Wirtschaft

Goldenes Jahr für die Großchemie

Mit glanzenden Abschlüssen über das Geschäftsjahr 1963 sind in diesen Tagen die drei großen Nachfolgegesellschaften der IG Farben herausgekommen.

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DIE ZEIT

Der zweite „Schritt zur Vernunft“

Sogar die Optimisten sind diesmal überrascht worden. Denn auch sie, die einer weiteren Entspannung zwischen Ost und West die besten Chancen gaben, hatten sich von diesem Jahr nicht mehr viel erhofft.

Keine Fanfaren

Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Als der Landrat Zerbe aus Bad Hersfeld im Januar vorgeschlagen hatte, an der Zonengrenze sollten die Möglichkeiten für einen kleinen Grenzverkehr erkundet werden – und zwar in Gesprächen auf kommunaler Ebene, da war ihm der gesamtdeutsche Minister hart in die Parade gefahren: Er möge die große Politik andern überlassen.

Mit der linken Hand

Noch niemals hat der Bundestag das Haushaltsgesetz in solcher Eile verabschiedet wie in diesem Jahre. Er nahm sich für die zweite und dritte Lesung insgesamt nur zwei Tage Zeit.

Zum erstenmal ein Erfolg

Der Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses über seine Ermittlungen in der Telephon-Abhöraffäre wird am nächsten Mittwoch im Plenum des Bundestages diskutiert werden.

Die Justiz muß Kritik ertragen lernen

Einer der profiliertesten Juristen in der Bundesrepublik, der Stuttgarter Oberlandesgerichtspräsident Richard Schmid, hat seinen Abschied vom Staatsdienst genommen.

Die „Uni“ hat zuwenig Platz

Wird Berlins Senator für Wissenschaft und Kunst, Professor Dr. Werner Stein, die vielfachen Probleme lösen, die ihm seine Vorgänger Tiburtius und Arndt hinterließen? Hoffen darf man es, denn der Neugewählte war in der letzten Legislaturperiode Leiter des Volksbildungsausschusses und saß seit 1963 im Abgeordnetenhaus dem Ausschuß für Wissenschaft und Kunst vor.

Reise in ein fernes Land

Zwei junge Kommunisten aus Ostberlin waren ausgezogen, um die Justiz in der Bundesrepublik zu testen. Sie gehörten zum Führungskreis der kommunistischen FDJ, waren Mitglieder des Festkomitees des „Deutschlandtreffens der Jugend“, das zu Pfingsten in Ostberlin veranstaltet werden soll, und wußten genau, daß ihre Organisation in der Bundesrepublik verboten ist.

Silberstreifen über Südtirol

Die Neunzehner-Kommission des italienischen Innenministeriums für das Studium der Südtirolfrage hat endlich, nach 31 Monaten, ihren Abschlußbericht vorgelegt.

Zeitspiegel

Wovor fürchten sich die Bundesbürger? Zu allererst davor, daß die harte D-Mark weich wird. Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach erschreckt 23 Prozent der Befragten nichts mehr als die Aussicht einer Geldentwertung.

Land ohne Hoffnung

Die Bevölkerung Südvietnams ist kriegsmüde – Droht ein neuer Putsch der Offiziere?

Bonns falsch verstandene Staatsräson

Vor kurzem erreichte uns mit der Bitte um Veröffentlichung ein Protestbrief, den zwölf namhafte amerikanische Professoren unterschrieben haben.

Ein Protestbrief

Die Unterzeichner, Professoren für neuere (vorwiegend deutsche) Geschichte an amerikanischen Universitäten, möchten Ihre Leser kurz über einen Vorgang informieren, der zur Zeit die deutsch-amerikanischen kulturellen Beziehungen trübt.

Was amerikanische Historiker schreiben

„Das Auswärtige Amt ist im Irrtum: ein Verschweigen der Wahrheit, ein nationalistischer Versuch (à la UdSSR), die Wahrheitsdiskussion zu unterbinden, das ist es, was dem deutschen Ansehen schadet, und nicht die Feststellung deutscher Gelehrter, daß die Deutschen den ersten Weltkrieg ausgelöst haben.

Was das Auswärtige Amt meint

„Das Auswärtige Amt hatte festgestellt, daß durch einen Fehler der Botschaft in Washington das Goethe-Institut zu einer finanziellen Förderung der Reise von Herrn Professor Fischer veranlaßt worden ist.

