DIE ZEIT

Aus fremden Federn

Der Studienrat Horst Rumpf ist mit seinen Primanern nach Berlin gefahren und berichtet, in den „Frankfurter Heften“ (Heft 11) höchst aufregend über seine Eindrücke.

Das unentrinnbare Erbe

Es gibt einige ausgezeichnete Darstellungen der Zeitgeschichte. Sie erzählen die staatlichen, wirtschaftlichen, geistigen Ereignisse, versuchen die Wurzeln des Geschehens aufzudecken und seine Bedeutung abzuwägen.

Verhandlungen können helfen

Der Autor dieses Buches, seit 1945 Außenpolitiker der Pariser Tageszeitung „Le Monde“, beschäftigt sich sehr kritisch mit der weltpolitischen Entwicklung, soweit sie mit Berlin zusammenhängt.

Die Bischöfe und die Kurie

Auf den ersten Blick scheint es, als habe das Vatikanische Konzil in zwei langen Sitzungsperioden recht geringe Ergebnisse erbracht.

Lodge gegen Johnson?

In elf Monaten werden wir wissen, wer in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre Präsident der Vereinigten Staaten sein wird.

Tauziehen an der Mauer

Passierscheine für Westberliner? Vor einem Jahr gab es keine, obwohl Bundeskanzler Adenauer bereit war, juristische Bedenken hintanzustellen.

„Mit einem bißchen Druck“

Er kommt 8.25 Uhr, schreitet durch das Spalier der Polizisten und Zuschauer zur Alten Stadthalle hinauf, lacht nach rechts und grüßt nach links und ist sehr freundlich.

Premier zwischen rechts und links

Aldo Moro ist – wie man in Italien sagt – „aus der Reserve“ gegangen und hat seine neue Regierung der „linken Mitte“ vorgestellt.

Zeitspiegel

„Früher folgten die Weisen aus dem Morgenland dem Stern von Bethlehem. Heute folgen sie dem Mercedes-Stern. Ich bin zwar der Meinung, daß der Stern von Bethlehem immer noch der wichtigere ist, aber man kann ja sehr gut beide miteinander verbinden.

Gespräch hinter der Mauer

In der alten Wilhelmstraße, dicht an der Sektorengrenze gelegen, ist von Bismarcks Auswärtigem Amt außer ein paar Ruinenstümpfen nichts mehr zu sehen.

Otto Winzer

wurde am 3. April 1902 in Berlin geboren. Der Arbeitersohn lernte das Schriftsetzerhandwerk, trat 1919 der KPD bei, wurde Leiter des kommunistischen Jugendverlages.

Wenn Lübke wieder kandidiert...

Anfang Juli nächsten Jahres wird voraussichtsichtlich die Bundespräsidentenwahl stattfinden; sie muß spätestens in der ersten Augusthälfte erfolgt sein.

Widersprüche im Abhörausschuß

Nach dem Geplänkel der ersten Vernehmungen vor dem Untersuchungsausschuß in der Abhör-Affäre kam es in der vergangenen Woche zur offenen Feldschlacht.

„Zorn – eine schwere Saat“

Ein Preislied für Wilhelm Pieck, aus der Feder des jungen DDR-Poeten Karl Wickel (Jahrgang 1935, „Sohn einer Arbeiterfamilie“, wie es im Prospekt hieß), ein Becher-Hymnus zum Andenken an Ernst Thälmann, der in Buchenwald ermordet wurde, ein lyrisches Lob auf den „Menschenstaat“ jenseits von Mauer und Stacheldraht, der „so geliebt ist und geehrt“ – all dies hörte man unlängst in Hamburg, im Hörsaal des Pädagogischen Instituts.

Ein Prozeß der Anachronismen

Der Mailänder Schwurgerichtsprozeß gegen die Südtiroler Sprengstoffattentäter ist ein „Prozeß der Superlative“. 160 Angeklagte (69 in Haft, 16 flüchtig, fünf Österreicher, einer Deutscher), 550 Zeugen, 35 Anwälte, 1,5 Milliarden Lire Sachschaden an Industrieanlagen, 880 Seiten Anklageschrift plus Anlagen, 13 Anklagepunkte – all das ist auch für ein Land, das wie Italien an Monsterprozesse gewöhnt ist, durchaus ungewöhnlich.

