DIE ZEIT

Afrikas zweite Revolution

Die erste Phase der afrikanischen Revolution stand im Zeichen des Nationalismus. Der schwarze Mann erhob sich gegen den Weißen.

Alliierte Schützenhilfe

Da haben nun also die britischen und die amerikanischen Alliierten just in dem Augenblick, wo Aussagen von Angehörigen des Bundesinnenministeriums und des Bundesverfassungsschutzamtes durch Zeugenaussagen in ein schiefes Licht geraten sind, Bedenken angemeldet „gegen die sehr weitgehende Erörterung ihrer nachrichtendienstlichen Methoden im Untersuchungsausschuß“ zur Klärung der Telefon-Abhöraffäre.

Mannentreue

Ein deutscher Botschafter hat bei einem Vortrag Franz von Papens nichts zu suchen. Auch nicht, wenn Papen als Gast einer fremden Regierung spricht und der Botschafter mehrere Einladungen erhalten hat.

Sturm durch das deutsche Haus

Die deutsche Politik steckt in einer „notwendigen Reinigungskrise“, sagte Bundesaußenminister Gerhard Schröder letzte Woche vor dem Bundestag, in einem „Umstellungsprozeß“, in einer Lage, „die in der Tat eine neue Besinnung notwendig macht.

Triumph in Rom

Der Besuch des Bundeskanzlers Erhard in Rom war ein voller Erfolg. Auf keiner Station seiner bisherigen politischen Erkundungsfahrt – weder bei Johnson noch bei Douglas-Home, geschweige denn bei de Gaulle – hat Erhard so viele freundliche Worte gehört und so viel Liebenswürdigkeit erfahren.

Hassels neue Pläne

Die Neuordnung des Bundesverteidigungsministeriums, mit der Anfang Februar begonnen wird, soll eine straffere Führung des gewaltig angeschwollenen Verwaltungsapparates ermöglichen.

Hinter verhangenen Fenstern

Jeden Tag, an dem im Frankfurter Römer, nahe der Paulskirche, im Saal der Stadtverordneten der Komplex „Auschwitz“ verhandelt wird, bietet sich das gleiche Bild.

Krügers Vergeßlichkeit

Man muß schon sehr vergeßlich geworden sein oder sich in die vage Hoffnung geflüchtet haben, daß ja doch kein Beweismaterial mehr gefunden werden dürfte, um so gravierende Vorgänge aus dem Gedächtnis zu verlieren, wie es dem Bundesvertriebenenminister Krüger passiert ist.

Schwierige Passierscheingespräche

Die Berliner Passierschein-Gespräche gehen weiter. Auf Weisung der Bundesregierung hat Senatsrat Horst Korber grundsätzlich die Forderung nach Freizügigkeit für alle Berliner gestellt – also auch für die Ostberliner.

Zeitspiegel

Eine stillschweigende Abmachung in der Frage der Aufnahme Chinas in die UN haben nach Informationen aus New York die USA und die Sowjetunion geschlossen.

Die Tragödie des Julius Nyerere

Nyerere blickte den Frager scharf an, lächelte mühsam, stand auf und sagte: „Vielen Dank meine Herren, daß Sie gekommen sind, um mich anzuhören.

Ist Afrika ein hoffnungsloser Fall?

Die Ereignisse der letzten Wochen in Sansibar, Tanganjika, Uganda und Ghana haben den Blick der Weltöffentlichkeit wieder auf Afrika gelenkt.

Massaker in Ruanda

Nach inoffiziellen Schätzungen wurden seit Weihnachten 10 000 Angehörige des ehemaligen Herrenstammes in Ruanda von Wahutus ermordet.

De Gaulles Vision

Die Anerkennung Pekings ist keine isolierte diplomatische Aktion Frankreichs, sondern ein Zug in einem groß angelegten politischen Spiel.

Die Politik des Als-ob

Nicht zufällig hat Willy Brandt wiederholt erklärt, bei den Passierschein-Verhandlungen sei nichts ohne genaue Absprache mit der Bundesregierung geschehen.

Privilegien und Pflichten der Presse

Eine besondere Rechtsstellung wird der Presse einzig und allein der öffentlichen Aufgabe wegen eingeräumt, die sie in einem demokratischen Staat zu erfüllen hat.

