DIE ZEIT

Bresche in der Mauer

Das grausame Hin und Her um die Passierscheine ist nun zu Ende. Sechs- bis achthunderttausend Westberliner können, wenn sie es wünschen, in den Weihnachts- und Neujahrstagen, zum ersten Mal seit fast zweieinhalb Jahren ihre Verwandten in Ostberlin besuchen.

Gott ist noch kleiner!

Wir Menschenkinder finden so schwer unser Maß. Solange wir klein sind, sehnen wir uns danach, groß zu sein, wie Vater und Mutter.

Warten auf den Kreml

Der Westen wird sich geduldig, wenn auch ohne Illusionen, weiter um einen Ausgleich mit der Sowjetunion bemühen – das ist das Hauptergebnis der Pariser NATO-Tagung.

Zum Erfolg verurteilt

Die Krise der EWG ist ernst, weil sie eine Vertrauenskrise ist. Im Grunde ist in diesen Tagen nur offenbar geworden, daß der Schock vom Januar 1963 nicht überwunden wurde.

Wolfgang Ebert:: Aus dem Nachlaß

„Das ist unsere O’Neill-Abteilung. Wir mußten sie gerade erweitern. Das Stockholmer Theater benötigt noch zwei Einakter des Dichters aus seiner mittleren Schaffensperiode“, informierte mich Dr.

De Gaulle: Prüfstein EWG

Paris, im Dezember Noch bleiben den diplomatischen Marathonläufern in Brüssel zwei Wochen, um mit dem gemeinsamen Landwirtschaftsmarkt ins Reine zu kommen.

Ehrgeiz nur für die Partei

Nach dem Tode Erich Ollenhauers, des Partei- und Fraktionsvorsitzenden der SPD, steht an der Spitze der Partei ein Triumvirat: Die beiden stellvertretenden Parteivorsitzenden Wehner und Brandt und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Erler.

Werber für Peking

Kaum ein Staatsbesuch ist mit so vielen Geheimnissen umgeben, wie die Afrika-Reise des rotchinesischen Ministerpräsidenten Tschu En-lai, der am Wochenende in Kairo, der ersten Station seiner zweimonatigen Fahrt, an der Spitze einer 50-Mann-Delegation eintraf.

Zeitspiegel

Innerhalb von drei Wochen hat es Lyndon B. Johnson geschafft, sich im Popularitätswettbewerb mit den möglichen Präsidentschafts-Kandidaten der Republikaner weit an die Spitze zu schieben.

Theodor Heuss

Erinnerungen: Es war kurz nach dem Kriege in der Stadt Winterthur. Ich betrat den Vorgarten eines Freundes, im Schatten eines Haselstrauches saß ein älterer Herr vor einer Flasche Bier.

Flaggenwechsel in Ostafrika

In der Hauptstadt der ostafrikanischen Kolonie Kenia ziehen die Kauf- und Mietpreise für Häuser an. Ein Zeichen für das wachsende Vertrauen in die Zukunft dieses Landes, das sich am 12.

Großbritannien – der lachende Dritte?

Seit der Unterzeichnung des deutsch-französischen Vertrags haben sich die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien so freundlich gestaltet, wie kaum je zuvor.

Ein Staatsmann ohne Staatsamt

Dieser Mann, dem es nie vergönnt war, ein Staatsamt zu führen, war ein Staatsmann im lautersten Sinne des Wortes: Die Partei, an deren Spitze er stand, sah er als integrierenden Bestandteil der Wirklichkeit dieses Staates an – und mehr als nur des Staates, der die eine Hälfte des deutschen Volkes und deutschen Landes einbegreift: er sah in ihr eine der den gesamtdeutschen Staat der Zukunft wirkenden Lebenskräfte der ganzen deutschen Nation.

Das Achselzucken der jungen Soldaten

Es ist nicht zu erwarten, daß die Tradition, Gehorsam müsse den Soldaten eingebleut werden, von heute auf morgen (auch nicht nach einem verlorenen Krieg) durch eine bessere Methode ersetzt werden kann.

Die KP hat es schwer in Polen

Voller Begeisterung kam der amerikanische Schriftsteller John; Steinbeck aus Polen zurück. Er war überwältigt von der Teilnahme, die die Polen bei dem tragischen Tod Kennedys in der US-Botschaft in Warschau, so demonstrativ zum Ausdruck gebracht hatten.

