Wirtschaft

Dritter Versuch: Abschied vom Six-appeal

Der endgültige Entschluß, die langgewohnten Gleise des öprozentigen Anleihetyps zu verlassen und zu SVaprozentlgen Neuemissionen überzugehen, überraschte Börsen und Banken, obgleich bereits seit langem über eine solche Möglichkeit gesprochen wurde.

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DIE ZEIT

Abgeschlagene Brief-Offensive

Walter Ulbricht hat in den letzten Tagen eine kleine Brieflawine ausgelöst. Er schrieb dem Bundeskanzler, sein amtierender Ministerpräsident dem Regierenden Bürgermeister, sein Minister für außen- und innerdeutschen Handel dem Bundeswirtschaftsminister.

Das Bündnis der Außenseiter

Es ist gerade ein Jahr her, seit der deutschfranzösische Freundschaftsvertrag abgeschlossen wurde, dessen wesentlicher Zweck die Festlegung der Konsultationspflicht zwischen den beiden Ländern war.

Das Ende der englischen Germanophobie

Die Reise Bundeskanzler Erhards nach London war ein Erfolg. Sie hat jene unglückselige Phase der deutsch-englischen Beziehungen beendet, die vom gegenseitigen Mißtrauen geprägt wurde.

„Klima der Hoffnung“

Noch ist der Tag fern, an dem sich das Prophetenwort erfüllen wird und die Völker „ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen“.

Nicht unter Druck

In einem mehrstündigen Gespräch unter Vorsitz von Vizekanzler Mende haben die zuständigen Bonner Staatssekretäre und zwei Berliner Senatsvertreter Anfang der Woche im Palais Schaumburg die Marschroute für die Passierschein-Verhandlungen diskutiert; das nächste Gespräch zwischen Korber und Wendt war für Freitag anberaumt – diesmal in Westberlin.

Die Attacke des Iain Macleod

Ich bin sicher, daß sie in jeder Phase das, was sie als das Beste erachteten, für jene Art von Tory-Partei taten, an die sie glauben.

Zeitspiegel

Es kann schwierig werden, Richter für den Prozeß gegen den Oswald-Mörder Jack Ruby zu finden. Rubys Rechtsanwalt Melvin Belly will alle Richter als befangen ablehnen, die das Attentat auf Lee Oswald auf dem Fernsehschirm verfolgt haben.

08/15 in Nagold?

ZEIT: Herr Schallwig, man kennt jetzt Ihr Bild und die Anschuldigungen gegen Sie aus allen in- und ausländischen Zeitungen. Aber wir wissen über Ihre Person nur das, was wir bei Ihrer Zeugenvernehmung immer wieder hören: Jürgen Schallwig, Oberleutnant, 27 Jahre alt, verheiratet, nicht vorbestraft.

Wolfgang Ebert:: Blauer Dunst

Einfach aufzuhören – wo doch immer noch der endgültige Beweis fehlt? Wenn man ihr den liefert, stellt die Zigarettenindustrie auf der Stelle den Betrieb ein, ist das nicht rührend? Aufhören – das sähe so aus, als hinge man wer weiß wie am Leben.

Um Lübkes Nachfolge

Der Vorsitzende der CDU, Konrad Adenauer, hat in einem Gespräch mit der FDP mitgeteilt, daß die Union bereit sei, Bundespräsident Lübke für die nächste Amtsperiode wieder zu wählen.

Unerwünscht: ein roter Zar

Fast acht Jahre ließ Palmiro Togliatti, der Chef der italienischen Kommunisten, verstreichen, ehe er sich wieder nach Belgrad begab, um Tito zu umarmen.

Wer kommt nach Nehru?

Die Frage, wer Indien nach Nehru regieren wird, hat das Land in den vergangenen Jahren oft bis zum Überdruß beschäftigt. Jedenfalls reagierte der indische Regierungschef selber mit zunehmender Verärgerung auf die öffentliche Diskussion der Nachfolgefrage, und so wurde sie schließlich nur noch flüsternd oder überhaupt nicht mehr erörtert.

Zweite Runde im Streit mit Panama

Ein erster Versuch, die Panama-Krise schnell und friedlich beizulegen, endete in der Sackgasse. Nicht nur auf panamesischer, sondern auch auf US-amerikanischer Seite steigerten sich die Empfindlichkeiten.

Blut auf der Nelkeninsel

Afrika hat einen neuen Krisenherd. Genau einen Monat nach den Unabhängigkeitsfeiern auf Sansibar haben afrikanische Sozialisten die von Arabern beherrschte Regierung des Inselstaates gestürzt, den Sultan verjagt, den amerikanischen Botschafter ausgewiesen, Hunderte von Arabern getötet, Tausende in Lager eingesperrt und das Land zu einer „Volksrepublik“ proklamiert.

