• DIE ZEIT: Jahrgang 1962

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1962/01

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    • Stalmann-Skandal

      Was als Riesenskandal zu beginnen schien und sich als Mischung von internationaler Intrige und kriminalistischem Puzzlespiel fortsetzte, endete in diesen Tagen als kavaliersgroteske: Hollands Landwirtschaftsminister Marianen dessen „vertrauliche“ Anzeige den in langen Dienstjahren unbescholtenen Ministerialdirektor Stalmann erst ins Gefängnis und dann unter anhaltenden Verdacht der Bestechlichkeit gebracht hatte, trat an die Rampe und verbeugte sich mit der Bitte um Entschuldigung.

    • Schatten der Vergangenheit

      Das israelische Parlament, die Knesset, debattiert in diesen Tagen über die deutsch-israelischen Beziehungen. Und es geht dabei um die Frage, ob Israel die kulturellen Beziehungen zur Bundesrepublik noch weiter einengen oder gar abbrechen soll.

  • Ausgabe 1962/02

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    • Des Kremls Falle

      Nun mögen zwar für ein normales Gespenst vier Jahrzehnte nicht eben viel bedeuten, für einen Geschichts-Spuk des zwanzigsten Jahrhunderts freilich ist es fast eine Ewigkeit, so daß denn auch dieser Rapallo-Geist schrecklich klapprig und altersschwach geworden ist.

    • Macmillans Besuch

      Finanzielle Fragen haben in den Besprechungen zwischen dem britischen Premierminister und dem Bundeskanzler keineswegs die dominierende Rolle gespielt.

  • Ausgabe 1962/03

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    • Dank den Europäern

      Oft scheint es so, als ob heutzutage Ereignisse und nicht Menschen die Gegenwart gestalten oder, anders ausgedrückt, als hätten die Regierungen immerfort alle Hände voll damit zu tun, auf bereits eingetretene Ereignisse, faits accomplis, Katastrophen zu reagieren, so daß eigentlich niemand mehr dazu kommt, in Ruhe die Zukunft voraus zu planen und dann zu agieren.

    • Blick nach Europa

      Die Atlantische Gemeinschaft sei wie eine Koralleninsel, die langsam durch das Zusammenwirken aller wächst, sagte Präsident Kennedy.

  • Ausgabe 1962/04

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    • Gemeinsame Wehrpolitik

      In der Wehrpolitik gibt es keine grundsätzlichen Gegensätze mehr zwischen den drei Parteien. Bei der Bundestagsdebatte über die Verlängerung des Grundwehrdienstes von 12 auf 18 Monate gab Fritz Erler zu erkennen, daß seine Partei für das Gesetz stimmen werde.

    • Blick nach Westen

      Lange Zeit hat sich das Ulbricht-Regime den Anschein gegeben, es wünsche die Wiedervereinigung unseres Landes durch einen Ausgleich herbeizuführen.

  • Ausgabe 1962/05

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    • Moskaus neue Methoden

      Das Aide-mémoire des sowjetischen Außenministeriums vom 27. Dezember 1961 war kein einmaliges, zufälliges Schriftstück; es markierte vielmehr den Beginn einer Akzentverschiebung in der sowjetischen Deutschland-Politik.

    • Törichter Trotz?

      Zwei Meldungen tauchten zu Beginn der Woche in unseren Zeitungen auf. Die eine besagte, daß sich die Verluste aus der Gründung des „Freies Fernsehen GmbH“ voraussichtlich auf 39 Millionen belaufen werden.

  • Ausgabe 1962/06

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    • Bonn ohne Führung

      Uunsere heutige Nummer trägt das Datum vom 9. Februar 1962. Die Wahlen zum Bundestag fanden am 17. September 1961 statt. Es sind also seither fast fünf Monate vergangen.

    • De Gaulle auf der Kommandobrücke

      Keine Gefahr von Schiffbruch“, versicherte de Gaulle am Montag in seiner Fernsehansprache, „seit das Steuerruder kräftig gehalten wird, die Mannschaft das Manöver sicherstellt und die Passagiere vertrauensvoll an ihrem Platz bleiben“.

  • Ausgabe 1962/07

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    • Frieden steht vor der Tür

      feines der wichtigsten Ereignisse, die unser aufgeregtes Europa augenblicklich beschäftigen, spielt sich in diesen Tagen wie ein grandioser Kriminalroman ab: Die Vorverhandlungen um den Frieden in Algerien.

