Wirtschaft

Die zweite Einkommensverteilung

In einer Periode der verlangsamten Wirtschaftsentwicklung sollte zunächst anerkannt werden, daß die Sicherung des erreichten sozialen Status zugunsten der sozial Begünstigten ebenfalls ein positives Ziel der Sozialpolitik ist.

Ein neuer "Aktientopf"

I ie Allgemeine Deutsche Investment Gesellschaft mbH (ADIG) hat die Speisekarte ihrer Investmentfonds um eine neue Spezialität erweitert.

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DIE ZEIT

Deutsches Votum für Kennedy

Jene Skeptiker diesseits und jenseits des Atlantiks, die glaubten, die Deutschen vermöchten nur einer Vaterfigur vom Typ de Gaulle oder vom Typ Adenauer Vertrauen zu schenken, nur ihr zuzujubeln – sie sind in diesen Tagen eines besseren belehrt worden.

Pekings Thesen-Anschlag

Die jüngste Sitzung des Zentralkomitees der KPdSU ist nicht nach Programm verlaufen. „Erziehung zum neuen Menschen“ hieß ihr Thema, aber dafür blieb wenig Zeit.

Querschuß aus Paris

Frankreichs Staatspräsident de Gaulle hat den transatlantischen Integrationsbestrebungen am Vorabend des Kennedy-Besuchs auf seine Weise noch einmal eine deutliche Absage erteilt: er beschloß, bis Ende dieses Jahres die französische Atlantik- und Kanalflotte dem NATO-Kommando zu entziehen, dem sie bisher im Kriegsfall unterstellt werden sollte.

Rechtsdrall

Seit Beginn dieser Woche gibt es in der Bundesrepublik nicht nur zwei sozialistische, sondern auch zwei liberale Studentenorganisationen.

Soraya spricht

Die Memoiren Ihrer Kaiserlichen HoheitPrinzessin Soraya, alias „Kaiserin der Tränen“, alias „Playgirl Nr. 1“, alias „Filmprinzessin“, haben es an den Tag gebracht: Ihr Schicksal war von Anfang an beweinenswert, ihr Lebensweg ein Kreuzweg.

Erfolgreiches Werben

Präsident Kennedy hat ruhigen Instinkt bewiesen, als er trotz aller Kritik nach Deutschland kam. Die Kritik auf amerikanischer Seite ist verstummt.

Getrennte Kirchen

Einige geistliche Herren erschienen am vergangenen Wochenende an der Übergangsstelle für Westdeutsche in Berlin und legten ihre Ausweispapiere den SSD-Schalterbeamten vor.

Kennedys neues Deutschland-Bild

Die Bevölkerung eines Landes hat nur ganz selten Gelegenheit, unmittelbar auf die Politik Einfluß zu nehmen. Der Besuch des amerikanischen Präsidenten bot unserem Volk eine solche Chance, und es hat sie genutzt.

„Schneller als die Sowjet-Russen...“

Revolution ist für uns nicht das Ideologische“, sagte mir der bulgarische Altkommunist, ein magerer Mann mit langem, hagerem Gesicht, das ein Bürstenschnurrbart beherrschte.

Zeitspiegel

Die Regierung in Bagdad hat alle verfügbaren Truppen gegen die rebellierenden Kurden im Norden des Landes eingesetzt. In Paris berichtete einer der Kurdenführer, daß irakische Flugzeuge die Siedlungen der Rebellen mit Napalm-Bomben angegriffen hätten.

Der neue Papst

Accepto! – so lautete das erste Wort, das Montini in der neuen Würde des Papstes sagte. Es blieb kein Geheimnis, daß seine Stimme gelassen klang, als er diese traditionelle Antwort – Ich nehme an – auf die Frage des bärtigen, ritterhaften Kardinals Tisserant gab: „Acceptasne electionem.

Israel – wohin?

Als Theodor Herzl, damals Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse, 1894 in Paris am Dreyfuß-Prozeß teilnahm und in den langen Sitzungen dieses ersten großen politischen Schauprozesses unserer Zeit die Welle des Antisemitismus spürte, die damals durch Frankreich ging, da wurde er zum Zionisten.

Die Affäre Jacob

Entführung, Freiheitsberaubung, Menschenraub – in den vergangenen Monaten sind diese Begriffe immer wieder in den Schlagzeilen aufgetaucht.

EWG und Osteuropa

In der Politik können die besten Ideen falsch sein, wenn sie zum unpassenden Zeitpunkt unter die Leute gebracht werden. Das gilt für die Aufforderung des EWG-Außenkommissars Rey (Belgien) an die Regierungen der Ostblockstaaten in Europa, die europäische Gemeinschaft diplomatisch anzuerkennen.

Kabinett auf Abruf

Rund acht Wochen nach den Wahlen vom 28. April hat Italien wieder ein Kabinett, wenn auch nur eines für den Übergang. Dank dem Eingreifen von Staatspräsident Segni und der resoluten Schnelligkeit des aus Neapel stammenden, quicklebendigen vierundfünfzigjährigen christlich-demokratischen Kammerpräsidenten Leone konnte die Regierung innerhalb von 48 Stunden auf die Beine gestellt werden.

