Ingmar Bergmanns "Schweigen"Seite 3/3
Ich verkenne keineswegs, wie inständig sich Bergman um Wahrheit bemüht, wie groß seine visuelle Phantasie ist, wie er seine Mittel beherrscht und so sparsam wie wirkungsvoll einsetzt. Es ist mir audi bekannt, daß er den menschlichen Problemen in einer Wohlstandsgesellschaft an die Wurzel gelangen will, der es an nichts gebricht und die dennoch nicht glücklich ist. Ich wünschte nur, daß seine Besessenheit und sein Können in den Dienst einer klareren und dringenderen Sache gestellt wären, als dieser Film es ist.
Immer wieder wurde von der Suggestionskraft seiner Bilder gesprochen, er selber ein Zauberer und Magier genannt. In der Tat, das ist er. Im Halbdunkel führt er einem betörten Publikum seine Kunststücke vor, bei denen die Liebe zum Bösen wird und Gewalttätigkeit zum Schicksal. Das Licht, fürchte ich, vertragen sie nicht.
- Datum 03.04.1964 - 07:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 3.4.1964 Nr. 14
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