf den ersten Blick wie der Sieg eines schwer belasteten Nazis über die Kieler Landesregierung erscheint: Die Kammer hob den Bescheid auf, mit dem der schleswig-holsteinische Finanzminister dem Oberreichsanwalt a.

Liebe zum Matrosen

Haltbar wie die Liebe, zum Matrosen – nicht zum einzelnen ist hier gemeint – war der gute alte Matrosenanzug, der einst die Knaben zierte, nicht nur die deutschen.

Bayern: Pantscherei im Staatsdienst

Es gibt eine fränkische Spezialität namens Steinwein, ein Getränk, dem zahlreiche Zecher anhängen. Es gibt außerdem in Würzburg eine Staatliche Hofkellerei, die Steinwein bereitet und vertreibt.

Strenger moralischer Maßstab

Familie Keller muß ein Haus bauen. Einen anderen Ausweg gibt es nicht. Die Familie hat drei Kinder, das vierte wird erwartet.

Wunschkonzert – gesamtdeutsch

Da bringt der Kölner Deutschlandfunk die „Musikbox“, ein Wunschkonzert, das Grüße von Westdeutschen an Zonenbewohner und umgekehrt ausrichtet.

Was ist Kunst?

Niemand erinnerte sich noch des Staatsanwalts Pinard, der Mitte des vorigen Jahrhunderts im zweiten Kaiserreich beim Pariser Zuchtpolizeigericht amtierte, hätte er nicht zwei berühmte Angeklagte gehabt.

Wieder eine Ausnahme?

Als ich ein Buch über Deutschland schrieb, versuchte ich, das eine wie das andere zu vermeiden: die billig zu habende Abstraktion, von der sich kein Mensch, getroffen fühlt, wie die Pauschalkritik ganzer Gruppen, die dann, durch solche „Angriffe von außen“ zur Bildung von Korpsgeist ermuntert, aufstehen wie ein Mann.

Nr. 25 vom 19. Juni 1952: Aus einer Rezension

Klaus Mann hatte kein Glück mit Deutschland, aber wer hätte das! Als ob es auf Glück ankäme, und nicht vielmehr, wie sein Vater nach dem Kriege schrieb, „auf die Wirkung, die sich aus Mißverständnissen, Kontroversen, Peinlichkeiten doch herausklärt.

Von der Idee und bis zur Vollendung

Die Recklinghäuser Kunstausstellungen, eine Parallelaktion zu den Ruhrfestspielen, sind aus Grundsatz anders als andere Ausstellungen.

Wolfgang Ebert:: Zu Erich paßt das nicht

Wer Erich näher kennt, der weiß, daß ihm nichts näher liegt als die Frauen-Emanzipation in Südwest-Persien, die stalinistischen Abweichungen vom Trotzkismus und die musikalische Komposition aus, überwiegend, Pausen.

Der Rattenfänger von London

Seit Shakespeare und Byron ist in Deutschland kein englischer Autor so berühmt geworden wie Oscar Wilde und, etwa um die gleiche Zeit, Bernard Shaw.

Kleiner Kunstkalender

Die eben eröffnete XXXI. Biennale bringt außer den Beiträgen der einzelnen Nationen eine Sonderausstellung der Künstler, die von 1948 bis 1960 den Großen Biennale-Preis erhalten haben.

Zeitmosaik

Die führende tschechische „Literatur-Zeitung“ (Literární noviny) weiß zu berichten: „Die Verleihung des Internationalen Verlegerpreises von 10 000 Dollar an den völlig unbekannten westdeutschen Romanschriftsteller Uwe Johnson hat Empörung hervorgerufen, da sich herausgestellt hat, daß Johnson den Preis auf Grund politischen Druckes erhielt.

