Günther Franz (Herausgeber): Staatsverfassungen. Zweite Auflage; Oldenbourg Verlag, München; 625 Seiten, 48,– DM.

Das stattliche Buch ist schon vor dreizehn Jahren, als es zum ersten Male erschien, von den Sachkundigen und den nach Belehrung Verlangenden beifällig begrüßt worden. Jetzt kommt es erweitert und ergänzt heraus und wird sich wieder Freunde gewinnen. Neu sind vor allem die Texte der chinesischen, der japanischen, der französischen und der mitteldeutschen Verfassung. Im ganzen liegt ein Werk vor, daß im ganzen allen vernünftigen Ansprüchen genügen wird. Natürlich gibt es noch die eine oder andere Verfassung, deren Text man in dem Buch vermißt und den man gern aufgenommen sähe. Aber dann würde der Rahmen des Buches gespengt. Den meisten Studierenden und allen verfassungsrechtlich interessierten Laien wird diese Auswahl genügen.

Eine Aufzählung der deutschen und französischen Verfassungstexte mag dies beweisen. Von den deutschen Verfassungen finden wir die Verfassung des Deutschen Bundes, des Reiches von 1849 und des von 1871, die von Weimar, die der Bundesrepublik und die der DDR. Von den französischen finden wir die von 1791, von 1793, von 1875, von 1946 und von 1958. Sehr zu loben ist dies, daß die wichtigsten britischen Gesetze, die in Großbritannien die rechtliche Grundlage des politischen Lebens darstellen, von der Magna Charter bis zum Westminster Statut von 1931, aufgenommen worden sind. Es fehlen auch nicht die amerikanische und die russische Verfassung. Bei den in französischer und englischer Sprache niedergeschriebenen Verfassungen steht dankenswerterweise den deutschen Übersetzungen immer der Urtext gegenüber. K. K.