DIE ZEIT

Angst vor Moskau, nicht vor Peking

Die Japaner verstehen sich auf die Politik des non-alignement wie kein anderes Volk, obwohl sie gar nicht zum Kreis der bündnisfreien Länder gehören, sondern sich ganz als Partner des Westens fühlen“, meinte ein seit Jahren in Asien lebender Beobachter.

Atommacht für zwölf?

er Bundeskanzler, spürbar von Skepsis gegenüber den angelsächsischen Bahama-Plänen erfüllt, aber noch vorsichtig und reserviert in seinem Urteil, wartet ab.

Bonner Sprüche

Es ist guter Brauch, am Jahresende die abgelaufenen zwölf Monate noch einmal ruhigen Sinnes zu überdenken und Rechenschaft abzulegen über Erfolge und Fehlschläge.

Brasilia und die Favelas

Der neue Bundesjustizminister Dr. Ewald Bucher hat kurz vor seiner Berufung ins Kabinett den lateinamerikanischen Halbkontinent besucht.

Das Unbehagen in Karlsruhe

Die Bundesanwälte haben ein reines Gewissen, doch Kritiker fragen: „Warum so wenig Fingerspitzengefühl im Spiegel-Fall?“

Die Deutschen als dramatischer Effekt

„Die vier Tage von Neapel“ heißt ein italienischer Film über den Widerstand der Stadt gegen die deutsche Besatzung. Die Deutschen kommen darin schlecht weg; es hat daher hierzulande auch einige empörte Proteste gegeben.

„Ein diplomatisches Dünkirchen”

Kann man nach dem Abkommen von Nassau noch von britischer nuklearer Unabhängigkeit sprechen? Antwort: „Das Abkommen hat das Prinzip der Unabhängigkeit gleichermaßen bewahrt wie das der gegenseitigen Abhängigkeit.

Klein, aber mein

De Gaulle will sich eine autonome Atommacht von den Amerikanern nicht ausreden lassen

Kongo-Kreisel

Krieg in Katanga: Immer wieder ging in den letzten Monaten diese Meldung durch die Weltpresse. Daß im Kongo Schüsse fallen, daß es dort Tote und Verletzte, zerstörte Häuser, Angst und Schrecken gibt – das alles wird kaum noch zur Notiz genommen.

Lösegeld an Ulbricht?

Die beiden Männer, die heute allein amtliche Beziehungen zwischen den beiden Regierungen in Deutschland pflegen, sind Dr. Kurt Leopold, Leiter der Treuhandstelle für Interzonenhandel, und Heinz Behrendt, Hauptabteilungsleiter im DDR-Ministerium für Außen- und Innerdeutschen Handel.

Vernunft statt Prestige

Im Frühjahr 1961 griff Präsident Kennedy in Ottawa das Angebot auf, das die aus dem Amt scheidende Regierung Eisenhower an die atomhungrigen europäischen NATO-Mitglieder gerichtet hatte: die Schaffung einer integrierten NATO-Atomstreitmacht.

Wie regiert Chruschtschow?

Wie regiert Chruschtschow? Man weiß einiges darüber. Zum Beispiel, daß nicht die Regierung, sondern das Parteipräsidium entscheidet, daß diesem Gremium zwölf Vollmitglieder sowie sechs Kandidaten angehören und daß Chruschtschow in diesem Kreise die Rolle eines primus inter pares spielt.

Zeitspiegel

Englische Fachleute spielen – laut Newsweek – mit dem Gedanken, ihre veraltenden Vulcan-Bomber, ausgerüstet mit Blue-Steel-Raketen, im Fernen Osten zu stationieren.

Zwang zur Ostpolitik

Erwa die Hälfte der heute in der Bundesrepublik lebenden Deutschen wurde zwischen 1928 und heute geboren. Die Ältesten von ihnen waren also zwanzig Jahre alt, als 1948 deutlich wurde, daß die Kriegsallianz zwischen den Westmächten und der Sowjetunion zerbrochen war und einer tödlichen Rivalität zwischen Ost und West Platz gemacht hatte.