Rolf Schroers als Gastkritiker: Den Plebejern ausgeliefert

Diktaturen liegen in der Luft. Es scheint nach allem eher eine Aufgabe der Meteorologie als der Politik zu sein, über Entstehung und Verlauf bestürzende Auskunft zu geben, und was die einschlägige Dichtung betrifft, läßt sich ihre Qualität an ihrer Nähe eben zur Meteorologie ausmachen: durchaus auf die Gefahr hin, daß Sturm und Blitzschlag sie treffen.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT nur einen Teil des dereinst unter dem Titel „Die Welt im Licht“ erschienenen Reisebuches jenes „anderen Kerr“, der weniger bekannt geworden ist als der Theaterkritiker Kerr mit seiner „Welt im Drama“.

Ein Kinderbuch für Erwachsene

Scout Finch ist acht Jahre alt, ein Mädchen übrigens........................................................................

Können wir frei entscheiden?

Der Bundestag wird sich demnächst mit dem Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches befassen, das nach fast einem Jahrhundert und immer neuen Reformbestrebungen das bisherige StGB ablösen soll.

Studienurlaub für Lehrer

In wenigen Tagen beginnen an den meisten amerikanischen Universitäten die Sommerkurse. Frauen und Männer, die längst im Beruf stehen, werden wieder Studenten.

ZEIT-Berichte aus der Medizin

Intramuskuläre Injektionen hofft Dr. James E. Griffin von der Universität Pennsylvanien bald ohne die gefürchtete Nadel ausführen zu können.

Fernsehen: Das Schweigen spielt mit

Am späten Abend kundiges Gespräch. Von aller Spannung befreit, hatten die Zuschauer Gelegenheit, das Spiel der deutschen Fußballmannschaft mit Gelassenheit zu verfolgen.

Eros vom Blickpunkt des Spießers

Pariser Halbwelt. Der Film zitiert Requisiten, die bereits von der obligaten Filmkolportage abgenutzt sind. Eine Lesbierin, Monokel im maskenhaft geschminkten Gesicht, schiebt ihre Partnerin – tanzen kann man das nicht nennen – gelangweilt über das ridiküle Parkett.

Film

„Aljoschkas Liebe“ (Sowjetunion; Verleih: Pegasus): Es hat sich herumgesprochen, daß seit dem Tode Stalins auch das Dogma von der Konfliktlosigkeit im sowjetischen Kunstbetrieb verblaßt ist.

Funk

Berlin und die Mauer – einem Hörspiel, das dieses schreckliche und so junge Thema behandelt, begegnet man erst einmal mit stirnrunzelndem Mißtrauen.

Theater

Dieser Ustinov ist ein Genie“, ironisch leitet der Berliner Theaterkritiker der FAZ seinen Bericht über die deutsche Erstaufführung ein; „wie anders sollte man eine Begabung nennen, die das Publikum zwei Stunden vergessen macht, daß es mühselig unterhalten wird.

Das Buch erobert Wall Street

Wer noch immer glaubt, daß der Durchschnitts-Amerikaner vor lauter Baseball, Tanzvergnügen, leichter Bilderkost, Kinobesuch und Seßhaftigkeit vor dem Fernsehschirm keine Zeit zum Bücherlesen findet, der sollte sich jetzt eines Besseren belehren lassen.

Der Bolzen und der Massentod

Ende Mai wurde die technische Abteilung der Lufthansa aufgestört durch ein Fernschreiben aus Seattle (USA). Alle Boeing-Flugzeuge vom Typ 707 und 720, so kabelte das Herstellerwerk, sollten überprüft werden, ob an der hydraulischen Steueranlage ein etwa 20 Millimeter langer Bolzen gegen Herausfallen gesichert sei.

Die Dämme brechen

Die Niederlage der Staatsautorität ist perfekt. Alle Schwüre noch von gestern, ein Exempel zu statuieren und dem sich überschlagenden Lohnauftrieb nun wenigstens im eigenen Hause die Stirn zu bieten, haben sich bereits heute als leichtfertiges Gerede.

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