Wer sich wenigstens einmal im Jahr zu der Kategorie „Tourist“ rechnem darf, muß es sich gefallen lassen, in dieser „Daseins- und Verkehrsform“ auch noch kategorisiert zu werden. Schweden zum Beispiel empfiehlt „Reso-Landferien mit eigenem Haushalt“ nur an die „Kategorie Touristen, die während ihrer Ferien auf eigene Faust zu wirtschaften wünscht“. Auf eigene Faust! Wer sich das allerdings zutraut, dem bieten sich ungezählte Möglichkeiten; Wohnungen pro Person täglich für drei bis vier schwedische Kronen (1 Skr = etwa 0,77 Mark) in den verschiedensten Landschaften Schwedens.

Unnaryd, eine Gemeinde von 1500 Einwohnern, liegt im Smaland, einem seenreichen Wald- und Landwirtschaftsgebiet im Innern Südschwedens. 35 Seen laden ein zum Baden, zu Rudersport und Fischfang, Nadel- und Laubwälder zu Wanderungen, zum Beeren- und Pilzesammeln. Die Ferienwohnungen haben meist eine Küche. Bettwäsche jedoch, Handtücher und Eßbestecke sind von den Gästen mitzubringen.

In Hallen im Jämtland kann man sich außer in Bungalows, „Stugas“ genannt, auf Bauernhöfen und in Sennhütten einquartieren. Ausflüge an den Strsjönsee, eine Gebirgswanderung im Bydalen zum Lappenlager Hosjöbotten werden empfohlen. – Fünfundzwanzig Minuten dauert die Seereise von Kalmar nach Öland, der zweitgrößten Insel Schwedens. „Südländische Sandsteinfelsen, Orchideenwiesen, Vogelmoore“ empfiehlt der Katalog; dazu eine Wohnung, ein Sommer- oder Gartenhaus nördlich von Borgholm direkt am Meer.

„Valkommen till Sollerrön“ auf der Insel im Siljansee, heißt es weiter. Bis zu vierzig Wohnungen können hier vermittelt werden; auf dem Festland in Ryssa fünf weitere, in Gesunda neunundzwanzig, in Mora fünf und in Manberg außerdem noch sechs Sennhütten. Die hohen Vermittlungskosten, die Reso verlangt – pro Person (über fünfzehn Jahre) zwölf Mark – begründet der Katalog des Schwedischen Reisebüros, Hamburg, als „Garantie für die Qualität des Quartiers und für seinen so niedrig wie möglich gehaltenen Mietpreis“.

Von den finnischen Inseln kommen ähnliche Angebote; von Aland zum Beispiel, einem Netz aus 6500 Inseln und Schären an der Grenze zwischen Ostsee und Bottnischem Meerbusen. Sommerhäuser und Wohnungen direkt am Strand mit günstiger Gelegenheit zum Baden und Angeln gibt es hier überall. Vermittler ist „Aland-Touristenverein e. V., Mariehamn Finnland“.

Auf Karhusaari gibt es ein Bungalowdorf; Blockhäuser mit Terrasse in Ufernähe. Die überdachte Terrasse führt in einen Aufenthaltsraum, der mit modernen finnischen Möbeln ausgestattet ist. Das Schlafzimmer enthält zwei Betten und eingebaute Wandschränke, Kinderbetten können zusätzlich geliefert werden. Fließend Wasser gibt es nicht, doch versorgt das Personal die Gäste allmorgendlich mit frischem Wasser. Wegen großer Nachfrage werden nur noch Vollpensionsgäste aufgenommen. „Benutzung der Sauna, Ruderboot und Angelruten in jedem Haus – und – vor allem Ruhe“ ersetzen fehlenden (Küchen-)Komfort. Auskunft erteilen die Finnland-Informationsbüros in Hamburg und München.

Bungalows und Quartier in Bauern- und Fischerhäusern in Süd- und Nordfinnland vermittelt „Lomalütto r. y. Helsinki“. Die Unterkünfte sind möbliert, haben eine Kochgelegenheit, Geschin Betten, Bettzeug sowie Brennmaterial. Die Unterkunft kostet etwa 1,80 bis 2 Mark täglich pro Person, für Kinder die Hälfte.

Im westlichen Küsten- und Schärengebiet gibt es Ferienhäuser zum Mietpreis von fünfzig bis achtzig Mark monatlich. Die Einrichtung ist einfach. Gekocht wird mit Propangas oder mit Holz. Eine Wasserleitung gibt es nicht, dafür aber einen Brunnen vor der Tür, ein eigenes Ruderboot und Angelgerät. Ferien, einmal nicht komfortabel – wem danach der Sinn steht, der findet im Norden viele Möglichkeiten. Corinna Schnabel