Wirtschaft

Gegen höhere Sparzins

Die Hauptversammlung der Oldenburgischen westdeutschen Raum (Großaktionäre: Dresdner Bank mit 25 1 %, Staatliche Kreditanstalt Oldenburg Bremen 16 9 °o und Land Niedersachsen 14 4 °o) hat beschlossen, wieder eine Dividende von 14% zu verteilen.

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DIE ZEIT

Alle Räder stehen still...

In Baden-Württemberg regieren Streik und Aussperrung die Stunde, und es ist möglich, daß der Arbeitskampf auch auf Nordrhein-Westfalen übergreift.

Schattenboxen um Berlin

In Bonn und Berlin haben diese Fragen manche Gemüter in Wallung versetzt, seitdem durchgesickert ist, daß sich Bundespräsident Gerstenmaier – der das Parlament zum erstenmal seit 1958 wieder in die alte Reichshauptstadt einberufen wollte – von den drei Westalliierten einen sanften, doch deutlichen Refus geholt hat.

„Wunderstahl“

In Österreich war eine grandiose Erfindung gemacht worden: antimagnetischer Stahl, vorzüglich, so hieß es, zum Bau von U-Booten geeignet.

Bruderkuß in Moskau

Der triumphale Einzug Fidel Castros in der Sowjet-Metropole hat alles Gepränge in den Schatten gestellt, mit dem an der Moskwa sonst hohe Gäste empfangen wurden.

De Gaulle wider die Gewerkschaften

Die Frage „In welchem Regime leben wir eigentlich?“ beschäftigt die französische Öffentlichkeit seit dem Verfassungsreferendum im vergangenen Herbst.

Fühler über die Mauer

Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird hauptabteilungsleiter Heinz Behrendt vom DDR-Ministerium für innerdeutschen und Außenhandel mit Dr.

Gefahr im Mittleren Osten

Die traditionelle Parade zum Unabhängigkeitstag Israels, die am 29. April in Haifa stattfand, bot der Regierung Gelegenheit, dem Volk zwei neue Waffen vorzuführen, die von allen mit großer Genugtuung bewundert wurden: Die Mirage III, ein von Frankreich erworbener Jäger, der mit mehr als doppelter Schallgeschwindigkeit fliegt, und ferner die französische Anti-Tank-Rakete Nord SSL, die auch in der NATO verwandt wird.

Zeitspiegel

Die politische Mitte Frankreichs formiert sich neu. Politiker der MRP und der Radikalsozialisten, Universitätsprofessoren und prominente Juristen haben sich in einem „Studienzentrum“ vereinigt.

Was kostet eine Königin?

Es habe gewirkt, als seien Skelette wieder zum Leben erwacht, so sagte der „Deutschlandsender“ der Sowjetzone über die Versammlung europäischer Majestäten, königlicher Hoheiten und Fürstlichkeiten in London aus Anlaß der Hochzeit Prinzessin Alexandras.

Europäische Pose

Charles de Gaulle pflegt seine Äußerungen in den Mantel erhabener Orakelhaftigkeit zu kleiden; er ist ein Meister der halben Hinweise und der vernebelnden Vagheiten.

Ferngelenkte Politik

Solange sie regieren, haben Diktatoren eines gemeinsam: die Empfindlichkeit gegen Kritik ihrer ins Exil getriebenen Opposition.

Comeback in Ottawa

In der Tat, eine schwere Aufgabe: In Quebec explodieren Molotow-Cocktails – die Antwort der separatistischen „Befreiungsfront“ im französischsprachigen Osten auf den liberalen Wahlsieg.

Der Terminkalender drängt

Im Grundsatz war sich der ganze Bundestag letzte Woche bei der ersten Lesung des deutschfranzösischen Vertrages einig. Alle Fraktionen billigen den Vertrag als ein Instrument zur Fortführung der deutsch-französischen Aussöhnung und zum Ausgleich der bestehenden Interessengegensätze.

Alt-Heidelberg ist abbruchreif

An den Kiosken rings um die Heiliggeistkirche baumelt wieder der Kitsch. Die Andenkenläden entlang der Hauptstraße sind mit goldfüßigen Weinpokalen gefüllt, von denen, gemalt oder aufgeklebt, der trinkfeste Hofnarr Perkeo lächelt.

Der Schulstreik in Hettenhain

Im Untertaunus-Dorf Hettenhain begann das Schuljahr mit Verspätung. Während sich die übrigen hessischen Abc-Schützen bereits eine Woche lang mit den Anfängen der Wissenschaft plagten, genoß die Hettenhainer Jugend noch in vollen Zügen die Freiheit.

Niveau und Atheismus

Die Schlußfolgerung ist zwingend: Dr. phil. nat. Max Otto Bense, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Hochschule in Stuttgart, hat in den letzten zwei Jahren an wissenschaftlichem Niveau erheblich gewonnen.

