• Ausgabe 27/1965

    Ausgabe 27/1965

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Wer war schuldig?

    Die „Judenerklärung“ des ökumenischen Konzils ist an den Schluß der Tagesordnung der vierten und letzten Session des Konzils gestellt worden.

  • Die holländische Verlobung

    So ist denn doch noch eine prächtige, mit Märchen-Arabesken verzierte Verlobungsszene zustande gekommen: Beatrix, die holländische Thronfolgerin war eine heitere, eine glückstrahlende Braut an der Seite ihres Verlobten, des Herrn Claus von Arnsberg, der zwei Fehler hat, für die er nichts kann: Er ist Deutscher und nur von niederem Adel.

    Von Josef Müller-Marein

  • Vietnam: Warten worauf?

    In Vietnam haben nicht die Diplomaten, sondern die Waffen das Wort. Zwar erklärte Präsident Johnson, die USA seien bereit, Friedensbemühungen der UN zu unterstützen, und die Friedensmission des Commonwealth ließ wissen, sie sei zu Kontakten mit allen beteiligten Staaten und auch zu einem Treffen mit den Vietcong-Führern bereit.

  • Wolfgang Ebert:

    Rache für die Bundeswehr

    Der neue Wehrbeauftragte Hoogen, der dazu bestellt ist, Mißstände bei der Bundeswehr aufzudecken, hat nur vier Monate gebraucht, um solche zu finden: bei den Massenmedien, den schon sattsam bekannten.

  • Nicht an der Wurzel gepackt

    Der Entwurf, den die „sozialdemokratische Regierungsmannschaft“ zur Reform des politischen Strafrechts vorlegt, will nicht die Grundlage dieses Strafrechts ändern.

  • Vertriebenenlatein

    Wenzel Jaksch, der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete und Präsident des „Bundes der Vertriebenen“ ist kein Ostlandreiter.

    Von D. St.

  • Mehr Lärm als Kraft

    Der vierte Bundestag hat seine Arbeit beendet. Aber hat er auch gute Arbeit geleistet? Schon der dritte Bundestag war nicht mehr so tatkräftig, so fleißig, so um die Sache bemüht wie seine beiden Vorgänger.

    Von Robert Strobel

  • Altersversorgung für Abgeordnete?

    Der Sommer fing gut an für die Abgeordneten des größten Landesparlaments der Bundesrepublik: Im Düsseldorfer Landtag warben der Fraktionsführer der CDU, des größten Koalitionspartners, Dr.

    Von Werner Höfer

  • Die Einsicht des Generals

    Wenn nicht alle Anzeichen trügen, dann werden die sechs EWG-Länder bereits in zwei Jahren einen einheitlichen Binnenmarkt bilden.

    Von Diether Stolze

  • Ein asiatischer Ausgleich

    Japan und Südkorea haben vierzehn Jahre gebraucht, bis ihre Außenminister den endgültigen Vertrag über eine Normalisierung der Beziehungen unterzeichnen konnten.

    Von H. W. Vablejeld

  • Zeitspiegel

    Im Luftkorridor nach Berlin kommt es vermutlich öfter zu Störungen durch Militärflugzeuge der Sowjets und der DDR, als es amerikanischen und westdeutschen Stellen bekannt wird.

  • Politik mit dem Osten

    Bislang hieß Politik mit dem Osten vor allem: Handelspolitik. Unser Bild wurde im Juni auf der Posener Messe aufgenommen. Es zeigt den polnischen Ministerpräsidenten Cyrankiewicz (Mitte) im Gespräch mit dem Krupp-Generalbevollmächtigten Berthold Beitz (links) und Max Grundig (rechts).

    Von Hans Gresmann

  • Parlamentsnotstand

    Eine knappe Stunde benötigte der Bundestag, um die Sicherstellungsgesetze im Rahmen der Notstandsregelung anzunehmen. Der FDP-Abgeordnete Dorn machte schwerwiegendeverfassungsrechtliche Bedenken gegen diese „einfachen“ Notstandsgesetze geltend.

    Von K. H.