Die guten Sitten ...

Im Fall Dr. Dohrn hat es sich darum gehandelt, ob die Sterilisation von Frauen trotz deren Einwilligung „gegen die guten Sitten verstoße“.

Entlarvend – für wen?

Wer das Fernsehen der Zone empfangen kann, sollte sich die Sendung Karl Eduard von Schnitzlers „Schwarzer Kanal“: montags um 21.

Aus fremden Federn

Die „Neue Gesellschaft“ (Heft 1) bringt einen unorthodoxen Diskussionsbeitrag von Reinmar Curtis. Der Verfasser erinnert daran, daß das Militär eine Institution darstelle, die nicht immer nur dem Schutze des Staates gedient habe.

Das Erbe Peters des Großen

Russische Geschichte liest sich streckenweise wie eine Mischung aus sex and crime. Empfindsame abendländische Seelen kommen aus dem Kopfschütteln nicht heraus, wie bei so viel Liebe, Alkohol und Intrige überhaupt noch Zeit bleiben konnte für die Politik.

Die Ordnung der Parteien

Ulrich Lohmar, Innerparteiliche Demokratie. Eine Untersuchung der Verfassungswirklichkeit politischer Parteien in der Bundesrepublik Deutschland.

Blauhelme an die Front

In seiner Antwort auf die Neujahrsbotschaft Chruschtschows brachte US-Präsident Johnson die Organisation der Vereinten Nationen ins Spiel: Zum Schutze des Weltfriedens solte mehr als bisher der Weltsicherheitsrit benutzt werden.

Brückenschlag nach Peking

Frankreich wird demnächst diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufnehmen. Präsident de Gaulle verändert – ohne Absprache mit den Verbündeten – die weltpolitischen Fronten.

Namen der Woche

Theodore („Ted“) Sorensen, 35, das „zweite Ich“ John F. Kennedys, scheidet aus den Diensten des Weißen Hauses. Er will in den nächsten Monaten ein Buch über Kennedy schreiben, mit dem er elf Jahre zusammenarbeitete.

New Look London – Bonn

Grau und kalt wir es an der Themse, aber warm und herzlich der Empfang für Bundeskanzler Erhard bei seinem Antrittsbesuch in Dovningstreet 10.

Siebzehn am Abrüstungstisch

Am Dienstag trat in Genf die UN-Abrüstungskonferenz zusammen: Siebzehn Nationen nehmen teil: die NATO-Staaten USA, England und Italien, die Ostblockstaaten Sowjetunion, Polen, CSSR, Rumänien und Uncarn, ferner die Blockfreien Brasilien, Eirma, Äthiopien, Indien, Mexiko, Niceria, Schweden und Ägypten.

Unruhiges Afrika

Der Schwarze Erdteil, das Schachbrett der weltpolitischen Strategen in Moskau, Peking, Havanna und Kairo, wurde in der letzten Woche von neuen Unruhen erschüttert.

Vom Himmel zum Hügel

Der amerikanische Nationalheld und Weltraumpilot John A. Glenn jr. stand am letzten Freitag die härteste Nervenprobe durch, seit er sich am 20.

Brief aus dem Tessin (1)

Du hättest nicht wegfahren sollen. Im Winter, aus dem Tessin, nach Hamburg – es ist wider die Natur. Obgleich ich natürlich verstehe, daß es Dich hier unten nicht länger gelitten hat.

Zeitfragen: Sollen Volksschullehrer studieren?

Wer leichtfertig die Frage stellt, ob es unseren Volksschulen gut täte, wenn deren Lehrer an Universitäten ausgebildet werden, muß sich auf außerordentlich heftigen Widerspruch von vielen Seiten gefaßt machen.

Über die Grenzen literarischer Fehden

Enzensbergers Nachfolger als Literatur-Kolumnist des Spiegel, Reinhard Baumgart, auch ZEIT-Lesern aus vielen vorzüglichen Rezensionen wohlbekannt, beginnt seine Spiegel-Laufbahn in dieser Woche mit einem Artikel, der sich offenbar vorgenommen hat, Marcel Reich-Ranickis Buch „Deutsche Literatur in West und Ost – Prosa seit 1945“ in Grund und Boden zu zerstören.

Gerhard Oberländers Pinguine – eine Buchillustration

Als Zeichner, Gebrauchsgraphiker und Buchillustrator wurde Gerhard Oberländer (geboren 1907 in Berlin) in den letzten Jahren bekannt, und das weite Feld, auf dem er sich jetzt bewährt hat, reicht von Illustrationen zu schnurrigen Heimeran-Kochbüchern (Die Bananen-Schlemmerei!“) und zu oft selbstgeschriebenen Kindergeschichten, von Pinguinen bis zu kräftigen graphischen Veranschaulichungen des Simplicissimus (Büchergilde Gutenberg).