Aus der DFU-Schule geplaudert

In dem schon seit langem nicht mehr so fest gefügten Balkenwerk, das die Deutsche Friedensunion stützt, beginnt es zu knistern.

Der Kölner Taubenkrieg

Im Kölner Taubenkrieg fliegen die Federn. Die Parteien – auf der einen Seite die Männer der Stadtverwaltung, auf der anderen die Tierschützer – rupfen sich gegenseitig.

Ein Lächeln für die Linse

Ein ungewisses Lächeln produzierten Franz-Josef Strauß und Karl Theodor zu Guttenberg am vergangenen Wochenende – ausschließlich für die Photographen.

Männer am Schalthebel der Macht

Der Mann, der an die Spitze des amerikanischen Militärapparates tritt, übernimmt eine verwirrende Aufgabe. Sie wird dadurch noch schwieriger, daß das Pentagon selber ein verwirrender Ort ist.

Sind Sie auch gegen Hochhuth?

Hans Habe schrieb einmal einen Satz, der mir sehr eingeleuchtet hat. Deutschland sei ein Polizeistaat – hieß es da, dem Sinne nach –, nicht so sehr deswegen, weil die Polizei hier wesentlich mehr Macht hätte als in anderen Ländern; sondern vielmehr deswegen, weil in Deutschland die Neigung des einzelnen, selber Polizei zu spielen, überentwickelt sei.

Ein deutscher Dichter zwischen Ost und West

Der 21. März war Jean Pauls zweihundertster Geburtstag. Am 22. März (in der Nr. 12/1963) veröffentlichte die ZEIT einen längeren Essay des Leipziger Germanisten Hans Mayer über „Jean Pauls wechselnden Nachruhm“.

Hier scheiden sich die Geister

Das hätte die Feuilletonredaktion der ZEIT nicht wortlos tun sollen: ein mit „Zitaten und Belegstellen“ gediegen bekleidetes Manuskript aller wissenschaftlichen Begründung zu entblößen und dann nackt in die literarische Welt zu schicken.

Zur Hölle mit den Paukern

Auf einmal hieß es, wir kriegen einen neuen Oberstudiendirektor, der Alte geht in Ruhestellung. Der Alte wir dick, über er ist einem nicht weiter dumm aufgefallen.

Peter Huchels Zeitschrift

Selbst wer nie ein Exemplar von Sinn und Form zu Gesicht bekam, kennt heute den Titel dieser ostdeutschen Zeitschrift. Seit nämlich der Lyriker Peter Huchel, der Sinn und Form vierzehn Jahre lang redigierte, im vorigen Jahr von der SED und ihren Kulturfunktionären aufs heftigste attackiert wurde und gezwungen werden sollte, entweder seine Konzeption dieser Zeitschrift grundlegend zu ändern oder von seinem Posten abzutreten (was Huchel denn auch „freiwillig“ tat), hat man auch hierzulande öffentlich Notiz genommen von einem Organ, das seit 1949 ununterbrochen und mit energischer Unerschrockenheit für die Verständigung – zumindest auf kulturellem Gebiet – zwischen den beiden deutschen Staaten gearbeitet hat.

Völkerverständigung

Filmfestivals stehen meist unter irgendwelchen freundlichen Mottos: „Wege zum Nachbarn“, „Blick über den Zaun“, sie sollen „dem Frieden und der Freundschaft unter den Nationen und der Menschlichkeit in der Filmkunst“ gewidmet sein –, und auch in Frankfurt, wo man die Zweite Woche des asiatischen Films erleben konnte, hält man es – hochoffiziell – mit der Völkerverständigung.

Zeitmosaik

Der Ullstein-Verlag beabsichtigt, die große Tradition seiner Unterabteilung Propyläen-Verlag wieder lebendiger werden zu lassen.

Schont die Jubelgreise

Wir leben inmitten von Zentenarfeiern. Je würdevoller unsere Theaterspielpläne, unsere Konzertprogramme werden, desto machtvoller blühen die Jubiläen auf.

Auch spröde Themen gemeistert

Im Mittelpunkt drei Dokumentarsendungen, zwei vorzügliche und eine mißlungene, zwei vom Ersten und eine vom Zweiten Programm.

Film

„Venusberg“(Bundesrepublik; Verleih: Nora): Ein Skandälchen ging der Uraufführung voraus. Der neue Rolf Thiele war den bundesdeutschen Kinogängern als Osterei zugedacht, aber die FSK weigerte sich keusch und forderte Dialogschnitte.

Theater

Als deutsche Erstaufführung brachten die Kammerspiele eine Zusammenfassung zweier Strindbergscher Königsdramen von Franz Hoellering.

