DIE ZEIT

Bedenken am Rhein...

Das überraschende zweite Gespräch des amerikanischen Verteidigungsministers mit dem Bundeskanzler innerhalb von fünf Tagen hat mancherlei Deutungen ausgelöst.

Der ewige Außenseiter

Hier muß es sich um einen Irrtum handeln!“ Dies war in unserer Redaktion der erste, einhellige Eindruck, als am Montag die Agentur-Meldung aus Bonn eintraf.

...Ingrimm in den USA

Die am Tag der Unterzeichnung des Moskauer Abkommens von Bonn veröffentlichte vorläufige Weigerung, sich diesem „ersten Schritt zur Entspannung“ anzuschließen, ist in Washington offiziell gelassen und duldsam, inoffiziell jedoch mit wachsendem Ingrimm aufgenommen worden.

An Macmillans Kandare

Gerade als die Abgeordneten und edlen Lords sich verabschiedeten, um in die Parlamentsferien zu gehen und den Palast von Westminster drei Monate lang verödet zurückzulassen, er-, schien Macmillan im Fernsehen.

Des Generals Abberufung

Der Oberbefehlshaber der NATO-Landstreitkräfte Europa-Mitte, General Speidel, wird zum 1. September dieses Jahres – also ungefähr ein halbes Jahr früher als vorgesehen – von seinem Kommando abberufen und durch Generalleutnant von Kielmannsegg ersetzt.

McNamara beeindruckt

Die Eindrücke, die der amerikanische Verteidigungsminister McNamara bei der Besichtigung der militärischen Positionen am Eisernen Vorhang und in den Gesprächen mit den dort kommandierenden Generalen gewann, werden vermutlich dazu beitragen, daß deutschen Einwänden im Pentagon in Zukunft mehr Gehör geschenkt wird als bisher.

Nebel um de Gaulles Nachfolge

Über der französischen Innen- und Außenpolitik lastet eine Unsicherheit, die de Gaulle durchaus nicht unbequem ist. Er liebt es bekanntlich, die Gegner durch ein Spiel mit verdeckten Karten zu verwirren.

Schwarz und Weiß gegen Salazar

Die weißen und schwarzen Gegner Salazars in Afrika planen, ihre Untergrundbewegung in Angola und Mozambique zu vereinigen, um gemeinsam das Kolonialsystem zu beseitigen.

Zeitspiegel

Aufsehenerregende Einzelheiten über die Umstände, unter denen die Entscheidung zum Abwurf der Atombomben über Japan fielen, veröffentlicht die amerikanische Illustrierte LOOK.

Antwort an Ziesel

der Zufall weht mir eine Photographie auf den Tisch, die Sie im Gegenüber von SA-Führer Grafen Helldorf vor Ihren Wagen bei einem großen NSKK-Appell des Grafen Helldorf in Berlin, vermutlich im Jahre 1933, zeigt.

„Weder Bruch noch Versöhnung“

Nach dem Abbruch der sowjetisch-chinesischen Verhandlungen stehen Moskau und Peking, die beiden Zentren des Weltkommunismus, jetzt in einem höchst eigentümlichen Verhältnis zueinander.

Wie modern ist die SPD?

Die Partei vor ihrem zweiten Jahrhundert – Kritische Analyse eines sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten

Arabische Fronten

Alles ist möglich“, lautete die lakonische Antwort des syrischen Informationsministers Sami el-Jundi auf die Frage eines Journalisten, ob sich Syrien – nach der Aufkündigung der Föderation durch Nasser und nach der brutalen Niederwerfung des von Kairo inspirierten Juli-Putsches in Damaskus – nun mit dem Irak zusammenschließen würde.

Die Kölner Mauer

Wie Ärgerlich! Da hatte das Kölner Kuratorium Unteilbares Deutschland den großartigen Einfall, zum 13. August an der westlichen Auffahrt zur Deutzer Rheinbrücke eine Nachbildung der Berliner Mauer aufzubauen.

Krach um Hähnchen

ein Westen geht es allem Anschein nach zu gut. Anders läßt es sich kaum erklären, daß die USA und die EWG – zwei der drei Wirtschaftsgiganten der Erde – wegen 184 Millionen DM amerikanischer Geflügelexporte in einen Handelskrieg zu schlittern drohen.

