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DIE ZEIT

Zu empfehlen

„Zum Nutzen des Menschen“ – Die großen Erfindungen im Bild der Geschichte, fünfte Folge der Sammlung „Panoramen der Geschichte“; Scherz Verlag, Bern/Stuttgart/Wien (sowie Bompiani, Mailand); 361 S.

Drei Ämter und ein Mann ...

Der Präsident des SPD-Parteitages in Bad Godesberg, Max Seidel, hatte nicht zuviel versprochen. „Es ist der feste Wille dieses Parteitags“, so hatte er erklärt, „seine neu zu wählenden Führungskräfte mit dem größten Vertrauensbeweis auszustatten.

Kontroverse Konsultation

Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Erhard haben sich bei ihrer Pariser Begegnung freimütig und in gegenseitigem Respekt ihre unterschiedlichen Auffassungen auseinandergesetzt.

Stoppzeichen aus Bonn

Die Bundesregierung hat nachgeholt, was sie angesichts der vorweihnachtlichen Hochstimmung vor zwei Monaten für untunlich hielt: Sie sagte jetzt nachträglich nein zur Berliner Passierscheinvereinbarung vom 17.

Willy Brandts dreifache Bürde

Mit der Höflichkeit der König; hält sich der erste Mann der SPD an Zeit und Ort der Verabredung. Er bittet den Gast nur um eine Minute Geduld – für ein dringendes Telephongespräch.

Zeitspiegel

„Die Bürger von Königsberg läuteten die Glocken, als Immanuel Kant von einer Erkältung genesen war. Bei uns hat man nicht einmal ein Hurra auf unsere Wissenschaftler und Technologen ausgebracht, ehe sie anfingen, das Land zu verlassen.

Ein Revisionist in Ostberlin

Wenn Professor Havemann an der Humboldt-Universität in Ostberlin über „Naturwissenschaftliche Aspekte philosophischer Probleme“ liest, dann gibt es im Hörsaal keinen leeren Platz.

Der merkwürdige Fall Heyde

Der erste floh, der zweite fiel aus dem Fenster, der dritte hängte sich an einem Heizungsrohr auf: Der „Euthanasie“-Prozeß hatte – bis auf eine Ausnahme – keine Angeklagten mehr, als er am Dienstag vor dem Schwurgericht in Limburg eröffnet wurde.

Nazis in Bonn

Wir blätterten in einer Dissertation aus der Nazizeit. Sie lehnt – wie könnte es auch anders sein bei einem Schüler von Carl Schmitt! – die liberale Verwaltungsgerichtsbarkeit, „die das Individuum um jeden Preis zu schützen suchte“, mit den damals üblichen Argumenten ab.

Allzu saloppe Volksvertreter?

„Eine x-beliebige Stunde“ war der Titel einer Bundestagsreportage, die am 11. Februar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlicht wurde.

Angelsächsische Mißhelligkeiten

Der zweitägige Besuch von Sir Alec Douglas-Home in Washington hat dem amerikanischen Präsidenten innenpolitisch wohl eher geschadet, dem britischen Premierminister innenpolitisch eher genützt.

Aus fremden Federn

In der „Neuen Gesellschaft“ (Nr. 6) tritt Rudolf Wildenmann für das Mehrheitswahlrecht ein. Er fügt zu den bekannten neue Gründe hinzu, so den, daß die „Tyrannei der Minderheit“, die Neigung, den politischen Opponenten als Gegner und Feind zu betrachten, bei der Verhältniswahl größer sei als die Gefahr der „Tyrannei der Mehrheit“ bei der Mehrheitswahl.

Die Tory-Führer

Wenn man genauer wissen will, wie ein Land mit einer langen parlamentarischen Überlieferung und einer wachen öffentlichen Meinung eine schwere innerpolitische Krise bewältigt, muß man dieses Buch lesen.

