Nach sechs Wochen verhandelten die Delegierten in der Gsnfer Abrüstungskonferenz immer noch ohne feste Tagesordnung. Indessen scrgten die Polen außerhalb der Konferenz für frischen Wind im ost westlichai Abrüstungsgespräch. Freilich war e; Wind aus alten Blasebälgen: Polens Außenminister Adam nes Planes für eine atoriwaffenfreie Zone in Mitteleuropa. An dei Grundzügen des ersten Rapacki Planes lält Warschau fest, aber ein Vergleich der Fassungen zeigt, wie wenig von den konkreten Vorschlägen übriggeblieben ist.

. Plan (2. Oktober 1957- Verbot der Produktion und Lagering von Kernwaffen in der Bundesrepablik, der DDR, Polen und der CSSR. Der Westen lehnt ab, da weder Kontrollen noch eine Verminderung der konveuionellen Streitkräfte vorgesehen waren, in denen der Osten an Zahl überlegen ist (siehe Karte). 2. Plan (14. Februar 1958): Vier neue Punkte: Verbot auch cer Trägerwarfen; kein Einsatz von Kernvaffen gegen Mitteleuropa; gemeinsame Eoden- und Luftkontrollen; einseitige Verpflichtungserklärungen möglich, um Anerkennung Pankows zu vermeiden. Die NATO wollte jedoch nicht auJ den Atomschild verzichten; Bonn befürchtete das Einfrieren des politischen Status quo.

Phasen: 1 die Kernwaffen der USA und der UdSSR in Mitteleuropa werden eingefroren. Keine Weitergabe von Kernwaffen an die Europäer. 2. Abzug aller Atomwaffen und Reduzierung der konventionellen Streitkräfte der Großmächte. Dieser Plan wurde von der Berlin Krise überholt. Im März 1962 wurde er neu aufgelegt, jedoch mit zwei Zusätzen: Verbot neuer Militärstützpunkte; Beitritt anderer Staaten möglich.

Einfrieren der Bestände an atomaren Ladungen für taktische Warfen aller Art; internationale Einfuhrkontrollen. Aber werden die Sowjets mit Kontrollen einverstanden sein? Als die USA vorige Woche von sich aus einen großen Kernreaktor unter internationale Kontrolle stellten (in der Hoffnung, andere würden diesem Beispiel folgen), fragte der Sowjetdelegierte Zarapkin in Genf: "Um was für Kontrollen geht es? Um die Kontrolle unserer Atomindustrie? Wir sind da sehr empfindlich!" Das Barometer m Genf steht also weiterhin tief. US Delegationschef Foster erstattete in Washington Zwischenbericht. Es werde wohl noch lange Zeit vergehen, meinte er, bis Moskau eine KernwaffenInspektion an Ort und Stelle zuläßt. UNGeneralsekretär U Thant rechnet für dieses Jahr nicht mit Fortschritten.