Die Letzten unter Gleichen

Deutsche in der Sowjetunion – Kolchos-Waldläufer und Leninpreisträger – Die Heimat, die keine ist (Schluß)

Zeitiragen: Woher kamen die Heiligen Drei Könige?

Drei der beliebtesten Figuren in der ganzen: Weihnachtsgeschichte stehen, was das Zeugnis der Bibel anlangt, auf recht schwachen Füßen: Die drei Magier oder Weisen oder (späteste Version) Könige „aus dem Osten“, „aus dem Morgenland“ werden nur von einem der vier Evangelisten bezeugt.

Kleiner Kunstkalender

Auf dem Feld der naiven Malerei behauptet Jugoslawien seit über dreißig Jahren, seitdem der Bauer Generalic in Hlebine eine Malerschule gründete, eine Spitzenstellung.

Über das Erzählen von Witzen

Was dort steht, günstigstenfalls, ist Humor – eine gutmütig lächelnde oder lachende Bejahung der Welt, in der wir leben, einer Welt, die der Humorist liebevoll – wie sagt man? „Er zieht sie durch den Kakao.

Graham Greene:: Lieber Dr. Falkenheim

Sie baten mich um einen Bericht – vielleicht sollte ich besser sagen: eine Krankheitsgeschichte – über ein bestimmtes traumatisches Erlebnis aus der Kindheit meines Sohnes, das mit dem Glauben an den Weihnachtsmann zusammenhängt.

Zeitmosaik

Der meistgespielte Autor der vergangenen Spielzeit 1962/63 war, nach der Statistik des Deutschen Bühnenvereins, Gerhart Hauptmann mit 24 Werken, die auf 127 Bühnen insgesamt 2680mal aufgeführt wurden.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT Aphorismen, Glossen, Fabeln, Gedichte, Kurzgeschichten, Feuilletons, Epigramme, Chansons und Scherze von siebenundzwanzig polnischen Satirikern, die zwischen 1866 und 1930 geboren wurden.

Dichterfürst oder Bürgerschreck?

Wer heutzutage eine Goethe-Biographie verfaßt, begibt sich in die Lage des Mannes, der durch eine Frage wie „Haben Sie wieder Ihre Frau geschlagen?“ aus der Fassung gebracht wurde; wie die Antwort auch lauten mag, gänzlich zufriedenstellend kann sie nicht ausfallen.

Eine Insel steigt aus dem Meer

Man kennt die geologische Katastrophen-Sensation vom Hörensagen und aus Bildern: Einige gewaltige unterseeische Eruption vulkanischer Natur schleudert Erdmassen aus dem Meeresboden empor, das Seebeben gebiert aus Schlamm und Feuer eine neue Insel.

Hamburger Familiengeschichte

Ärgerliche, leicht neidvolle Achtung – auf diesen Nenner lassen sich vielleicht die Gefühle bringen, die man im übrigen Deutschland für die Freie- und Hansestadt Hamburg hegte, heute noch hegt, und für die es viele Zeugnisse gibt.

Funk: „Bornhofer“

Ein maskierter Einbrecher dringt in ein Haus ein, das von einem alten Ehepaar und der Schwester des Mannes bewohnt wird. Dieser Einbrecher will nichts rauben.

Fernsehen: Dank an Theodor Heuss

Nachdem das Fernsehen aus Stuttgart liebevoll, aber sehr umständlich die Lebens-Etappen des verstorbenen Bundespräsidenten Heuss geschildert hatte – an Hand seiner eigenen Memoiren –, kam aus Bonn eine Gedenk-Szene, in der die Bewegung allmählich ganz aufhörte.

Unser Kritiker sah:: GOETHES „FAUST I“

Das war die originellste und sinnvollste Theaterweihe: An Stelle eines Staatsaktes der Reden – Stimmen der Dichter. Was von Calderon bis Dürrenmatt über das Thema „Theater“ gedacht worden ist, das hatte Dramaturgenfleiß zu einer vielstimmigen Quasi-Szene zusammengestellt.

Film: Unsere kleine Stabilisierung

Der Wodka ist teurer geworden in Polen. In den Cafés und Schnellrestaurants der Warschauer Innenstadt bekommt man keinen mehr.

