DIE ZEIT

Angst vor China

In seiner Pressekonferenz vom 31. Januar hat Frankreichs Staatschef die Absicht erläutert, Vietnam zu neutralisieren, und gesagt: „Die Neutralität scheint in der Epoche, in der wir leben, der einzige Zustand zu sein, mit dem ein friedliches Leben und der Fortschritt der Völker vereinbar ist.

Die Reform ist tot...

Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung – das zweite Hauptstück der großen Sozialreform – wird auch in dieser Legislaturperiode nicht mehr verwirklicht.

Machtpolitik oder Ideologie?

Gibt es eine „neue Politik“? Diese Frage ist für Deutschland und innerhalb Deutschlands immer wieder verneint worden........

Politischer Absentismus?

Man mag darüber streiten, was für Zypern besser sei: eine NATO-Polizeitruppe, ein UN-Friedenskorps oder Bataillone aus den Mitgliedsländern des Europa-Rates.

Die Bedenken der Alliierten

Wogegen haben nun eigentlich die Alliierten Bedenken erhoben? Nach der von Bundesinnenminister Höcherl angeordneten Auskunft an die Presse: „Gegen die sehr weitgehende Erörterung nachrichtendienstlicher Methoden der Alliierten im Untersuchungsausschuß“.

Die kleinen „Stalins“ in der Zone

Der Ungar Paul Lendvai, der nach dem Krieg in Budapest studiert hat und die Ostblockstaaten aus eigener Anschauung kennt, vergleicht im folgenden Artikel die innenpolitische Situation in der DDR mit dem politischen Klima in den kommunistischen Nachbarstaaten.

Hart, aber würdig

Der Bundesverteidigungsminister hat in seinem Bericht über die Vorgänge in Nagold Schlußfolgerungen gezogen, die allgemeine Unterstützung verdienen.

Politiker, Priester, Patriarch

Er stand auf dem Balkon des Parlaments in Nikosia wie sein eigenes Denkmal. Auf dem Platz vor ihm brodelte eine aufgebrachte Menschenmenge, Schüler in blauen Uniformen, Lehrer, Priester.

Zeitspiegel

Ulbricht hält einen neuen Köder bereit, der die Bundesregierung zu gesamtdeutschen Gesprächen auf höherer Ebene verleiten soll: Das Angebot einer Amnestie für politische Häftlinge in beiden Teilen Deutschlands.

„Dieselbe alte Clique“

Der Kampf hat begonnen. Der Premierminister und der Führer der Opposition sind in den industriellen Midlands und in Wales zur Redeschlacht angetreten, die sich nun bis zum Wahltag steigern wird.

Mit Ulbricht reden?

In der Sendereihe „Zur Sache“ des „Zweiten Fernsehens“ diskutierten der Berliner Senatspressechef Egon Bahr, der CSU-Abgeordnete Freiherr zu Guttenberg sowie die Journalisten Sebastian Haffner, Mathias Walden und Hans Herbert Westermann über das Thema „Bewegung um welchen Preis?“.

Ohne Eifer und Zorn

Nicht länger läßt sich die Außenpolitik ignorieren oder aufschieben. Präsident Johnsons Hoffnung, er werde sich mit ganzer Kraft den vielen heiklen innenpolitischen Problemen widmen können, erfüllt sich nicht.

Auf der Sträflings-Insel

Der Sohn des südafrikanischen Ministerpräsidenten Verwoerd hat ein Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten. Verschiedene deutsche Studentengruppen haben dagegen protestiert, weil Verwoerds Regierung den ersten schwarzen Stipendiaten der Humboldt-Stiftung, Dr.

Ein Streit mit Rom

Der „Osservatore Romano“ antwortet auf einen ZEIT-Artikel / von Hansjakob Stehle

Wolfgang Ebert:: Was hart macht

Wie es in den Herzen mancher ergrauter alter Krieger nach Nagold ausschaut, das läßt sich denken. Sie machen ja daraus keine Mördergrube.

Ungebrochene Tradition

Jan Reifenberg, Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Washington, hat sein Buch im Sommer dieses Jahres abgeschlossen, nur wenige Monate vor dem tragischen Ende der Kennedy-Ära.

Zwischen Widerstand und Anpassung

In den letzten Jahren ist in der zeitgeschichtlichen Forschung ein Problem aufgetaucht, das vielen als geklärt galt: das Verhältnis der Kirchen zum Nationalsozialismus, zur Machtergreifung, zum „Neubau des Reiches“, zu Hitlers Krieg.

„Mein Bruder ist da drin”

Was manchem ein Alptraum sein mag, ist auf der Schwäbischen Alp ein Sport: Kletternd, kriechend, schwimmend und tauchend in die Finsternis von Höhlen vorzudringen.

