Minen gegen den feindlichen Bruder

R. S., Bonn, im Januar

Pakistans stellvertretender Außenminister S. K. Dahlevi trägt in den westeuropäischen Hauptstädten die Bedenken seiner Regierung gegen Indiens Rüstung vor. Er war in Rom, in London, Paris, in Brüssel, Den Haag, und am Sonntag kam er für einige Tage auch nach Bonn. Anschließend will er die skandinavischen Hauptstädte und Belgrad besuchen.

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In Bonn sprach er mit dem Bundespräsidenten und mit Bundesaußenminister Schröder. Ihnen, wie auch hohen Staatsbeamten und Pressevertretern, versuchte er darzulegen, daß der Westen die gegenwärtige Situation Indiens falsch sehe. China führe keinen ideologischen Krieg gegen Indien, Dort sei vielmehr nur ein Grenzkonflikt im Gange. Fühlte sich Indien, so meinte er, durch einen Großangriff Chinas bedroht, dann würde es von seinen acht oder zehn Divisionen, die an der Grenze Westpakistans stünden, einige abziehen. Wenn nun aber vorgeschlagen werde, Indien solle fünfzehn weitere Divisionen ausrüsten, dann frage man sich in Pakistan, wo die denn kämpfen sollten. In dem unzugänglichen Himalaja-Gelände könne sich eine so große Truppenmacht gar nicht entfalten. Auch habe Indien Haubitzen und Panzer angeschafft, die dort nicht transportiert werden könnten.

Pakistan fürchtet also, Indien könnte unter dem Vorwand, gegen China zu rüsten, Truppen gegen seinen pakistanischen Nachbarn aufstellen. Dies aber sollte der Westen verhindern. Das könne er, so meinte Dahlevi, durch moralischen und mehr noch durch wirtschaftlichen Druck. Es sei auch nicht im Interesse des Westens, daß das Geld, das er für die Entwicklungshilfe bereitstelle, zum großen Teil in die Rüstungsproduktion fließe. Pakistan gebe etwa 60 Prozent seiner Staatsausgaben für die Verteidigung aus.

 
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