DIE ZEIT

Ami go home?

Wollen die Amerikaner die Zahl ihrer in Europa stationierten Truppen verringern? Die Frage ist seit einiger Zeit immer wieder zu hören.

Gewandelte Welt

Ein Jahr ist es her, seit das Stichwort „Kuba“ uns in tödliches Erschrecken versetzte und die ganze Welt wie gelähmt den Atem anhielt Ein Jahr – also keine Zeitspanne; die im Buch der Geschichte zählt; kaum, daß inzwischen eine Seite umgeschlagen wurde.

Nicht für Deutsche

Als Cecil Rhodes 1902 starb, vermachte er einen großen Teil seines Vermögens einer Stiftung, die an die hundert Stipendien für Studenten aus dem britischen Weltreich, aus Amerika und Deutschland für die ehrwürdige englische Universität Oxford vergibt.

Untersuchung in Bonn

Seit fünf Wochen beschäftigen sich die Fraktionen des Bundestages und die Öffentlichkeit mit der Frage, ob Artikel 10 des Grundgesetzes, der das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis garantiert, von den zuständigen Dienststellen so respektiert worden ist, wie es die Verfassung vorschreibt.

„Da wollte Papa auch hin!“

Der Krach war ohrenbetäubend. Über unseren Köpfen rollte ein schwerer Kran auf den Gleitschienen hin und her. Wir – vier westdeutsche Journalisten und unsere Begleiter vom Ostberliner Presseamt – standen in der Halle MEI I des Braunkohlenwerkes „Schwarze Pumpe“, dem größten seiner Art in Europa.

Nicht brillant, doch bewährt

Kaum war die Ernennung von Lord Home zum Premierminister bekanntgeworden, als in der konservativen Evening News die bitterwarnende Prophezeiung erschien, daß böswillige Kritiker bestimmt dazu sagen würden: „Eine solche Protektionswirtschaft hat es nicht mehr gegeben, seit der römische Kaiser Caligula sein Pferd zum Konsul machte.

Törichte Thesen

An der Kölner Universität lehrt Professor Dr. Berthold Rubin, seit 1960 ordentlicher Professor für Byzantinistik. Der Experte für oströmische Geschichte hat eine Schwäche für deutsche Zeitgeschichte und für Politik.

Zeitspiegel

„Wir brauchen eine verantwortungsbewußte öffentliche Kritik. Sie ist ein unveräußerlicher Bestandteil unserer Ordnung und geeignet, die innere Beteiligung des Bürgers am staatlichen Leben wachzuhalten.

Rückblick in den „Abgrund“

ZEIT: Herr Augstein, es ist am 26. Oktober ein Jahr her, daß ein Polizeikordon das Hamburger Pressehaus umstellte und die berühmte SPIEGEL-Affäre ihren Anfang nahm.

Die Klagen der Richter

Fünfzehnhundert deutsche Richter und Staatsanwälte hatten sich zum Richtertag in der Kasseler Stadthalle versammelt, um sich Vorträge und Diskussionen zum Thema Justiz und Öffentlichkeit“ anzuhören.

Erhard und seine Partei

Willkommen als „Wahlmagnet“, als Kanzler freilich mit Reserve, wenn nicht mit Skepsis beurteilt – so schwankt Erhards Bild in den Köpfen seiner Fraktionskollegen.

Wolfgang Ebert:: Immer wieder Böll!

„Dich haben sie natürlich wieder nicht erwähnt, Du bist ja nie dabei“, sagte Ingwelde, meine Frau, und wippte unheilverkündend mit dem Fuß ihres übergelegten Beins, während sie sich gleichzeitig eine Praline in den Mund steckte.

Römische Winkelzüge

Will die italienische Regierung Wien ein bißchen unter Druck setzen? Als im Mai dieses Jahres der österreichische Handelsminister Bock formell die Unterstützung Italiens für das österreichische Assoziierungsansuchen beim Gemeinsamen Markt erbat, erhielt er nur allgemeine Zusicherungen.

