Wirtschaft

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Feuilleton

Hat ein Eichmann etwa keine "Schuld"?

Hofstätter findet das Verhältnis, in dem die Strafandrohungen des Entwurfs zueinander stehen, unangemessen und begründet das hauptsächlich damit, daß die „Gotteslästerung" weniger hart bestraft werde als die schwere Jagdwilderei.

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DIE ZEIT

Frankreich zu Gast

Diesem hochgewachsenen Mann aus Frankreich, den Bundespräsident Lübke auf dem Flugplatz Köln-Bonn mit „Herr General“ begrüßte (welcher Titel von dem Dolmetscher dann mit „Herr Präsident“ übersetzt wurde), nicht zu bescheinigen, daß sich in ihm historische Bedeutung verkörpert – dies wagt heute keiner mehr.

Sperrzeichen für die Sowjets

Zum ersten Male nach langer Zeit haben die Sowjets in Berlin einer westlichen Forderung nachgegeben: Am Dienstag schickten sie die Wachmannschaft für das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten nicht mehr durch den Ausländerübergang Friedrichstraße, sondern über die Sandkrugbrücke an der Invalidenstraße.

Verzicht-Politiker

Mit ihrer Ostpolitik hat die Bundesrepublik bisher wenig Glück gehabt. Immer wieder einmal wurde versucht, Kontakte zu finden und das zarte Pflänzchen der Verständigung zu pflegen.

Warten auf Albion

England. und Europa, oder politisch-technisch, gesagt: das Problem des Beitritts Großbritanniens in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft – dies war eine der wichtigsten Fragen, die Bundeskanzler Adenauer mit seinem Gast von der anderen Seite des Rheins zu erörtern hatte.

Dänemarks politisches Wunderkind

Hat dieser nette junge Mann auch das nötige Format?“ so fragte dieser Tage die dänische Zeitung Politiken, und diese Frage haben sich die Dänen schon manchmal gestellt.

Die Stunde Europas nicht versäumen

Die Möglichkeiten nutzen, ihre Grenzen aber nicht überschreiten – darin liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Außenpolitik.

wer....was....wo....warum....

Tschombes generelle Billigung bedeutet freilich nicht, daß er sich allen Forderungen U Thants beugen wird. Die Verhandlungen – vor allem über die Aufteilung der Steuern – werden sich noch lange hinziehen.

Zeitspiegel

Ghanas Staatschef Kwame Nkrumah kehrt mit eisernem Besen: Drei seiner engsten Mitarbeiter – Außenminister Ako Adjei, Informationsminister Tawa Adamafio und den Sekretär der regierenden Volkspartei, Cofie-Crabbe – ließ er hinter Schloß und Riegel setzen.

Hat Deutschland eine Zukunft?

Mir scheint die Frage: „Hat Deutschland noch eine Zukunft?“ ein wenig allgemein und die Antwort „Ja“ fast selbstverständlich.

Arabische Wirren

Nassers panarabischer Stern strahlt nicht mehr so klar wie vor einigen Jahren. Der Jubel, der ihm zur Zeit der Suez-Krise entgegenschlug, ist verhallt.

Gedrillt zur Barbarei

Die Folter und ein schöner sportlicher Erfolg – Gedanken zu einer Manöver-Meldung

Kubanische Komplikationen

Ein immer dichterer Strom von sowjetischen Investitionsgütern, Lebensmitteln, Waffen und Beratern ergießt sich seit Juli nach Kuba.

Altschäffels später Abgang

Ende Juli machte die ZEIT ihre Leser auf den Bezirksgeschäftsführer der oberbayerischen FDP, Altschäffel, aufmerksam, dem absolut seriöse und angesehene Leute nachsagten, er habe Heuss einen „Trottel“, einen „alten Depp“, Euch „Schwein“ genannt.

Gleichberechtigung am Volant

Die gesetzliche Gleichberechtigung hat nichts daran geändert, daß es gelegentlich wichtig ist, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist.

Ordnung über alles

Die Elbchaussee, schönste Straße der Hansestadt, ist zum Sorgenkind der Behörden geworden. Am Elbufer, unterhalb der Chaussee, tummelt sich hier, zwischen Altona und Blankenese, halb Hamburg.

Zwangsmitglieder

Nun haben es die vielen tausend Angestellten in Bremen, die auf Grund eines Beschlusses der Bürgerschaft allesamt Mitglied der sogenannten Angestelltenkammer sein müssen, schwarz auf weiß: Die immer wieder kritisierte Zwangsmitgliedschaft in dieser öffentlich-rechtlichen Körperschaft ist mit der herrschenden Rechtsordnung vereinbar und verstößt auch nicht gegen das Grundgesetz.

