DIE ZEIT

Bis zu den Knien in Fischen

Ein gutes Sachbuch soll nicht nur sachlich informieren,es soll zudem spannend, witzig oder gar dramatisch, in jedem Falle aber kurzweilig sein.

Atlantische Runde

Europäer und Amerikaner haben im ersten Treffen zur „Kennedy-Runde“ in Genf hemdsärmelig und hart miteinander um die atlantische Partnerschaft EWG-USA verhandelt.

Der starke Mann in Rom

Wer soll in Italien nach den Wahlen vom 28. April regieren? Diese Frage beschäftigt die italienischen Parteien der „linken Mitte“ seit den Wahlen.

Drei Sieger

Dieser schöne Frühling, der jetzt – wenn auch verspätet – hereingebrochen ist, gilt auch für die CDU“, so prophezeite Ludwig Erhard auf seiner Wahlkampfreise in Niedersachsen.

Embargo nur für uns?

Drei große deutsche Firmen – Mannesmann, Hoesch und Phönix-Rheinrohr – haben wegen eines umstrittenen NATO-Beschlusses darauf verzichten müssen, 163 000 t von Großrohren an die Sowjetunion zu liefern.

Fast einstimmiges Ja

Der Bundestag hat den deutsch-französischen Vertrag ratifiziert – mit Präambel. Ohne sie, die den Vorrang der multilateralen Verträge mit den EWG-Partnern, des Deutschland-Vertrages und der NATO klarstellt, wäre der Vertrag nicht fast einstimmig gebilligt worden.

NATO ohne Gleichschritt

Die Amerikaner gehen absichtsvoll bescheiden nach Ottawa. Das Verteidigungsbündnis soll gestärkt werden – aber Washington verspricht sich zur Zeit bessere Erfolge, wenn das unauffällig geschieht.

Es gärt in der Berliner SPD

Auf dem 20. Parteitag der Berliner SPD hat Willy Brandt sein Amt als Landes Vorsitzender niedergelegt. Er will sich künftig mehr seiner Aufgabe als stellvertretender Bundesvorsitzender widmen – unter dem Motto: „Ich will Bonn für Berlin gewinnen“.

Knorr und die Generale

Diese Frage hatte der DFU-Mitbegründer Lorenz Knorr aufgeworfen, – der 1961 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Solingen von den „Nazi-Generalen“ gesprochen hatte, die heute wieder in Amt und Würden seien, und die als des „Teufels Generale“ wie „Eichmann in einen Glaskasten“ gehörten.

Tyrann mit sanften Augen

Sobald die untergehende Sonne wie eine rotgelbe Feuerkugel fern am Horizont aufleuchtet, dröhnen im Busch Haitis die Trommeln, beginnt der ekstatische Tanz der Eingeborenen: Es ist die Stunde des Wodu.

Zeitspiegel

Die 32 unabhängigen afrikanischen Nationen beraten auf ihrem Treffen in Addis Abeba Maß-, nahmen gegen die letzten Stützpunkte des weißen Mannes in Afrika.

Das Unbehagen in der FDP

Die beruhigende Erfahrung vom vorigen Herbst brachte der FDP die Gewißheit, daß es in den beiden großen Parteien einflußreiche Kräfte gibt, die die Einführung des für die FDP tödlichen Mehrheitswahlrechts anstreben.

Die Schatten der Vergangenheit

Der elegante, in seiner Ausdrucksweise meistens englisch unterkühlte pakistanische Außenminister Bhutto vergaß alle diplomatische Reserviertheit, als er nach dem Zusammenbruch der Kaschmir-Verhandlungen in Neu-Delhi den Journalisten Rede und Antwort stand.

Ist Parteifriede erste Fernsehpflicht?

Der Vertrag des Fernsehredakteurs Gert von Paczensky wird nicht erneuert. Nach dem sogenannten Staatsvertrag über den NDR hätte die Verlängerung dieses Vertrages der Zustimmung des Verwaltungsrates bedurft.

Ein Abgrund von Landesverrat?