Wie wir Polen sehen müssen

Daß die Sendungen ungekürzt, unkommentiert und unwidersprochen gesendet würden, war die Bedingung, unter der die Polen von Radio Warschau den Deutschen ihre Arbeiten anvertrauten.

Die Ausstellung im „Haus der Deutschen Kunst“ (I)

Die Bedeutung, die dieser Ausstellung vom Führer und Reichskanzler selbst zugesprochen worden ist, braucht nicht mehr unterstrichen zu werden; sie soll sich nicht nur auf die gezeigten Werke selbst beziehen, sondern auch die Richtung der zukünftigen deutschen Kunstpolitik bestimmen.

Die Ausstellung im „Haus der Deutschen Kunst“ (II)

Im Interesse der Öffentlichkeit“ hat der Führer und Reichskanzler entschieden, daß auch die zu der Großen Deutschen Kunstausstellung des Jahres 1938 eingesandten Werke nicht von Künstler-Juroren beurteilt und ausgewählt wurden.

Ein Kunstkritiker stellt sich

Wie war das damals eigentlich? Wem aus der Generation derjenigen, die das Dritte Reich bewußt erlebt haben, wäre diese Frage von Jüngeren noch nicht gestellt worden.

Frankreich lacht

Es ist kein Roman, der in Frankreich das meistverkaufte Buch des letzten Jahres war. Der Buchautor, der im Jahre 1962 die höchsten Schriftstellerhonorare einheimste, die in Frankreich bezahlt wurden, bekam sie nicht für das, was er geschrieben hatte.

Nachwort 1963

Ist es ein peinlich anmutendes Wagnis, sich selbst in einem Versuch von damals zu spiegeln, der es auf Kommunikation und geheime Solidarität unter den Bedrängten und Bedrohten abgesehen hatte – kurz vor dem heraufziehenden Massenmord? Im Wagnis, von solch winzigem Versuch heute persönlich zu sprechen, steckt das gräßliche Unbehagen an der Disproportion zwischen dem Aufbegehren in Ohnmacht und dem Wüten der Macht, zwischen der Belanglosigkeit des kleinen Ich und den unbeschreibbaren Leiden der Geknechteten.

Unser Seller-Teller April 1963

Der wechselhafte Monat April brachte keine atemberaubenden Veränderungen in unseren Buchhandlungen: Nach wie vor ist die Nachfrage nach Hodihuths „christlichem Trauerspiel“ und den Erzählungen Thomas Manns am größten.

Das schwierige Geschäft der Soziologie

„So besteht nach Martin Heidegger die Dürftigkeit unserer Zeit in einem doppelten Mangel: ‚im Nichtmehr der entflohenen Götter und im Nochnicht des Kommenden‘.

Deutschland ist nicht so krank

Unter dem Schutze eines Tabus steht, wer gegen Nationalsozialismus und Drittes Reich und deren Ursachen zu Felde zieht. Die literarischen Mittel solcher Anklagen mögen unzulänglich sein, ihre Argumente wackeln – man scheut sich, ihnen in den demokratischen Arm zu fallen, weil ärgste Mißverständnisse die Folge sein können.

Als Reporter in Rußland

Als der Reporter Henry Kolarz zu Anfang des vorigen Jahres in die UdSSR fuhr, um Reportagen für den „Stern“ zu schreiben, hatte er Unvoreingenommenheit und geistige Abenteuerlust, beides noch wichtiger als seine russischen Sprachkenntnisse, im geistigen Gepäck.

Laßt uns die Welt ein bißchen ändern!

Mit der Vorstellung „Kulturkritik“, die nicht recht profiliert ist, kann dreierlei gemeint sein: eine Beschreibung der Gegenwart, meist ihrer Übel (wie schon im Wort Kritik das Negative vordringlich ist); die Diagnose (woher stammt das Schlimme?); die Methode, mit der es zu eliminieren ist.

Leben in Italien

Italien ist für die meisten jungen Leute vermutlich das Land der Badehotels internationalen Stils an blauer Adria, Heimat rassiger Damen à la Sofia Loren und höchstens Herkunftsort der Gastarbeiter, die von den Vätern der jungen Leute gern noch als Fremdarbeiter bezeichnet werden.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT vierzehn Erzählungen, und zwar: Die Geschichte eines Bauern aus dem Taunus; Krimwein; Geschichte von einer Geburt; Die Geschichte von einer Entenjagd; Die Geschichte vom Tümpel; Eine Weihnachtsgeschichte; Die Affenhochzeit; Der Seelenbräu; Die wandernden Hütten; Eine Liebesgeschichte; Das Herz der Könige; Herr über Leben und Tod; Engele von Loewen; Die Fastnachtsbeichte.

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