Mit dem Proporz leben

Wenn das Wort von der „pluralistischen Gesellschaft“ fällt, denkt mancher nur an eine Gesellschaft, in der es vielerlei Kräfte gibt: Parteien und Verbände und Kirchen und Sportvereine, und zwar jeweils gleich mehrere, also nicht nur die Einheitspartei, die Staatskirche, die Staatsgewerkschaft und den Armeesportverein.

Straßenmädchen und Straßenblätter

In München ist vor einiger Zeit ein Mädchen aus England angekommen, kein gewöhnliches, ein ganz gewöhnliches Mädchen. Zu ihrem Empfang waren umfangreiche Vorkehrungen getroffen.

Kleiner Kunstkalender

In der Nr. 1 vom 3. Januar brachten wir eine Vorschau auf wichtige Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Unsere Sprache: Da – oder wo?

ich bitte eine Lanze brechen zu dürfen; und wenn das mit der Lanze auch eine abgedroschene Redensart ist, so ist sie immer noch besser als das Wörtchen, wogegen ich sie breche, obgleich dieses in dem Augenblick, da ich sie breche, groß in Mode ist – nun, da es an der Zeit ist, es durch ein besseres, nämlich das „da“ durch ein „wo“ zu ersetzen.

Zeitmosaik

Bei der Welt hat sich ein Mann namens cuch das Zentralorgan der polnischen Kommunisten, die Tribüne des Volkes, „genauer betrachtet“ und ist dabei auf „junkerliche Restbestände“ gestoßen.

Die Neunundzwanzig vom Club Voltaire

Immer stärker zeichnet es sich ab, daß wir in der Entwicklung, die unser Zeitalter nach dem Kriege genommen hat, vor einer Wende stehen: In der hinter uns liegenden Epoche haben sich ökonomischer Fortschritt und kulturelle Restauration anscheinend wechselseitig bedingt.

Siegfried Lenz:: An einen Zielrichter

Dieser Erzähler, so schreibt der Kritiker Reich-Ranicki, ist ein geborener Sprinter-, der sich in den Kopf gesetzt hat, er müsse sich auch als Langstreckenläufer bewähren.

Ludwig Marcuse:: Dogmatiker mit weitem Herzen

Die Geschichte der deutschen Buchkritik hat gerade erst zu geschehen begonnen. Selbst in der alten Frankfurter, der Voss, dem Berliner Tageblatt gab es nicht einen Schriftsteller, der sich mit der Kritik von Büchern einen Namen gemacht hätte.

Zu empfehlen

Nikolai Gogol: „Abende auf dem Vorwerke bei Dikanjka und andere Erzählungen“, aus dem Russischen übertragen von Alexander Eliasberg, mit Holzschnitten von Gunther Stiller; Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln; 394 S.

Kennen Sie Spitznase?

Alle Jahre wieder geistert ein Gespenst durch Hamburg, macht die Beamten des Raubdezernats II C 2 im Polizeihochhaus kopfscheu, ängstigt die Angestellten in den Kassenräumen der Banken, liefert Taxifahrern, Marktfrauen, Boulevard-Reportern und selbst hartgesottenen St-Pauli-Kellnern Gesprächsstoff für viele Tage: „Haben Sie schon die Zeitung gelesen? Spitznase war wieder mal unterwegs.

Klettert für „Bild“

Für 6000 Mark in der Eiger-Nordwand – Nach 81 Stunden: „Retour-Direttissima im Bähnli”

Nach Berliner Muster

Was in Berlin möglich gewesen ist, sollte doch auch an der Zonengrenze möglich sein“, sagt Edwin Zerbe, Landrat im hessischen Kreis Hersfeld.

Handelskrieg in Münster

Münster, im Januar Der Taxifahrer stoppte am Stadtrand von Münster, an der Auffahrt zu einem weiten, asphaltierten Hof, um den sich in Hufeisenform flache Lagerhallen reihen.

„Ratio“ auf einen Blick

Stammfirma der Ratio-Gruppe ist die Großhandlung Terfloth und Snoek GmbH, Münster, mit einem Stammkapital von 100 000 DM. Angeschlossen sind die Ratio-Großmärkte in Bochum und Münster (cash-and-carry-Großhandlungen), die Zentralimportgesellschaft Münster, die Ratio-Erdöl-Gesellschaft in Münster (Import und Handel von Kraftstoffen) und als jüngstes Unternehmen der Ratio-Markt: ein Selbstbedienungskaufhaus für „Non-Food“-Waren.

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