Namen der Woche
Juan Bosch, dominikanischer Ex Präsident und Sozialdemokrat, hat nach seiner Rückkehr aus dem Exil das Volk zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen, um den Abzug der 11000 OAS Friedenssoldaten zu erzwingen. Als Schadensersatz für die Intervention der USA in Santo Domingo verlangt er vier Milliarden Mark.
Dimitri Augustin Gallitzin, russischer Fürst, erklärte als Zeuge im Hamburger Anastasia Prozeß unter Eid, er habe 1916 den Großherzog von Hessen als Gast am Zarenhof gesehen. Damit bestätigte er eine Aussage der Klägerin Anna Anderson, der angeblichen Zarentochter. Vor anderthalb Jahren schon hatte der Hamburger Historiker Egmont Zechlin jedoch eindeutig nachgewiesen, daß Ernst August während des Weltkrieges niemals in Rußland gewesen sein kann.
Per Borten, 52 Jahre alter Führer der bäuerlichen „Zentrumspartei", wird als Ministerpräsident die neue bürgerliche Regierung in Norwegen führen. Seine Koalition aus Konservativen, Liberalen, Zentrum und Christlicher Volkspartei hat im Storting eine Mehrheit von 80 Abgeordneten.
Franjois Mitterand, linksliberaler Bewerber um den französischen Präsidentenstuhl und offizieller Kandidat der Sozialisten, erhielt auch die Unterstützung der Kommunisten. Theoretisch könnte sich dadurch seine Stimmenzahl — auf zwei Fünftel — verdoppeln.
Liu Schao Tschi, nominell chinesisches Staatsoberhaupt, wird als Nachfolger des Parteichefs Mao Tse tung „aufgebaut". Wichtigstes Indiz: Die für Mao gebräuchliche Formel „großer Führer des Volkes" wurde in den Plural gesetzt.
- Datum 01.10.1965 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 1.10.1965 Nr. 40
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