Wirtschaft

Der Betrieb braucht einen Beichtvater

Seit einigen Tagen macht Adalbert Löwe aus Böblmgen in Württemberg die Arbeit keinen Spaß mehr. Seit fünf Jahren gehört er zu den Mitarbeitern der IBM Deutschland. Seit fünf Jahren raucht er täglich acht bis zehn Zigaretten im Betrieb.

Lob für Wohnungseigentümer

Tüngstes umstrittenes Beleihungsobjekt der JJ Hypothekenbanken ist die Eigentumswohnung. Die negative Kritik kam aus dem Norden von der Hamburger Hypothekenbank; die positive Antwort kommt nun aus dem Süden.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Aber Howaldt-Kiel zahlt...

Im Gegensatz zu der bundeseigenen Howaldtswerke AG, Hamburg, wird die Kieler Howaldtswerke AG, Kiel, die zum Bundeskonzern AG für Berg- und Hüttenbetriebe Salzgitter gehört, für 1962/63 eine Dividende von 6 Prozent zahlen.

Jeder Neubau ein Verlust

Die bundeseigene Howaldtswerke Hamburg AG wird auch für ihr Geschäftsjahr 1962/63 (30. August) wieder keine Dividende ausschütten.

Keine Bezugsrechte in Aussieht

Würde man die beiden „gemischten“ bayerischen Regionalbanken fusionieren – eine solche Absicht bestand tatsächlich einmal während des Dritten Reiches – repräsentierten sie eine beachtliche Großbank mit mehr als elf Milliarden Mark Bilanzsumme und rund 430 Zweigstellen.

Das Ende einer Affäre

Die Telephon-Abhör-Affäre ist beendet. Vorige Woche hat der Untersuchungsausschuß des Bundestages nach mehrmonatigen Recherchen sein Ermittlungsergebnis vorgelegt.

Großmacht-Politik?

De Gaulle ist in Mexiko wie ein Triumphator empfangen worden. El Macho, der Große und Mächtige, wurde er genannt, Konfetti regnete auf ihn herab, Beifall umbrandete ihn; wo er sich zeigte, wurde er von der begeisterten Menge fast erdrückt.

Gesprengte Brücke, gebrochenes Wort

Seit Jahren verhandeln Beauftragte der Bundesrepublik und der DDR über den Wiederaufbau der Autobahnbrücke am Zonengrenzübergang Töpen-Juchhöh.

Kanzler in Lederhosen

Über den neuen österreichischen Bundeskanzler Dr. Josef Klaus, den 53jährigen Rechtsanwalt aus der Salinen-Kleinstadt Hallein bei Salzburg, gibt es keine Anekdoten zu berichten.

Kein Ärger über de Gaulle

Die amerikanische Öffentlichkeit nimmt von Charles de Gaulle kaum Notiz. Die politischen Nadelstiche des Generals scheinen die sonst in nationalen Prestigeangelegenheiten so empfindlichen Amerikaner nicht ärgern zu können.

Panorama-Protest

Mit Empörung haben die Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wieder einmal von einer Panorama-Sendung des Fernsehens Kenntnis genommen.

Unter dem Rotstift

Die im amerikanischen Kongreß alljährlich heftig umkämpfte Auslandshilfe mag in Zukunft als Instrument amerikanischer Außenpolitik nicht mehr wirksam sein und nur noch als ihr subsidiäres Element gebraucht werden können.

Zeitspiegel

„Die SPD bemüht sich Aspekte zu zeigen, um der kirchlichen Kritik weniger ausgesetzt zu sein. Wir haben nichts dagegen. Beim Heiligen Vater waren auch schon Schlagersänger oder der Chefredakteur der ‚Iswestija‘.

Hinter der Kreml-Mauer

Nach der Sowjetverfassung soll der Oberste Sowjet der UdSSR, der aus zwei Kammern – dem Unionssowjet und dem Nationalitätenrat besteht – das höchste Machtorgan der Sowjetunion sein.

Die Rechnung der Parteien

Der Haushaltsausschuß des Bundestages hat am vergangenen Donnerstag gegen die Stimmen der SPD beschlossen, den Parteien im kommenden Etatjahr 38 statt 20 Millionen Mark aus Bundesmitteln zukommen zu lassen.

Die schutzlose Republik

Der zweite deutsche Anlauf zur Demokratie mißlang, weil ein großer Teil des deutschen Bürger- und Beamtentums sich mit der Katastrophe von 1918 und ihren Folgen nicht abgefunden und mit dem Gang der Geschichte nicht Tritt gefaßt hat.

