Der „schwarze Papst" warnt: Gottlose zu mächtig

Der General des mächtigen JesuitenOrdens, der Spanier Pedro Arrupe, genannt der „schwarze Papst", schokkierte am Montag mit seiner Jungfernrede viele Konzils Väter. In der Aussprache über das Welt Schema behauptete er: „Eine neue Gesellschaft von Gottlosen (er meinte nicht die Kommunisten) beherrscht heute fast völlig die internationalen Organisationen, die Finanzkreise und das Feld der Massenkommunikationsmittel, wie Presse, Film, Rundfunk und Fernsehen Das heimliche Gift des Atheismus wüte sogar innerhalb der katholischen Kirche, seine Früchte seien der Naturalismus, der Zweifel und die Rebellion.

Viele der Zuhörer fanden, der Jesuitengeneral sei mit seinen Äußerungen über die weltweite Verschwörung des Atheismus zuweit gegangen. Einigen fiel es auf, daß er „internationale Organisationen" kritisierte, eine Woche bevor Papst Paul VI vor den Vereinten Nationen auftreten will.

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Pater Arrupe, ein Überlebender der Atomexplosion von Hiroshima, verlangte allerdings keinen Bannfluch gegen den Atheismus, den er nicht in erster Linie als philosophisches Problem begreift. Im Kampf gegen ihn seien Sozialreformen vonnöten. Arrupe bedauerte, daß die Katholiken — „nur ein Sechstel der Menschheit" — in der Welt keinen entsprechenden Einfluß ausüben. 1961 seien noch 18 Prozent der Weltbevölkerung katholisch gewesen, heute seien es gerade noch 16.

 
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