DIE ZEIT

Film

„Verrat auf Befehl“ (USA; Verleih: Paramount): Diesem mit erheblichem Aufwand und Geschick um authentische Details bemühten Spionage-Bilderbogen Georg Seatons („Ein Mädchen vom Lande“) liegt ein historischer Fall zugrunde.

Jedes Körnchen Wahrheit ist kostbar

In diesen Zusammenhang gehört, daß zuweilen die Bestimmung des § 187a StGB als verfassungswidrig bezeichnet wird, die die üble Nachrede gegen Politiker unter verschärfte Strafe stellt.

Theater

Der Autor ist ein Bruder des amtierenden britischen Außenministers Lord Home. Er schreibt Filme und Stücke, von denen bisher die Gesellschaftskomödie „Ein Mann für Jenny“ auch in Deutschland aufgeführt wurde.

Das Zentralthema: Berlin

Im Mittelpunkt der Washingtoner Gespräche des Bundeskanzlers standen die Berlin- und die Deutschland-Frage. Es wurden natürlich auch andere Weltprobleme erörtert: so zum Beispiel die Auswirkungen der Kuba-Krise vor allem und Fragen der NATO.

Neue Sorgen an der Spree

Was soll geschehen, wenn die Behörden der DDR eine wesentliche Behinderung auf den Zugangswegen von Berlin beschließen sollten? Wenn sie zum Beispiel über Nacht ein Visum für Deutsche einführten und damit das Recht in Anspruch nähmen, den einen Durchlaß zu gewähren und ihn den anderen zu verweigern? Sortieren nennt das Willy Brandt, und gegen das Sortieren der Reisenden nach Berlin will er alles mobilisieren, was er mobilisieren kann.

Wer denkt noch an den Staat?

Nein und abermals nein: So haben wir uns das neue Deutschland nicht vorgestellt. Dieses neue Deutschland, von dem man doch annehmen konnte, daß es mit mehr Ernst, größerer Integrität und geschärftem Bewußtsein für Verantwortung und geschichtliche Perspektiven aufgebaut und geleitet werden würde.

Der lelekrat wider die Parteien

Der Volksbeschluß vom 28. Oktober hat das von unserer Verfassung dem Staatschef zugesicherte Recht, jede Gesetzesvorlage über die Organisation der Staatsgewalt auf dem Weg des Referendums dem Volk zu unterbreiten, feierlich bestätigt.

Hader in Frankreich: Das Dilemma als Staatsform

Damals versuchte er, der Befreier Frankreichs, seinem Land eine neue Ordnung zu geben und scheiterte, „Nach meiner Meinung braucht der Staat ein Spitze, das heißt einen Führer“, sagte er in jenen Jahren.

Zur Wiedervorlage...

Wir gebrauchen das Wort Verantwortung sehr gern, und auch die Politiker lieben es sehr und benutzen es manchmal gerade dann, wenn sie Verantwortung scheuen.

Gefangene der Vergangenheit

Politik des neunzehnten Jahrhunderts in der Gesellschaft des zwanzigsten – Das Versagen Bonns

Hessisches Scherbengericht

Die CDU hat in Hessen eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Deprimiert meinte der CDU-Vorsitzende Fay nach der Landtagswahl, „die ganze Wucht“ der Verstimmung über die „Spiegel“-Affäre sei auf die hessische CDU niedergegangen.

Nehru im Zwiespalt

Der indische Ministerpräsident vor der Frage: Arrangement mit Rotchina oder Pakistan?

Vertrauensbeweis für Kennedy

Die Kennedy-Regierung ist aus den Parlamentswahlen ungeschwächt hervorgegangen. Dies aber bedeutet praktisch eine Stärkung, denn die Wahlen in der Mitte der vierjährigen Amtsperiode eines amerikanischen Präsidenten kommen fast immer der Gegenpartei zugute.

Die Entstalinisierung geht weiter

Die Feiern zum 45. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution sind – äußerlich wenigstens – nach dem alten Ritual abgelaufen.

In Wien ist die Koalition nicht bedroht

Es ist erstaunlich, wie vollständig die Alpenrepublik aus dem Blickfeld der internationalen Presse verschwunden ist. Indische, algerische, amerikanische und sibirische Ortsbezeichnungen sind ganz geläufig geworden; aber wer hat schon in letzter Zeit etwas aus Graz, Klagenfurt, Wildon oder Gleichenberg gehört? Nur zur Urlaubszeit erinnert man sich jenes Landes, in dem Strauß ein Walzerkönig, Franz Joseph ein sagenhafter Kaiser und Malaga ein schmackhafter Süßwein ist.

