DIE ZEIT

Die kraftlose Allianz

Mit seiner Zustimmung zum Moskauer Testbann-Abkommen hat der amerikanische Senat den Schlußpunkt hinter das erste Kapitel der west-östlichen Entspannungsdiplomatie gesetzt.

Fanfarenstöße und ihr Echo

Der „Bonner Generalanzeiger“ hat der ZEIT vorgeworfen, sie hätte es mit ihren „Fanfarenstößen geschafft, daß sich in ausländischen Köpfen das Bild einer Deutschland nach wie vor beherrschenden Gestapo festsetzt“.

Verfall der Ordnung

Der Artikel 10 des seit vierzehn Jahren gültigen Grundgesetzes bestimmt: Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.

Im Weißen Haus

Eine ständige „Initiativ-Bereitschaft“ wird von Washington und Bonn gemeinsam für das Gebot der Stunde gehalten. Dieses Ergebnis hatte ein Gespräch des Bundesaußenministers mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten am Dienstag Vormittag im Weißen Haus.

Wallace denkt zuerst an Wallace

Die Rassendiskriminierung in den Vereinigten Staaten nährt sich aus dem schwammigen Boden irrationaler Vorbehalte, den kein sachliches Argument austrocknet.

Zeitspiegel

„Jede Form der Politik, ganz besonders aber die Außenpolitik, ist nach unserem Willen und nach unserer Vorstellung ein dynamischer Vorgang.

Das Treffen der Einhundertelf

Über die tausend Fenster der UNO-Gebäude rinnt der Regen. Vom East-River hallen gedämpft die Nebelhörner herüber. Über die Rolltreppen kommen die Delegierten von nunmehr 111 Nationen in den blau-goldenen Raum der Vollversammlung.

Nicht ohne richterliche Prüfung

Damit die Rechtslage ganz klar sei, wird außer den in der ZEIT Nr...........................................................

„Treuepflicht gegenüber der DDR“

Von den Mitteldeutschen sind heute schon 90 000 „Staatsbürger der DDR“, die übrigen 17 045 867 Bürger des SED-Staates dagegen gelten noch einfach als Deutsche.

Koordinator und Berater

In wenigen Tagen wird ein Mann von der politischen Bühne Bonns abtreten, der sich, so wichtig auch seine Rolle gewesen ist, immer im Hintergrunde hielt und der einer breiteren Öffentlichkeit wohl nie bekannt geworden wäre, hätten nicht die Kritiker seiner Vergangenheit immer wieder öffentliche Angriffe gegen ihn geführt: Dr.

Reisen, Reden, Schweigen

Ernst Majonica und Dr. Berthold Martin lächeln gelassen – nicht wie zwei Parlamentarier, die zur falschen Zeit am falschen Ort das falsche Wort gesagt haben, sondern wie Volksvertreter, aus denen die Stimme des Gewissens sprach.

Zersetzende Kritik?

Der Hirtenbrief der deutschen Bischöfe, der am vergangenen Sonntag auf allen Kanzeln verlesen wurde, verblüffte dadurch, daß mißlungene sprachliche Wendungen wie die von der „zersetzenden“ und der „aufbauenden“ Kritik vorkamen.

Der Schatten des Slansky-Galgens

Ein 40jähriger Slowake steht seit dem vergangenen Sonntag an der Spitze der tschechoslowakischen Regierung: Jozef Lenart. Er löste den Slowaken Viliam Siroky ab, der fast zehn Jahre lang Ministerpräsident gewesen war.

Die zweite Konzilperiode

Die zweite Sitzungsperiode des vatikanischen ökumenischen Konzils, die vom 29. September bis zum 4. Dezember dauern soll, wird nicht weniger lebhaft sein als die erste, die am 8.

Ernst Kantorowicz

Erst in diesen Tagen gelangte die Kunde zu uns, daß Ernst Kantorowicz vor zwei Wochen in Amerika gestorben ist. Er hatte Deutschland, seine alte Heimat, mit dem Hereinbrechen der Hitlerherrschaft verloren, und dieses Deutschland hat mit ihm, der damals erst nach England, dann nach USA emigrierte, einen seiner großen, gefeierten Schriftsteller und Wissenschaftler verloren.

