DIE ZEIT

Bedingt abwehrbereit?

Nur bedingt verteidigungsbereit ist das Urteil, das jetzt der Major Marohl vom Verteidigungsministerium auf einer Tagung der rheinischen CDU fällte.

Diktatoren-Jargon

Der CDU warf der Herr Pastor – Kluge ist sein Name – vor, daß es ihr nicht gelungen sei, Presse, Funk und Fernsehen als wirksame Hilfe bei der Erziehung zur Verteidigungsbereitschaft „in die Hand zu bekommen“.

Entscheidung im Kreml

Zwei Delegationen, der chinesische Ideologen-Stoßtrupp des Teng Hsiaoh-ping und die angloamerikanische Aufklärungs-Equipe unter Averell Harriman und Lord Hailsham, verhandeln zur gleichen Zeit in der sowjetischen Hauptstadt.

Mit dem Osten leben ...

In der vergangenen Woche hat Außenminister Schröder mit den Vorsitzenden und den außenpolitischen Experten der drei Bundestagsfraktionen Fragen des Osthandels besprochen.

Oberländer schreibt

In Nr. 27 der ZEIT vom 5. 7. 1963 werden in einem Artikel „Oberländers Klage“ über mich unwahre Angaben gemacht. Es wird behauptet, ich sei alter Kämpfer der NSDAP und Hitlerscher Blutordensträger gewesen.

Angebot an Tschiang?

Die Hongkonger KP-Zeitung Tsching Po setzte sich am Montag für eine „Kompromißlösung“ der Formosa-Frage ein. Die Zeitung, die ihre Instruktionen gewöhnlich aus Peking erhält, greift den Vorschlag des ehemaligen nationalchinesischen Politikers Li Tschung-jen auf: Tschiang Kai-schek soll den Verteidigungspakt mit den Vereinigten Staaten aufgeben und als Vizepräsident in die Pekinger Regierung eintreten.

Der Mann neben Mende

Mit Ruhe, Übersicht und einem ausgezeichneten Stellungsspiel hat er als Torwart der Wasserballmannschaft des Sportvereins Hagen 94 manchen Kampf entschieden.

Frost in Polen

Noch nie seit dem „Tauwetter“ von 1956 hat Wladyslaw Gomulka der polnischen Intelligenz so hart zugesetzt wie in seiner Rede auf dem XIII.

Zeitspiegel

Die rumänische KP hat sich jetzt im ideologischen Streit zwischen Moskau und Peking eindeutig für Chruschtschow entschieden.

Mörder aus Ordnungssinn

Professor Richter ist Direktor der psychosomatischen Klinik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er analysiert hier in höchst einleuchtender Weise, wie es möglich war, daß normale Bürger im Dritten Reich erst zu Verbrechern wurden und dann, nach 1945, sich in die neue Gesellschaft mühelos wieder einfügten.

De Gaulles politische Union

Vieles deutet darauf hin, daß Frankreichs Staatspräsident de Gaulle aufs neue den Plan einer „politischen Union“ – das Kernstück seiner Europa-Politik – in die Debatte zu werfen trachtet.

„Panzer von links im Schnee“

Im März 1950 beschloß das Bundeskabinett die Gründung eines Bundesarchivs. Seine Aufgaben wurden in einem Gesetz genau umrissen: Sammlung, Ordnung und wissenschaftliche Verwertung des Archivguts.

In tunlichster Eile?

Im Kampf gegen die Rassentrennung ist in den Vereinigten Staaten im Jahre 1954 durch ein Urteil des Supreme Court in Washington ein wichtiger Schritt nach vorwärts getan worden.

Von Oxford bis Cambridge

Vor dem Weißen Haus in Washington paradierte in dieser Woche ein einsamer Neger mit einem großen Plakat. „Ich bin Kriegsteilnehmer und schwer verwundet“, war darauf zu lesen.

„Bild“ schießt für Deutschland

Hinter BILD stehen Millionen Leser und das nationale Interesse .. so zu lesen vor einiger Zeit in der Leserbriefecke der „Bild-Zeitung“.

Personalpolitik im Geheimdienst

Es gibt keinen Nachrichtendienst, der nur Erfolge hat. Gerade in dieser Branche ist das Glück besonders launisch. Da gab es in den letzten Wochen eine ganze Serie von „Unfällen“.

Niemandsland an der Zonengrenze

Ein Hochzeitszug verließ die evangelische Kirche in Kleintettau, zog langsam durch das Dorf, überschritt nach einigen hundert Metern die Zonengrenze, betrat ein Haus auf DDR-Gebiet und hub dortselbst an, das Ereignis kräftig zu feiern.