Diener zum Dinner

„Im Gegenteil. Erotik gilt als sehr gottgefällig. Krishna hat großen Erfolg bei den Damen unserer Bekanntschaft, die sich schon immer für den Fernen Osten interessiert haben.

„Home go home!“

Sir Alecs Reise nach Nigerien erinnert an jene britischen Plakate während des Krieges, die zum Zwecke der Entlastung der Eisenbahnen an jeden die strenge Frage richteten: „Is your journey really necessary?“ (Ist Ihre Reise wirklich notwendig?) Niemand hat diese Frage in bezug auf Sir Alecs Reise befriedigend beantworten können, am allerwenigsten Beobachter in Lagos selbst.

Spritze für die Lira

Die Italien eingeräumten Kredite amerikanischer und internationaler Währungsbehörden in Höhe von 1225 Millionen Dollar sind – nach den vielen Hiobsbotschaften der letzten Zeit – die erste gute Nachricht für die Wirtschaft des Landes.

Anschluß oder Autonomie?

Der Mailänder Sprengstoff-Prozeß gegen 95 Südtiroler und sechs Österreicher rückte vorige Woche ins politische Rampenlicht. Als Zeugen wurden zum erstenmal hohe Funktionäre der Südtiroler Volkspartei (SVP) vernommen, der einzigen politischen Vertretung der deutschen Minderheit in Italien.

Ein Katanga auf Zypern?

„Lang lebe die UN“, scholl es den kanadischen Soldaten entgegen, die als Vorhut der „Friedenspolzei“ nach Zypern geflogen wurden, ihre Anwesenheit konnte den Ausbruch neuer Kämpfe nicht verhindern.

Ein Ultimatum Sihanouks an die USA

Die US-Luftwaffe ist vom Pech verfolgt. Vor vierzehn Tagen verlor sie ein „verirrtes“ Flugzeug über der DDR, vorige Woche wurde über Kambodscha eine südvietnamesische Maschine abgeschossen, die von einem US-Piloten gesteuert wurde.

Lächeln im hohen Norden

Sowjetaußenminister Gromyko gab sich bei seinem Besuch in Stockholm von seiner lustigen Seite. Er sollte für den sommerlichen Skandinavienbesuch Chruschtschows gut Wetter machen.

LONDON

Was er von der britischen Küche halte, wollte man von Prinz Philip, dem Gemahl der britischen Königin, wissen. „Wenn sie gut ist, dann ist sie erstklassig“, lächelte er, „aber wenn sie schlecht ist, dann ist sie einfach gräßlich!“ Im allgemeinen sei er zufrieden.

MOSKAU

Die Beziehungen zwischen Bonn und Moskau waren zum Frühlingsanfang frostig wie seit Jahren nicht. Zweimal reichte das sowjetische Außenministerium eine Verbalnote zurück, in der Bonn den Beitritt der DDR zum Haager Lufttransportprotokoll von 1929 als rechtsungültig erklärt hatte.

Namen der Woche

Pierre Salinger, Pressesekretär im Weißen Haus, hat seinen Posten verlassen, um in Kalifornien für einen demokratischen Senatssitz zu kandidieren.

NDR, DDR und CDU

„Panorama“, die seit eh und je umstrittene Fernsehsendung des NDR, bleibt für die CDU/CSU ein rotes Tuch. Vorige Woche gab es neuen Ärger.

WASHINGTON

Harold Welch, Leutnant der US-Luftwaffe, wurde am Samstag aus einem Sowjetlazarett in Magdeburg entlassen und der US-Militärpolizei übergeben – elf Tage nach dem Abschuß eines US-Aufklärungsflugzeuges durch Sowjetjäger bei Gardeleben.

Und es blitzten die Sterne...

Die starke schwarze Morgenluft, in der unten ein Endchen Mond flakkert (mit zwei k; da gebärdet’s Schriftbild sich wimpelchenmäßiger, und deckt ergo den flirrenden Tatbestand etwas besser).

Zeitfragen: Zu viele oder zuwenig Studenten?

Seit die ständige Konferenz der Kultusminister ihre „Bedarfsfeststellung“ für das Bildungswesen im Zeitraum von 1961 bis 1970 veröffentlicht hat, kommen die Kassandra-Rufe über den Lehrermangel an den Schulen und die trotz aller Ausbaumaßnahmen wachsende Überfüllung der Hochschulen von allen Seiten.

Ein typisch Münchner Gegenstand

München ist gewiß eine der festfreudigsten Städte, die es überhaupt gibt: Eine „Saison“ reiht sich hier an die andere; der ganze Jahreslauf ist durch diese einander ablösenden Feste gegliedert.