  • Eine Feier ohne Fanfaren

    Nicht nur die übelwollenden Kritiker sind mit den Vereinten Nationen zu ihrem zwanzigsten Geburtstag hart ins Gericht gegangen.

  • Das Ringen um den „Gottesmord“

    Der Papst habe die Erklärung „Über das Verhältnis der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen“ – in der Öffentlichkeit bekannt geworden unter dem ursprünglichen Titel „Über das Verhältnis zu den Juden“ – von der Tagesordnung der am 14.

    Von Leo Waltermann

  • Wirtschaft
  • Noch ein paar Milliarden für die Bauern? An den deutschen Bundestag trat seine größte Versuchung heran.

    Wahlgeschenk oder Wahltrick?

    Am Montag dieser Woche um die Mittagszeit trafen sich im Andreas-Hermes-Haus an der Diplomatenrennbahn zwischen Bonn und Bad Godesberg ein gutes Dutzend mehr oder weniger empörter Männer.

    Von Jörg Eckart

  • Anleihe bei den Kunden

    Die Brüsseler Börse und belgische Großbanken haben eine neue Anleiheform gutgeheißen: die Kundenanleihe. Ein Antwerpener Kaufhaus leiht sich Geld bei seinen Kunden.

  • Wall-Street-Fieber

    Am Morgen hatte der Aufsichtsbeamte wie üblich in seinem schwarzen Sessel auf der Empore gesessen, die sich in vier Meter Höhe über der Halle des New York Stock Exchange, der größten Börse der Welt, befindet, die Hand im Klingelknopf, um pünktlich um 10 Uhr die Börse zu eröffnen.

    Von Die Zeit I Newsweek

  • Amsterdamer Börse:

    Im Schatten von Wall Street

    In den letzten Tagen konnte sich auch die Amsterdamer Börse der internationalen Börsenschwache nicht mehr entziehen. Lange Wochen hindurch hatte sie sich mit einigem Erfolg gegen die unsichere Tendenz an der New Yorker Börse abgeschirmt, aber auf die Dauer ist Holland mit seiner von internationalen Finanzmärkten stark abhängigen Börse natürlich nicht in der Lage, ein Eigenleben zu führen.

  • Wirrwarr um die VEBA

    Ob die Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks-Aktiengesellschaft, genannt VEBA, ganz, zu drei Vierteln oder zur Hälfte privatisiert wird, ändert nichts daran, daß sich die CDU/CSU durch ihren Zwist in den eigenen Reihen um einen Wahlschlager gebracht hat.

    Von Kurt Simon

  • Regierung und Parlament sind inkonsequent: Obwohl ein 70-Milliarden-Haushalt droht; der Kapitalmarkt wird nicht geschont

    Bonn macht Schulden

    Im Interesse der Stabilität unserer Währung, so verkündet Karl Blessing nun schon seit 18 Monaten, muß die Bundesbank die Konjunktur dämpfen.

  • Schlepper auf Europa-Kurs

    Es war eine Art Glaubensbekenntnis, das Albert A. Thornbrough Präsident der Massey-Ferguson Limited, vortrug: „Für diejenigen von uns, die sich mit der Führung der Konzernbelange befassen, sind Begriffe wie ‚Außenhandel‘ und ‚nationale Gesichtspunkte‘ anomal und überholt.

  • Milde Novelle

    Wettbewerbspolitisch wichtige Gesetze sollten nicht am Ende einer Legislaturperiode verabschiedet werden. Diese Schlußfolgerung drängt sich auf angesichts der Kartellgesetznovelle, die der Bundestag noch kurz vor Toresschluß verabschiedet hat.

  • Eine Ehe mit der Chemie?

    Große Pläne hat Deutschlands größter Kautschukverarbeiter, die Continental Gummi-Werke AG, Hannover. Die Unternehmensleitung, die sich auf der letzten Hauptversammlung gegen den Vorwurf allzu vorsichtiger Kapazitätserweiterungen zur Wehr setzte, möchte in den drei Jahren bis 1967 rund 300 Millionen Mark investieren.

  • Auch das zweite Bein ist nicht standfest

    Die größte deutsche Zechengesellschaft, die Gelsenkirchener Bergwerks-AG, Essen, muß aus ihren Bemühungen um eine bessere Unternehmensstruktur ein bitteres Fazit ziehen.