Prozeß ohne Urteil

Der Fall Mariotti – Siebzehn Monate Untersuchungshaft – Hauptverhandlung ausgesetzt

Der Kontinent ohne Menschen

Nicht, daß die Überzeugungskraft, mit der dies von hundert – oder waren es zweihundert? – Gesprächspartnern immer aufs neue vorgebracht wird, ganz ohne Wirkung bliebe.

Zeitfragen: Haben wir einen Lindenkomplex?

Die Ältesten von uns wissen noch alle, was das war, der deutsche Blick: Saß man „damals“ mit Freunden im Café und klagte sich aus über die Leiden und Schrecken der tausend Jahre, dann schielte man immer umher, ob auch kein ungebetener Zuhörer in der Nähe sei.

Pi

Wir haben viele. Kritiker im Westen, welche uns rügen: weil wir es für einen zu billigen Beweis von aufrechtem Charakter oder staatspolitischer Zuverlässigkeit halten, die DDR in Anführungszeichen zu setzen; weil wir immer wieder die praktischen Konsequenzen aus der bisher unbestrittenen Ansicht zu ziehen versuchen, daß auch Sachsen Deutsche sind; weil wir die kleinen Funktionäre nicht mit den großen Hasardeuren ausschütten möchten; .

Sie graben und graben in der Muttererde

Zum einundzwanzigsten Male wurde der beschauliche Landsitz des seligen Hans Grimm für zwei Tage Wallfahrtsort für jene, denen sein deutscher Geist noch immer im Blute west; die betagte Frau Doktor Holle Grimm hatte wieder einmal zum „Lippoldsberger Dichtertag“ geblasen.

Moskau – Peking

Und noch eine andere Entwicklung wird in der östlichen Welt immer deutlicher werden: das religiös-dogmatische Zentrum des Kommunismus verlagert sich von Moskau nach Peking, und der Altmeister des Marxismus-Leninismus-Stalinismus wird in Zukunft unbestritten Mao-Tse-Tung sein.

Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit

Denn ich weiß es wirklich nicht. Mir kommt schon seit Jahrzehnten der Mensch wie eine Tierart mehr vor (gar nicht erniedrigend gemeint; sondern ganz schlicht im Sinne einer biologischen Zurechtrückung der Tatbestände); ausgerüstet mit nicht übermäßig bewundernswerten Sinnesorganen zum Behuf des Broterwerbs; mit einem Gehirn, das sich den Raum auf drei Dimensionen vereinfacht, während jeder bessere Mathematiker oder Astronom mir, ohne sich zu überanstrengen, nachweisen kann, daß er zumindest vier, vermutlich noch mehr, hat, so daß unsere simpelsten Sinneswahrnehmungen von vornherein nicht direkt „falsch“, aber nur eine Art Annäherung an die Wirklichkeit sein können.

Zeitmosaik

Nachdem der Schriftsteller-Kongreß, der voriges Jahr zum ersten Male im Zusammenhang mit dem Edinburgh-Festival stattfand, zu einem in mancher Hinsicht spektakulären Erfolg geworden war, wird er dieses Jahr nicht nur wiederholt werden, sondern im Anschluß daran, vom 2.

Das Ende des Films?

Wie sehen Sie die augenblickliche künstlerische Situation des deutschen Films? hatte die Frankfurter Studentenzeitschrift „Filmstudio“ gefragt.

Der Mann, der Gehlen hieß

Es war in Gräfelfing bei München und nichtin Pullach bei München. In Pullach ist nämlich nichts mehr... Und Gräfelfing ist natürlich auch nur ein Deckname.

Geistige Aufgeschlossenheit und menschliche Reife

Im vergangenen Jahr waren an den wissenschaftlichen Hochschulen der Bundesrepublik etwa 220 000 Studenten eingeschrieben. Rund 24 000 von ihnen, fast elf Prozent, konnten in Studentenwohnheimen leben.

Kleiner Kunstkalender

Der profane Titel dieser zum 11. Deutschen Evangelischen Kirchentag arrangierten Ausstellung heißt „Tierplastik im 20. Jahrhundert“.

Leopard und Anti-Leopard

Der Roman „Sette e Mezzo“ (Siebeneinhalb) von Giuseppe Maggiore, der vor seinem Erscheinen monatelang als das literarische Ereignis in sensationellen Schlagzeilen der italienischen Zeitungen angekündigt wurde, ist nun da.

