Wirtschaft

Fehlt der Wettbewerb?

Offene Preisherabsetzungen können, wie billige Verkaufswochen der Buchhändler in Skandinavien und der Schweiz beweisen, den Umsatz in flauen Zeiten beleben und das Lager freimachen für neue Bücher.

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DIE ZEIT

Kanzler-Autorität aus zweiter Hand

Wer hätte sich noch vor zwei Jahren diese Situation vorstellen können: Bundeskanzler Adenauer wird vom geschäftsführenden Vorsitzenden der CDU, Hermann-Josef Dufhues, aufgefordert, zu handeln und zu regieren.

Krieg in Ostasien

Indien ist in schwerer Bedrängnis. Der Grenzkonflikt mit den angreifenden Chinesen hat sich zu einem regelrechten Krieg ausgeweitet, und zu Beginn dieser Woche hat Ministerpräsident Nehru zum erstenmal auch von der Möglichkeit einer offiziellen Kriegserklärung gesprochen.

Leere Ministersessel in Bonn

Als die Spiegel-Affäre aufkam und hohe Wellen schlug, glaubte der Kanzler, in vierzehn Tagen werde sich der Sturm gelegt haben, und dann werde sich kein Mensch mehr darüber aufregen.

Paris: Verlust der Mitte

Der Wahlentscheid des französischen Volkes läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Ergebnisse der ersten Runde der Parlamentswahlen haben alle Prognosen über den Haufen geworfen: von 99 Sitzen errangen die Gaullisten 66.

wer....was....wo....warum....

Noch ist Chruschtschow weit enfernt, die absolute Planwirtschaft aufzugeben, er versucht vielmehr, ihre Mängel durch einen Umbau des Kontrollsystems zu beseitigen; immerhin; die Wirtschaftsreform beginnt.

Zeitspiegel

Selbst wenn es darüber zum Krieg kommen sollte, will Spanien seine Besitztümer in Marokko halten. Der Armeeminister warnte die Marokkaner: über die Legitimität der spanischen Herrschaft in Ceuta, Melilla, Ifni und den dazugehörigen Teilen der Sahara könne es keine Diskussionen geben.

Bonn ist zufrieden

Der Kanzler fühlt sich nach dieser Reise im Weißen Haus besser verstanden als früher. Kennedy wiederum, so glaubt man in Bonn, scheint den Eindruck zu haben, daß Adenauer der amerikanischen Betrachtungsweise der internationalen Probleme jetzt mehr zuneige.

Magna Charta der Verfolgten?

Das von der CDU vorgelegte Gutachten zum Ahlers-Fall hat Kritik ausgelöst. Der hamburgische Senator Gerhard F. Kramer, früher Generalstaatsanwalt in der Hansestadt formuliert hier die wesentlichen Einwände.

Umwege zur Wahrheit

Noch liegt der Bericht, den die vier vor. der „Spiegel“-Affäre betroffenen Bundesminister im Auftrage des Kanzlers ausarbeiten sollen, nicht vor.

Kardinal Ottavianis Kampf um Rom

Papst Johannes XIII. mag mit seinem Konzil bisher durchaus zufrieden sein. „Es läßt sich gut an“, so bekannte er schon vor nun sechs Wochen, als die fast 2500 Konzilväter des 2.

Österreichs klassische Variante

In den Gebirgstälern war es kalt und frostig, je weiter man aber nach Osten kam, desto heller würde der föhnige Himmel: Österreichs Wahlsonntag zeigte ein frühlinghaftes Licht.

Mein Freund Dieter Eichmann

Als ich eintrat, richtete ich unwillkürlich auf ihn, der an einem kleinen Bartisch im Hintergrund des Raumes saß, sofort mein Augenmerk, weil er einen rot-weißen Pullover trug: die Farben meines polnischen Vaterlandes.

Reportagen aus dem Alltag: Nummer 505129 in Halle Ypsilon

Es ist Montagmorgen 8.10 Uhr. Ich sitze zusammen mit 25 Männern und vier Frauen im Speisesaal G von FORD. Am Kopfende des Tisches steht ein freundlicher Herr und hält eine Rede: „Guten Morgen, meine Damen und Herren.

Zum Lachen oder Weinen?

So sieht eine Zivilisation aus, die an ihrer Paranoia zugrunde gehen wird.“ So gesagt von Wolfgang Koeppen in seiner Büchner-Rede in Darmstadt.

Wolfgang Ebert: Ein Mutterherz

Das ist mein erster Manöverbericht. Und vermutlich auch mein letzter. Ich hätte mich auf die ganze Sache nicht einlassen sollen.

Männlicher Stolz - weiblicher Stolz

Sehr geehrte gnädige Frau! Mir selber kommt es. lächerlich, ja sogar sinnlos vor, daß ich Ihnen jetzt, nachdem wir uns vierzig oder vielleicht fünfzig Jahre nicht gesehen haben, unvermutet schreibe und daß ich über Dinge rede, die längst vergangen sind.

Unsere Sprache: Rahmenkräfte

kürzlich in einer langen, schmalen Anzeige (betitelt „Offener Brief an alle jungen Universitätsabsolventen“) mitgeteilt, was sie von einem künftigen Angestellten so erwartet und was sie zu bieten bereit ist.

Der Wecker

Ich kann von meinem Wecker nicht gut sagen, daß er die Angewohnheit hätte, sich auf die Hinterbeine zu stellen, denn er gehört jener aussterbenden Gattung an, die nur über Vorderbeine verfügt.