  • Kleine Bilanzlese

    Bei der Nova Krankenversicherung a. G., Hamburg, erhöhte sich die Beitragseinnahme im vergangenen Jahr um 11,7 Prozent auf rund 91,2 Millionen Mark.

  • Rohstoff aus Kanada

    In der Bundesrepublik war im vergangenen Jahr der Papierverbrauch mit 94 kg je Einwohner für europäische Verhältnisse schon sehr hoch, erreichte aber noch nicht einmal die Hälfte des Verbrauchs in den USA (218 kg).

  • Zeitraffer

    Eine Umfrage des Instituts für angewandte Sozialwissenschaften hat ergeben, daß rund 42 Prozent der Autobesitzer ihr Auto vorwiegend zur Berufsausübung verwenden.

  • Einkaufen im fernen Land

    Berlin, Friedrichstraße – Der Besucher aus Westdeutschland, der dem volkspolizeilichen Kontroll-Labyrinth glücklich entronnen ist und aus der beklemmenden Düsternis der Bahnhofshalle ins Helle unter Ostberliner Himmel tritt, um erst einmal zu verschnaufen und sich zu vergewissern, traut seinen Augen nicht: Schräg gegenüber auf der anderen Seite der Spree lächelt ihm von einer häßlich-grauen Brandmauer neben dem Friedrichstadtpalast eine aus Kindheitstagen wohlvertraute Reklamefigur entgegen, die „Waschfrau Johanna“.

    Von Willi Bongard

  • Porträt: Rudolf Hüttebräuker

    Pflichtverteidiger der Bauern

    Als der französische Landwirtschaftsminister Edgar Pisani im Frühjahr während einer Beratung der EWG-Agrarminister in Brüssel der deutschen Delegation vorwarf, sie betreibe gegenüber der beabsichtigten Zuckermarktordnung eine Obstruktionspolitik, blitzten die Augen des deutschen Delegationsführers eher belustigt als verärgert auf, bevor er seinem bärtigen Gegenspieler mit gleicher Münze zurückzahlte.

  • Liberal siegte

    Vier Jahre mauerten die Holländer und verhinderten in Brüssel jeden Fortschritt in Richtung auf eine gemeinsame EWG-Verkehrspolitik.

  • Gewinne kaum zu verstecken

    Die P. Beiersdorf & Co. AG, Hamburg, gehört immer noch zu jenen Unternehmen, die ihren Stolz darin setzen, eine möglichst kurze Hauptversammlung abzuhalten.

    Von K. W.

  • Mit Japan arrangiert

    Als der „Rolls-Royce der Nähmaschine“ zu gelten ist schmeichelhaft. Trotzdem verwendet die größte Nähmaschinenfabrik des Kontinents, die G.

  • Stumpfe „Waffe“

    Nun hat es also auch Rainer Barzel eingesehen. Der Interzonenhandel sei keine „Waffe“ mehr, sagte er. Und die westlichen Verbündeten der Bundesrepublik seien schuld daran; denn sie gestatten den Geschäftsleuten ihrer Länder, Pankow auf Kredit mit Waren und Anlagen zu beliefern.

  • Subventionen

    Die Milliardenbeträge, die in der Bundesrepublik jährlich für Subventionen aufgewendet werden, haben trotz aller Proteste, Diskussionen und guter Vorsätze bisher nie ab-, sondern immer nur zugenommen.

  • Wissen
  • Ein Sieg für alle?

    Wenn man den Sprechern der drei großen Parteien glauben darf, so sind sie alle mit dem Ausgang der Landtagswahlen im Saarland zufrieden: Die CDU ist wieder stärkste Partei geworden, die SPD hat gegenüber den letzten Landtagswahlen die größten Fortschritte gemacht, und die FDP hat weniger Terrain verloren, als sie befürchtet hatte.

    Von Rolf Zundel

  • Die eingebildete Krise

    Wochenlang gebärdeten sich die Ostberliner Propagandisten, als sei ein Krieg in Sicht – ein von der Bundesregierung provozierter Krieg.

