DIE ZEIT

Am Pariser Kamin

Nach dem deutsch-französischen Vertrag haben sich die Regierungschefs der beiden Länder zweimal im Jahr zu Konsultationen zusammenzufinden.

Ist der Bundestag zu teuer?

Die Frage geht am Kern des Problems vorbei. Sie müßte vielmehr lauten: Wie kann das Parlament besser, funktionstüchtiger werden? Mit anderen Worten: man muß die Diätenreform im Zusammenhang mit der Parlamentsreform sehen.

Sprung nach Afrika

Der rotchinesische Ministerpräsident hätte den Zeitpunkt für seine afrikanische Safari kaum günstiger wählen können. Tschu En-lai hatte sich zu der achtwöchigen, strapaziösen Reise durch vier arabische und sechs afrikanische Staaten entschlossen, um die chinesische Mauer zu durchbrechen und sich der „Dritten Welt“ als ein zugänglicher, charmanter Repräsentant einer künftigen Großmacht vorzustellen.

Zweierlei Maß

Dieser markante Satz war in der Frankfurter Allgemeinen zu lesen, am Ende einer Glosse, die sich ausgerechnet mit der Reise französischer Abgeordneter in den Staat Ulbrichts beschäftigte.

Königsdrama und bürgerliche Operette

Zuletzt, als alle Scheinwerfer auf ein glückliches Prinzenpaar gerichtet waren, schien es, als habe sich von Anfang an bloß eine Operette in Holland abgespielt.

Treuhänder für Deutschland

Er sprang auf, der Stuhl hinter ihm fiel um. Er warf noch einen Blick auf die Verhandlungsrunde – auf die Herren aus dem Bundeswirtschaftsministerium, den Abgesandten der Bundesbank, die Ostberliner Unterhändler.

Zeitspiegel

Die Sowjetrussen werden über ihren großen Nachbarn im Osten immer weniger erfahren. Der neueste Supplement-Band der Sowjetenzyklopädie widmet Rotchina nur noch zwei Seiten (USA: 8; Polen: 4).

Deutsche, Kommunisten, Atheisten

Unter dem Titel „Polens Kardinal isoliert sich“ hat Hansjakob Stehle in der ZEIT (Nr. 3/1964) einen Artikel über die Lage der Kirche in Polen veröffentlicht.

Wolfgang Ebert:: Die rettenden Rodler

Aufatmen können wir. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Weil die Winter-Olympiade zu Ende ist. Als Bundesdeutscher hatte man da – von Schnelldorfers Eislauftag abgesehen – eine schwere Zeit.

Die Seitensprünge der Rumänen

Lautloser als irgendwo sonst im Ostblock tastet sich das kommunistische Regime in Rumänien auf einen eigenen Weg. Weder in Bukarest noch in den diplomatischen Vertretungen Rumäniens im Ausland lassen sich die Funktionäre gern darauf ansprechen.

Maos schweres Geschütz

Das mildere Klima in den Beziehungen zwischen Peking und Moskau blieb eine Episode. Jetzt ist der Konflikt wieder in voller Schärfe entbrannt.

Ist Italiens Regierungspartei eine Partei?

Die italienische „Öffnung nach links“ ist eine so heikle Operation, daß es den Parteiführern ratsam erscheint, selber in die Regierung einzutreten und die Verantwortung für ihre Parteien anderen zu überlassen.

Meinungsfreiheit und Indiskretion

Die Presserechtsdebatte des Bundestages ließ auch in dem umstrittensten Punkt, dem Zeugnisverweigerungsrecht des Journalisten, Hoffnung auf einen allgemein akzeptablen Kompromiß.

Erfolg für Präsident Johnson

Im Saal des Schwurgerichtes von Jackson, Mississippi, erhebt sich der Sprecher der Geschworenen. Auf die Frage des Richters, ob sie zu einem „schuldig“ oder „nichtschuldig“ gelangt seien, antwortet er: „Ich glaube nicht, Euer Gnaden.

Kein Durst in Guantanamo

Die zehntausend Amerikaner auf dem Marinestützpunkt Guantanamo in der kubanischen Provinz Oriente werden keinen Durst leiden.

