Wirtschaft

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DIE ZEIT

Aus Peking nichts Neues

Kaum je gab es eine so wortkarge Reise kommunistischer Spitzenfunktionäre in „Bruderländer“ wie bei der Visite der Rumänen in Rotchina, Korea und zum Schluß am Schwarzen Meer bei Chruschtschow.

Ein Kanzler darf nicht träumen

Der Kanzler, der ausgezogen war, Europa zu finden, ist unverrichteter Dinge nach Hause zurückgekehrt. Die von Ludwig Erhard mit Pathos angekündigte neue Initiative für die Bildung einer politischen Union hat erwartungsgemäß in eine Sackgasse geführt.

Frieden – wie lange?

Wenn eine Krise unlösbar geworden ist, wenn die Verantwortlichen jene Leidenschaften, die sie selber entfacht haben, nicht mehr zu bändigen vermögen, wenn alle Möglichkeiten der Verhandlung erschöpft sind und in blutigen Scharmützeln schon die schreckliche Kontur eines Krieges sichtbar wird – dann, erst dann sind die Vereinten Nationen zum Eingreifen bereit.

Nicht nach Nordvietnam

Schon ehe Verteidigungsminister McNamara dem Nationalen Sicherheitsrat der USA in dieser Woche das Ergebnis seiner vierten Reise nach Südvietnam vortrug, stand soviel fest: Die Vereinigten Staaten werden den Kampf gegen die Aufständischen des Vietcong nicht in die nördliche Landeshälfte tragen, und sie werden auch den Status ihres militärischen Personals – rund sechzehntausend Berater und Ausbilder – nicht verändern.

Amerikas Mister Keeler

Das Titelbild auf einer amerikanischen Illustrierten zeigt ihn im Karnevalskostüm, wie er gerade vor dem Spiegel die ausdruckslose Maske aus Pappmaché lüftet und sein frohes, einnehmendes, jungenhaftes Konterfei bewundert.

Geister-Amt

Ein „Amt für innerdeutsche Beziehungen“ wird es nicht geben. Es würde allzu sehr den Eindruck eines Auswärtigen Amtes speziell für die Beziehungen zur DDR erwecken, glaubt man nicht nur in der Regierungs-, sondern auch in der Oppositionspartei.

Gesamtdeutsche Poker-Partie

Innerhalb von 48 Stunden hat die Regierung in Ostberlin einmal mit ja und einmal mit rein entschieden. Es ging um die Zwischenaufenthalte in Mitteldeutschland.

Zeitspiegel

Die amerikanischen Diplomaten in Paris beklagen sich über eine zunehmende gesellschaftliche. Isolierung. Sie bekommen immer weniger Einladungen der Franzosen.

Aufgalopp zum Wahlkampf

Die CDU hat die Führungskrise überwunden – wenigstens soweit sie sich in dem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Adenauer und Erhard gezeigt hat.

,,Mit den Russen läßt sich reden”

Somit wäre der Vorsitzende des Landesverbandes Berlin der Freien Demokratischen Partei, ein Herr, bei dem keine Falte und kein Pfund zuviel seine 69 Jahre verraten, einer jener Nachkriegspolitiker, die nicht aus Breslau und Umgebung, sondern von der Waterkant in die deutsche Hauptstadt gekommen sind.

Der Papst und die rote Welt

Zehn Jahre nach Stalins Tod verließ am 7. März 1963 eine Russin – mit tränenüberströmtem Gesicht, wie Beobachter der Szene berichteten – die Privatgemächer des Heiligen Vaters.

In Auschwitz: Ein Mensch unter Mördern

Konnte es einen unschuldigen SS-Arzt in Auschwitz geben? Wer einmal in das Räderwerk von Auschwitz geraten war, der konnte sich, so scheint es, dem Befehlsmechanismus, der korrumpierenden, Mitwisser-Gemeinschaft nicht entziehen – es sei denn, er hätte das eigene Leben riskiert.

Wer fordert Johnson?

Als der Sieg des derzeitigen amerikanischen Botschafters in Saigon, Henry Cabot Lodge, bei den republikanischen Vorwahlen von New Hampshire feststand, entrüstete sich das auf den unterlegenen konservativen Senator Barry Goldwater eingeschworene Lokalblatt „The Manchester Union Leader“ mit der Überschrift: Zeitweilige politische Geistesgestörtheit.

