Die Geschäftspolitk der in Holland beheimateten N. V. Philips’ Gloeilampenfabritken muß angesichts der steigenden Kosten auf die Produktion großer Serien abgestellt sein. Unter Wahrung einer möglichst großen Selbstverantwortung der in den einzelnen Staaten arbeitenden Tochtergesellschaften wird immer stärker eine internationale Arbeitsteilung angestrebt, die nur dann zum vollen Erfolg führen kann, wenn die Zollgrenzen zwischen den Staaten und Wirtschaftsblöcken abgebaut werden. Neue Zölle oder Sonderbelastungen, wie sie in letzter Zeit England einführte, stören den internationalen Konzernausgleich. Bislang ging Philips davon aus, Westeuropa als einen Wirtschaftsraum zu betrachten, wobei im Hintergrund die Hoffnung stand, daß EWG und EFTA in absehbarer Zeit vereinigt werden würden. Neuerdings sind dem Vorstand allerdings Zweifel gekommen, ob diese Politik unter den heutigen Umständen roch realistisch ist. Beide Blöcke entfernen sich immer weiter voneinander, so daß es unter Umständen notwendig werden kann, ein und dieselbe Produktion an zwei Stellen aufzubauen. Daß sich auf diese Weise der wirtschaftliche Nutzeffekt verringern würde, liegt auf der Hand, muß aber in Kauf genommen werden. Die Zeche zahlt der Verbraucher...

Mit dem im Geschäftsjahr 1964 erzielten Ergebnis können die Philips-Aktionäre zufrieden sein. Der Umsatz ist um 12,5 Prozent auf über 7 Milliarden Gulden gestiegen. Das Betriebsergebnis nahm trotz praktisch unverändertem Verkaufspreisniveau und beträchtlichen Kostensteigerungen relativ etwas stärker zu als der Umsatz. Wenn der Reingewinn relativ weniger gestiegen ist als das Betriebsergebnis, dann liegt dies an der höheren Steuerbelastung. Oder anders ausgedrückt: Die höheren Gewinne wurden zum Teil in Ländern mit höheren Steuersätzen erzielt. Die Aktionäre erhalten – wie seit 1959 unverändert – wieder 16 Prozent Dividende und eine Stockdividende von 5 Prozent. Der Wert der Stockdividende wird durch folgende Rechnung klar: Für die Bedienung des sechsmal durch 5 Prozent Stockdividende erhöhten Stammkapitals mit 16 Prozent Dividende ist 1964 ein Betrag erforderlich, der 1959 ausgereicht hätte, um 21,5 Prozent Dividende verteilen zu können.

Trotz der in 1964 erzielten ansehnlichen Erfolge war Vorstandsmitglied P. C. Breek auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf nicht geneigt, das abgelaufene Geschäftsjahr unbedingt als das beste in der Philips-Nachkriegsgeschichte zu bezeichnen. In Holland rechnet man nüchtern und ist nicht dem Umsatzrausch verfallen, wie er hin und wieder bei uns anzutreffen ist. Breek machte darauf aufmerksam, daß der Reingewinnanteil am Umsatz von 8,4 Prozent im Jahre 1959 auf 5,8 Prozent im Jahre 1964 zurückging. Erfreulich ist, daß der Reingewinn je Stammaktie zu 25 Gulden 1964 recht kräftig auf 9,32 (8,85) Gulden zugenommen hat. 5.1 Prozent des Reingewinns werden von der Gesellschaft einbehalten. K. W.