    • Ein Bonner Scherbengericht

      Eine kleine Weile noch wird der Fall Bucerius die Gemüter in Bonn erregen. Nicht etwa, weil man sich ein Gewissen daraus macht, einen Abgeordneten nach vierzehn Jahren Zusammenarbeit zu verdammen, ohne ihn selbst vor dem Parteivorstand gehört zu haben, sondern ausschließlich deshalb, weil man fürchtet, hier oder da könnte unvorhergesehene Kritik aufkommen und die nun endlich gewährleistete Einstimmigkeit bedrohen.

  • Ausgabe 1962/08

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    • Amerika holt auf

      Oberstleutnant John Herschel Glenn hat es geschafft. Als erster Amerikaner, umkreiste er am Dienstag mit seinem Raumschiff „Friendship VII“ die Erde und kehrte nach der dritten Umrundung wohlbehalten wieder zurück.

    • Berlin-Gespräche in Genf?

      Washington will in Genf die neuen Verhandlungen über die Einstellung, von Atomversuchen mit der Berlin-Frage koppeln, die Thompson–Gromyko-Verhandlungen werden hier als festgefahren betrachtet.

  • Ausgabe 1962/09

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    • Lobbyisten der Vernunft

      Schuster, bleib bei deinem Leisten, ist in Deutschland eine gern zitierte, sogenannte volkstümliche Weisheit. Gern zitiert vor allem dann, wenn es sich darum handelt, lästige Kritik in ihre Schranken zu verweisen.

    • Wieder Wirbel um Kroll

      Einige umstrittene Äußerungen des Botschafters Dr. Kroll vor Bonner Journalisten werden in Regierungs- und Parlamentskreisen teils betroffen, teils verärgert diskutiert.

  • Ausgabe 1962/10

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    • Entscheidend ist die Armee

      Drei Jahre und neun Monate, nachdem de Gaulle von den Männern der Algérie francaise, der Armee und den europäischen Siedlern an die Macht getragen worden ist, erteilt er derselben Armee den Befehl, auf dieselben Europäer das Feuer zu eröffnen, um das Schicksal der Algerie française endgültig zu besiegeln und die Unabhängigkeit Algeriens zu ermöglichen.

    • Ultimatum für den Frieden

      In einem Monat werden die USA ihre Atomversuche wieder aufnehmen –wenn nicht ein Wunder geschieht. Denn ein Wunder wäre es wohl, wenn die Sowjets sich auf das Geschäft einließen, das der amerikanische Präsident ihnen angeboten hat: Die USA sind bereit, auf neue Versuche zu verzichten, wenn Moskau einem wirksamen Kontrollsystem zustimmt, das alle zukünftigen Tests, auch die sowjetischen, unmöglich macht.

  • Ausgabe 1962/11

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    • Parteireform – aber wie?

      Wohin ist die eherne Selbstsicherheit, mit der die CDU noch vor einem Jahr ihre innenpolitischen Gegner in die Schranken forderte? Die Septemberwahlen und der zermürbende Kampf um die Bonner Koalition haben sie gründlich erschüttert.

    • Sturm um Dehler

      Wo das Feld der Politik brachliegt, da schießen munter die Affären ins Kraut, und in Bonn ist derzeit Affären-Hochsaison. Kaum ist der Spektakel um Botschafter Kroll verklungen, hat die Bundeshauptstadt schon ihre nächste cause célèbre: den Sturm um Thomas Dehler, ehemals Bundesjustizminister und FDP-Bundesvorsitzender, heute Vizepräsident des Bundestages.

  • Ausgabe 1962/12

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    • Tarnorganisation?

      Wen lud sich die VVN (Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes) zur Feier ihres 15jährigen Bestehens nach Frankfurt ein? Den SED-Staatssekretär Seigewasser diesen berufsmäßigen Kirchenverfolger, diesen Einpeitscher für die Jugendweihe.

    • De Gaulles Triumph

      Es hat wenig Sinn zu fragen, welches Sprichwortanzuwenden sei, das deutsche „Was lange währt, wird endlich gut“ oder das französische „mieux vaut tard que jemals“ (besser spät als gar nicht): Zwar hört und liest man in Paris das eine wie das andere, samt den dazwischenliegenden Nuancen.

  • Ausgabe 1962/13

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    • Klassenkampf von oben?

      Ludwig Erhard, den Optimisten, kennt und liebt man; Erhard, den Mahner und Warner, nahm man bisher zur Kenntnis und vergaß ihn.