  • Die chaotische Konferenz

    Die Chinesen hatten bis zum letzten Moment allen Einfluß aufgeboten, den sie zu mobilisieren vermochten, um das Zustandekommen der zweiten Bandung-Konferenz in Algier sicherzustellen.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • gehört und gesehen
  • Theater

    Es besteht ein Unterschied zwischen dem Intendanten und dem Regisseur William Dieterle. Überraschenderweise stellt sich der ehemalige Hollywooder Filmregisseur in Deutschland immer mehr als ein mittelmäßiger Theaterspielleiter heraus.

  • gehört und gesehen
  • DEUTSCHLANDFUNK Sonnabend, 26. Juni, das Hörspiel:

    Bödelstedter Würstchen

    Deutsche Spießergeselligkeit, vergessener Mord und stets erhaltene Gemütlichkeit, dieses Panoptikum einer deutschen Kleinstadt verbirgt sich hinter dem harmlos klingenden Titel des neuesten Hörspiels von Kay Hoff, „Bödelstedter Würstchen“, einem „deutschen Bilderbogen in Stimmen“.

  • Fernsehen

    Türckheim und Türkheimer

    Klaus Hubalek dramatisierte Heinrich Manns Fin-de-siécle-Roman Im Schlaraffenland, und er machte seine Sache vortrefflich. Beiläufiges stark akzentuierend, Szenen streichend, Figuren rigoros eliminierend, Chargen zu Protagonisten ernennend, verwandelte der Bearbeiter die Gesellschafts-Epopöe in ein Spiel, das, vordergründig betrachtet, als eine Andreas Zumsees Aufstieg und Fall betitelte Charakterstudie erschien.

  • Film

    Strichmännchen aller Länder

    Der bärtige Pierre Barbin, Manager auch der jährlichen Kurzfilmtage von Tours, hatte wieder einmal die Trickfilmmenschen aus Ost und West, aus Europa, Amerika und Asien nach Annecy zu den „Sixièmes Journees Internationales du Cinéma d’Animation“ geladen.

    Von Uwe Nettelbeck

  • Gesellschaft
  • Nachtisch à la Saigon

    Harold Wilson will sich die Friedensinitiative im Krieg um Vietnam nicht aus der Hand winden lassen. Obwohl die Machthaber in Peking, Hanoi und der Vietcong der Friedensmission des Commonwealth die Tür vor der Nase zugeschlagen haben und die Sowjetunion sie nur angelehnt hat, wollten die vier Premierminister ihre Reise antreten – wenn nicht jetzt, dann später.

  • Gas verlangsamt die Wellen

    Einige Astronomen glauben, der größte Teil der Materie des Universums sei in den Sternen konzentriert und daher der übrige Weltraum nahezu leer.

  • Hat Johnson geblufft?

    Seit Tagen eilte dem US-Präsidenten Johnson ein Gerücht voraus. Seine Rede zum zwanzigsten Geburtstag der UN in San Franzisko werde wie eine Bombe einschlagen.

  • Hans Mayer:

    Spuren – aber wovon und wohin?

    Spuren? Aber wovon? Und wo führen sie hin? Der Trapper pflegt sich mit ihnen auszukennen, auch der Hilfssheriff aus dem Western, und Sherlock Holmes unterhält sich ausgiebig mit Doktor Watson über jene kleinen Relikte und fast unscheinbaren Indizien, die schließlich zur Aufdeckung von Tat und Täter führen.

  • „Die übliche anomale Lage“

    Wenn die Bonner Regierung versucht, von der Atomrüstung und der Notstandsgesetzgebung auf die Westberlinfrage abzulenken, so wird sie damit nichts erreichen können.

  • Erst ein Schritt

    Robert Kennedy trat in die Fußstapfen seines großen Bruders. Vor dem Senat drängte er die US-Regierung, endlich etwas gegen die Verbreitung von Kernwaffen zu unternehmen.

  • Ärger über Algier

    Algier hat weltweiten Ärger erzeugt: die einen trauern um ihren gestürzten Freund Ben Bella, die anderen sind enttäuscht über den Fehlschlag der zweiten Bandung-Konferenz, die auf den 5, November vertagt werden mußte.

