Wirtschaft

Der Traum von der vierten Großbank

l selten dürften über einen Mann, der gerade dabei ist, runde 30 Millionen Mark zu verdienen, so viele ungünstige Gerücht: in Umlauf gewesen sein wie in der letzten Woche über Rudolf Miinemann.

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DIE ZEIT

Gefahr für Berlin

Wenn es in den letzten zehn Jahren irgendein Ereignis gegeben hat, das als gesamtdeutsche Begegnung bezeichnet werden kann – also als ein Ereignis, auf das wir mit brennender Sorge warten –, so war es die Massenwanderung von 1,2 Millionen Westberlinern nach Ostberlin während der Weihnachtstage.

Propaganda

Die Menschen drüben sind allergisch gegen politischeSendungen, die sie als Propaganda empfinden. Sie wünschen keine Sondersendungen“, stellte der Intendant des WDR, Klaus von Bismarck, auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Mülheim (Ruhr) fest.

Träumereien an Pariser Bildschirmen

Wenn Fernseh- und Radiostationen dem Staat gehören und allein seiner Kontrolle unterstehen, so ist das eine besonders mißliche Sache dann, wenn es um Politik geht.

Unrecht in Kiel

Der Kieler Ordinarius für öffentliches Recht, Dr. Eberhard Menzel, ist in den letzten Wochen in den Verdacht geraten, er gehöre zur Gruppe der alten Nazis.

Brandt will koordinieren

Gestützt durch die Zustimmung von Sozialdemokraten und Freien Demokraten zu seinem Vorschlag, einen Koordinierungsausschuß zu errichten, wird der Regierende Bürgermeister nun mit dem Bundeskanzler zusammentreffen.

Der k.u.k. Sozialdemokrat

Es war ein ausgefallener Tag, dieser 29. Februar 1964. Ungewöhnlich war auch, was sich an diesem Schaltjahrtag im großen Saal des Düsseldorfer „Hauses des deutschen Ostens“ zutrug.

Späte Legalisierung

Es hat lange gedauert, bis das in der Verfassung vorgesehene Gesetz zur Beschränkung des Post- und Fernmeldegeheimnisses vom Bundesinnenministerium dem Kabinett vorgelegt wurde.

Unverdrossen

Die Hamburger „Waffen- und Luftrüstungs AG“ (siehe ZEIT Nr. 7) will weiter Raketen konstruieren. Nach einem Protest der Sowjets gegen den Bau militärischer Raketen durch die „Waffen AG“ hatten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, die Waffenproduktion vorläufig aufzugeben und ihre Ämter niederzulegen.

Zeitspiegel

In Washington sind politische Beobachter davon überzeugt, daß Robert F. Kennedy bereit ist, sich am Rennen um die Kanditatur für das Amt des Vizepräsidenten zu beteiligen.

Der unmündige Staatsbürger

Gefährden programmatische Erklärungen sowjetischer Politiker unseren Staat? Darf ein Bürger der Bundesrepublik sie lesen oder nicht? Diese Frage, die an die Grundsätze der Informationsfreiheit rührt, behandelt in diesem Beitrag der namhafte Strafverteidiger Dr.

Wolfgang Ebert:: Müde Katholiken

Als ich ihr das Frühstück ans Bett stellte, schüttelte Ingwelde, meine Frau, traurig-verneinend den Kopf: „Nein, nicht mal das leiseste Zischen.

Stachel des Widerspruchs

Zum erstenmal seit Chruschtschows erfolglosem Pekingbesuch von 1959 (nach seiner Rückkehr aus Amerika) hat sich in diesen Tagen der Regierungschef eines mit Moskau verbündeten Landes wieder in die chinesische Hauptstadt begeben: Rumäniens zweiter Mann und Premierminister lo Gheorghe Maurer zusammen mit drei weiteren Spitzenfunktionären – praktisch also das halbe Politbüro der rumänischen Partei befindet sich in China.

Frieden um jeden Preis

Zum zweitenmal innerhalb von drei Monaten flog der US-Verteidigungsminister McNamara in dieser Woche nach Saigon. Er soll politische und militärische Probleme in Südvietnam lösen, die möglicherweise schon nicht mehr zu lösen sind.

Weniger Dollars für Vater Staat

Künftig werden die Ziffern auf den Gehaltsschecks der amerikanischen Angestellten noch etwas höher, die Lohntüten der Arbeiter noch praller gefüllt sein als bisher.

Zensuren für die deutsche Wissenschaft

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung fragt jährlich ihre wissenschaftlich hochqualifizierten Stipendiaten aus aller Welt nach ihren Beobachtungen und Erfahrungen bei der Begegnung mit dem deutschen Wissenschaftsbetrieb.

Die faulen Eier aus Prag

Fischer will den Marxismus-Leninismus fortspülen lassen“, klagte Horst Sindermann kürzlich vor dem SED-Zentralkomitee und warnte die DDR-Kommunisten davor, sich von dem Wiener Altkommunisten und seinen intellektuellen Freunden in Prag „faule Eier ins Nest legen“ zu lassen.