Unterschiede

Eine offizielle britische Broschüre über die Herstellung von Atomenergie in England wird nach einer Meldung der New York Times gegenwärtig von den bedeutendsten amerikanischen Atomwissenschaftlern studiert.

Zeitmosaik

Anläßlich der Eröffnungsfeier der „Woche der Brüderlichkeit“ nannte der Bischof Stimpfle den Humanismus ohne Gott eine verbrecherische Geisteshaltung und bezichtigte die „Humanistische Union“, sie wolle die Kirchen aus der Kontrolle des Kulturschaffens verdrängen und schaffe damit die „geistigen Grundlagen“ für neue Massenvernichtung.

Der Heilige und seine Narren

Neulich wurde in der Süddeutschen Zeitung die Aufführung eines offenbar besonders schlechten Lustspiels besprochen. Der Rezensent meinte, man müsse die Hauptdarstellerin „schon sehr lieben, um während der endlosen acht Lustspielbilder nicht wiederholt den Aggressionsakt zu erwägen, das Theater anzuzünden.

Nachlese zu den Buddenbrooks

Als 1901 die Buddenbrooks erschienen, zählte die Freie und Hansestadt Lübeck, unter den sechs kleinsten Bundesstaaten des Reiches der größte, mit dem Seebad Travemünde und 43 Dörfern an die 100 000 Einwohner.

Eine Welt entsteht

Das Projekt einer deutschen Literaturzeitschrift, die in hoher Auflage verbreitet werden sollte und mit der Zeit etwa dem Times Literary Supplement entsprechen könnte, haben Redakteure, Verleger und Schriftsteller in den letzten Jahren zahllose Male erörtert.

Kleiner Kunstkalender

Eine neue Art von Mäzenatentum, zeitgemäß, der Frankfurter Versuch könnte Schule machen. Eine Bank beschloß zur Einweihung ihres Neubaus etwas für unbekannte Künstler zu tun.

Kleine Ritter-Narretei

Italo Calvino, vierzig Jahre alt, ist das, was man einen begabten Nachwuchsautor nennt. Er verdiente sich die Sporen in der Widerstandsbewegung, wurde von Pavese gesalbt, ließ sich aber nicht auf Neoverismo und Sczialkritik ein, sondern phantasierte und fabulierte wie nur je ein romantischer Taugenichts.

Hüben und drüben: Strittmatter, Kafka und die DDR

Zunächst ein Zitat, ein hübscher Satz, mit dem ein deutscher Dichter einen Rezensenten seines Romans bedacht hat: „Gefährlich sind solche Bestien, wie Ihr seid, die alles ringsum mit Fäulnis anstecken, die alles Schöne und Gute begeifern und bescheißen und dann der Welt glauben machen, es sei alles nicht besser als ihr eigener Kot.

Zu empfehlen

Jacques Bousquet: „Malerei des Manierismus – Die Kunst Europas von 1520 bis 1620“, aus dem Französischen von Anjuta Dünnwald; Verlag F.

Donnerstag, 19. März, der Bericht:: Befreiung

Ich glaube, da liegt es. Befreiung ist nicht Einmarsch fremder Truppen, selbst wenn sie sich im Laufe der Zeit zu Bundesgenossen wandeln und wenn sich die Niederlage als Voraussetzung für die Möglichkeit eines freieren Lebens herausstellt.

Film

„Sieben Tage im Mai“, (USA; Verleih: Paramount): Wie in seinem letzten Film – „Botschafter der Angst“, ein antikommunistisches Hetzstück perfider Art – geht es auch in dem neuen Reißer John Frankenheimers um Politik.

Unser Kritiker sah:: TOMASZEWSKIS PANTOMIMEN

Seit dem ersten internationalen Pantomimen-Festival, das 1962 von der Westberliner Akademie der Künste veranstaltet wurde, ist „das polnische Pantomimentheater Henryk Tomaszewski“ ein Begriff auch für Deutsche geworden.

Fernsehen: Wilhelmsburger Freitag

Eine Kamera begleitet zwei Menschen. Der Mann, ein Baggerführer, fährt morgens zur Arbeit, bedient seinen Kran, zählt das Geld in der Lohntüte nach, trinkt zum Vesper sein Bier, geht mit dem Chef an die Theke, macht abends eine Extratour, kehrt in der Nacht in seine Wilhelmsburger Wohnung zurück.

Eine Birne so lebendig wie eine Frau

In einem kürzlich aufgefundenen Aufsatz über Chardin schreibt Marcel Proust: „Von Chardin haben wir gelernt, daß eine Birne so lebendig ist wie eine Frau, daß ein gewöhnlicher Tonkrug so schön ist wie ein Edelstein.

+ Weitere Artikel anzeigen