  • ZEIT-Berichte aus der Forschung

    Die Augen-Netzhaut von Tieren mit ausgeprägtem Gesichtssinn enthält mehr „Selen“ als die Netzhaut von Tieren mit schwachem Gesichtssinn.

  • Affenkinder lernen gutes Benehmen

    In zunehmendem Maße wenden sich Psychologen und Psychiater dem Studium des Tierverhaltens zu. Tiere lassen sich unter Laboratoriumsbedingungen beobachten und ihre Verhaltensweisen sind von relativ einfachen Instinktmustern geprägt.

    Von Vitus Dröscher

  • Berlin – Entwarnung oder Voralarm?

    Haben Kriege und Krisen einmal angefangen, so ist es müßig, noch nach dem Schuldigen zu fragen. Feststellen können ihn, wenn überhaupt, nur die Historiker.

  • Von ZEIT zu ZEIT

    Die „Testwahlen“ im Saarland brachten der CDU einen knappen Vorsprung vor einer erheblich gestärkten SPD und einer beträchtlich geschwächten FDP.

  • Diplomatenlos

    Zwei deutsche Diplomaten hatten in dieser Woche schwere Prüfungen zu bestehen. Auf Schloß Soestdijk wurde Legationsrat Claus von Arnsberg vor den kritischen Augen des holländischen Fernsehpublikums von hartgesottenen Reportern verhört, ob er es wert sei, einmal einer Königin der Niederlande als Prinzgemahl zur Seite zu stehen.

  • Namen der Woche

    John Okello, Rädelsführer der Revolution in Sansibar vom Januar 1964, wurde wegen illegaler Einreise nach Kenia zu achtzehn Monaten Haft verurteilt.

  • Kultur
  • Verbandsdemokratie

    Die Frage ist, ob eine ernste und aktuelle Gefahr besteht, daß das Auftreten der Verbände unsere Ordnung radikal verändern oder aushöhlen könnte, eine Gefahr, die den Politiker zum Handeln veranlassen müßte – oder ob ein historischer Prozeß im Gange ist, der unsere Ordnung vielleicht im Verlauf von Jahrzehnten modifizieren wird, was dann in erster Linie nur den Wissenschaftler interessieren würde.

  • Der unbequeme Rabbi

    Ein gewisser Herr Mordechai war nach England ausgewandert und hatte bei seiner Rückkehr nach Deutschland als Karl Marx erkannt, daß es möglich ist, die Not der Arbeiter durch Mitgliedsbeiträge auszubeuten.

    Von Gerd-Klaus Kaltenbrunner

  • Was die Meisen geigen

    Gingen nur ein paar Scheiben im großen Spiegelsaal der Formen kaputt, es wäre zu verschmerzen, ja man könnte sogar den Sprüngen und Scherben gewisse ornamentale Reize abgewinnen.

    Von Ernst Stein

  • Zeitmosaik

    Der Coburger Convent, dem 116 „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“ mit 6200 Studierenden angehören, erließ aus seinem Presseamt in Frankfurt eine Verlautbarung, aus der hervorgeht, daß der Convent die Studenten-„Aktion 1.

  • Fast eine deutsche Bilanz

    Dreiunddreißig Prozent aller Deutschen ist nichts auf der Welt so teuer, daß sie dafür ihr Leben lassen würden. Nur 29 von hundert sind bereit, sich notfalls für ihre Familie zu opfern, einer für die Verteidigung der Freiheit, einer schließlich für das Vaterland.

    Von Peter Merseburger

  • Unser Seller-Teller Juni 1965

    Dieser unser Seller-Teller – es ist angezeigt, von Zeit zu Zeit daran zu erinnern, um alle Mißverständnisse auszuschließen – spiegelt nicht die Erfolgsverhältnisse im gesamten deutschen Buchhandel wieder, sondern in den zentralen Großstadtbuchhandlungen.

  • Die Studenten und der 1. Juli

    bitte verzeihen Sie mir, wenn ich an dieser Stelle eine Diskussion fortsetze, die – Sie werden sich erinnern – sich ergab beim Empfang für den Kultusminister; eine Diskussion, die zunächst eher spielerisch und absichtslos begonnen, mich dann aber tief betroffen hat.

