Mißkredit

Der anläßlich der in dieser Woche stattfindenden Weltbank Tagung veröffentlichte Bericht der Internationalen Finanz Corporation, einer Tochtergesellschaft der Weltbank, wird die privaten Kapitalgeber nicht gerade zu einem verstärkten Engagement in den Entwicklungsländern ermutigen. Die Gesellschaft, die ihre Kredite zu sehr „wohlwollenden" Konditionen vergibt, weist nämlich für das letzte Geschäftsjahr einen Verlust von 1 7 Millionen Mark aus, der nur durch den Verkauf einer Beteiligung an einem spanischen Unternehmen, also einer Veräußerung aus der Substanz, auf ein tragbares Ausmaß heruntergedrückt wurde. Bei Kreditzusagen von rund 90 Millionen Mark wahrlich kein glänzendes Jahresergebnis.

Schon in früheren Jahren ist an der Geschäftspolitik des Institutes verschiedentlich Kritik geübt worden. Die allzu großzügige Prüfung der Investitionsvorhaben, die auf rein privatwirtschaftlicher Basis abgewickelt werden, bringe gerade die private Entwicklungshilfe, die die staatliche Unterstützung der jungen Nationen vornehmlich in Asien und Afrika ergänzen soll, in Mißkredit. Nach diesem Jahresergebnis ist es kaum zu erwarten, daß sich private Kapitalgeber darum reißen werden, der IFC ihr Geld für Investitionen in den Entwicklungsländern anzuvertrauen, mh

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