Labour auf dem Vormarsch

Zwei städtische Wahlkreise und ein ländlicher, London-St. Marylelone und Manchester-Openshaw, wichen statistisch nicht von der Kurve ab, die alle Nachwahlen dieses Jahres vorgezeichnet haben.

Attentate – leicht gemacht?

Während die Kriegsversehrten in Bonn ihre Transparente schwenkten, erschreckte ein anonymer Anrufer die Polizei: auf Bundeskanzler Erhard werde ein Attentat verübt werden, wenn er die Wünsche der Kriegsopfer nicht erfülle.

Uhuru in Ostafrika

Dreihunderttausend Menschen – Afrikaner und Araber – wurden am Dienstag aus britischer Oberhoheit entlassen. Unter begeisterten „Uhuru“(Freiheit)-Rufen stieg auf der ostafrikanischen Insel Sansibar vor den Augen des Herzogs von Edinburgh die rot-grün-goldene Nationalflagge des neuen Staates am Mast empor.

Wenn man mit „denen“ spricht

In Hamburg hat sich der junge CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Rollmann mit der jungen CDU-Volkskammerabgeordneten Christine Gehlert unterhalten.

Beifall im Petersdom

Die feierliche Verkündung der ersten zwei konziliaren Gesetze am Schluß der Zweiten Sitzungsperiode des Konzils im Petersdom ruft die Erinnerung an die Promulgation jenes Beschlusses wach, den das Erste Vatikanische Konzil am 18.

Chruschtschow im Norden

Wenn ich nicht als Chruschtschow kommen kann, klebe ich mir einen falschen Bart an, damit mich niemand erkennt.“ Mit diesen Worten, die er im Mai dieses Jahres an den schwedischen.

Helfen wir Erhard jetzt!

Zum Redaktionsstab der ZEIT gehören zwei potentielle Mitglieder des Kriegsopferverbandes – potentiell, denn sie sind in keinem der Verbände organisiert, wurden aber mit 50 und 30 Prozent „Kriegsbeschädigung“ eingestuft.

Brief an einen Freund jenseits der Grenzen

Drei Wochen lang fungierte ich in einem Pelzgeschäft als zoologischer Berater; meine Aufgabe bestand darin, den Kundinnen kleine Vorträge über Heimat und Lebeweise der süßen Tiere zu halten, mit deren Fellen sie sich zu bekleiden geruhen.

Zensur

Einem Volk, dem man zumutet, im und neben dem unmittelbaren Herrschaftsbereich des Kommunismus zu leben, einen Film vorzuenthalten, weil man ihm nicht die richtige Reaktion zutraut, das ist ein Mißtrauensbeweis, den dieses Volk wirklich nicht verdient hat.

Saison in Kölle

Zwischen Allerheiligen und Buß- und Bettag beginnt in Kölle, ehemals das „hillige“ genannt, der Karneval. Am Elften im Elften starten die Belustigungsprofis die Saison; sie rufen auf, zu Fuß nach Kölle zu kommen, um selber zu erleben, warum es am Rhein so schön ist.

Zwischen Freude und Kritik

mtner wieder passiert es uns, Ihnen wie mir, daß wir eine Sache bewundern — und ein anderer bewundert sie kein bißchen.

Zwischen Kunst und Leben

Die Namen zweier großer Dirigenten begrenzen den Band zu Beginn und am Schluß: Bruno Walter und Carl Schuricht. Sie erzählen von ihrem Leben.

Karl Amadeus Hartmann

Der Komponist Karl Amadeus Hartmann, der am 5. Dezember im Alter von 58 Jahren starb, wird in die Musikgeschichte als einer der großen deutschen Symphoniker eingehen.

Zeitmosaik

Ideen haben eine hohe SäuglingssterWichkeitsquote. Dean Busfe Darius Milhaud, der französische Komponist, hat zum Gedenken des amerikanischen Präsidenten Kennedy ein Musikstück geschrieben, das „Ermordung eines großen Staatsoberhaupts" heißt.

Kritiker auf dem Lehrstuhl

Ich kam eben aus meinem Lessing-Seminar; da lag die ZEIT, in der Benno von Wiese über „einige Mißstände in unserem literarischen Leben“ klagte, und ich fühlte mich wieder rasch in das Land der vielen Gespräche und mangelnden Gemeinsamkeit versetzt.