Europa und Amerika

Offen gestanden: Ich kann für derlei wohlfeile Schadenfreude kein Verständnis aufbringen. John F. Kennedy ist nicht der Superman, den ich selber in dem jungen Senator gesehen haben mochte, als ich ihn im Sommer 1960 während seines Wahlkampfes gegen Nixon beobachtete.

Das Wiener Burgtheater

Einige kritische Hintergedanken schmuggelte ich dennoch in das prachtstrotzende Gebäude ein. Hatte man seinen Zuschauerraum nicht im alten Stil der achtziger Jahre wiederaufgebaut? Wer die „Kaiserstiege“ hinaufschreitet – „gehen“ wäre zu vulgär in diesem Palast der Schauspielkunst – der meint, schon hier im Vorraum das Zungen-R der k.

Aus den Hauptstädten der Welt: Wien - zur Festwochenzeit

Hoch schlagen in diesen Tagen die Wogen des Habsburger Konflikts in Österreich. Wenn es dabei auch keineswegs um eine Restauration geht, sondern einfach um das Recht Otto Habsburgs, sich in Österreich niederzulassen, nachdem er die vorschriftsmäßige Verzichterklärung abgegeben hat, löste doch der zustimmende Spruch des Verwaltungsgerichtshofes Reaktionen aus, die rational kaum zu fassen sind und einem Beobachter, der mit der winkeligen Vertracktheit der österreichischen Politik nicht vertraut ist, kaum richtig erklärt werden können.

Zyklen und Erstaufführungen

Es war nicht Novitätensucht, die mich zu „Tausend Francs Belohnung“ trieb. Häußermanns Intendanz ist außer durch Ensemblebildung für das Burgtheater durch zwei andere, mehr dramaturgische Merkmale gekennzeichnet.

Die Große Kunstausstellung München 1963 ist viel zu groß

Die „Große Kunstausstellung München 1963“ wurde im „Haus der Kunst“ eröffnet. Sie bleibt bis zum 6. Oktober geöffnet. Der Katalog verzeichnet 535 Künstler und 921 Werke, die sich auf die „Neue Münchener Künstlergenossenschaft“, die „Secession“ und die „Neue Gruppe“ verteilen.

Kleiner Kunstkalender

Im wiederaufgebauten Kunstgebäude am Schloßplatz gastiert der Deutsche Künstlerbund mit seiner zwölften, bisher umfangreichsten Nachkriegsausstellung.

Vor Scholastikern wird gewarnt

Die Einführung eines neuen Schulfaches wie der „Gemeinschaftskunde“ muß den Protest der Vertreter des alten hervorrufen. Wer dies als ganz natürlich und nicht sonderlich hassenswert begriffen hat, kann dann den freien Blick auf Argumente richten, Argumente pro und Argumente contra.

Zeitmosaik

3000 Schweden werden in der nächsten 2eit über ihre Einstellung zur Religion befragt werden, und das Ergebnis dieser Befragung soll dann wiederum darüber Aufschluß geben, ob eine Trennung von Staat und Kirche zu befürworten sei.

Brief aus dem Rheinland (XIII)

vielleicht hast Du recht, wenn Du mir Verharmlosung vorwirfst, weil ich die „Kölnische Rundschau“ mit einer verstimmten Blockflöte und „twen“ mit einer verstimmten Jazztrompete verglich.

Buh-Rufe für den Intendanten Barlog

Gut, sollen sie ruhig da vorn sitzen, schließlich haben sie das bittere Los, das, was unsereiner sich schlicht und ungeformt zu Stück und Inszenierung denkt, in wohlgesetzter, begründeter Rede den Zeitungen schwarz auf weiß präsentieren zu müssen.

Wäre das kein Roman?

Ich habe es mir anders überlegt. Ich werde doch einen Roman schreiben. Und eine Idee habe ich auch schon. Eine ganz wunderbare Idee sogar.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT kleinere und größere Arbeiten, die Thilo Koch in den letzten Jahren teils für den NDR, teils für Welt am Sonntag und auch für die ZEIT geschrieben hat; Reise-Impressionen, kritische Seitenhiebe, Aufsätze über Sartre, Casanova, Benn, Sprachglossen, Miniaturen und last not least elf „Galanterien“.

Das gründlich beschädigte Leben

Niemand, fürchte ich, geht ganz ohne Unbehagen an Geschichten, die ihn nach Auschwitz oder Dachau führen wollen. Doch dieses Unbehagen ist keineswegs eindeutig.

Immer noch zu früh

Der 17. Juni 1953 wird einst und vielleicht nicht nur in die deutsche Geschichte eingehen als ein großer, ein symbolischer Tag.