Telstars deutsche Station

Es vergeht kaum eine Woche, während der Telstar nicht von sich reden macht. Einmal überträgt der Nachrichtensatellit transatlantische Telephongespräche, ein andermal übermittelt er Korrespondentenberichte, Bilder und Zeitungsartikel im Faksimile, Fernschreiber- und Daten-Impulse von elektronischen Rechenmaschinen und nicht zuletzt Femsehdirektsendungen von Kontinent zu Kontinent.

Vergiften wir unsere Umwelt?

Pflanzenschutzmittel und Chemikalien zur Insektenbekämpfung vergiften unsere Umwelt und können Krebs erzeugen! Mit diesem Warnruf hat sich die bekannte amerikanische Biologin Rachel Carson in der Zeitschrift „The New Yorker“ an die Öffentlichkeit gewandt.

Flucht über die Weichsel

Es war drei Uhr morgens. Den genauen Tag weiß ich nicht mehr, denn jene Tage waren ein einziges großes Chaos, das sich der kalendarischen Ordnung entzog.

Auftritt der Handlungsreisenden

Die Festspiele von Edinburg, bisher (das heißt seit ihrer Begründung 1947) ein Festival of music and drama, boten dem erstaunten Publikum dieses Jahr eine neue und besondere Attraktion: Auf der Writers’ conference wurde Literatur in Menschengestalt vorgeführt.

Zeitfragen

Wir haben die lustige Beobachtung gemacht: Wo es um die Frage des festen Ladenpreises für Bücher geht, sind die Zeitungsredaktionen offenbar ebenso gespalten wie die merkantile Welt.

Die magische Zahl 80

Wer über Leute lächelt, die erst am 7. ihr Geld von der Bank holen oder am 13. nicht aus dem Hause gehen (falls sie sich das eine wie das andere leisten können), wer also über solcherlei Aberglauben lächelt, den muß ich aus seiner Aufgeklärtheit reißen.

Kleiner Kunstkalender

Zum erstenmal wird die gesamte Druckgraphik von Max Beckmann ausgestellt, rund 350 Litographien, Radierungen und Holzschnitte.

Zeitmosaik

Der Appell an das Irrationale ist eine sehr zweischneidige Waffe. Denn es umfaßt nicht nur das, was höher ist als alle Vernunft, sondern auch das Untervernünftige und das Unvernünftige.

Der unter uns lebende KZ-Mörder

Dieser Einwand erscheint mir unangemessen, denn totalitäre Willkür kann sich – wie zahlreiche Diskussionen um den sogenannten Rechtspositivismus und das „Unrecht in Form des Gesetzes“ (G.

Gipfelübergabe

Für die Zugspitze endet die amerikanische Okkupation am 7. September. An diesem Tage werden die Stars and Stripes eingeholt, und das Schneefernerhaus, das sieben Jahre lang als the highest bar in Europe bezeichnet wurde, wird wieder zu einem deutschen Hotel.

Die Menagerie der Muriel Spark

Vor zwei Jahren erschien der erste Roman der schottischen Autorin Muriel Spark in deutscher Sprache; er hieß „Memento Mori“ und war beinahe eine Sensation.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Kurzkapitel, aus Fragen und Antworten, Zitaten, Statistiken, Illustrationen zusammengestellt, über alle nur denkbaren Themen der „Gemeinschaftskunde“ unter Titeln wie: „Ihr seid Verkehrsteilnehmer“ – „Ihr lebt in einer Gemeinde, einem Land, einem Bund“ – „Woher die Güter kommen“ – „Die Sache mit den Löhnen“ – „Bürger und Gerichte“ – „Recht, das Urmeter der Demokratie“ – „Die Welt ist voll von Gegensätzen“ – „Was Politik ist und nicht ist“ – – „Wandel der Politik“ – „Offene Fragen im atomaren Zeitalter“.

Für und wider die Todesstrafe

Wenn irgendwo ein gemeiner Mord begangen wird, pflegt der Ruf nach der Todesstrafe zu erschallen. Muß diese Debatte immer weitergehen? Die Argumente sind alle schon hundertmal vorgebracht worden.

Unser Seller-Teller August 1962

Die lesenden Deutschen machen sich ihren Urlaub offenbar nicht leicht. Nur Frau Harper Lees hübschen Kinderroman kann man sich auch als angenehme Strandkorblektüre vorstellen.

Balanchine macht Musik sichtbar

Um die Jahrhundertwende kam aus den USA eine Tänzerin nach Europa, die weltberühmt wurde: Isadora Duncan. Mit Vorträgen, Schriften und Schulgründungen protestierte sie flammend gegen das klassische Ballett, im Namen der Griechen (wie sie die Alten verstand) und der Natur-, lichkeit.