Lateinamerika im Teufelskreis

In Bolivien werden von den Minenarbeitern 21 Ingenieure und Techniker – darunter vier Nordamerikaner – als Geiseln festgenommen; sie sollen gegen verhaftete kommunistische Gewerkschaftsführer ausgetauscht werden.

Aus fremden Federn

Otto Wollenberg untersucht in den Gewerkschaftlichen Monatsheften“ (Heft 1), warum der Tod Kennedys eine so tiefe Erschütterung hervorrief, wie wir sie alle kennen.

Flotten der Welt

Seit mehr als einem halben Jahrhundert weiß jeder, der sich in Deutschland mit den Kriegsflotten in aller Welt beschäftigt, daß man nirgends so genaue und erschöpfende Auskunft darüber erhält wie im „Weyer“.

Leichte Plauderei mit ernstem Hintergrund

Bevor es ein anderer sagen kann, sage ich es lieber gleich selber: Ein neues Buch von Müller-Marein nimmt auf ein oder zwei Seiten auch von meiner Anwesenheit Notiz, noch dazu in nicht vorteilhafter Weise, und wenn ich unter solchen Umständen meinerseits von diesem Buch öffentlich Notiz nehme – was ich unverzüglich zu tun beabsichtige –, dann werden Leute mit schmuddliger Phantasie finden, das gehöre sich genausowenig, wie auf den Rasen zu treten oder Steuerschulden mit ungedeckten Schecks zu begleichen.

Reform statt Revolution

Susanne Miller: Das Problem der Freiheit im Sozialismus. Freiheit, Staat und Revolution in der Programmatik der Sozialdemokratie von Lasalle bis zum Revisionismusstreit.

Ansichten des Monsieur X

Auf dem sozialistischen Parteikongreß ist Gaston Deferre, der Bürgermeister von Marseille, zum Oppositionskandidaten für das Art des französischen Staatspräsidenten gewählt worden.

England soll nicht mehr Insel sein

„England ist ein Inselstaat, der auf das Meer hinausblickt“, rechtfertigte sich Charles de Gaulle, als er am 14. Januar 1963 selbstherrlich Großbritannien den Zutritt zum Gemeinsamen Markt verweigerte.

Krieg am Horn von Afrika

Erstmals seit dem Kriege mit Italien 1935/36 zogen abessinische Soldaten am Sonntag wieder ins Feld. Hunderte sollen bei den Gefechten mit den Somalis gefallen sein.

Krise um eine Prinzessin

Vierhundert Jahre nach dem Abfall der Niederlande von Spanien stürzte die Romanze zwischen der 24jährigen Prinzessin Irene und dem 33jährigen spanischen Carlisten-Thronprätendenten Carlos Hugo von Bourkon-Parma das kleine Holland in eine Staatskrise.

Namen der Woche

Valentina Tereschkowa, sowjetische Astronautin und Frau des Weltraumfliegers Andrian Nikolajew, sprach mit Königin Elizabeth II.

Wetterleuchten rund um den Globus

UN-Generalsekretär U Thant mußte am Donnerstag voriger Woche seine Reise durch Afrika abbrechen und zum UN-Palast in New York zurückfliegen, wo von allen Ecken des Erdballs Alarmmeldungen eintrafen: aus Zypern, Kuba und Südostasien.

Zypern ohne Bundeswehr?

Soldaten der Bundeswehr haben kaum noch Aussicht auf einen Abstecher nach Zypern. Staatspräsident Makarios sträubt sich gegen den modifizierten britisch-amerikanischen Befriedungsplan.

Zeitiragen: Sind wir noch ein Volk der Dichter und Denker?

Durch eine Sendereihe des Hessischen Rundfunks angeregt, erscheint im Mai bei Rowohlt ein Buch zu der Frage: „Sind wir noch ein Volk der Dichter und Denker Die Unter-Frage,mit der Walter Boehlich sich in diesem Rahmen auseinanderzusetzen hatte, galt der Rolle der Kritik in Deutschland.

Kleiner Kunstkalender

Diese sehr umfangreiche Ausstellung mit annähernd 200 Arbeiten aus den Jahren 1919 bis 1963 soll dem Maler Friedrich-Karl Gotsch endlich zu der Anerkennung verhelfen, die er bisher nur vereinzelt gefunden hat.