De Gaulle nach Washington

Die gaullistische Außenpolitik sieht sich heute an allen Fronten blockiert. Der deutschfranzösische Vertrag hat nicht das Resultat erbracht, das sich de Gaulle insgeheim erhofft hatte; der Kanzlerwechsel in Bonn und Schröders „Politik der Bewegung“ stellen obendrein eine gewisse Stagnation in den Beziehungen mit Bonn in Aussicht.

Ein Kommunist in Washington

Washington, im Oktober War Tito überhaupt da? Die 21 Salutschüssewaren kaum hinterm Weißen Haus verhallt, die Demonstranten vor dem Weißen Haus hatten, kaum die Pennsylvania Avenue wieder geräumt – da flog der Marschall schon wieder ab.

Aus fremden Federn

In der „Außenpolitik“ (Heft 9) legt der Botschafter außer Diensten und Abgeordnete Ernst Wilhelm Meyer dar, daß auch jetzt noch Hoffnungen für die deutsche Einheit bestünden.

Der Politiker Jaspers

Wenn ein Mann von hohem geistigem Rang sich mit politischen Tagesfragen auseinandersetzt, so ist das für den Leser immer ein Gewinn.

Was kostet der Ruhm?

Dies ist ein genauer, ausführlicher, unbefangener und darum aufregender Bericht über die unheimlichste aller Schlachten, die je geschlagen wurde.

Zeitfragen: Flucht von den deutschen Universitäten?

Man ist es in den Kreisen der Verantwortlichen nachgerade gewöhnt, daß Presse und Funk „demagogische Thesen“ verfechten, so etwa: Ein Minister sei dem Parlament Rechenschaft schuldig, auch wenn es weh tut.

Musik wird jetzt anders erlebt

Dieses Konzerthaus will von zwei Blickpunkten aus gewürdigt werden: Es ist die Keimzelle eines neuen Stadtteils; und es ist ein Kunstwerk der Architektur, durch das Musik, die darin erklingt, in eine neue Beziehung zu den Menschen gesetzt wird, die sie anhören.

Fieberkurve

Der Kurs der Staatssicherheit in der Wertskala der Politiker ist in den letzten Jahren allzu fiebrig gestiegen, bald droht sie der höchste und teuerste aller Werte zu sein.

Artur Rubinstein in Hamburg

Die Anwesenheit Artur Rubinsteins in Hamburg vor zwei Wochen hat Aufsehen nicht erregt und nicht erregen können. Sein Besuch galt ausschließlich der Firma Steinway.

Ernst Barlach als Bundesgenosse

Die Jugend heute drängt nach neuen Auffassungen in den großen Fragen im „geistlichen Bereich“; sie kann die überlieferten Mythen und Legenden der Bibel nicht mehr zu dogmatischen Grundlagen ihres Glaubens machen.

Kleiner Kunstkalender

120 Arbeiten aus der Zeit von 1903 bis 1958, eine sehr liebenswerte Erinnerung an den vor fünf Jahren gestorbenen Meister Olaf Gulbransson.

Zweimal Judith

Wer hat Angst vor Nicolas Nabokov? Im nächsten Jahr soll dieser kosmopolitische Komponist die Berliner Festwochen leiten. Dann – so ist es geplant – erfahren wir „alles über Afrika“, im übernächsten Jahr „alles über Japan“.

Zeitmosaik

Den großen Preis für den besten Erstlingsspielfilm eines Kurzfilmregisseurs bekam Vera Chytilova aus der Tchechoslowakei für ihren Film „O necem jinem“ (Von etwas anderem).

Fernsehen: Autoren sind anders

Vor kurzem habe ich, bei Gelegenheit der Frankfurter Messe, viel über Bücher und über Autoren gelernt. Rolf Schroers, zunächst, gab einen Bericht, aus dem man erfuhr, wie die Schriftsteller leben.

Das Kulturfilm-Dilemma

Mir fällt eine interessante Verschiebung in der Wahl der Themen und Stoffgebiete auf, indem mehr und mehr solche, die zeitnah Sein und Verhalten des Menschen in der Gesellschaft, im Betrieb und der sonstigen Umwelt im In- und Ausland zum Gegenstand haben – unterrichtende oder zum Teil auch sozialkritische Themen – anteilmäßig nach vorn rücken.