Übertragung ins Deutsche

Kurz und gut“, sagt der Klappentext genüßlich, „ein echter Linklater.“ Und dann wird The Times Literary Supplement zitiert: „Ein sehr geistvolles und witziges Buch, voll hemmungsloser Vitalität, gelegentlich auch zärtlich, voll schöner Dialoge und gutem Essen.

Film und Filmkritik sind besser als der deutsche Film

Als im Jahre 1957 die erste Nummer der Zeitschrift Filmkritik (Verlag „Filmkritik“, Frankfurt am Main, Rückertstraße 39) erschien, war dies ein Versuch der Affinität zwischen Produktion und Kritik in Westdeutschland zu entkommen.

Fernsehen: Nicht Autoren schneiden

Der 17. Juni warf seine Schatten voraus; schon in der Woche vorher hatten sich zwei Offiziere, ein Minister, ein Theologe und ein Professor zusammengefunden, um, am Bespiel eines Fernsehspiels über die Mauer, die Zwangssituation der Volkspolizisten zu zeigen.

Funk: „Orest“

Der langen Reihe älterer und moderner Formungen des klassischen Stoffes hat der Jugoslawe Jovan Hristic mit seinem Hörspiel „Orest“ eine Version hinzugefügt, die überraschend ist.

Theater

„Ein. Hase namens Lüders“ – unter dieser Überschrift besprach Siegfried Melchinger, der neben seiner Professur weiterhin als Starkritiker in der Stuttgarter Zeitung schreibt, die erste Inszenierung des neuen Stuttgarter Schauspieldirektors Karl Vibach.

Wahlgeschenke sind keine Sozialpolitik

Die Sozialpolitik ist in Gefahr, den Kontakt mit der Wirklichkeit zu verlieren. Ihre Kosten sind volkswirtschaftlich kaum noch zu kalkulieren.

Koordinierung auf der ganzen Linie

Die Kettenreaktionen, die durch die im Ausmaß der Lohnentwicklung automatisch steigenden Zugangsrenten ausgelöst werden, beweisen, daß eine partikulare Einkommensumverteilung zugunsten nur eines Sektors im sozialen Bereich nach dem „Gleichbehandlungsgrundsatz“ nicht mehr haltbar ist.

Arbeitsfrieden für zwei Jahre

In der vergangenen Woche ist zwischen den amerikanischen Stahlkonzernen und der amerikanischen Stahlarbeitergewerkschaft ein Arbeitsvertrag abgeschlossen worden, der mit erstaunlicher Einmütigkeit in allen Lagern als staatsmännischer Akt ersten Ranges gepriesen wird.

Fragwürdiger Erfolg

Die Europäer haben ein bedeutsames Präjudiz geschaffen: sie beschlossen im Rat der EWG-Landwirtschaftsminister die erste Annäherung der Preise für einige Sorten Getreide.

Was Israel recht war...

Die erste Runde der deutsch-jugoslawischen Wirtschafts Verhandlungen hat am 18. Juni in Belgrad begonnen. Die Besprechungen werden langwierig sein, da die Verhandlungspartner nicht nur über den Warenaustausch sprechen.

Frauen, die ihren Mann standen

In die Reihe der Frauen auf deutschen Direktorensesseln hat der Tod eine große Lücke gerissen: Lisa Praesent und Käte Ahlmann sind nicht mehr.

Radioaktivität am Lago Maggiore

Um die heutigen Schwierigkeiten in Ispra zu verstehen, muß man einen Blick auf die organisatorischen Zusammenhänge in der Europäischen Atomgemeinschaft werfen.

Still abtreten vom Nordatlantik?

Es ist erstaunlich still geworden um die Pläne für ein neues Hamburger Passagierschiff. Zwei Reedereien, die Hamburg-Atlantik Linie und die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft (Oetker) hatten sich eingehend damit beschäftigt, ein neues Passagierschiff für die Repräsentanz der Nation auf dem Nordatlantik in Auftrag zu geben.

Der Leser schreibt...

in dem Artikel wird u. a. die Frage erörtert, wie für den Fall, daß der Bundesfinanzminister sich entschlösse, in diesem Jahr auf eine Neuverteilung des Aufkommens aus der Einkommen- und Körperschaftsteuer zu verzichten, der Bundeshaushalt 1963 durch die Kürzung bestimmter Ausgaben ausgeglichen werden könnte.

Bank mit Hintergrund

Die Bank für Brau-Industrie, Frankfurt am Main, war noch vor gar nicht langer Zeit eine nahezu reine Holdinggesellschaft. Sie verwaltete die Brauerei-Interessen der Oetker-Gruppe.

Volle Kapazitätsauslastung

Die Orenstein-Koppel und Lübecker Maschinenbau-AG, Berlin-Dortmund, die im Maschinen-, Waggon- und Schiffbau arbeitet, schüttet für 1962 wieder 13% Dividende (auf unv.

Amerikaner in Europa

Der Kapitalstrom aus den Vereinigten Staaten nach Europa ist in den letzten Monaten Gegenstand von Debatten auf amerikanischer wie europäischer Seite geworden.

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