Schweizer erweitern Binnenschiffahrtsinteressen in Deutschland

Die Eidgenossen betreiben auf dem Rhein und den übrigen westdeutschen Wasserstraßen eine rege Binnenschiffahrt. Fast ausschließlich Motorschiffe, sogenannte „Selbstfahrer“, bringen Massengüter wie Kohle, Erdöl und Getreide nach Basel, das mit 6,8 Mill. t Gesamtumschlag der viertgrößte Binnenhafen Europas ist. 34 % der schweizerischen Importe werden dort umgeschlagen, die selten ausgelastete Schiffahrt talwärts transportiert fast 15 % der gewichtsmäßigen Exporte des Landes.

Einen wesentlichen Anteil am Transportaufkommen bewältigt die Neptun Transport- und Schiffahrt-AG, Basel, mit ihrer Flotte von siebzig Gütermotorschiffen, und einer Tragfähigkeit von 64 000 t, das entspricht etwa der Kapazität von 4000 Eisenbahnwaggons oder 100 Güterzügen. Die Neptun, Basel, besitzt bedeutende Beteiligungen an der westdeutschen Binnenschiffahrt, an Lagerhaus- sowie Umschlagsbetrieben und branchenverwandten Unternehmen. Diese Interessen wurden 1961 verstärkt. Die Anteile der Rhenania Schiffahrts- und Speditions GmbH, Mannheim, (Grundkapital 6 Mill. DM) befinden sich nun zu über 60 % in Händen der Neptun. Die Rhenania-Mannheim wiederum besitzt mindestens 80 % des Aktienkapitals der Rhenania Allgemeine Speditions AG, Duisburg, die zahlreiche Filialen in Nordwestdeutschland unterhält.

Auf diese Weise ergänzen sich Schiffahrt, Umschlag und Lagerung und gestatten auch in Perioden schwächerer Schiffahrt einen ertragsmäßigen Ausgleich, den reine Reedereien nicht haben. Im Jahre 1961 war die Flotte der Neptun „ordentlich beschäftigt“. Von dem gegenüber dem Vorjahr erhöhten Reingewinn von rund 800 000 DM wurden 6 % Dividende verteilt, den freien Reserven 140 000 DM zugewiesen und darüber hinaus die Speziaireserven und der Stiftungsfonds angereichert. Mit anderen Worten: nur ein Sechstel des für 1961 ausgewiesenen Gewinnes kam zur Ausschüttung. W. W.