    Von Peter Hemmericli

  • SCHLESWIG-HOLSTEIN

    Wer Lust verspürt, den Unterschied zwischen einem konservativen und einem restaurativen Bildungswesen einmal in Reinkultur zu studieren, der reise nach Schleswig-Holstein.

  • Kleiner Kunstkalender

    • „Tschechoslowakische Kunst heute“ (Bochum, Städtische Kunstgalerie): Eine fabelhaft verdrehte Figur, ein Vexierbild aus Tierfratzen, Krallen und Larven im Zustand der Versteinerung – der Mann oder der Geist, der in dieser brillanten Aquatinta-Radierung von Albin Brunovsky beschworen wird, heißt Giuseppe Arcimboldi.

  • Betuliches im Voltaire-Sessel

    Satiriker sind dünn gesät, und das hat seine Gründe. Nicht daß es an Stoffen für Satiren mangelte, im Gegenteil: Dem heutigen (wachen) Schriftsteller müßte sich eigentlich die Welt von selbst zur Satire gestalten.

    Von Walter Widmer f

  • Die neue Schallplatte

    FÜR die Akademien des Fürsten Nikolaus Esterhazy waren die beiden Cellokonzerte gedacht, die ihm sein Vize- und später erster Kapellmeister Joseph Haydn 1765 und 1783 komponierte.

  • Vernebelung

    Der Leserbrief hat in der sowjetischen Presse, die keine wirtschaftlich konkurrierende und unabhängige Meinungsbildung kennt, die Funktion eines publizistischen Prangers.

    Von Hannsferdinand Döbler

  • Enzensbergers Kursbuch

    Man könnte fragen, ob eine neue literarischpolitische Zeitschrift überhaupt nötig sei. Es gibt heute meines Wissens keine wesentliche geistige Unruhe, die nicht ihren Ort hat; kein Manuskript von einiger Relevanz, das ungedruckt bleiben muß.

    Von Dieter E. Zimmer

  • Der verlorene Stammtisch

    So international seither die moderne Kunst, so unabhängig von Staats- und Völkergrenzen die Fronde ihrer Widersacher. Seit kurzem liegen drei Bücher wider die moderne Kunst vor.

    Von Wolf Jessen

  • Krippendorf wird entlassen

    Zm 8. Mai 1965 war es der Fall Kuby: exemplum no. I, ausgelöst durch die Entscheidung des Rektors der Freien Universität Berlin, dem Publizisten das Haus zu verbieten (wobei umstritten blieb, wie weit die Universität gesehen werden kann als „das Haus“ des Rektors).

  • Unsere Sprache

    Entworfenheit

    Die Homunkuli sind unter uns. Und das schon seit ein paar Jahren, ohne daß wir es bisher gewußt haben. Offenbar wagt es keiner, uns direkt und unverblümt zu sagen, daß an der künstlichen Herstellung von unseresgleichen nicht erst experimentiert wird, sondern daß schon Resultate erzielt sind, die sich allem Anschein nach von echten hominibus nicht mehr unterscheiden lassen.

  • Zu empfehlen

    Erwin Panofsky: „Grabplastik“, vier Vorlesungen über ihren Bedeutungswandel von Alt-Ägypten bis Bernini, herausgegeben von Horst W.

  • Die Legende vom armen A. B.

    Der Mann, der kürzlich in einer kleinen Stuttgarter Galerie sein kleines Comeback feierte, ist ein vom Pech Verfolgter, die Politik hat ihm übel mitgespielt.

  • länderspiegel
  • Das Urteil vom 10. Mai 1945

    Zunächst hielt man es für ein Gerücht. Dannverdichtete es sich zu einer handfesten Meldung. Und am Ende konnte auch das schleswigholsteinische Justizministerium nicht anders: Es mußte zugeben, daß gegen den früheren Vizeadmiral und Befehlshaber im Wehrbereich I (Hamburg und Schleswig-Holstein), Bernhard Rogge, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist.