Das Theater, das ich erwarte

Ich weiß nichts Allgemeines über das Drama. Und im einzelnen sind die Schwierigkeiten groß. Nicht umsonst heißt es, das zeitgenössische deutsche Drama gibt es nicht.

Der Weg ins Dorf S.

Diese – zusammenhängenden – Teile eines Romans über die Westberliner Enklave Steinstücken, seit Jahren der Ort ungezählter Schikanen, wurden auf der letzten Tagung der Gruppe 47 nicht wie üblich vom Autor selber, sondern von Günter Graß vorgelesen.

Zeitmosaik

Der Hamburger Gala-Verlag ersuchte den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, zu prüfen, „ob die Voraussetzungen dafür gegeben sind, dem Volkswartbund e.

Antennendschungel

Ich spreche nicht von dem Karlsruher Urteil. Nicht von dem Bürgerkrieg zwischen Bund und Ländern um das zweite Programm. Nicht von der Post, die wie eine Löwin um ihre Kanäle gekämpft hat.

Das Monopol für Leiden

Weder Arzt noch Heilpraktiker: die fragwürdige Stellung des Psychotherapeuten

Kleiner Kunstkalender

Das Bielefelder Museum zeigt Kleinplastik und Holzschnitte der Dürerzeit, im ganzen neunzig Werke, eine Auswahl des Besten: Skulpturen von Gregor Erhart, Hagenauer, Leinberger, Loy Hering, Riemenschneider, Konrat Meit, Blätter von Altdorfer, Hans Baldung Grien, Burgkmair, Cranach, Dürer.

Funk: Am ungenauen Ort

Es ist schon ein respektables Kunststück, die Phantasielosigkeit mancher Zeitgenossen phantasievoll zu entlarven, den weitverbreiteten Ungeist geistreich aufs Korn zu nehmen.

Der Alte Fritz und die Filmkunst

Sonntag vormittag in einem Hamburger Innenstadtkino: Dicht gedrängt bis zur Straße stehen die Menschen nach Karten an, und als die Vorstellung beginnt, ist der große Saal fast ausverkauft.

Film

„Einsam sind die Tapferen“ (USA; Verleih: Universal): „Misfits“ macht Schule, eine neue Gattung ist im Kommen: der Western im zeitgenössischen Gewand.

Theater

Gerhart Hauptmann hat mehr Bühnenwerke hinterlassen als Shakespeare. Repertoirestücke sind noch ein halbes Dutzend. Der 100.

Ein Spiel aus Ernst und Leichtsinn

Christoph Meckel ist mit seinen bisherigen Lyrikbüchern „Hotel für Schlafwandler“ und „Nebelhörner“, mit seiner Prosa „Im Land der Umbramauten“ und nicht zuletzt mit seinen symbolreichen Graphikbänden schnell und nachhaltig bekannt geworden.

Reise ins Reich der Türken

Am 1. August des Jahres 1716 wurde die Londoner Society Zeuge eines in zeitgenössischen Berichten viel beachteten Ereignisses: Der neuernannte englische Botschafter in Konstantinopel, Mr.

Zwischen Trauer und Zorn

Wer wird in der amerikanischen Literatur den Platz von Ernest Hemingway einnehmen? In Amerika selber ist das eine beinah rhetorische Frage, zumindest keine von der Art, auf die sensationelle Antworten zu erwarten wären.

Auch eine Hölle auf Erden

Eine gute Übersichtskarte von Nordalgerien, ein Photo des Verfassers und alsdann eine Folge von unbeantworteten Briefen des Verlegers an den französischen Kultusminister und Schriftsteller André Malraux sind der Auftakt zu einem Paperback, das keinen literarischen, aber eminenten dokumentarischen Wert hat – Die Briefe des französischen Verlegers an Malraux drehen sich um die behördlichen Schikanen, die der Veröffentlichung der Aufzeichnungen des Fallschirmjägers Leulliette über den Algerienkrieg zuteil wurden, und das betretene Schweigen des Ministers spricht eine beredte Sprache über die Verlegenheit, in der sich eine Regierung befand, die für die Grausigkeiten dieser Kriegführung mitverantwortlich war.

Eine letzte Kraftanstrengung

Wie die Grenzen der Staaten sind auch die des Obszönen dem Wandel der Zeiten unterworfen; Madame Bovary, einst ein Skandal, wird heute als klassisch der Oberstufe von Gymnasien empfohlen.

Neue Moll Flanders und altes Amerika

sind so ziemlich alle Leute von der Massenneurose angekränkelt und leiden an den bekannten Symptomen: sexuelle Hemmungslosigkeit, pharisäische Überheblichkeit, gänzlicher Mangel an Zivilcourage und sturer Rassendünkel, der es als „untragbare Schande“ empfindet, wenn eine Halbnegerin in dem „weißen“ Stadtteil ein möbliertes Zimmer mietet.

Spanien im Jahre neunundfünfzig

Michel del Castillo, 1933 in Madrid geboren, Verfasser von sechs veröffentlichten Romanen und einem unveröffentlichten Theaterstück, das wahrscheinlich nächstens in Spanien uraufgeführt wird, ist ein Schriftsteller, der keine Zeit an literarische Experimente wendet – das Gegenteil von einem Ästheten.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Skulpturen von 60 Bildhauern in über 100 Abbildungen, angefangen bei Hildebrand und Gaul bis zu Heiliger, Cimiotti und dem jungen Wiener Luginbühl.

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