Karibische Krise

Auf Hispaniola, der idyllischen Insel im Karibischen Meer, droht von neuem der Ausbruch eines Krieges. Im nördlichen Grenzgebiet zwischen dem Staat Haiti und der Dominikanischen Republik kam es am Wochenbeginn zu Gefechten.

Weizen für die Sowjetunion

Die großen Weizenkäufe der Sowjetunion in Kanada und Australien, haben tiefgehende Wirkungen auf den amerikanischen Osthandel mit nicht rüstungswichtigen Gütern, auf die amerikanische Zahlungsbilanz und möglicherweise auch auf die amerikanische Politik.

Aus fremden Federn

In den Gewerkschaftlichen Monatsheften (Nr. 9) setzt sich Ludwig Rosenberg mit den Fragen auseinander, die sich aus der Automation ergeben.

Rote Scholastik

Die unaufhörliche Wandlung, in der sich der Bolschewismus befindet, erschwert das Verständnis für die Bedeutung marxistisch-leninistischer Begriffe.

Stalins Prozesse

Noch einmal überfällt einen der unwiderstehliche Schauder, der einen vor mehr als fünfundzwanzig Jahren schon einmal heimgesucht hat, wenn man die Dokumente liest, die in Birkers Auswahlband enthalten sind.

Das Regierungssystem der Bundesrepublik

Der Verfasser – Privatdozent für Politische Wissenschaft an der Universität Köln – bezeichnet seine Arbeit im Vorwort als eine „Untersuchung des Regierungssystems der Bundesrepublik Deutschland und seiner internationalen Verflechtung“.

Ralf Dahrendorf:: Von der Soziologie und vom Soziologismus in unserer Zeit

Die Entdeckung der Gesellschaft im 18. Jahrhundert war eine der geistigen Revolutionen der Neuzeit. Daß es Strukturen von greifbarer Festigkeit gibt, in die wir alle eingebunden sind; Sitten, denen wir gehorchen müssen, wenn wir nicht den Sanktionen der Umwelt verfallen wollen; Abhängigkeitsverhältnisse, denen wir uns schwer entziehen können; Ungleichheiten der sozialen Stellung, die sich in unserem Verhalten zu anderen niederschlagen – all dies und vieles Verwandte ist zum Ansatzpunkt der Wissenschaft der Soziologie geworden.

Zeltfragen: Was ist das Alter?

Da gibt es eine ganze Reihe von Unterabteilungen: Zum Beispiel „Altersstufen, rechtliche Bedeutung“; dann „Altern, die letzte Phase im Lebenszyklus der Organismen“; dann „Altersblödsinn, senile Demenz“; dann „Altersfürsorge“; dann „Altersheim“ .

Kleiner Kunstkalender

Vor einem Jahr hatte Klaus Gallwitz in Karlsruhe zum erstenmal das gesamte graphische Oeuvre von Max Beckmann ausgestellt. Thema der zweiten großen Beckmann-Schau ist „Das Porträt“.

Nebeneinanderherphilosophieren

Heutzutage kennen die Philosophen die Welt nicht mehr nur aus Büchern. Vom großen Reisefieber gepackt, fliegen sie von Podium zu Podium und bieten, in vielen Zungen redend, ihre Theorien und Abstraktionen auf dem internationalen Markt der Philosophie an.

Kaffee zum Klatsch

Kaffeekränzchen – wie romantisch! Alte reizende Damen, die sich seit Jahrzehnten kennen und lieben und Emmchen und Söphchen zueinander sagen.

Zeitmosaik

Von 150 Polizeibeamten war am 24. September, dem Tag der Schweizer Erstaufführung von Hochhuths „Stellvertreter“, das Stadttheater Basel umgeben.

Zu Jüngers Gordischem Knoten

Im asiatischen Sinne, als ein Furchtbarer, mag Hitler „groß“ gewesen sein – ein „gewaltiger Veränderer“, wie Jünger sagt. Aber Europa hat seinen eigenen Begriff von Größe.

Ich und der Grenadier

Ich werde also jede Woche hart hergenommen, bis mir „der Arsch auf Grundeis geht“. So redet der Feldwebel Rammler, nach Shakespeare, nach Petrarca, nach zwei Weltkriegen, nach der reeducation und nach der „inneren Führung“.

Notiz über Remenjuk

Ich kenne einen Mann, der unsere Sprache um eine neue regionale Redensart bereichere hat. Die Sache ist die, daß wir jeden, der bei uns vorschnell.