Eingefrorene Sprengköpfe

Während die Großmächte in Genf die verfilztenFäden der Abrüstungsfrage zu ordnen suchen, arbeiten die Experten des Warschauer Außenministeriums noch immer emsig an der Neufassung des Rapacki-Plans.

Wolf gang Ebert:: Kriegsschuld-Thesen

Weil dieses Problem gerade für unsere Landwirtschaft sehr bedeutsam ist, hat neulich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Edmund Rehwinkel, zu der Frage, wer am Zweiten Weltkrieg schuld sei, in erfrischender Offenheit Stellung genommen.

Verfassungsschutz staunt über Höcherl

Dem – nicht anwesenden – Bundesinnenminister müssen die Ohren geklungen haben, während der Untersuchungsausschuß in der Telephonaffäre zum achten Male tagte.

Hindenburg – geschönt und darum verfälscht

Ehe denn Deutschland war, war Hindenburg.“ Jawohl, genauso steht es in einer Hindenburg-Biographie, deren Umschlag das Brustbild eines zwar älteren, aber zweifellos gut konservierten Generals aus der Frühzeit des Ersten Weltkrieges zeigt – nicht das eines greisen Staatsoberhauptes.

Was Südafrika blühen mag

Ein Buch, das mit dem Anspruch auftritt, das schwere Problem der südafrikanischen Innenpolitik lösen zu helfen, darf des Interesses aller sicher sein, die, wie allgemein üblich, gegen die Apartheid-These Sturm laufen, wie auch derer, die für diesen Versuch der Südafrikaner, ihr Rassenproblem zu lösen, Verständnis haben.

Blick über die Mauer

Der erste Führer durch Ostberlin ist im Verlag „Das neue Berlin“ herausgekommen (Annemarie Lange, Führer durch Berlin, Reisehandbuch für die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik).

Hohe Wellen am Bodensee

Es war in der Nacht um 1.15 Uhr, als die Ehefrau des 35jährigen Bürgermeisters Berthold Heim zu Worblingen im Bodenseekreis Konstanz durch merkwürdige Geräusche am Haus aufgeweckt wurde.

Verwechslung

Die Bürger von Würzburg können aufatmen: Es ist jetzt gerichtsnotorisch, daß die Mörder nicht unter ihnen sind. Ausgerechnet einer der Honoratioren der Stadt, der 61jährige Oberstaatsanwalt Dr.

Von Affäre zu Affäre

Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat einen Oberbürgermeister, der viel von sich reden gemacht hat. Seit die Gmünder im Jahre 1957 den Rechtsanwalt Dr.

Come-back der Briten in Ostafrika

Die Ostafrikaner wurden am vergangenen Wochenende an die Zeiten der eben erst vergangenen Kolonialherrschaft erinnert: Britische Truppen marschierten in Tanganjika, Kenia und Uganda ein.

Danaer-Geschenk für LBJ

Den Republikanern fiel unverhofft hochbrisante Munition für den US-Wahlkampf in den Schoß: Präsident Johnson wurde in den Korruptionsskandal um seinen früheren Senatssekretär Bobby Baker verwickelt.

Hassel baut den Apparat um

Einige Abgeordnete des Bundestages sind auf Bundesverteidigungsminister von Hassel nicht gut zu sprechen. Ohne das Parlament zu fragen, veränderte er die Struktur seines Ministeriums und der Bundeswehrführung.

Makarios hofft auf de Gaulle

Großbritannien hat die USA, Italien, Frankreich und auch Deutschland ersucht, NATO-Truppen nach Zypern zu entsenden. Seine militärischen Verpflichtungen in Ostafrika und Malaysia haben Englands Eingreifreserven erschöpft, die Lage auf der Kriseninsel im östlichen Mittelmeer hat sich jedoch noch immer nicht beruhigt.

Minister mit Vergangenheit

Es kam freilich anders: Nach und nach trat die braune Vergangenheit Krügers zutage. Anfang Dezember 1963 holte die SED belastende Dokumente aus ihren Archiven.

Namen der Woche

Zinovi Pechkoff, 80, Sonderbotschafter de Gaulles in Formosa, unterrichtete Marschall Tschiang Kai-schek von der bevorstehenden Anerkennung des Peking-Regimes durch Frankreich.

Ruby zurechnungsfähig?

Jack Ruby, der Nachtlokalbesitzer aus Dallas in Texas und Mörder des mutmaßlichen Kennedy-Attentäters Harry Lee Oswald, mußte sich psychiatrisch untersuchen lassen.