Selbstkritik der Kölner Narren

Unter bunten Riesenbonbons und Luftballons saßen die Kölner Narren im Gürzenich-Restaurant und rührten traurig in ihren Kaffeetassen.

Namen der Woche

Irene, Prinzessin der Niederlande, ist, wie jetzt bekannt wurde, im letzten Sommer von der reformierten zur katholischen Kirche konvertiert.

Neuer Anlauf in Afrika

Präsident Julius Nyerere von Tanganjika unternahm einen neuen Anlauf zur afrikanischen Einheit. Mehr als die Hälfte von 32 afrikanischen Staaten hatten bis Mittwoch seine Einladung zu einer Außenministerkonferenz in Daressalam angenommen.

Polizeiskandal in Österreich

Österreich hat einen neuen Koalitionsskandal: Der sozialistische Innenminister Franz Olah trat mit einem Bündel Geheimakten der Staatspolizei vor die Fernsehkamera und las seinem staunenden Publikum Agentenberichte vor, zumeist Klatschgeschichten über das Privatleben prominenter Politiker.

USA holen auf im Weltraum

Die USA haben in der letzten Woche beim Wettrennen zum Mond die Sowjets eingeholt, wenn nicht sogar überholt. Ein deutsch-amerikanisches Team unter fernher von Braun schoß am Mittwoch von Kap Kennedy aus den bisher schwersten künstlichen Erdsatelliten ins All.

Visionen

Elfhundert Journalisten versammelten sich am letzten Freitag bei der Pressekonferenz Präsident de Gaulles im Elysée-Palast, unter ihnen zwei Chinesen aus Formosa und einer aus Peking, Im Gegensatz zu früheren Presseerklärungen des Generals blieben Überraschungen diesmal aus.

Wunderdoktor vor Gericht

Für die Eltern von dreizehn leukämiekranken Kindern aus Großbritannien gab es ein trauriges Wochenende. Voller Hoffnung waren sie nach Korsika geflogen, um die Kranken von dem Wunderdoktor Gaston Naessens behandeln zu lassen, der ein Serum zur Heilung von Leukämie und Krebs erfunden haben wollte.

Des Narren Wunderhorn

Jacques Königstein ist Präsident der Karnevalsgesellschaft in Aachen und selber ein Karnevalsdichter von Ruf. Es erscheint uns richtig, in der Woche, da das närrische Treiben an Rhein und Isar mit dem Rosenmontag seinen Höhepunkt erreicht, nicht den auch schon ein bißchen angestaubten Pessimismus des Kulturkritikers, sondern den nur leicht angebrochenen Optimismus des Fachmanns zu Wort kommen zu lassen.

Zeitfragen: Sind sie heute dümmer?

In den letzten Wochen hat das Unbehagen an der höheren Schule wieder einmal neue Nahrung erhalten: „Mit 5 in Deutsch die Reifeprüfung“ rufen uns fette Schlagzeilen an – und verschieben damit das angedeutete Problem, ohne daß es jemand recht merkt; denn der Sachverhalt, der gemeint ist, hieße korrekt formuliert: „Trotz einer 5 im Deutschen die Reifeprüfung“.

Das soll Berlin sein

Ich möchte auf jene Argumente in den Leserbriefen zu meiner Darstellung des Boykotts gegen die Westberliner S-Bahn eingehen, die sich zusammenfassen lassen in dem Satz: Wir fahren nicht mit der kommunistischen S-Bahn, obwohl es uns nichts nützt, weil es dem Osten schaden könnte, der Mauer wegen, und das, sehn Sie, soll Berlin sein.

Zeitmosaik

Der Oberbürgermeister von Bonn, Dr. Daniels, verwunderte sich in einer Karnevalsrede über die großzügige Verwendung militärischer Dienstgrade durch die Engländer: „Dieser Tage bekam ich einen Brief, da stand drauf ‚Mayor of Bonn‘, obwohl ich nur Obergefreiter bin.

An Ludwig Marcuse

Die literarischen und philosophischen Kollegen beglückwünschen Sie heute. Da soll auch der frühere Schüler nicht fehlen. Sie haben ihn gelehrt, nicht nur durch ihre Bücher, sondern vom akademischen Podium, in Person.

Ludwig Marcuse:: Aufklärung damals und heute

Unser Freund und Mitarbeiter Professor Ludwig Marcuse wird am 8. Februar siebzig Jahre alt. Aus diesem Anlaß drucken wir hier neben dem Glückwunsch eines Marcuse-Schülers, des Professors Richard Exner am Oberlin College in Ohio, einen Auszug aus Marcuses jüngstem, termingerecht zum Geburtstag erscheinenden Buch, „Aus den Papieren eines bejahrten Philosophie-Studenten“ (List Verlag, München; 336 S.