Vatikanisches Kaleidoskop

Papst Paul VI. hat jüngst geäußert, die dritte, im September beginnende Sitzungsperiode des vatikanischen Konzils könnte die letzte sein.

Arabischer Bruderzwist

Der arabische Burgfrieden, den Präsident Nasser bei der arabischen Gipfelkonferenz im Januar zustande gebracht hat, hielt nicht lange vor Am letzten Wochenende wurde der Radiokrieg zwischen Bagdad und Damaskus wieder aufgenommen.

Chaos in Laos

Armee: etwa 35 000 Mann unter Nosavan (kampfschwach); 7000 Neutralisten unter General Kong Le; Meo-Stamm (antikommunistisch); Pathet Lao, 25 000 (kampfstark), angeblich einige Bataillone aus Nordvietnam, 1000 chinesische „Techniker“.

• DJAKARTA

Präsident Sukarnos Armee muß zur Zeit einen Zweifrontenkrieg führen. Während der Partisaneneinsatz gegen die malaysischen Staaten in Nordborneo verstärkt wurde – etwa tausend Guerillas sollen bereits über die Grenzen gesickert sein –, brach auf Celebes, der drittgrößten Insel der Republik Indonesiens, eine neue Rebellion aus.

Namen der Woche

Margaret Chase Smith, Senatorin von Maine (USA), die sich als erste Frau um die US-Präsidentschaft bemüht, gewann bei den Vorwahlen in Illinois fast ein Viertel der republikanischen Stimmen.

Rauher Wind in Rhodesien

Kaum hatte der radikale südrhodesische Politiker Jan Smith, Sohn eines schottischen Metzgers, ehemaliger RAF-Pilot und Viehzüchter, die Regierung in Salisbury übernommen, wurde das südafrikanische Land, in dem 220 000 Weiße über drei Millionen Farbige regieren, von Unruhen geschüttelt.

WASHINGTON

Zum neuen Stil Präsident Johnsons gehört sein Verzicht auf Plaudereien und Händeschütteln mit jedem ausländischen Politiker, der in Washington aufkreuzt.

Weltgeschehen im Mikro-Panorama

Neuer Entspannungsbei- trag: USA, UdSSR und Großbritannien wollen Produktion spaltbaren Materials drosseln. Charles de Gaulle unterzog sich (nach Maßhalte-Apell) einer erfolgreichen Prostata-Operation, ausgeführt von einem aus Algerien stammenden Spezialisten.

Wer regiert Frankreich?

Harold Macmillan gab im letzten Herbst das Ruder aus der Hand, nachdem ihm seine Ärzte bedeutet hatten, er brauche nach der Prostata-Operation drei Monate Schonzeit.

Max Weber und seine Freunde

Es gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen der Gegenwart, daß nicht nur die jüngst vergangenen drei Jahrzehnte gern aus dem Gedächtnis gestrichen werden, sondern daß mit ihnen auch die Erinnerung an die großen Deutschen sich abgeschwächt hat, welche vor und nach der Jahrhundertwende das Forum der Universitäten und die politische Bühne bestimmten.

Im Schatten des Galgens

Seine Kinder liebt er, andere tötete er: Wilhelm Boger, der Teufel von Auschwitz

Der sozialistische Meyer

führliches Lexikon. Im Mai 1961 erschien im VEB Bibliographisches Institut in Leipzig der erste Band einer insgesamt 8 Bände umfassenden Ausgabe von „Meyers Lexikon“, in „Meyers Neues Lexikon“ umbenannt; dieser Tage wurde Band 7 ausgeliefert, und der letzte Band soll im Sommer oder Herbst dieses Jahres erscheinen.

Erhards Rede und Gomulkas Antwort

Die Rede, die der polnische Parteichef Gomulka in Moskau am 15. April hielt und die durch die Rede Bundeskanzler Erhards vor den Landsmannschaften ausgelöst wurde, ist von der deutschen Tagespresse nur knapp notiert worden.

Überblick über Asien

Das vorliegende Buch versucht auf wenigen Seiten einen Überblick über Asien zu geben, von Rotchina bis zum Irak, von Sibirien bis nach Indonesien.

Die gescheiterte Emanzipation

Auf den ersten Blick glaubt man, einen Abriß der Geschichte des deutschen Judentums seit dem frühen Mittelalter vor sich zu haben, aber die Verfasserin räumt den Jahrhunderten bis zur Aufklärung nur knapp ein Viertel des ihr zur Verfügung stehenden Raumes ein.