„Welke Blätter werden fallen“

Bei der ersten Lesung des Ratifizierungsgesetzes zum Moskauer Teststopp-Vertrag wurde im Bundestag auch um die künftige Deutschland-Politik gestritten.

Christa Reinig bleibt

Christa Reinig, achtunddreißig Jahre alt, nach dem Krieg zunächst Blumenbinderin, dann Archivarin, Kunsthistorikerin an einem Ostberliner Museum, Dichterin, in der DDR weder befreundet noch befeindet, aber beharrlich totgeschwiegen, ist nur in der Bundesrepublik bekannt.

Zeitfragen: Zum Lachen oder Weinen?

Irgendwann in der Nacht – einer Nacht vom Samstag zum Sonntag – im August 1962 starb Marilyn Monroe. Unter den vielen Arzneimitteln bei ihrem Bett war ein leeres Fläschchen: Es hatte 25 Nembutalpillen enthalten.

Nr. 5 vom 4. Februar 1954: Das waren Sorgen!

Die Philosophische Fakultät der Universität Hamburg hatte ... zwischen 1919 und 1939 im Semesterdurchschnitt 600 Studenten. Von der Währungsreform bis heute beträgt die Durchschnittszahl 1500.

Die nicht so lustige Witwe

Das Publikum, das sich Mitte Dezember letzten Jahres im Brüsseler Théâtre de la Monnaie zu einem Gala-Abend einfand – Magistratspersonen, Veteranen, Diplomaten und vor allem Mitglieder des syndicat d’initiative, also die reicheren Kaufleute der Stadt, die sich diese Soirée eigens bestellt hatten – kam in bester Operettenlaune.

Rudolf Augstein:: Götter, Helden und Baumgart

Die ZEIT ist für ihren prominenten Kritiker Marcel Reich-Ranicki mit bemerkenswerter Geschwindigkeit in die Arena geritten. An fixer Ritterlichkeit ließe ich es fehlen, wenn ich für den SPIEGEL-neuen Kritiker Reinhard Baumgart nicht wenigstens einen Wurfspieß einlegte.

Dieter E. Zimmer:: Noch was

Der Anblick lohnt, festgehalten zu werden: Rudolf Augstein (sozusagen als Baumgarts „Hausmacht“) in Harnisch, für einen Ritter allerdings etwas dürftig nur mit einem Wurfspieß irmiert, im Begriff, eine Kleinstbastion zu berennen, aus der vorlautes Geschrei erschallt (eine akustische Lebensäußerung, die er möglicherweise nur dem Spiegel gönnt).

Scheinbar selbstverständliche Spielregeln der Kritik

Noch einmal Marcel Reich-Ranickis „Deutsche Literatur in West und Ost“, genauer genommen noch zweimal, nein, noch fünfmal – muß das sein, auf Kosten so vieler anderer Themen, die liegenbleiben! Die Frage ist hier nicht rein rhetorisch gestellt.

Bruno E. Werner

Bruno E. Werner, der – 67 Jahre alt – in Davos starb, war ein Mann voller Anmut. Jedenfalls war dies die Eigenschaft, die ihn in den Augen derer auszeichnete, die ihn vor vielen Jahren in Berlin immer wieder trafen, damals, im „Dritten Reich“.

Kleiner Kunstkalender

Carl-Heinz Kliemann zeigt in der Galerie Schüler am Kurfürstendamm, bis zum 15. Februar, seinen Olevano-Zyklus. Die Blätter sind 1963 entstanden, nach einem Aufenthalt in der Villa Serpentara in Olevano südlich von Rom.

Zeitmosaik

Die unendlichen Bemühungen der Welt, William Shakespeare und seinem Werk in diesem Jahr in ganz besonderem Maß zu dienen, scheinen im englischen Dover Castle einem Höhepunkt entgegenzureifen: in Dover Castle, das im „König Lear“ erwähnt wird, findet vom 8.

Hüben und drüben: Selbstkasteiung wird nicht modern

Als wir in der ZEIT vom 29. November 1963 Alain Robbe-Grillets Aufsatz über „Die Verfolgung der Literatur durch die Politik“ und sogleich eine Erwiderung brachten, konnten wir nicht ahnen, daß wir damit eine Diskussion entfachen würden, an der sich mittlerweile fast alle größeren deutschen Zeitungen beteiligt haben.

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