Nr. 1 vom l. Januar 1953: Baissen

Selten haben in einem Börsenjahr Hoffnungen und Enttäuschungen einander so schnell abgewechselt wie 1952. Seitdem noch im Februar die absolut höchsten Kurse nach der Währungsreform von den Tafeln abgelesen werden konnten, befand man sich im März schon inmitten einer Baisse, die der vorangegangenen mehrmonatigen Aufwärtsbewegung nicht nur die Spitzen nahm, sondern darüberhinaus auch einen echten Rückschlag brachte, von dem sich einige Papiere nicht mehr so recht erholt haben.

Ein anderer Sinn, eine andere Form

Gewiß, ursprünglich sollte es ein repräsentatives Aushängeschild sein, eine solide und schmucke Visitenkarte, attraktiv vor allem für die westlichen und für die nicht kommunistischen Intellektuellen.

Kleiner Kunstkalender

66 Werke von 26 Bildhauern italienische Plastik heute. Die internationale Prominenz ist dabei: Marini mit einem frühen weiblichen Akt, Manzü mit einem Kruzifixus und einer weiblichen Figur, Lardera mit einer strengen Eisen- und Stahlkonstruktion, Consacra mit einer flatternden, ausgefransten Bronzewand („Traum des Eremiten“), die Brüder Pomodoro.

Zeitfragen

Nerz ist kein Pelz wie jeder andere. Sondern ein Symbol. Die Erkennungsmarke der Wirtschaftswunderkinder. Oft kabarettistisch durchkämmt und meist mit schärferen als Mottenkugeln auch in Schwabing beschossen.

Zeitmosaik

Der Atlas-Verleih ergriff auf lobenswerte Weise die Initiative. Er will demnächst ein abendfüllendes Programm von Kurzfilmen der Anti-Disney-Schule zusammenstellen.

Bauwerke kritisch betrachtet (10): Hauseingänge und Nebenwege

Ein Wohnhochhaus, eine Privatvilla, eine Reihenhaussiedlung, ein Wohnhaus im Heimatstil, ein Atriumhaus, ein Verwaltungsgebäude, ein Bürogebäude, ein Hotel und eine Schule – das waren in den vergangenen neun Wochen die Gegenstände unserer kritischen Betrachtungen zu modernen deutschen Bauwerken.

Wolfgang Ebert:: Unsere Silvester-Party

Unsere Silvester-Party beginnt meist schon Anfang Dezember. Da fällen wir gewöhnlich die Entscheidung, auch in diesem Jahr keine Silvester-Party zu veranstalten.

Akustische Allegorien

Während die Bühnen vergebens nach einem theaterwirksamen deutschen Drama schmachten, floriert das Hörspiel. Autoren, die keinen Fuß auf die weltbedeutenden Bretter gesetzt haben, lieferten akustisch haltbare Ware, begriffen und nutzten das „Funkische“.

Unser Seller-Teller Dezember 1962

Der letzte Seller-Teller des Jahres, die Bilanz des Weihnachtsgeschäftes, bringt natürlich keine Sensation: Bewährtes bleibt erhalten, die Mischung ist friedlich, Kontinuitäten werden gewahrt, Mehnert ist immer noch da.

Überall ist Polen

1832: Halb Frankfurt ist ganz verrückt wegen dieser Polen. Du würdest die Stadt nicht wiedererkennen, teilt Suleika ihrem Freund Goethe mit.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT dreihundert Antworten auf Fragen wie „Warum hat das Zebra Streifen?“, „Was sind Wolken?“, „Wie kann eine Fliege an der Decke laufen?“, aber auch zeitgemäßer „Was ist ein Satellit?“, „Wie arbeitet ein Raketenantrieb?“ und „Woher kam der Mond?“, dazu großflächige Illustrationen und ein Sachregister.

Agenten mit neuem Trick

Spionage, Sabotage und politische Zersetzung in der Bundesrepublik gehören zum Aufgabenbereich des Ministeriums für Staatssicherheit in Ostberlin.

Die Göttinger Methode

Die Georgia-Augusta in Göttingen feierte unlängst ihren 225. Geburtstag. Ministerpräsident Diederichs und Seine Magnifizenz Professor Scheibe hatten nach alter Sitte einen Fackelzug gewünscht.

Intim auf der Sitzkoje

Schon Adam und Eva mußten im Paradies das Gefühl der Scham kennenlernen. Sie leisteten ihm Genüge durch ein Minimum an Bekleidung.

