Brandt nach Berlin - Schmidt nach Bonn

Die SPD hat als erste Partei aus dem Ausgang der Bundestagswahlen personelle Konsequenzen gezogen. Ihr Vorsitzender Willy Brandt verzichtete auf eine neue Kandidatur für das Kanzleramt und will auch nicht die Opposition im Bundestag anführen. Er wird sich künftig wieder ganz seiner Aufgabe als Regierender Bürgermeister von Berlin widmen und nur noch bei besonderen Anlässen nach Bonn kommen.

Im Bundestag will die SPD eine härtere Opposition ausüben. Neben dem Fraktionsvorsitzenden Fritz Erler wird sie zwei andere profilierte Redner in die Debatten schicken: den Wirtschaftsexperten Karl Schiller und den Verteidigungsexperten Helmut Schmidt, die ihre Ämter in Berlin und Hamburg aufgeben wollen. Unentschieden bleibt zunächst noch, ob die SPD im Wahlkampf 1969 Erler, Schmidt oder esnen anderen als Kanzlerkandidaten herausstellen soll.

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Weniger Klarheit über die Personalfragen herrscht auf der Gegenseite. Ludwig Erhard hat nicht vermeiden können, daß schon Wochen vor seiner Wiederwahl zum Kanzler ein erbitterter Kampf um einige Ministerposten ausgebrochen ist. Außenminister Gerhard Schröder, der prominente Gegner hat — Adenauer, Strauß, Gerstenmaier und Bundespräsident Lübke —, will, gestützt auf die norddeutschen Landesverbände der CDU und die FDP, um sein Amt und seine außenpolitische Konzeption kämpfen.

 
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