Rembrandt und die Zwiebeln

Am 7. Februar dieses Jahres erhielt Baden-Württembergs Kultusminister Storz einen kuriosen Brief: „Ich erkläre Ihnen feierlich, Exzellenz, wenn kompetente und unbestechliche Rembrandt-Spezialisten beweisen werden, daß ich mich geirrt habe, werde ich in der Münchner Markthalle einen Laden mieten und dort Zwiebeln und Sauerkraut verkaufen.

Zeittragen: Sind die Nachrichten zum Abhören da?

Nun weiß ich wirklich nicht: fahre ich in meinem nächsten Urlaub besser nicht nach Spanien? Soll ich künftig ein solides Privatleben führen, um vor den zu erwartenden nächtlichen Besuchern wenigstens in dieser Hinsicht ohne Schande dazustehen? Ich weiß es nicht.

Wer war Carl von Ossietzky?

Am 12.......................................................................................................................

Max Rychner: Gerhart Hauptmanns 100. Geburtstag

Im Geburtsjahr Gerhart Hauptmanns, 1862, lebten in Wien noch Grillparzer, Hebbel, Nestroy, Anzengruber; dreißig Jahre darauf war für mehr als eine Generation Berlin die Hauptstadt des deutschen Dramas und Theaters.

Bauwerke kritisch betrachtet (3): Algier am Berliner Tor

Das Preisgericht, das im Juli 1955 über den Architektenwettbewerb um das neue Polizeipräsidium in Hamburg zu entscheiden hatte, konnte sich nicht dazu entschließen, einer der eingereichten Arbeiten den ersten Preis zu geben.

Wolfgang Ebert:: Der Teufel an der Wand

„Ach, eigentlich recht harmlos, ganz allmählich; man hat zunächst kaum etwas davon gespürt“, sagte ich. „Ja, richtig – eigentlich mit ein paar Journalisten, die man ins Gefängnis warf, weil sie sich zu intensiv mit Wehrfragen beschäftigt haben.

Zeitmosaik

Pardon, die nunmehr drei Monate alte satirische Zeitschrift, kam aus Anlaß der Spiegel-Affäre über Nacht in einer Sondernummer heraus.

Kleiner Kunstkalender

Was den Zürcher Verleger interessiert, was er seit Jahren gesammelt hat und jetzt im November in seiner Galerie ausstellt, ist nicht das Plakat als Instrument der Wirtschaftswerbung, sondern das „Künstlerplakat“, das mit Toulouse-Lautrec, Steinlen, Bonnard anfängt, den Pionieren, die sich des Plakats bemächtigten und es in den Rang der Kunst erhoben.

Staat und Kultur ignorieren einander

Vor kurzem hat die CDU/CSU in Augsburg ihren zweiten kulturpolitischen Kongreß abgehalten. Der erste fand im vergangenen Jahr in Gelsenkirchen statt.

In Celle und anderswo

Der Anlaß ist unwichtig, bedeutungslos: Ein kleiner Artikel in der Celleschen Zeitung. Unter der Rubrik „Mit spitzer Feder“ erschien dort eine Kritik an dem Aufruf der Gruppe 47 zur Spiegel-Affäre.

Wer darf selbständig denken?

Die Stadt Flensburg lieferte in diesen Tagen dazu einen höchst wunderlichen Beitrag.........................................

Ein Brief aus Polen

Das Briefpapier ist nicht das beste. Die Qualität erinnert an die Jahre, in denen „Kanonen statt Papier“ hergestellt wurden.

Explosions-Wellen

Die Wellen der „Spiegel“-Affäre pflanzten sich bis ins Geologische Institut der Kölner Universität fort. Folgenden Anschlag lasen die Geologen in diesen Tagen am Schwarzen Brett: „An dieser Stelle hing ein in Bensberg aufgenommenes Seismogramm einer sowjetischen Atombombe.

„Weder Fisch noch Fleisch...“

Mit einer seiner ersten Amtshandlungen als nordrhein-westfälischer Innenminister verärgerte sich der Freie Demokrat Willy Weyer die Stadt Wuppertal.

Hans Rothes Shakespeare

Ein Übersetzer im Kampf für das Theater und gegen die Wissenschaft (Fortsetzung und Schluß)

Was bedeutet polytechnische Erziehung?

Es dürfen keine Methoden und Mittel angewandt werden, die zu einer zwangsmäßigen Übereignung im voraus bestimmter Werte oder Unwerte führen“, verlangt der Marburger Professor für Pädagogik, Leonhard Froese, von den Erziehern und ist.