Ist der Bundesrat verkümmert?

In den vierzehn Jahren seines Bestehens hat der Bundesrat nicht eine einzige, schriftlich formulierte Frage an die Bundesregierung gerichtet, die im Plenum des Bundesrats hätte diskutiert werden müssen.

Mut zum Bekenntnis

In der Südafrikanischen Union gibt es Rassengesetze, von denen selbst der fervente Apartheid-Anhänger nichts weiß. Sie sind oft schon mehr als zehn Jahre alt.

Acht Tage und zwei Welten

Die Reise beginnt, auf die Sekunde genau, um 12 Uhr 55. Eine Stunde nachdem die letzten Vorstädte Moskaus vorübergezogen sind, bietet sich noch einmal der vertraute Anblick von Zwiebeltürmen hinter weißen Mauern: Sagorsk.

Buch des Andenkens

Den Hauptbestandteil des Textes in diesem Buche hat Urs Schwarz geschrieben, der Auslandsredakteur der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Erfülltes Wächteramt der Historie

Wir haben das vorliegende Buch in den vergangenen Jahren schmerzlich vermißt. Wie gern hätten wir den von K. H. Peter herausgegebenen „Kaltenbrunnerberichten“, dem „Aufstieg und Verfall des Dritten Reiches“ von W.

Farbige Welt

Peter Coulmas beschäftigt sich in seinem Buch mit den farbigen Ländern, ihrem Machtanspruch und ihren Möglichkeiten. Das Werk des bekannten Rundfunkautors leidet darunter, daß es etwas viel theoretische Ausführungen und etwas wenig konkrete Darstellungen enthält.

Informationen für eine Friedensstrategie

Seit ein oder zwei Jahren besteht eine kleine Hoffnung, daß Offiziere und Beamten im Auswärtigen Amt und im Verteidigungsministerium, Politiker im Bundestag und Journalisten der großen deutschen Presse (über eine mehr zufällige Information hinaus) sich systematisch diejenigen Kenntnisse über die Tatsachen und ihre bisherige analytische und synthetische Durcharbeitung aneignen, deren man bedarf, wenn man über Probleme der militärischen Sicherheit einerseits und der Rüstungsbeschränkung andererseits will mitreden können.

Kritik und Perspektiven

Es ist selten, daß Aufsätze von Journalisten, die Goldprobe auf ihren Gehalt bestehen, die in einer Lektüre noch Jahre nach ihrer Veröffentlichung besteht.

Mit reinem Herzen

Dieses kleine Buch erhält sein besonderes Gewicht dadurch, daß es von einem Amerikaner geschrieben worden ist. Verständnis für den deutschen Widerstand gegen Hitler und die Beweggründe ihrer.

So war der wirkliche Hitler

Als vor einem Jahrzehnt Hitlers Tischgespräche zum ersten Male veröffentlicht wurden, gab es einen Sturm. Man befürchtete Verwirrung, man sorgte sich, daß Hitlers Kunst der Vereinfachung und Überredung noch nach seinem Tode wirken könne.

Apartheid in Südwest

Die ehemalige deutsche Kolonie Südwestafrika, seit 1918 unter südafrikanischer Verwaltung, verändert ihr Gesicht. Neue Wasserkraftwerke, Bewässerungssysteme und Straßen sollen das zu großen Teilen unfruchtbare Gebiet erschließen und den Schwarzen zu höherem Lebensstandard verhelfen.

Namen der Woche

Eugen Gerstenmaier, Bundestagspräsident, sagte in Madrid eine Pressekonferenz ab, weil die Spanier nicht garantieren konnten, daß Mussolini-Befreier Otto Skorzeny nicht erscheinen werde.

Passierschein – Zwischenspiel

Die innerpolitische Auseinandersetzung über das Für und Wider der Berliner Passierscheinregelung trübte vorige Woche das scheinbar gute Einvernehmen Bonn–Berlin.

Wahl ohne Kopfjagd

Dickbäuchige Papuas mit Hibiskusblüten im Haar tanzten in Karnevalslaune um die Wahlurnen in der Hafenstadt Port Moresby auf Neu-Guinea.

Zypern: Töne des Hasses – Hoffnung auf einen Kompromiß

Während Griechen und Türken heftig mit dem Säbel rasselten und Studenten in Athen US-Präsident Johnson als Türkenfreund verhöhnten (siehe Bild), rang sich der Weltsicherheitsrat nach zwei Wochen mühseliger Verhandlungen über die Zypern-Krise zu einer Notlösung durch, der alle drei Beteiligten zustimmen konnten.

Das Museum ist kein Zirkus

Mit welchen Farben bringen Sie das Museum in Verbindung? So ungefähr lautete die Frage, die das Soziologische Forschungsinstitut der Universität München an Besucher und Nichtbesucher der Münchner Museen richtete.