Über ein halbes Jahr ist vergangen, seit ein Polizeikordon das Hamburger Pressehaus umstellte und die Sicherungsgruppe Bonn die Spiegel-Redaktion besetzte; seit die Bundesanwaltschaft Körbe voll Akten aus den Büros und dem Archiv des Nachrichtenmagazins abschleppen ließ; seit Konrad Adenauer im Bundestag verkündete, „wir haben einen Abgrund von Landesverrat im Lande“-, und seit Franz-Josef Strauß wegen seiner Eigenmächtigkeit und Verlogenheit in der Spiegel- Affäre das Verteidigungsministerium abgeben mußte.

Bauern, Bonzen und keine Bomben

Die Kapelle spielte „Schleswig-Holstein meerumschlungen“. Sechshundert oder siebenhundert zornig-bewegte Gesichter, gerötet vom rauhen Wetter der Nordseeküste.

Bonn: Keine Rückzugsstrategie

In Bonn erwartet niemand, daß die Ottawa-Konferenz schon eine Einigung über die multilaterale NATO-Atommacht bringt. Dazu sind die Widerstände Italiens, Belgiens und anderer möglicher Teilnehmer noch zu groß.

London: Allegro moderato

Zwischen London und Washington herrscht wieder einmal eine gewisse Kühle: Washington beschuldigt London, den amerikanischen Plan einer „multilateralen, gemischt bemannten nuklearen NATO-Flotte“ insgeheim zu sabotieren.

Paris: de Gaulle bleibt hart

Die Beziehungen zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten sind ausgezeichnet ... Es gibt Fragen, die keiner Lösung zugänglich sind, also behandeln wir sie nicht.

Aus den Geheim-Dossiers der Polizei

Polizeiobermeister Hans Wiesenberger hob seine Stimme: „Menschen vom Schlage Till Burgers, die mithalfen, die Demokratie zu Tode zu trampeln, wollen uns Polizisten heute Unterricht in Demokratie erteilen!“ Wiesenbergers Kollegen – die Versammlung fand vorletzte Woche in einem Münchner Bierkeller statt – teilten lebhaft die Empörung des Referenten.

Das Ende einer Karriere

Es ist gerade ein Jahr her, daß Landtagspräsident Otto van Volxem im rheinland-pfälzischen Parlament die Sitzordnung ändern ließ.

Prozeß im Hörsaal

Auch heute noch wird das juristische Studium im allgemeinen für trocken, stur, langweilig gehalten, und es wird zumeist auf Amerika verwiesen, wo alles besser, moderner, lebensnaher sei.

Für eine Reform der NATO

Das amerikanische Atom-Monopol ist verschwunden. Der Versuch, eine rein nationale Kontrolle strategischer Planung und Entscheidung mit den politischen und psychologischen Verpflichtungen des Bündnisses zu vereinbaren, hat sich als undurchführbar erwiesen, wie die Vereinigten Staaten und Großbritannien 1962 zu erkennen begannen.

Kreml-Astrologie

Westliche Diplomaten und Journalisten haben die neuen Herrscher im Kreml sorgfältig auf Anzeichen grundlegender Verschiedenheiten untersucht, die eine Spaltung in der Staatsführung andeuten könnten.

Wir haben eine Filmzensur

In der ZEIT Nr. 18 vom 3. Mai dieses Jahres wurde anläßlich der Vorfälle während der „Asiatischen Filmwoche“ in Frankfurt auf die Tätigkeit des sogenannten „Interministeriellen Ausschusses“ hingewiesen, der Filme aus östlichen Ländern inspiziert, ehe sie gezeigt werden dürfen.

Eine deutsche Sage

Die Sache handelt von einem fremden Volk. Niemand hatte von diesem Volk je zuvor gehört. Niemand wußte Näheres darüber. Man weiß doch so manches über die Franzosen.

Kleiner Kunstkalender

Den ganzen Sommer über, bis zum 30. September, zeigt die Galerie in ihren neuen Räumen (Rittergasse 22) diese drei von ihr vertretenen Bildhauer – extremste Positionen innerhalb der zeitgenössischen Plastik.

Zeitmosaik

Bei der Eröffnung der Ruhrfestspiele in Hecklinghausen gab der Deutsche Gewerkschaftsbund die Stiftung eines Preises bekannt.

Die Bombengeschichte

Der Feuerwerker hatte die Bombe entschärft. Er winkte uns, und der Herr Bürgermeister winkte mir, und wir traten nun an das Ungetüm heran.