Zu empfehlen

FÜR eine eingehende Beschäftigung mit dem Werk des Dichters, dessen 100. Geburtstag derzeit allenthalben festlich begangen wird – Rolf Michaelis: „Der schwarze Zeus – Gerhart Hauptmanns zweiter Weg“; Argon Verlag, Berlin; 344 S.

Bauhaus: Idee und Wirklichkeit

Als sich Ende 1960 in München Journalisten, Wissenschaftler und Künstler trafen, um miteinander über die „zwanziger Jahre“ zu diskutieren, da sprach man auch viel über das Bauhaus: eine bezeichnende Einstellung, die diese Schule als den Höhepunkt in der bildenden Kunst jener Periode auffaßt.

Gedanken, die einleuchten

Die Fabel vom französischen Esprit ist eine deutsche Erfindung. Auf französisch kann man nämlich von einem Menschen nur sagen, er habe Geist, und es bleibt ganz offen, ob dieser Geist witzig ist, schlagfertig, moussierend wie Champagner (also auf deutsch: „Esprit“) oder tiefsinnig, scharfsinnig, eindringlich, umsichtig.

Der verräterische Patriot

Auch Gerechtigkeit kann unter bestimmten Umständen zu grausam sein. Das bekam ein Mann zu fühlen, den die Verachtung seiner Landsleute um nunmehr fünfundachtzig Jahre überlebte, bis sich jetzt, in unseren Tagen, hier and da Ansätze bemerkbar machen, ihn reinzuwaschen oder wenigstens zu entlasten.

Die Hohen und Mächtigen

Diese bourgeoise Aristokratie spukt seitdem unter den verschiedensten Namen in der politischen Soziologie: als Oberschicht, als Elite, als herrschende Klasse, als „die Hohen und Mächtigen“, als classe politique, als Führungsgruppe, und was dergleichen Bezeichnungen mehr sind.

Wolf gang Hildesheimer: Vergebliche Aufzeichnungen

Mir fällt nichts mehr ein. Kein Stoff mehr, keine Fabel, keine Form, noch nicht einmal die vordergründigste Metapher. Alles ist schon geschrieben oder schon geschehen, wenn nicht beides, ja, meist sogar beides.

Mit Fäusten und Füssen

Den Kampf um die Meisterschaft der Thaiboxer im Fliegengewicht im Rajadamnern-Stadion in Bangkok, der Halle in der Nähe des Seato-Hauptquartiers, unterbrach der Kampfrichter in der dritten Runde.

Angeklagt: Die Bundesrepublik

„Allein die Garantie unserer äußeren Sicherheit ist Voraussetzung für den sozialen Fortschritt und wachsenden Wohlstand, also für ein menschenwürdiges Leben unseres Volkes und damit jedes einzelnen Bürgers.

Milliarden für die soziale Sicherheit

Das sogenannte „Sozialpaket“ ist vom Bundeskabinett nach vielem Hin und Her auf die Reise geschickt worden und befindet sich nun seit einigen Tagen in der Hand des Gesetzgebers.

Absage an die Ruhrkohle?

Auf dem Welt-Stahlmarkt wird sich auf die Dauer nur das Argument des billigsten Preises durchsetzen, erklärte der Vorsitzende des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute, Professor Dr.

Parlamentarisches Gänseklein

Dem weihnachtlichen Gänsebraten blieb es vorbehalten, sogar noch im Schatten der Spiegel-Debatte zum Gegenstand parlamentarischer Auseinandersetzungen zu werden.

Schicksal...

Es kann vorkommen, daß man nach Abwesenheit im Briefkasten einen Bescheid vorfindet, ein Telegramm liege auf dem und dem Postamt am Eingang sowieso bis 22 Uhr abholbereit.

Zeitraffer

In den ersten drei Quartalen 1962 sind die Einfuhren der Bundesrepublik (gegenüber der gleichen Vorjahreszeit) um 12,5 % auf 36,329 Mrd.

Geld, das die Post nicht will...

Allabendlich wandert das Gros der 2 Millionen Inhaber von Postscheckkonten stolz zu den stummen Zweigstellen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, die an Hauswänden, Straßenrändern und Bahnhöfen ihre Sammelfunktion erfüllen.

Wenig Aussicht auf Steuervernunft

Am 31. Dezember 1962 werden Steuerkurswerte für Aktien festgesetzt, die Grundlage für die Besteuerung der Vermögen in den Jahren 1963, 1964 und 1965 sein sollen.

Aktienkurse werden korrigiert

Zum erstenmal seit längerer Zeit läßt sich von einem „besseren Börsenklima“ sprechen. Die deutschen Aktienmärkte haben den Rückschlag, der nach der kurzen „Kuba-Hausse“ folgte, rasch überwinden können.

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