Ist Westberlin Provinz?

Berlins Kultursenator Dr. Adolf Arndt trat unlängst freiwillig von seinem Amt zurück. Sein Rücktritt schien ungewöhnlich, paßte er doch wenig in die Sitten und Gebräuche, die sich in der Berliner Kulturlandschaft eingebürgert.

Kleiner Kunstkalender

Mit 79 Jahren hat sie ihr erstes Bild gemalt. Sie ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, und die Erinnerungen an ihre glückliche Kindheit auf dem Lande kann man auf ihren Bildern wiederfinden.

Universitätsreform in Göttingen

Vor zwei Wochen druckten wir einen beim niedersächsischen Landtag von der Regierungskoalition vorgelegten Antrag, das Studium der geisteswissenschaftlichen Fächer an der Universität Göttingen zu reformieren – vor allem, die Studiendauer abzukürzen.

Nr. 10 vom 11. März 1954: Vaterlandslose Gesellen?

Am Wochenende erklärte der Vorsitzende der SPD, Ollenhauer, die Wehrergänzung des Grundgesetzes durch den Bundestag unmittelbar nach der Berliner Konferenz sei in der Welt dahin kommentiert worden, daß die Bundesregierung und ihre Parlamentsmehrheit nunmehr die westdeutsche Integration der Wiedervereinigung Gesamtdeutschlands vorgezogen habe.

Zeitmosaik

Nachdem es lange den Anschein hatte, als würde das Kontrollsystem der DDR, das alle Büchersendungen aus dem Westen zu passieren haben, immer undurchlässiger, erklärte der Vorsteher des Leipziger Börsenvereins, Klaus Gysi, am letzten Dienstag auf der Leipziger Buchmesse, „humanistische“ Werke würden nicht beanstandet.

Brief aus dem Tessin (IV)

Sie kommen nicht von einem der deutschen Sender, sondern von einer „Produktionsgesellschaft“ – so heißt das wohl. Vor ein paar Jahren (wie unternehmungslustig muß ich zu jener Zeit noch gewesen sein!) habe ich einem Mann für ein paar Mark, die längst im Fluß Lethe versunken sind, eine „Idee“ verkauft – nein, ich erwähnte sie im Gespräch, und er zog stumm seine Brieftasche hervor und legte mir drei Scheine auf den Tisch und ließ mich dann etwas unterschreiben.

Der Stellvertreter in New York

Vor einer Woche, fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Berliner Uraufführung, erlebte „the world’s most controversial drama“, wie „Der Stellvertreter“ in den USA genannt wird, seine Broadway-Premiere.

Verteidigung des Tauwetters

Das Sprichwort „tempora mutantur, nos et mutamur in illis“ könnte man nun sinngemäß abwandeln: Die Zeiten wandeln sich, und sie, die Russen, wandeln sich mit ihnen.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Hermann Kesten und lauter Literaten

Daß der vor zwei Wochen im Literaturteil der ZEIT veröffentlichte „unverblümte Widerspruch“ Walter Widmers gegen Hermann Kestens „Lauter Literaten“ betitelten Band mit Porträts und Erinnerungen seinerseits auf ebenso unverblümten Widerspruch stoßen würde, war nicht anders zu erwarten.

Hüben und drüben: Rolf Hochhuth und die Gemütlichkeit

Deutsche Schriftsteller unserer Zeit unterhaltet sich gern über deutsche Schriftsteller unsere! Zeit. Auch neulich, als sich einige Meister der Feder, begleitet von ihren meist andächtig lauschenden Damen, zu einem geselligen Beisammensein trafen, plauderte man über die Kollegen.

Walter Widmer:: So geht es auch nicht!

Natürlich habe ich damit gerechnet, rechnen müssen, daß mein Kesten-Artikel einigen Leuten nicht genehm sein werde. Wer sich an die Öffentlichkeit begibt, geht dieses Risiko ein.

Unser Seller-Teller Februar 1964

Hochhuths „Stellvertreter“, der seit September von dieser Liste verschwunden war, erscheint hier wieder, und zwar mit großem Abstand an erster Stelle.

Max Frisch:: Unverblümt oder unflätig?

Hermann Kesten, dem ich während seiner Niederlassung in Rom öfter begegnet bin und dem ich öfter habe widersprechen müssen, ganz entschieden beispielsweise in seiner Affäre mit Uwe Johnson, ist ein Schriftsteller, der wie jeder andere der literarischen Kritik seiner Zeitgenossen unterzogen werden darf und soll, auch wenn er, wie Walter Widmer mitteilt, jeder Kritik unzugänglich bliebe.

Briefe an ein Kind

August Strindberg hat kein Wort geschrieben, das er nicht erlebt und erlitten hätte. In ihm verkörperte sich die ganze Problematik des modernen Menschen; auf der einen Seite die zynische Wirklichkeit einer entgötterten Welt, auf der anderen das göttliche Ursprungsbewußtsein eines hochfliegenden Geistes.

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