Film

„Auf glühendem Pflaster“ (USA, Verleih: Columbia): Dave, der Farmersbursch aus Texas, ist auf der Suche nach Hallie, der Bildhauerin, die er einst liebte.

Funk

Bekannte Themen werden angeschlagen: Revisor und Potemkinsches Dorf. Einer insgeheim stillgelegten Goldwäscherei im tiefen Afrika wird von der Goldgräbergesellschaft in Paris die Inspektion angekündigt.

Fernsehen: Seltsamer Mut zum Dritten Programm

Die einzige Sache von einiger Ansehnlichkeit vorweg: das Zeitstück „Der fünfzigste Geburtstag“ von Erwin Sylvanus. Das redlich gedachte und sauber in Szene gesetzte Fernsehspiel lebt von demselben Vorgang, den schon Staudte in seinem Film „Kirmes“ abhandelte: der Einbuße an Reputation und Pension, den die Angehörigen von Soldaten zu erwarten haben, die nicht gefallen, sondern als Deserteure hingerichtet worden sind.

Theater

Die Internationalen Festspiele in Edinburg gehören zu jenen „Schwammerln“, von denen der Salzburger Festspielpräsident Paumgartner, ohne Namen zu nennen, in einer Pressekonferenz sagte, sie seien aus dem Boden geschossen, als die großen, alten Festspiele (Bayreuth, Salzburg) ihre schwache Stunde hatten (Hitlerzeit, Kriegsende).

Brenners Thesen

Die Überzeugung greift immer weiter um sich, daß hinter den Maßhalteappellen Erhards keine erkennbare konstruktive Konzeption steht und daß seine rhetorischen Aufrufe zur Mäßigung sich bereits gefährlich auf das allgemeine Wirtschaftsklima ausgewirkt haben.

Den Buchhandel unter Naturschutz?

Der Buchhändler X hat eine gute Viertelstunde darauf verwandt, dem Kunden, der halb willens schien, statt des Kartons guter Seife seiner Nichte zum Geburtstag ein Buch zu schenken, den dicken Roman eines jungen Autors als genau das Richtige – sagen wir „aufzuschwatzen“? Sagen wir ruhig: aufzuschwatzen.

Die Zauberlehrlinge der IG Metall

Die Gewerkschaft Otto Brenners veranstaltet ihren siebten Gewerkschaftstag. Im Bewußtsein ihrer organisatorischen Stärke und ihrer finanziellen Macht sind rund 400 Delegierte der Industriegewerkschaft Metall in der Essener Gruga-Halle versammelt, und wenn Zahlen nicht trügen könnten, dann stände Otto Brenner, der Exponent der Linken, auf dem Höhepunkt seiner Macht.

Auf der Suche nach dem gerechten Lohn (VI): Das goldene Kalb der Wirtschaftspolitik

Neuerdings ist in der „ZEIT“ von Professor Alfred. E. Ott eine These vertreten worden, die man längst in der Rumpelkammer der wissenschaftlichen Argumente wähnte: Produktivitätsorientierte Lohnpolitik, so heißt es, stelle sehr wohl eine brauchbare Faustregel für Lohnsteigerungen dar; würden nämlich nach dieser Regel die Lohnsätze in einer Volkswirtschaft genau im Maße der durchschnittlichen Produktivitätssteigerung erhöht, so bleibe zwar der Anteil der Löhne am Volkseinkommen unverändert, anderseits könne aber auch mit einer Konstanz des gesamtwirtschaftlichen Preisdurchschnitts gerechnet werden.

Der Schwur vom Tegernsee

Bundesfinanzminister Starke, der sich einmal als „letztes Bollwerk des Steuerzahlers“ bezeichnete, fühlt sich nun doch zu schwach, um der mit Urgewalt heranrollenden Ausgabenflut zu widerstehen.

Schlechte Sitten als Vorbild

Als vor einigen Wochen die Wogen des Konkurses über der Willy H. Schlieker Kommandit-Gesellschaft zusammenschlugen, bemühte sich die Werftindustrie schnellstens deutlich zu machen, daß dieser Zusammenbruch nicht als symptomatisch für die Verhältnisse im Schiffbau angesehen werden dürfe.

Europas harte Nüsse

Algerien beschäftigt auch die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft – und bereitet ihr vielfältige Sorgen. Sie sind zwiefacher Natur: einerseits geht es um die Handelspolitik der EWG gegenüber dem unabhängigen Algerien, zum anderen (wieder einmal) um den Beitritt Großbritanniens.

Trara, die Post ist da!

Mit tiefer Genugtuung wohl hat Bundespostminister Stücklen vor einigen Tagen bekanntgemacht: Wahrscheinlich schon ab Januar 1963 wird das Porto ins EWG-Ausland gesenkt (für Briefe zum Beispiel von 40 auf 20 Pf.

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