Theater

Als Brecht am „Leben des Galilei“ arbeitete, schrieb er als „Übungsstücke für Schauspieler“ diese „Nächtlichen Gespräche über eine neue Art Theater zu spielen“.

Flickschuster des Fortschritts

Seitdem die Jungkonservativen alt werden und die Neukonservativen nicht mehr ganz so neu sind, wie sie anzugeben belieben, pflegen sie – wie gewöhnliche Sterbliche auch – ihre Jugenderinnerungen in den milden Glanz partieller Vergeßlichkeit zu tauchen.

Die Lust am Allzulangen

Im Thomas-Mann-Archiv in Zürich kann man einen rührenden Brief lesen. Sami Fischer schreibt an den jungen Autor, das Buddenbrook-Manuskript sei viel zu lang, er möge es doch im Hinblick auf das Publikum und den Erfolg kürzen.

Ist das die Wahrheit über Hänsel und Gretel?

Hans Traxler: „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ – Die Dokumentation des Märchens der Brüder Grimm mit 45 dokumentarischen Photos und Zeichnungen von Peter von Tresckow; Verlag Bärmeier und Nikel, Frankfurt; 132 S.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT (übrigens schon 1958 erschienen, aber durch den Tod Braques erneut aktuell geworden) unter anderem Huldigungen des Dichters Apollinaire und de Bildhauers Giäcometti an Braque, Äußerungen des Künstlers selber über sich und seine Arbeit, Auszüge aus seinen Aufzeichnungen autobiographischen und theoretischen Charakters von 1917 bis 1952.

Kieler „Fenstersturm“

Zwischen dem Künstler Ernst Günter Hansing – sein letzter Auftrag war ein Porträt des Bundeskanzlers – und der Kieler Kirchengemeinde St.

Kühns kühne Träume

Ratlos wedelt der Fraktionschef der CDU im Düsseldorfer Landtag, Dr. Wilhelm Lenz, mit einem wohlgeordneten Packen Zeitungsausschnitten.

Mikroben gefällig?

Der „Hexenberg-Brunnen“, den ein Reformhaus im Zentrum Bremens seinen auf gesunde Nahrung erpichten Kunden feilbot, entpuppte sich jetzt zur allgemeinen Überraschung als ein recht unappetitlicher Trank.

Preußisches im Bindestrich-Land

Vor wenigen Tagen machten einige Herren aus dem Landeshaus in Köln einen Besuch in Münster. In einer Feierstunde drückten sie ihren Kollegen vom Landschaftsverband Westfalen die Hand und gratulierten ihnen zum zehnjährigen Jubiläum.

Der Lohn der Beulen

Wer an der Windschutzscheibe seines geparkten Wagens ein Zettelchen flattern sieht, pflegt nicht gerade beglückt zu sein. Es wird sich, so denkt der Autobesitzer, um einen Gruß der Polizei handeln.

In den Mühlen der Bürokratie

An den Hochschulen für Erziehung in Frankfurt und Gießen wird das Wintersemester mit einigen Schwierigkeiten beginnen: Einige Hundert Studenten werden vergeblich auf drei Dozenten warten, von denen sie sich nichtsahnend nach Abschluß des Sommersemesters verabschiedet hatten.

Generalprobe – nicht ganz geglückt

Diese „Internationale Sportwoche Tokio 1963“ war dies alles zugleich. Man wird sie loben und verdammen müssen, oft genug im gleichen Atemzug, und es wird im Urteil mehr als bei ähnlichen Gelegenheiten auf den eigenen Standort ankommen.

Olympia-Gold für Baden-Baden

Die glanzvollste „Internationale Woche“, die glücklichste Nachsaison, die Baden-Baden je erlebt hat, ist dem Weltbad an der Oos wie ein Geschenk des verdüsterten afrikanischen Himmels zugefallen.

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