Asien ist zur Offensive angetreten

Fast durch die gesamte bekannte Geschichte zieht sich wie ein roter Faden der Kampf zwischen Ost und West. Jahrhundertelang drängt Asien nach Europa hinein.

Aus fremden Federn

Alfred Joachim Fischer gibt auf Grund seiner Reisen in der „Außenpolitik“ (Heft 12) einen Überblick über die asiatischen Länder und führt bei jedem den Nachweis, daß Prestige für die Handelnden in Asien mehr bedeute als materieller Besitz oder militärische Macht.

„Das war Kennedy“

Soeben ist in der Serie „Stimmen unserer Zeit“ eine Gedenkplatte für den verstorbenen amerikanischen Präsidenten unter dem Titel „Das war John F.

Der teuflische Jedermann

Ein zeitgeschichtliches Buch, noch dazu das eines „Außenseiters“, gleichsam bedenkenlos „über den grünen Klee“ zu loben, mag sogleich Verdacht erregen.

Leerer Strand, verhüllte Uhren

Es klingt antik und ist modern:Thalassotherapie. Auf deutsch: Heilung durch das Meer. Auch Sylt pflegt diese Methode mit allen Mitteln, mit denen neuzeitliche Bäder ausgerüstet sind; es pflegt sie – unter dem Beifall der Mediziner – gerade im Winter.

Reisespiegel

Was kümmert ihn Geschmack. Gouverneur A. Joanou aus Griechenland ist ein Mann von Verdienst (für den Fremdenverkehr auf die Inseln des Dodekanes) und Format (für die Kunst).

Von wilder Schönheit: die Canadas

Der grüne Atlantik donnert gegen die Steilküste Teneriffas, und seine Wellengischt bricht sich am Strand, der schwarz ist von der zermahlenen Lava dieser vulkanischen Insel vor der afrikanischen Saharaküste.

Tempo zweihundert

Die einzigen Lebewesen, die vom technischen Fortschritt zwischen den Bahnstationen Bamberg und Forchheim überrollt wurden, waren Vögel, vornehmlich Stare.

Notizen für Reisende

Skier in Zügen Die Bundesbahn teilt mit, daß in „Feriensonderzügen“ Skier und Rodelschlitten in den „Skiabteilen“ kostenlos mitgenommen werden können.

Zwickmühle für „Weiße“

In Abidjan, der Hauptstadt des Staates Elfenbeinküste, wurde vor kurzem vom Staatspräsidenten Houphouet-Boigny ein Luxushotel eingeweiht.

Darf man den eigenen Augen trauen?

Man sollte sich nicht leichtsinnig auf sein Urteil verlassen, denn man wird – jedenfalls wenn es sich um die Abschätzung von Größenverhältnissen handelt – zu leicht getäuscht.

ZEIT-Berichle aus der Forsechung

Vor einiger Zeit hatte Professor Günther Becker von der Bundesanstalt für Materialprüfung in Berlin festgestellt, daß afrikanische Termiten in ihrer Ruhelage stets den gleichen, für ihre jeweilige Art charakteristischen Winkel zum Magnetfeld der Erde einnehmen.

Rowdys in der Arena

Ort der Handlung: Das Hamburger Stadion-, Zeitpunkt: Zweite Halbzeit im Fußballspiel um den Europacup der Pokalsieger. Der Schiedsrichter gibt Eckball für Barcelona.

Auf dem Baumarkt nichts Neues

Hat das Jahr 1963 die Wende am Baumarkt gebracht, auf die seit Jahren Bausparer und andere private Auftraggeber, aber auch manche Wirtschaftspolitiker warten? In den letzten Monaten ist über diesen Umschwung viel gerätselt worden.

Das Ende der imposanten Zahlen

Die internationale kommunistische Zeitschrift „Probleme des Friedens und des Sozialismus“, das Nachfolgeorgan des ehemaligen Kominformblattes, veröffentlichte in der Nummer 8 eine interessante „Kurze ökonomischstatistische Übersicht“ über „Die Entwicklung der Wirtschaft der sozialistischen Länder“.

Die Hand am Ölhahn

Die Verhandlungen zwischen den Erdölgesellschaften und den Regierungen im Nahen Osten über die Verteilung der Gewinne scheinen endgültig gescheitert zu sein.

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