Abrechnung mit Havemann

Am Abend des 12. März wurde das Parteiaktiv der Ostberliner Humboldt-Universität zum zweitenmal innerhalb vier Wochen zusammengetrommelt, um ein Urteil über Professor Robert Havemann zu fällen.

Wider die Müdigkeit im Amt

Wer in Deutschland die endgültige Anstellung als Richter erreicht hat, braucht sich um seine Weiterbildung nicht zu kümmern.

Amerika acht Monate im Wahlfieber

Mit einer Überraschung endeten in New Hampshire die ersten Vorwahlen für die amerikanische Präsidentschaftswahl. Bei den Republikanern erhielt Henry Cabot Lodge, US-Botschafter in Saigon, die meisten Stimmen (35,7 Prozent), obwohl er gar nicht kandidiert hatte.

Geheimer Brief an Mao

„Die Ereignisse in der kommunistischen Welt überschlagen sich so schnell, daß wir kaum noch mitkommen“, bemerkte ein amerikanischer Kremologe.

Namen der Woche

John Okello, mit 32 Jahren selbsternannter „Feldmarschall“ des Inselstaates Sansibar, wurde von Präsident Karume ausgebootet.

NEW YORK

„Ich weiß, es ist hart für Sie, über reiche Leute zu lesen, wenn Sie selber nicht reich sind, und ich möchte nicht, daß Sie von uns denken, wir seien verdorben und herzlos“,schrieb Jacqueline Kennedy 1955 an einen armen britischen Veteranen.

PNOM PENH

Studenten verwüsteten die Botschaften der USA und Englands in Kambodscha. Ihr Kampfruf: „Nieder mit der freien Welt!“ Regierungschef Prinz Sihanouk ließ sie, gewähren.

SAIGON

Beim Krieg in Südvietnam bleiben die USA bei der alten Medizin. Nur die Dosis wird stärker. US-Verteidigungsminister McNamara brachte aus Saigon einen neuen Plan mit: 1.

Togliattis Sorgen

Reform oder Revolution? Das ist die Frage für Palmiro Togliatti, Chef von 1,6 Millionen Kommunisten Italiens. Er hat Sorge, daß ihm Moros Kabinett „Links der Mitte“ die Show stiehlt.

Zwei NATO-Staaten - Freund oder Feind?

Die Gefahr eines Krieges zwischen Türken und Griechen um die Insel Zypern ist noch nicht endgültig gebannt. Ein Vergleich der Streitkräfte beider Staaten läßt kaum Schlüsse zu, wer in einem Konflikt im Vorteil sein würde.

Bergmanns "Schweigen"

kaum em Film hat seit Ende des Kueges so vie leidenschaftliche Äußerungen pro und contia hei vorgeru

Zeitfragen: Was ist die Wahrheit?

Wer all diese Zahlen in Worte umzusetzen vermöchte, der könnte ein Deutschlandbuch schreiben! Es würde freilich nicht kurz, wie leicht einzusehen ist, wenn man bedenkt, daß ich für das folgende etwa fünfzig Zahlen verwendet habe, während dieses Buch ihrer mehr als hunderttausend enthalten dürfte.

Der Museumsbesuch

Als vor ein paar Jahren einer meiner Pariser Bekannten – milde gesagt: ein etwas wunderlicher Mann – erfuhr, daß ich zwei oder drei Tage in Montisert verbringen würde, bat er mich, das dortige Museum aufzusuchen, wo, wie er gehört hatte, ein Porträt seines Großvaters von Leroy hängen sollte.

Jenseits des Lustprinzips

Die französische Wochenzeitschrift L’Express widmete dem Regisseur Bergman – anläßlich des jetzt aufgehobenen Verbots seines Films „Das Schweigen“ durch die Zensur – zwei Seiten und veröffentlichte ein Interview mit dem nordischen Magier, der da sagt, das Theater sei „eine der Wurzeln seiner schöpferischen Arbeit.

Wackere Demokraten

Leben wir eigentlich in einem demokratischen Rechtsstaat? In der letzten Ausgabe der „Welt am Sonntag“ berichtet Gerhart Herrmann Mostar von dem Fall eines Mannes, der seine Stellung verloren hat auf Grund von Gerüchten, er sei aus Rücksicht auf seinen in der Sowjetzone verhafteten Vater von den Sowjetrussen gezwungen worden, für sie zu arbeiten.