Im „Sputnik“ um Berlin

Das Streckennetz der Berliner Bahnen spiegelt die Teilung der alten deutschen Hauptstadt. Die Stadtbahn zwischen Ost- und Westkreuz, 15,5 Kilometer lang, endet auf dem Bahnhof Friedrichstraße an einem Prellbock.

Nachruf auf Wopke

Wopke ist tot. Plötzlich und unerwartet aus einem arbeitsreichen Leben gerissen. Die trauernden Hinterbliebenen werden ihm ein ehrendes .

„Nicht jeder kann Traktorist werden“

Ulbrichts Sorgen mit der Landwirtschaft sind so alt wie sein Regime. In diesen Tagen und Wochen rattern wieder die Traktoren auf den Feldern der mitteldeutschen Kolchosen, begleitet vom Getöse der Propaganda, die für „termingerechte Erfüllung des Staatsplans“, für „verlustlose Erntebergung“, für die Auswahl vom „Schichttraktoristen“ wirbt und zugleich Behördenangestellte, Hausfrauen und Schulkinder zu „freiwilligen Landeinsätzen“ zusammentrommelt.

Als in Skopje die Erde bebte ...

Am Freitag, dem 26. Juli, morgens 5.17 Uhr begann in der mazedonischen Stadt Skopje die Erde zu beben. Dem ersten Erdstoß folgten drei weitere Wellen.

Das Alte aus Neu-Bayreuth

Ein undankbares Amt erfüllt, wer, mit allzu gründlicher Sachkenntnis belastet, Jahr für Jahr, jedesmal wieder vom besten Willen zu positiver Einstellung beseelt, nach Bayreuth fährt, bereit, sich überzeugen zu lassen, wo es nur möglich ist.

Drohung

Die SPD werde nach einem Wahlsieg eine neue Wirtschaftsordnung nach dem Vorbild der von der britischen Labour Party propagierten einführen, hat der zweite Vorsitzende der SPD, Mellies, in Herford gesagt.

Wovor die Angst sich ängstigt

Auf der Mathildenhöhe wird das Darmstädter Gespräch über „Angst und Hoffnung“ fortgeführt, mit Bildern – oder vor Bildern und Skulpturen aus den letzten achtzig Jahren, die frühesten stammen von Ensor und Munch, die letzten von Bacon und Tapies.

Brief aus dem Rheinland (XVI)

dank Deinem Brief an meine Frau, dem Eingreifen meines geistlichen Freundes und dem Ausbruch der Ferien hat sich meine Situation entspannt.

Gegner dringend gesucht

„Ja“, lächelte er selbstgefällig, „bei den Protestanten trete ich für die katholische Liturgie ein. Alle sind entzückt. Bei den Katholiken hingegen stelle ich irgendein Dogma in Frage.

Kleiner Kunstkalender

Daß eine Ausstellung sich das Aquarell als Thema wählt, eine Bildgattung, die in der modernen und speziell in der deutschen Malerei einen so großen Raum einnimmt, ist neu.

Zeitmosaik

144 Manuskripte waren zu dem Krimi-Wettbewerb eingesandt worden, den der Verleger Wilhelm Goldmann im vergangenen Jahr mit dem „Edgar-Wallace-Preis“ ausgeschrieben hatte, aber keins war gut genug für einen 1.

Regie aus dem Papierkorb

Alle Versuche, Richard Wagner und seine Kunst totzusagen, scheitern an der Tatsache, daß der bloße Name dieses einzigartigen Kulturphänomens heute wie vor hundert Jahren die lebhaftesten Effekte aufruft und Meinungsäußerungen von absurder Gegensätzlichkeit provoziert.

Was den Deutschen zumutbar ist

Kurz nach dem letzten Akt des Zweiten Wehkrieges schrieb Franz-Joseph Schöningh, der unvergessene Herausgeber des Hochland in seiner Zeitschrift vom politischen Untersche dungsvermögen als einer Begnadung.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT an Text und Bildern dasselbe wie die Originalausgabe in gelbem Leinen von 1955, die inzwischen in einigen hunderttausend Exemplaren verbreitet ist.

Die deutsche Riviera

Den Sonnengott als Statue habe ich nicht an der deutschen Riviera gefunden, der südlichen Ostseeküste zwischen Hohwacht und Travemünde – Wolfgang Koeppen fand ihn im Herzen von Nizza, einen üppigen Sybariten aus bürgerlicher Zeit.