  • Ein Katholik und Augsteins Haare

    Anwalt Gritschneder ließ sich nicht aus seinem „Obergefreiten-Gleichgewicht“ bringen

  • Rund um „Tante Ju“

    Mit der Sorgfalt von Buchhaltern verfolgen Münchens Lokalchronisten ihr jüngstes Ereignis auf der Theresienwiese zu Füßen der monströsen Dame Bavaria: „Die erste Weltausstellung des Verkehrs“, kurz IVA genannt.

  • Der Wahltrommler für die Es-Pe-De

    Als Antwort auf die Bemerkung, daß man zu Westdeutschlands brünettestem Fabelhersteller wolle, sinnt der Taxifahrer: „Grass? Den, wüßt ick garnich, wo ick ihn hinstecken soll.

  • Neues vom Bonner Rektor

    Sein Amtsantritt hatte das akademische Bonn und die Alma Mater ins grelle Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Dem für das – Studienjahr 1964/65 ernannten Rektor der Universität, dem Ordinarius für ältere Germanistik Professor Hugo Moser, war kurz vor Amtsübernahme seine völkische Vergangenheit als Philologe vorgeworfen worden.

  • Lebensart
  • Hier bist du alt, hier mußt du’s sein

    „Rennen Sie nicht so, Sie haben es nicht mehr nötig“ – Betreuung wider Willen und das bedrängte Individuum – Erfahrungen in einem Alterswohnheim

  • Modernes Leben vor 20 Jahren

    „Musikhalle, Karl-Muck-Platz (Großer Saal), Sonntag, den 1. Juli 1945 – 17.30 Uhr, mit Genehmigung der Militärregierung. Symphoniekonzert des Hamburgischen Philharmonischen Orchesters.

  • Unterm Hammer

    Pleite, Bankerott, von Haus und Hof, unterm Hammer: Wem ahnte bei diesen Worten nichts Unheilvolles? Was ist das für ein Hammer, unter den man gerät, wenn eine wirtschaftliche Rutschpartie im Tal der Zahlungsunfähigkeit endet? Es ist ein alter Hammer, ein germanischer, die urtümliche Waffe unserer Ahnen.

    Von Eugen Oker

  • J. M-M:

    Der Minister und der Esel

    Dr. Wuermeling, Familienminister a. D., nutzte denn auch prompt die Gelegenheit in dieser sachlich ohnehin verpatzten Debatte über die Notstandsgesetze.

  • Opfer des Jähzorns

    In Hannover lebt der Metallarbeiter Sigmund Betnarski. Er hat zwei Söhne; der eine ist zehn, der andere sechzehn Jahre alt. In einer schwülen Sommernacht können die beiden nicht einschlafen.

  • Kunst für jede Branche

    In der vergangenen Woche wurde in einem Mietshaus in der Essener Bertoldstraße eine kleine Galerie eröffnet, die, gar nicht ängstlich, ihrem Mut und der „nötigenden Macht“ des modernen Lebens an der Ruhr vertraut.

    Von Nina. Grunenberg

  • Oma ist doof

    Auch auf Außenstehende wirkt das Heim nicht einladend. Meine Besucher bewunderten zwar zunächst die Wohnung sehr, kamen aber nach und nach immer seltener.

  • Sport
  • Deutsches Derby – schwach dotiert

    Zwei äußerst positive Tatsachen verdienen hervorgehoben zu werden und charakterisieren die Derby-Woche 1965, die mit vier Renntagen zwischen dem 20.

    Von Roraedio Graf von Thun-Hohenstein

  • Königliches Ascot

    Der Engländer behauptet von sich selber, seine Tierliebe ginge so weit, daß er seinen letzten Trunk in einer wasserlosen Wüste eher der stummen Kreatur als sich selbst zukommen lassen würde, da er ihr wortloses Leiden nicht ertragen würde.

    Von Alex Nafan

  • unzugeordnet
  • Nichts als Schall, Rauch und Krach

    Just in dem Augenblick, da ein Major der Luftwaffe den reichsstädtischen Nachwuchs des schwäbischen Biberach an der Riß für den Starfighter zu begeistern versuchte, wurde sein Reklamefeldzug durch den Knall eines dieser Schallmauerbrecher vereitelt.