Zeitmosaik

Das amerikanische National Book Committee gab die Preisträger der National Book Adwards für 1964 bekannt. Jeweils eine Prämie von 1000 Dollar erhalten für die Sparte Belletristik: John Updikes „The Centaur“ (Knopf Verlag); Kunst- und Literaturwissenschaft: Aileen Wards „John Keats: The Making of a Poet“ (Viking Press); Geschichte und Biographie: William H.

Brief aus dem Tessin (V)

und er ist ein guter Grund, Dir schließlich doch nicht weiter von dieser Fernsehtragödie zu berichten; sie ist übrigens fürs erste zu Ende.

Kleiner Kunstkalender

„Inkunabeln der Fotografie“, Arbeiten von Hill und Adamson, hatte Professor Steinert im vergangenen Jahr im Museum Folkwang ausgestellt.

Mittwoch, 11. März, das Hörspiel:: Bau einer Laube

Dieter Wellershoff, Autor dieses Hörspiels und vieler früherer Hörspiele, ist selbst, ein Theoretiker. Er hat sich mit den Prinzipien, dieser Kunstform befaßt und ist so – überträgt man es auf ein anderes Gebiet – gleichsam Theaterwissenschaftler und Dramatiker in einem.

Fernsehen: Brüderlicher Kitsch

In der Woche der Brüderlichkeit feiert der Dilettantismus Triumphe, das Wörtchen gut gemeint regiert, redliche Autoren klimpern ihre Etüden, Fleißarbeiten des Anstands, herunter.

Film

„Im Zeichen des Löwen“ (Frankreich; Verleih: Neue Filmkunst): Ein reicher, ein schöner, ein anrührender und doch ein genauer Film.

Film in der Nähe des Faschismus

D|ie großen Zeiten der „Murder Inc.“ gehören der filmischen Vergangenheit an; Namen wie Al Capone, Dillinger, Legs Diamond und Scarface sind Legende geworden.

Theater: JULIUS CÄSAR

Die Inszenierung von Karl Heinz Stroux bekennt sich zu einer großen Tradition. Stroux arbeitete schon an Gründgens’ Berliner Staatstheater, als Jürgen Fehling 1941 dort die wahrhaft maßstäbliche Inszenierung des „Cäsar“ herausbrachte.

Hoffnungsloser Krieg

Das gewichtige Buch wendet sich nach Anlage und Preis vornehmlich an die Fachleute, doch könnte man sich denken, daß auch breitere Kreise und namentlich die Mitkämpfer aus jener Zeit das Buch mit Nutzen lesen.

Keine Heim-Ideologie

Im Sommersemester 1961 waren an den Hochschulen der Bundesrepublik und von Westberlin 240 589 Studenten gegenüber 113 621 im Sommersemester 1953 immatrikuliert.

Löwen, von Eseln geführt

Es ist knapp ein halbes Jahr her, daß A. J. P. Taylor sich von seinen Studenten in Oxford verabschiedet hat. Nach einer letzten Attacke auf seine Kollegen und Gegner – in diesem Falle fast ein Synonym – stieg er vom Katheder herab, um sich ganz auf seine schriftstellerischen Arbeiten zu konzentrieren.

Reichsführer, ich melde...

Die nationalsozialistische Besatzungspolitik in Polen gehört in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Primitiver Rassenwahn entlud sich in Perversion, Sadismus und Brutalität.

Ein Handbuch wider den Haß

Angesichts dieses Titels mag sich mancher fragen, wie er zweitausend Jahre jüdischer Geschichte, oder besser Leidensgeschichte, standhalten könne, wenn schon zwölf kaum erst vergangene sprachlos vor Entsetzen und Scham machen.

Flieger und Diplomat

Man erfährt nichts entscheidend Neues aus dem Buch, aber es bietet eine sympathische Lektüre. Reid berichtet von dem Leben Freddie Wests, eines Engländers aus guter Familie, der Soldat wurde, im Ersten Weltkrieg als Flieger kämpfte und ein Bein verlor.

Historische Porträts

Noch kurz vor seinem Tode hat Theodor Heuss diese Porträtgalerie zusammengestellt. Es handelt sich um Aufsätze, die in dem langen Publizistenleben des Autors geschrieben und veröffentlicht worden sind.

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