Was es heißt, ein Neger zu sein

Noch im vorigen Jahr hatte es den Anschein, als würde die Entwicklung der Rassenfrage in den USA weiterhin in den seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewohnten Bahnen verlaufen.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT die drei locker miteinander verbundenen Kurzromane „Aus dem Leben eines Fauns“ (1953), „Brand’s Haide“ (1951) und „Schwarze Spiegel“ (1951): also den Roman des Beamten, der den Zweiten Weltkrieg in stiller Opposition recht und schlecht überdauert, den des Flüchtlings und den des letzten Menschen, der nach einem dritten Weltkrieg durch eine leere Welt tappt.

Monfag, 15. Juli, der Frauenfunk:: „Eva 63“

Durch unterhaltende Musik aneinandergeklammert, war in dieser, der fünften Sendung, zu hören: Eine Hamburger Gymnasiallehrerin über die Frage, ob die jungen Leute heute so ganz anders wären als früher.

Film

„Alle Frauen dieser Welt“ (La Donna nel mondo; Verleih: Gloria): Gualtiero Jacopettis Kuriositätenschau, zweiter Teil. Wie in „Mondo Cane“, so häuft der filmende Playboy aus Rom auch hier die Abnormitäten – oder was er dafür hält – und stellt sie aus, begleitet von einer teils dümmlichen, teils bombastischen Conference.

Theater

Die letzte Operninszenierung der Spielzeit stand in Köln unter der musikalischen Leitung von Bruno Maderna. Der italienische Komponist, der auch als Interpret der verzwicktesten Neutönereien bei den Kranichsteiner Ferienkursen bekanntgeworden ist, wendet sich als Dirigent neuerdings dem traditionellen Repertoire zu.

Ein Weg in die Knechtschaft?

Wirtschaftliche Probleme, das erkennen wir jeden Tag aufs neue, sind in erster Linie Probleme der Praxis. Die vielen großen und kleinen Entscheidungen in der Unternehmung, in Institutionen und Verbänden, schließlich im Bereiche staatlicher Wirtschaftspolitik, lassen sich nur selten mittels theoretisch „vollgeprüfter“ Regeln fällen.

Der Leser schreibt...

Unter dieser Überschrift wurde den Hamburger Reedereien vorgeworfen, das Thema „Neubau eines Passagierschiffes für die Nordatlantikfahrt“ still ad acta gelegt zu haben.

Getreidepreise: abwärts

Bösartige Bauernfunktionäre nennen die EWG das „Bündnis zwischen deutscher Industrie und französischer Landwirtschaft“. Deshalb ist es ein wenig peinlich, daß ausgerechnet im Düsseldorfer Industrie-Club das Modell für eine deutsche Getreidepreissenkung mit Kompensationen für die betroffenen Landwirte skizziert wurde.

Kartell mit Moskau

Der seltsamsten Interessengemeinschaft der Welt, dem südafrikanisch-russischen Diamantenkartell, geht es gut. Das geht klar aus dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht des weltbekannten englisch-südafrikanischen Edelsteinkonzerns „De Beers Consolidated Mines Ltd.

Nachbarlicher Friede

Im Herbst dieses Jahres wird es erstmals einen Flugplan nach Skandinavien geben, der gemeinsam von den beteiligten Fluggesellschaften – der Deutschen Lufthansa und dem Scandinavien Airlines System – aufgestellt ist.

Das Buch des Monats: Wohlstands-Chronologie

Die Bundesrepublik kommt in die Jahre –und mit ihr die Politik, der sie ihren (allzu) viel gepriesenen Aufstieg zu verdanken hat Berufene und Unberufene machen sich daran, Bilanz zu ziehen, aufzurechnen oder abzurechnen, je nach Temperament und kritischer Distanz zu den Ereignissen der letzten anderthalb Jahrzehnte.

Die unschuldigen Hähnchen

Die Begeisterung, mit der Amerika die Bildung der EWG begrüßt und gefördert hat, ist einem Gefühl bitterer Enttäuschung gewichen.

Zeitraffer

Der Wandel in der Beschäftigungstruktur hat sich am stärksten in der Land- und Forstwirtschaft ausgewirkt. Nach Angaben des BWM hat sich die Zahl der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft von etwas mehr als fünf Millionen im Jahre 1950 auf rund 3,5 Millionen im Jahre 1961 verringert, während in fast allen anderen Bereichen Steigerungen zu verzeichnen waren.

Die Fernseh-Halden sind abgebaut

Wenn die Bilanzanalytiker im Frühjahr 1964 die Umsatzmilliardäre unter den deutschen Aktiengesellschaften untersuchen, werden sie an der in eine AG umgewandelte Telefunken GmbH, Berlin, nicht vorübergehen können.

Handelsfrieden?

Bundeskanzler Adenauer hat es sich nicht nehmen lassen, bei der von langer Hand geplanten Osthandels-Gipfelkonferenz höchstpersönlich als Veranstalter aufzutreten.

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