Geburtsort Steinhuder Meer

Zu Undine führt ein biographischer Weg (den Arno Schmidt beschreitet) und ein mythengeschichtlicher: Ihm folgen G. Bennwell und A.

Fernsehen: Allerlei Theater

Keine besonderen Vorkommnisse in einer ganzen Woche: kein Ärger, keine heimische Kunst, keine politische Missetat. Fünf Dichter wollten sich über das Recht der Emigration oder über die Pflicht dazu unterhalten.

Film

„Spiel mit dem Schicksal“ (England; Verleih: Warner): Ein Film von der Art, die im Gerichtssaal endet. Angeklagt ist der Lehrer (Laurence Olivier) der versuchten Unzucht mit einer Abhängigen (Sarah Miles).

Sonnabend, 18. Mai, das Hörspiel:: „Geh David helfen“

Das Funkdrama, das vor kurzem, mit knappem Stimmenvorsprung vor Dieter Meichsners „Morgengebet“, den Hörspielpreis der Kriegsblinden für das Jahr 1962 davontrug – „Geh David helfen“, Hans Kaspers erstes Hörspiel –, eine Gemeinschaftsproduktion des Hessischen und des Bremer Rundfunks: jetzt macht es die Runde durch die deutschen Funkhäuser, auf daß auch Nicht-Hessen und Nicht-Bremer den Spruch der aus neun Kriegsblinden und neun Hörfunkkritikern zusammengesetzten Jury überprüfen können.

Theater

Dieeinzige Eigeninszenierung der 17. Ruhrfestspiele war so eigenwillig wie (bis zur Pause) bewegend. Wiederhergestellt wurde durch den Regisseur Willi Schmidt (Berlin) die ursprüngliche „Luise Millerin“.

Ein idiotisches Leben ist das

Lustiger ist es noch nie um ein preisgekröntes Buch zugegangen als um den vorjährigen Manuskript-Preis der dreizehn internationalen Verleger, der den klingenden Namen „Prix Formentor“ trägt.

Zwischen Karikatur und Aufruf

Eher ist noch Einigkeit zu erzielen über die Definition von Lyrik, Roman und Drama. Im Deutschen Wörterbuch von Grimm wird beklagt, daß das deutsche Äquivalent von Essay, „Versuch“, verdrängt worden sei.

Aufgelbem Papier

Ich will nht behaupten, daß der Krimi, den ich vor ^wir habe, zur „Literatur“ gehöre; aber was man das aus? Ich will behaupten, daß es nichts aunacht.

Dichtung und Geschichte

Der erste Band, von Schwab-Felisch mustergültig herausgegeben, bringt den Text der „Weber“ und im Anhang – sachlich-bescheiden hinter den Dichter zurücktretend, obwohl eine enorme Arbeit darin steckt – auf rund zweihundert Seiten einen wohldokumentierten, substantiellen Essay des Herausgebers: „Die Weber – ein Spiegel des 19.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT das bisherige Werk des Mannes, der durch seine beißende Kritik am leichtsinnigen Fortschrittsglauben und durch seine erregenden Zukunftsvisionen Weltberühmtheit erlangt hat.

Liebe auf elektrischen Befehl

Der Gedanke beunruhigt: Menschen, die mit haarfeinen Drähten im Gehirn leben, Drähten, die in kleinen Kapseln auf der Schädeldecke enden, wo sie Radiowellen empfangen.

Start ohne Rollbahn

Fürsorglich wurde an die Zuschauer Ohropax verteilt. Dann begann es: Die Düsentriebwerke des Flugzeugs schwenkten nach oben, so daß sie aussahen wie zwei Schornsteine an den Tragflächenenden, fauchend peitschte der heiße Luftstrom die Regenpfützen auf der Betonbahn und zerstäubte das Wasser, der Lärm schwoll zu einem Donnergetöse an, und langsam hob sich das rund 12 Tonnen schwere Flugzeug senkrecht in die Luft, zwanzig, dreißig Meter.

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Primzahlen zeichnen sich dadurch aus, daß sie außer eins und sich selbst keinen Teiler besitzen. Euklid hat bereits bewiesen, daß es unendlich viele dieser Zahlen geben muß, aber darüber, wie sie unter den natürlichen Zahlen verteilt sind, wissen die Mathematiker kaum etwas.

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