Neun Thesen zum Thema Kritik

VI. Zu selten traut sich ein Kritiker an Werke heran, die als Meisterwerke gelten. Shaw und Kerr trauten sich; sie wagten sogar, mit Shakespeare anzubinden.

Stoßseufzer eines Baiern

Wir Bayern sind schmählich in Verruf geraten, plötzlich, über Nacht; wir ahnten es gar nicht, daß die Wölfin der Ungunst gegen uns die Zähne bleckt.

Zeitmosaik

Walerian Borowczyks schon in Knokke gezeigter Trickfilm „Renaissance“ erhielt bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen von einer katholischen Jury eine lobende Erwähnung.

Aus der Schule geplaudert

Gewiß, der Erfahrensumkreis war beschränkt, im vorliegenden Fall auf den norddeutschen, überwiegend protestantischen Raum. Er gewährte aber immerhin Einblicke in großstädtische Mammutschulen, in Internatsschulen und eine Kleinstadtschule, die alle, trotz ihrer verschiedenartigen Struktur, ähnliche Fragestellungen und Besorgnisse aufkommen ließen.

Hüben und drüben: Betrifft Literatur und Sport

Der Erzähler und Dramatiker Siegfried Lenz, • der in seiner unfernen Jugend, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, auch als Leichtathlet, zumal als Speerwerfer, Beachtliches zu leisten vermochte, schreibt im Literaturblatt des Berliner Tagesspiegels vom 26.

Meilen von Babylon

Ein bekannter deutsch-amerikanischer Wissenschaftler, der zu einem Kongreß in Hamburg weilte, wollte einen Brief nach Amerika aufgeben.

Gefährdeter Planet

In England ist es üblich, zwischen major und minor poetry zu unterscheiden, wobei es als selbstverständlich gilt, daß auch die minor poetry ihre Berechtigung hat, daß sie gewissermaßen der Boden ist, in dem die großen Talente wurzeln, und daß die Grenze auch von dem einzelnen Dichter überschritten werden kann.

Gestalten im Ungefähren

Die Gruppe mit dem Fahnenschwinger ist ein Ausschnitt aus dem vierten der sechs Troßholzschnitte, die den Triumphzug Kaiser Maximilians I.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT die zweite, revidierte und um vier Kapitel erweiterte Neuauflage eines vielgeliebten Buches, dessen Erstauflage von 1959 schon seit beinahe zwei Jahren vergriffen war.

Fernsehen: Aschenpredigt und Klamotte

Juan Antonio Bardems Hauptstraße nahm den Aschermittwoch vorweg. Man sah einen großen Film über die spanische Leibeigenschaft: Provinz-Mädchen machen einen grausamen Scherz, ein altes Mädchen wird genarrt, der junge Mann verlobt sich zum Schein.

Sonntag, 9. Februar, die Sendung:: Flüchtlingsgespräche

Thema des Dritten Programms dieser Woche: „Bert Brechts und andere Flüchtlingsgespräche“. Brechts (wahrscheinlich im Jahre 1940 im Exil begonnenen) Gespräche zwischen zwei Männern, Ziffel und Kalle, die anfangs Der Große und Der Untersetzte hießen, wurden auf drei Abende verteilt.

Der Denunziant und sein Opfer

Die nationalsozialistische Vergangenheit kann auch so bewältigt werden. Ein Studienprofessor, der seinen Freund an den Galgen geliefert hat, unterrichtet acht Jahre lang an einem Münchener Gymnasium Geschichte.

„Pflanzenfresser“

Die Flensburger Stadtverwaltung kann aufatmen: Die Milben sind aus dem neuen Rathaus verschwunden. Zu Millionen hatten sie sich in dem Neubau eingenistet; aber der Schädlingsbekämpfungstrupp einer großen Firma machte ihnen den Garaus – für 13 000 Mark.

Stiftungen in Deutschland

In der letzten Ausgabe der ZEIT hat Shepard Stone, Direktor der Abteilung für Internationale Angelegenheiten bei der Ford Foundation geschildert, in wie entscheidender Weise die amerikanischen Stiftungen das gesellschaftliche Leben der USA beeinflußt haben.

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