Reisespiegel

Auf dem Kopenhagener Düsenflughafen in Kastrup wurde eine Baby-Station eingerichtet, wo den durchreisenden Müttern während des Transitaufenthaltes alle Sorge für ihre Kinder im Alter bis zu zwei Jahren abgenommen wird.

Keine Kurgäste mehr in Füssing

Eine beträchtliche Anzahl von Gästen, die heilungsuchend in das Thermalbad Füssing gekommen waren, mußten unverrichteter Sache wieder abreisen.

Elektronische Rache

Elsa hatte es schwer. Dauernd wurde sie von Ali gequält, dem Boß der vierköpfigen Affen gemeinschaft, die in einem Käfig im Tierpsychologischen Labor der Yale-Universität lebt.

Euratom in der Krise

Es war eine einfache Sache für die sechs Länder, Belgien, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien und Luxemburg, sich im Euratom-Gründungsvertrag zu einer „gemeinsamen Erforschung, Kontrolle undAuswertung der Atomenergie für friedliche Zwecke als wesentlicher Schritt zur Integration Europas“ zu bekennen.

Mäusegespräche sind der Katze zu hoch

Ist Ihnen schon aufgefallen, wie durchdringend der Teer auf den Straßen riecht, wie stark die Blumen duften, wie frisch das Gras, wenn Sie morgens vor dem Frühstück spazieren gehen? Wer dies allein der reinen Morgenluft zuschreiben möchte, irrt.

ZEIT-Berichte aus der Forschung

Untersuchungen im Südafrikanischen National-Institut für Wasserforschung haben ergeben, daß diese Weichtiere, um ihre Nahrung – mikroskopische Algen – zu sammeln, pro Tag 23 bis 28 Liter Meerwasser filtrieren und dabei auch für Menschen gesundheitsschädliche Bakterien festhalten.

Auch Väter irren sich...

In seinem Buche „Ruby Robert“ schildert der amerikanische Schriftsteller Robert H. Davis ganz am Rande das tragische Schicksal eines jungen Mannes, aus dem sein Vater einen großen Boxer machen wollte und von dem er schon sagte: „Kein Mensch vermag ihn mit dem Handschuh zu treffen, wenn der Junge es nicht will!“ – Der Mann, der über seinen Sohn dieses stolze Wort sprach, war Bob Fitzsimmons, Ex-Weltmeister im Schwergewicht und eine der markantesten Gestalten der Boxgeschichte um die Jahrhundertwende, die je zwischen Seilen Ringluft atmeten.

Bob Hayes:: Der rasende Muskelberg

Sechs Fuß hoch – frei nach Fontane und 185 Pfund schwer – mit überquellenden pechschwarzen Muskeln – das ist Bob Hayes, der schnellste Mann der Welt, der Star des Länderkampfes USA gegen Deutschland in Hannover.

Film

„Auch stehlen will gelernt sein“ (Frankreich; Verleih: Gloria): Ein angesehener Fabrikant ist gestorben, die Spitzen der Gesellschaft geben ihm das letzte Geleit, aber auch ein paar schräge Typen stellen sich zur Trauerfeier ein, von ihrem Anführer mit leisen Pfiffen dirigiert: Ein Pfiff, und sie bekreuzigen sich; ein Pfiff, und sie lassen sich auf den Kirchenbänken nieder.

Fernsehen: Mehr Takt für Skopje!

Eine Stadt wurde vernichtet; früh am Morgen warf der mazedonische Poseidon den Erdboden auf; viele Menschen sind tot; die Astrologen sprechen von einer großen Zahl verwandter Horoskope: Wer an diesem Tag in Skopje starb, muß ein Zeichen im Totenhaus tragen.

Opus Dei oder Schwarze Legende

So also wird es sein, wenn der Bayerische Rundfunk sich künftig mit den Zuständen in der DDR beschäftigt. In der ersten Hälfte der Sendung darf Kritik geäußert werden, im zweiten Teil weist sodann etwa ein DFU-Funktionär nach, daß diese Kritik unberechtigt ist, und läßt sich vom Propagandachef Eißler bestätigen, daß die SED eine demokratische Partei sei.

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