Eine tapfere Frau

Furchtlosigkeit ist kein Privileg des männlichen Geschlechts, Marie-Elisabeth Lüders hat es bewiesen. Seit fünfzig Jahren hat sie für die Rechte der Frau gekämpft, mehr als zwanzig Jahre lang ist sie im Reichstag oder im Bundestag für die Ideen der Freiheit, des Rechtsstaates und der menschlichen Würde eingetreten.

Ein Staatsmann und Landmann

Der Alte, längst für totgehalten, wollte aus dem Sarge steigen. Was, rief sein Sohn mit entsetzter Stimme, willst Du denn ewig leben? – und gleich flog der Deckel wieder zu .

Pfarrer beten nicht mehr...

Seit 1956 besteht das „Seminar für kirchlichen Dienst in der Industrie“ in Mainz-Kastel. Bis zum Frühjahr 1963 erhielten dort in sieben Halbjahreskursen achtzig evangelische Vikare und Pfarrer eine zusätzliche Ausbildung in drei Abschnitten zu jeweils zwei Monaten.

Der „Feldherr” und sein Nachlaß

Eines der letzten Filialunternehmen des großdeutschen Nationalismus soll unter den Hammer kommen. Nachlaßverwalter sind die Innenminister der Länder: Im Mai 1961 verfügten sie das Verbot der beiden tragenden Vereinigungen der Ludendorff-Bewegung.

Der Meisterspion von München

Der Tod war schneller als die Justiz. Am 27. Januar starb in München der 39 Jahre alte Grieche Nikolas Lazopoulos an einem Krebsleiden.

„Afrikas Krankheit“

Enttäuschend endete die Afrika-Konferenz in Daressalam, mit der Präsident Nyerere sein Prestige aufbessern wollte. Auf seinen Vorschlag sollten drei afrikanische Bataillone und eine Fliegerstaffel die englischen Truppen ablösen und ein halbes Jahr bleiben, bis Tanganjika seine Armee reorganisiert hat.

Brandt: „Nicht nur pro forma“

Auf dem außerordentlichen Parteitag der SPD in Bad Godesberg wurde am Sonntag Willy Brandt mit 320 von 334 Stimmen zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.

Der Mann, der zuviel wußte

Der einsame Entschluß eines jungen Russen gefährdete in der letzten Woche die Genfer Abrüstungskonferenz. Juri J. Nossenko, Mitglied der sowjetischen Delegation, wählte die Freiheit und schlüpfte unter die Fittiche des US-Geheimdienstes CIA.

Keine Oster-Passierscheine?

17. Dezember 1963: Passierschein-Übereinkunft in Berlin. Bis zum 5. Januar besuchen 1,2 Millionen Westberliner Verwandte in Osiberlin.

Namen der Woche

Claude Chayet, Generalkonsul, ging als erster französischer Geschäftsträger nach Peking. Der 43jährige Diplomat, der fließend chinesisch spricht, gehörte zur französischen Delegation bei den Friedensverhandlungen mit den algerischen Rebellen in Evian.

Siebenmal Krisen-Bestandsaufnahme

Staatsmänner der NATO, des Ostblocks und der blockfreien Länder gingen letzte Woche auf Reisen, um mit ihren Freunden, Verbündeten oder Partnern eine Bestandsaufnahme der kleinen und großen Krisen vorzunehmen.

Angeklagt: Bert Brecht

Obwohl man in Amerika durch ein beiläufiges Erwähnen des Namens Brecht sowohl auf seine literarische Bildung wie auch seine politische Unvoreingenommenheit hindeuten kann, haben sich seine Stücke am Theater noch keineswegs durchgesetzt.

Kleiner Kunstkalender

„Die Kunst der Schrift“ – „Illustrationen“ Konsequent und systematisch geht Dietrich Mahlow dem Thema auf den Grund, das er mit seiner vorjährigen Ausstellung „Schrift und Bild“ angeschlagen hat.