    • Weltraum-Flirt

      Schwer ist es, keine Satire zu schreiben: die internationale Überwachung eines Stückchens Straße in Mitteleuropa erscheint unerreichbar – wem jedoch der Mond gehören soll, das wollen die Großmächte schiedlich-friedlich aushandeln.

  • Ausgabe 1962/14

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    • Das sachliche Tribunal

      Acht bis zehn Aktenbände liegen dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß vor, der die Rolle des Bundesverteidigungsministers in der sogenannten Fibag-Affäre zu prüfen hat.

    • Mr. Ball in Bonn

      In seinen an die Öffentlichkeit gerichteten Äußerungen legte der stellvertretende amerikanische Außenminister Ball in Bonn das Hauptgewicht auf die Forderung nach einem größeren Beitrag der Bundesrepublik für die gemeinsame Verteidigung und für die Entwicklungshilfe.

  • Ausgabe 1962/15

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    • Adresse verloren

      Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, türmten sich in Deutschland die Geröllhalden. Als man daranging, die Schäden zu registrieren, stellte sich heraus, daß vier Millionen Wohnungen in der Bundesrepublik zerstört worden waren.

    • Was Strauß jetzt will

      Regierungserklärungen sind nicht für die Ewigkeit gezimmert; manche veralten schon binnen weniger Monate. Letzte Woche wurde vor aller Öffentlichkeit eine der Planken aus der Plattform herausgebrochen, auf der die Bundesregierung im vorigen November vor das Parlament getreten war: die Planke „Vierte Atommacht NATO“.

  • Ausgabe 1962/16

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    • Lektion der Mauer

      Hat das deutsche Volk die Lektion des 13. August 1961 ebensowenig begriffen, wie es fünf Jahre zuvor die Lehre aus dem tragischen Scheitern der ungarischen Revolution gezogen hat? Es will so scheinen.

    • Ostern

      Als ER in die Hauptstadt einritt, bereitete IHM die Bevölkerung einen demonstrativen Empfang. Aus sehr unterschiedlichen Motiven! Die einen hofften, ER würde für Brot sorgen, wirksame Maßnahmen gegen die Seuchen ergreifen und die Anmaßung der Reichen eindämmen.

  • Ausgabe 1962/17

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    • OAS-Chefs in der Santé

      In Paris sah man Inschriften an den Häuserwänden: „Jouhaud aufs Schafott.“ Oder: „Die Kugel für Jouhaud.“ Das war die Handschrift der Kommunisten.

    • Diplomatie-Konzert

      Das weltpolitische Spiel vollzieht sich in diesen Tagen auf halb verhängter Szene. Der Zeitgenosse spürt, daß sich etwas tut; er hört, daß neue Kulissen aufgebaut und alte Versatzstücke umhergeschoben werden; er erspäht zuweilen wohl auch tuschelnde Akteure oder erhascht ein paar Dialogfetzen.

  • Ausgabe 1962/18

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    • Macmillan auf Reisen

      Es ist etwas über drei Jahre her, seit Macmillan, mit einer weißen Pelzmütze auf dem Kopf, als ehrlicher Makler zwischen West und Ost erschien.

    • Strauß mit fremden Federn

      Damals ging es freilich um das Fibag-Unternehmen. Als es ein Jahr später um das Projekt ging, die NATO zur „vierten Atommacht“ zu erheben, hat sich der Bundesverteidigungsminister keineswegs dieselbe Mäßigung auferlegt.

  • Ausgabe 1962/19

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    • De Gaulle muß zuschlagen

      Positiv kann die französische Regierung ganz gewiß den Umstand werten, daß den Rebellen von der OAS kein entscheidender Erfolg beschieden war.

    • Schröders neue Sachlichkeit

      Der Nebel, der monatelang die Konturen der deutschen Außenpolitik verhüllte, hat sich gelichtet. Bei der Athener Frühjahrstagung der NATO-Minister ist nicht nur das strategische Konzept des Atlantischen Bündnisses deutlicher und glaubwürdiger geworden.

  • Ausgabe 1962/20

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    • Washington in der Bonner Sackgasse

      Bonn ist entweder konfus oder doppelzüngig – auf diesen Nenner lassen sich die Washingtoner Kommentare zur neuesten Belastung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses bringen.

    • Dammbruch in Laos

      In Laos ist der Damm gebrochen, der bisher die kommunistische Flut aufgehalten hat. Können die USA diese Bresche schließen? Amerikanische Marineinfanterie ist nach Thailand geworfen worden, um die Grenze nach Laos abzusichern.