Kleiner Kunstkalender

„Nichts, was er schafft, ist ihm nebensächlich“, meint Daniel Henry Kahnweiler und denkt dabei speziell an Picassos Keramik.

Brief aus dem Tessin (2)

mein Herz (Dich so zu nennen – das ist die Kühnheit der Distanz!). Und Dank dafür, daß Du mir, als Kritik des unlängst Geschriebenen, das englische Wort „wistful“ wiedergegeben hast; ich hatte es vergessen.

Bronzen aus Benin

Nicht politisch, aber künstlerisch ist Nigeria unter allen afrikanischen Staaten der wichtigste. Nur in Nigeria kann man die Entwicklung der afrikanischen Kunst durch mehr als zwei Jahrtausende verfolgen, schreibt William Fagg, Leiter der ethnologischen Abteilung des Britischen Museums, in seinem Buch über „Bildwerke aus Nigeria“ (im Prestel-Verlag, München; 188 S.

Hüben und drüben: Man kann darüber offen reden

In einem Gruß an Christa Reinig in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 30. Januar liest man: „Sie sind im Westen, keiner von uns kann sich von Ihrem Aufatmen wohl den rechten Begriff machen, jeder aber wird Sie herzlich willkommen heißen.

Kritische Annalen von Walter Jens: Nüchternheit und Witz gepaart

Es scheint nicht leicht zu sein, sich in Deutschland als Germanist zu behaupten. Da die Distanz zur Sprache fehlt, lassen es die einen allzu oft bei liebevollem Umschreiben bewenden: Die Philologie erhält einen vergoldeten Mund, fromme Ergriffenheit tritt an die Stelle des Wissens, und die deutsche Poesie wird zur Geliebten, der man sich in Minnesänger-Haltung nähern muß.

Die Übertreibung des barocken Schnörkels

Seit der Erfindung Herzmanovskys durch Friedrich Torberg ist es um diese Gestalt nicht mehr still geworden. Als der skurrile Humorist 1954 auf Schloß Rametz in Meran starb, lag von ihm nur ein einziges Hauptwerk im Druck vor, und dieses war schon vor dem Zweiten Weltkrieg vergriffen, verramscht, von der Oberfläche verschwunden: „Der Gaulschreck im Rosennetz“.

Zu empfehlen

„Duden – Etymologie“, Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, bearbeitet von der Dudenredaktion unter Leitung von Paul Grebe; Der Große Duden, Band 7, Bibliographisches Institut, Mannheim; 816 S.

Unser Seller-Teller Januar 1964

Manchen Buchhandlungen fiel es diesmal schwer, unseren Fragebogen auszufüllen – im Januar steht es notorisch schlecht mit dem Verkauf; da will schon das Adjektiv gut wenig angebracht erscheinen, noch weniger seine Steigerung in den Superlativ.

Fernsehen: Des deutschen Spießers Wunderhorn

Am 30. Januar wurde Martin Walsers deutsche Chronik Eiche und Angora gespielt. Ein armer, tumber Geselle hält den Stützen der Gesellschaft seinen Narrenspiegel vor: Während sie sich wandeln, vom Kreisleiter zum Direktor und vom SA-Oberstudienrat zum Grauschlips-Oberstudienrat werden; während sie kämpfen und den Kampf verfluchen und abermals kämpfen, bleibt Alois Grübel sich treu.

Unser Kritiker sah:: „DIE GERECHTEN“

Der deutsche Nachholkurs in Bühnenliteratur sieht sich heute einer zweiten Bewährungsprobe ausgesetzt. Im ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg faszinierten uns Ideen und mancherlei Formen, die auf deutschen Bühnen unterdrückt gewesen waren.

Film

„Ein Schmetterling flog auf“ (USA; Verleih: Paramount): Ein Film, dessen Verdienst allein darin besteht, auf ein betörend schönes Buch aufmerksam zu machen.

Verliebt in scharfe Kurven

Rom, an einem sonnenheißen Vormittag mitten im August. Wie ausgestorben ist die Stadt. Mindestens nach Ostia sind ihre Bewohner gefahren.

Ein Labor sticht in See

Traumschiff für die Forschung – „Meteor“ im Kielwasser einer großen Tradition

Ein Dorf, ein Schwalbennest: Soglio

Hier wird ein Geheimtip verraten: Soglio, eines der hinreißendsten und am besten versteckten Dörfer der Alten Welt. Die wenigen, die es schon kennen, werden „buh“ rufen und sich ärgern, doch gibt es Symptome dafür, daß es nicht mehr lange dauern kann, bis Soglio von einem der großen Reiseunternehmen „erschlossen“ und „erweitert“ wird.

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