Der Sudan im Bürgerkrieg

Seit die britischen Kolonialherren den Sudan vor zehn Jahren in die Unabhängigkeit entlassen haben, kämpfen Regierungstruppen gegen Aufständische im Süden des Landes. Die Weltöffentlichkeit nimmt von dem blutigen Bürgerkrieg kaum Notiz. Die Rebellen behaupten, seit 1955 seien über eine halbe Million Menschen im Südsudan getötet worden. Den Konflikt hinterließen die Engländer ihrer ehemaligen Kolonie, als sie einen Staat schufen, in dem es kein nationales Zusammengehörigkeitsgefühl gab, aber kaum überbrückbare rassische und religiöse Gegensätze. Für die vom Christentum beeinflußten Neger im Süden bedeutete die Unabhängigkeit nur einen Wechsel der Kolonialmacht. Die arabischen und nubischen Moslems des Nordens besetzten alle wichtigen Posten in Regierung, Verwaltung und Armee. In den Schulen des Südens wurde nur noch arabisch gelehrt, Seelsorger und Missionare mußten ihre Gemeinden verlassen.

Die politischen Gruppen des Südens — untereinander zerstritten — fordern eine größere Autonomie oder die Unabhängigkeit der Provinzen Oberer Nil, Äquatorial und Bahr el Ghaza! — ein Gebiet, das größer ist als Frankreich. Die Geheimorganisation Anya Anya unterstützt ihre Forderungen mit Terrormaßnahmen gegen die islamischen Herren des Landes.

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Fast die gesamte Armee des Sudans Südprovinzen eingesetzt, um den Aufstand niederzuwerfen. Eine Aussicht, den Konflikt mit Gewalt zu lösen, besteht freilich kaum. K. H.

 
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