Sündenbock Vittorio de Sica

Das verdroß die hessischen Freien Demokraten über Gebühr. In ihrem Pressedienst legten sie wütend los: Es erscheine kaum glaubhaft, daß die Programmverantwortlichen der Mainzer Anstalt dem deutschen Publikum einen ständigen Bildschirmgast zumuteten, der „zu den potentiellen (!) Verleumdern und Beleidigern der Bundesrepublik Deutschland zählt und der nicht nur öffentlich seine Sympathien für das Ulbricht-Regime bekundet, sondern auch heute noch die Bevölkerung Westdeutschlands weitgehender nationalsozialistischer Denkweise, Widerlichkeit und Dummheit bezichtigt“.

Warum trat Arndt zurück?

Gewiß, es war ihm nur vergönnt, eine Episodenrolle zu spielen. Gewiß, er hielt sich nur ein knappes Jahr im Amt. Ein brillanter Redner, ein anerkannt kluger Kopf, ein geistreicher Debattierer und, um es deutlich auszusprechen: ein Intellektueller.

Zeitlose Warnung

Keine deutsche, auch keine sozialdemokratische Regierung kann den nationalen Anspruch auf ein geeintes Deutschland in die Hände der Nationalisten fallen lassen, ohne ihre Existenz, das demokratische Regime und den Frieden in Europa zu gefährden.

Für den Antrag

Heute geht an den Hochschulen nichts ohne Gedränge vor sich. Gedränge in den Hörsälen, vor der Mensa, in den Instituten. Die Bücher in den Bibliotheken, die Labors reichen nicht aus.

Gegen den Antrag

Zyniker möchten sagen: Sowas kommt von sowas! Fünfzehn Jahre lang haben die Universitäten über ihre Reform beraten und nichts beschlossen; heute beschließt der Landtag – mit einem Minimum von Beratung.

Test für Erich Kästner

Eines der ersten Gedichte in seiner Meistermischung von Melancholie und Schnodderigkeit, von ironisierter Sentimentalität und poetischer Polemik widmete Erich Kästner seinem Jahrgang 1899, der sich „das“ viel schöner gedacht hatte und schließlich an die Kanonen verfüttert wurde.

Brief aus dem Tessin (III)

Es verwirrt mich, Mädchen, daß Du es anders erwartet hast. (Danke für Deinen Brief!) Hast du wirklich geglaubt, Du würdest nicht zur Zielscheibe der Gefühle werden – und nicht nur derer dieses einsamen Briefschreibers, sondern auch aller Zeitungsleser, die sich für siebzig Pfennig das Voyeurs-Recht erkaufen? Es war vorauszusehn.

Das Buch im Schaufenster

Ein Schreiber ist ein Schreiber, und wenn er Glück hat, wird aus dem Geschriebenen etwas Gedrucktes. Dann eilt er aufgeregten Schrittes von Buchhandlung zu Buchhandlung und versucht, dieses im Fenster zu erblicken.

Zeitmosaik

Rolf Hochhuth, der als „Stellvertreter“-Autor anscheinend stellvertretend alle nur irgend mögliche Schriftsteller-Unbill erleiden muß, hat den amerikanischen Filmregisseur Otto Preminger („Der Kardinal“) auf Zahlung von vier Millionen Mark verklagt, weil Preminger in einer Rundfunksendung im Dezember in New York ihn einen „sehr aktiven und sehr gewalttätigen Nazi“ genannt haben soll.

Ein Buch schreit Mordio

Wohlgemerkt sind es nicht die Werke der russischen Autoren, die zu Bedenken Anlaß geben; Literatur dieser Zeit ist längst kein Novum mehr, außerdem ist das, was diese Sammlung zu bieten hat, nicht eben viel Neues.

Der große Sprung nach vorn

Über sein Gesicht zog ein breites Eisenhower-Lächeln: „Ja“, antwortete er, fügte jedoch einige Sekunden später einschränkend hinzu: „Wir werden es versuchen.

Immer daran denken

Wirtschaftspolitisch verlangt die gegenwärtige konjunkturelle Situation, daß alles getan wird, was geeignet ist, eine erneute Überforderung der inländischen Wirtschaft zu verhindern, und daß alles vermieden wird, was diesem Ziel entgegenwirken könnte.

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