Kölsche Gastlichkeit

Daß die Kölner nicht nur selber zu leben wissen, sondern auch andere leben lassen, wurde in der vergangenen Woche offenbar: Für zwanzigtausend Mark kauften die Stadtväter den Kölner Zigeunern zwölf bequeme Eisenbahn-Waggons.

Die Affäre Dreyfus

Für Dreyfus, der auf der Teufelsinsel in mörderischem Klima, häufig in Ketten gelegt, seine Strafe auf unmenschliche Weise verbüßen mußte, trat zwei, drei Jahre lang nach seinem Prozeß in der Öffentlichkeit niemand ein.

Auf takt zur Mondreise

In diesem Frühjahr soll das Mercury-Programm der US-Raumfahrtbehörde mit einem 18-Runden-Flug des Astronauten Gordon Cooper abgeschlossen werden.

Nahrhaftes Petroleum

An dem für die menschliche Ernährung wichtigen tierischen Eiweiß herrscht auf der Erde bereits Mangel. Ihm wirksam zu begegnen, ist vor allem deshalb so schwierig, weil man bei der Schlachtviehaufzucht von pflanzlichen Futtermitteln, mithin also von den begrenzten landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Erde, von klimatischen Verhältnissen, Düngemittel- und Wasservorräten abhängig ist.

Verräterische Sprache

Bauchredner Shari Lewis, Amerikas Star unter den Ventriloquisten, der es meisterhaft versteht, seine Puppen mit den verschiedensten Stimmen, Artikulationen und Akzenten sprechen zu lassen, war recht enttäuscht, als ihm die Akustiker der Bell Telephone Company kürzlich schwarz auf weiß nachweisen konnten, daß er zwar sein Publikum, nicht aber den „Voice Printer“, ein elektronisches Stimmaufzeichnungsgerät, täuschen kann.

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Die Gedanken verwirren sich, die Konzentrationsfähigkeit nimmt rapide ab, Raum- und Zeitgefühl gehen verloren, wenn die Sinnesorgane des Menschen nicht mehr erregt werden.

Jubel und Jammer der Skispringer

Die Kraft entschied in Oberstdorf – Undurchsichtiges neues Punktsystem – Der große Wettkampf durfte nicht stattfinden

Markt oder Tempel?

Am 1. Januar vor 100 Jahren wurde Pierre de Coubertin, der Schöpfer der modernen Olympischen Spiele, geboren. Normannische Abenteurer waren unter seinen Ahnen, auch Kammerherren des Königs von Frankreich.

Heizungszuschlag für ein kaltes Zimmer

Zu Heinz D. Stuckmanns Reportage „Als Gast in deutschen Hotels“ (ZEIT Nr. 46, 49, 31) haben uns zahlreiche, ausnahmslos zustimmende und bekräftigende Briefe erreicht, von denen wir nur einige veröffentlichen konnten.

Reisespiegel

Allmählich scheint auch die Sowjetzone zu ahnen, daß mit Touristen Geld zu machen ist. kürzlich hat das Ostberliner Reisebüro das Osttourist-Reisebüro in der Bundesrepublik gebeten, leisen in die Sowjetzone in ihre Prospekte aufzunehmen; die Erteilung von Visa dauere etwa acht Wochen.

Sonderreisen zum Eiskunstlauf

Das Deutsche Reisebüro (DER) veranstaltet zu den Kämpfen um die Europameisterschaft im Eiskunstlauf in Budapest (5. bis 10. Februar 1963) eine Eisenbahn-Gruppenreise.

Winterkur in Bad Wiessee

Am 28. Januar eröffnet Bad Wiessee am Tegernsee seine Heilinstitute für die Winterkur.......................................

Hellas-Hausse

Griechenland ist eine Goldgrube. – nicht nur für die Griechen, auch für unternehmende Ausländer. „Eine Gruppe von Geldgebern, aus England“, so berichten die „Hellenews“, interessiere sich für den Bau von Hotelanlagen mit 750 Betten auf den Inseln Kos und Leros.

Notizen für Reisende

Die französischen Staatsbahnen vermitteln neuerdings in Paris Leihwagen auch mit Fahrer. Die Preise für die Innenstadt und die Vororte sind nach Zonen gestaffelt.

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