Dreißig Jahre hinter der Zeit zurück

Günther Wollny entdeckt die Bedeutung der Demographie für die Politik. Er meint, unsere Politiker seien dreißig und mehr Jahre hinter der Zeit zurück, unsere Gesetzgebung renne seit sechzig Jahren hinter der gesellschaftlichen Entwicklung her; Politik lasse sich jedoch auf die Dauer nicht gegen die bestimmenden Trends einer Gesellschaft treiben.

In fremden Spiegeln

Der Herausgeber hat als Grundlage seiner Arbeit den Tatbestand gewählt, daß Deutschland je nach dem geographischen Standort des Betrachters verschieden gewertet wird.

Wendepunkt: Lenin

Eine rapide Industrialisierung, eine den Traditionen entfremdete Intellektuellenschicht sowie ein politisches Regiment, das weder die modernen Tendenzen konsequent unterdrücken noch sich ihrer geschickt zu bedienen vermochte, kennzeichnen das Milieu Rußlands, als nach dem desillusionierenden Mißlingen des Terrorismus sich in dem Jahrzehnt zwischen 1880 und 1890 die Sozialdemokratische Partei konstituierte.

Funk: Episode

Beängstigend, was einem Hörspielmanuskript bei der Produktion angetan werden kann – heute, nach vierzigjähriger Entwicklung, und zwar von alteingesessenen Regisseuren! Nehmen wir H.

Fernsehen: Fernsehen für Dämliche

Wenn dies das Ergebnis der deutsch-französischen Zusammenarbeit in Fernsehsachen sein sollte – Muse, verhülle dein Haupt! Es wurde am Sonntagabend im Ersten Programm unangekündigt und nebenbei eine Produktion der Pariser Television geboten, wie sie alberner nicht hätte sein können.

Film: Man muß die alten Nazi-Filme wieder zeigen

Vor kurzem fanden die bundesdeutschen Zeitungen noch einmal Gelegenheit, sich mit dem Film des „Dritten Reiches“ zu beschäftigen – als nämlich von den Agenturen die Nachricht verbreitet wurde, der Regisseur Veit Harlan sei in einem Krankenhaus auf Capri verstorben.

Tschechow – pervertiert

Mit einem Kniff war es dem NDR vor Jahren gelungen, Anton Tschechow zu degradieren. In einem Fernsehspiel nach der Kriminalgeschichte „Das schwedische Streichholz“ war die Handlung aus der russischen Provinz nach Südfrankreich verlegt worden, und schon war alles verstimmt und verzerrt, das Milieu, die Menschen, die Motive ihrer Handlung.

Walter Muschg:: Deutschland ist Hamlet

Die Geschichte der Dichtung gleicht in vielem der Geschichte der Religion. Außerordentliche Menschen wecken durch ihre Person, ihre Werke ein Bedürfnis der Verehrung, das sich bis zur Anbetung steigern kann.

Abends nicht mehr in die Scala

Die leichte Muse hat es schwer heutzutage. Man weiß eigentlich gar nicht, warum. Ist mit der wachsenden Freizeit nicht auch das Unterhaltungsbedürfnis ins Ungemessene gestiegen? An den Auflageziffern von Hör zu, Bravo und Lore-Romanen, an den Hörerzahlen der eurovisionsweiten Schlagerparaden, an der Popularität der Beatles, an den Goldenen Schallplatten für Freddy, am Kassenerfolg der „Cleopatra“ ließe sich dieser Tatbestand unschwer nachweisen.

Henry James

Vor drei Jahren wurde ein Roman von Henry James zum ersten Male ins Deutsche übersetzt......................................

Grimassen über Kultur und Bühne

Im Verlag Albert Langen, München, erschien 1910 die erste Auflage des Essaybandes „Die chinesische Mauer“ von Karl Kraus. 1912 folgte die zweite Auflage und 1917 die dritte, veränderte im „Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff)“, Leipzig.

In memoriam

Am 28. April 1874 wurde Karl Kraus im böhmischen Jičin geboren, am 12. Juni 1936 starb er in Wien – medizinisch an den Folgen eines Katarrhs, wahrscheinlich an den Qualen einer Antizipationskraft, die ihm 1932 eine Apokalypse vorzeichnete, die man heute den Zweiten Weltkrieg nennt.

Jugend- und Kinderstil

Wer oder was ist Hundertwasser? Es soll, Hundertwasser wird es nicht glauben wollen, immer noch Leute geben, die das immer noch nicht wissen.

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