Hüben und drüben: Katz und Maus mit Günter Grass

Es ist bekannt, daß die sowjetischen Soldaten, die 1945 in Danzig und anderswo einmarschiert sind, in erotischer Hinsicht bisweilen aufdringlich waren und auch in Eigentumsfragen, insofern es sich um das Eigentum der Einheimischen handelte, nicht immer strengen Anschauungen huldigten.

Zurückdatierte Vorahnungen

Man traut der Zeit nicht mehr. Gemeint ist nicht bloß: Zeitstimmung oder Zeitgeist, sondern in unmittelbarem Sinne der Zeitablauf.

Die ehemalige russische Avantgarde

Der Seemann“ von Wladimir Tatlin ist wahrscheinlich ein Selbstbildnis; der Maler ist lange zur See gefahren. Es ist 1911/12 entstanden, jedenfalls vor seiner Reise zu Picasso, den er 1913 in Paris besuchte – die Reise finanzierte er mit dem Verkauf einer goldenen Uhr, die Kaiser Wilhelm II.

Dies sind meine heiligen Schriften

Am 15. April 1938, um 9 Uhr 20, waren Organismus und curriculum des 46jährigen Peruaners César Vallejo am Ende: Symptome einer typisch andinischen Tuberkulose, ein Geschlechtsleiden, vom Rauschgift angegriffene Nerven, krasse Armut (abgesehen vom Besitz einiger alter Kleider, eines kuhaugengroßen Achatringes und einiger Bücher).

Rebellion in der Schule

Die ersten zehn bis zwanzig Seiten wirken wie ein Schock....................................................................

Die permanente Agonie

Ein dämmriges Hotelzimmer. Eine junge Frau steht am Fenster. Sie schaut hinauf in den Nachthimmel, doch eine bedrohlich hoch aufragende Häuserfront verwehrt ihr den Blick.

Film

„Die Wolfsfalle“ (Tschechoslowakei; Verleih: Neue Filmkunst): Die Dreiecksgeschichte, die der Film erzählt, ist uralt. Ein Ehepaar, durch Besitz und Gewohnheit aneinandergekettet, nimmt eine Waise als Pflegetochter auf.

Fernsehen: Sehnsucht nach Ganghofer

Erwin Wickerts „Klassenaufsatz“ bewies, als Fernseherzählung, seine Güte als Hörspiel. Die Dialoge, zart, durchlöchert und zum Ausspinnen einladend, wurden durch die optische Darbietung zwar vergröbert, aber da man die Augen schließen konnte, blieb am Ende immerhin noch die Vorstellung einstiger Größe.

Unser Kritiker sah:: VICTOR

Im Gefolge der Francomanie der beiden führenden Münchner Schauspielbühnen drohen falsche Maßstäbe. Es wird Mode in Deutschland, französische Stücke durch französische Regisseure auch dann inszenieren zu lassen, wenn diese des Deutschen nicht mächtig sind.

Anders als sonst in Menschenköpfen

Er ist Philologe. Und er hat dennoch Phantasie. Er ist Germanist. Und er kann trotzdem schreiben. Er heißt Doktor, heißt Professor gar, aber er ist ein Poet.

Der tapfere Piscator forcht sich nit

Dies sind die ersten Sätze des Buches: Meine Zeitrechnung beginnt am 4. August 1914. Von da ab stieg das Barometer: 13 Millionen Tote; 11 Millionen Krüppel; 50 Millionen Soldaten, die marschierten; 6 Milliarden Geschosse; 50 Milliarden Kubikmeter Gas.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Essays über fünfunddreißig deutsche Prosaschriftsteller der Gegenwart, zumeist solche, deren Hauptwerke nach dem Ende des letzten Krieges entstanden sind; zehn von ihnen haben ihren Wohnsitz in der DDR.

Im Namen bayrischer Beamter

In Bayern macht der Staat das so: Verkündet ein Richter im Namen des Volkes eine Entscheidung, die der Obrigkeit nicht paßt, dann wird eine Delegation höherer Beamter in Marsch gesetzt, die sich ein bißchen mit dem Richter unterhält.

Über die Kartoffelrutsche

Der Polizeiwagen stoppte bei zwei verdächtigen Gestalten am Rand der Autobahn. Robert Schmidt und Max Kramer versuchten nicht mehr zu fliehen.

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