Philosoph, Psychologe, Pädagoge

Eduard Spranger hat uns eine kurze Selbstdarstellung hinterlassen. Sie beginnt mit den Sätzen: „Wenn ich in kürzester Formulierung aussprechen sollte, worin ich Aufgabe und Sinn meines Lebens erblickt habe, so würde ich sagen: Ergründung der Kräfte und Schicksale, die aus dem Innern des Menschen emporsteigen; Wunsch, sie zu schützen; Versuch, sie zu bilden.

Es genügt nicht, daß Papas Kino schrumpft

Der Regisseur Hans Rolf Strobel und sein Freund und Mitarbeiter Heinz Tichawsky sind die vielversprechenden Talente des jungen deutschen Films, den es leider noch immer nicht gibt.

Film

„Lockender Lorbeer“ (Großbritannien; Rank-Filmverleih): Von diesem Film, dem Spielfilmerstling des radikalen Kritikers, engagierten Dokumentaristen und vielversprechenden Bühnenregisseurs Lindsay Anderson‚ erwartete man, daß er die britische „Neue Welle“ der Richardson, Reisz und Schlesinger aus der Sackgasse des Werkskantinen- und Wohnküchennaturalismus herausführen würde.

Funk: Schwabinger Brettl-Cocktail

Hier endlich wurde demonstriert, wodurch sich ein „Nachtkabarett“ von einem popeligen Normalkabarett ohne Tageszeitangabe unterscheidet: Es spielt Sandmännchen und dient der Nachtruhe.

Theater

Eine Tragikomödie, die von einer Vereinigung Pariser Theaterkritiker als das beste Stück der vorigen Saison bezeichnet worden ist, wurde gleichzeitig von zwei deutschen Bühnen (und tags zuvor vom Wiener „Theater in der Josefstadt“) erstaufgeführt.

Fernsehen: Typen...

Wenn das Gerücht stimmt, dann haben vor Jahren nicht die Politiker, sondern die Kameramänner den Hexenjäger McCarthy vernichtet.

Eine uralte, ganz neue Geschichte

Einen spröderen Widerstand kann sich kein Kritiker wünschen als das Rätsel, das jedes erste Buch eines neuen, noch ungehörten Autors ihm stellt – oder: stellen sollte.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Texte der Maler, die das Informell erfunden und ausgebildet haben, wie Pollock, Wols, Michaux, Serban, Tobey, Mathieu, Vedova, Dubuffet, Tàpies.

Zu Unrecht vergessen?

Ein ungeschickter Versuch, Maximilian Hürden für die Unsterblichkeit zu retten

Als Spanier auf Spanier schossen

Spanien macht wieder von sich reden. Es wirbt, es wird umworben. Es ist das Spanien Francos. Man tut gut daran, sich zu erinnern, wie es dazu geworden ist.

Pädagogik ist ein Roman

Pädagogik ist eine seltsame Wissenschaft. Sie wird an den Universitäten betrieben und gelehrt, wo kein einziges lebendiges Exemplar jener Gattung aufzutreiben ist, die für sie soviel bedeutet wie Affen und Meerschweinchen für den Physiologen.

Der Held von Bern

Dem Meidericher Spielverein, einem Duisburger Vorortklub, widerfuhr in jüngster Zeit doppelte Popularität: einmal, als er trotz recht dürftiger sportlicher und wirtschaftlicher Referenzen unversehens in die Bundesliga gelangte, und später, als sich bei ihm Helmut Rahn verdingte, jener Fußballspieler, der sich durch zweifachen Torerfolg im Weltmeisterschaftsendspiel von 1954 den auch heute noch gebräuchlichen Titel „Held von Bern“ erworben hat.

Ein Sportorden

Im September jährte sich, zum 50. Male der Tag, an dem 1913 im neuerbauten Deutschen. Stadion zu Berlin die ersten 22 Sportsleute das Deutsche Sportabzeichen in Bronze und Gold aus der Hand des damaligen Präsidenten des Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele, Victor von Podbielski, erhielten.

Mit Pistole und Knüppel

Die zahlreichen nebenberuflichen Tätigkeiten, zu denen manche Bundesbürger sich gedrängt fühlen, werden in Baden-Württemberg um eine neue Variante bereichert.

+ Weitere Artikel anzeigen