Spekulation

Spekulation ist ein anrüchiges Wort. Vor ein paar Jahrzehnten wurden noch die Börsengestellt und aufs Korn genommen. Seit Einführung der Volksaktie ist dieser Spuk vorbei. Jetzt soll es nach den Wünschen prominenter Wohnungsbaupolitiker den Bodenspekulanten an den Kragen gehen. Das ist nicht neu. Bodenreformer hat es häufig gegeben. Ihre mehr oder weniger radikalen Vorschläge waren nicht immer frei TO selbstsüchtigen Hoffnungen. Tatsächlich sind die Baulandpreise in den letzten Jahren auf Höhea geklettert, die für viele Interessenten unerklimmbar sind. Der Ärger über den Preisanstieg ist verständlich.

Wer ernst genommen werden will, sollte diese Verteuerung jedoch nicht als das böse Werk voa Spekulanten hinstellen. Sie ist in erster Linie das Ergebnis einer nie gekannten Nachfrage nach Bauland. Wenn jährlich 500000 oder 600000 Wohnungen gebaut werden, darf man sich nicht wundern, wenn Bauland knapp und deshalb teuer wird. Der Ring deutscher Makler sagte jetzt voraus, daß die Verteuerung mit der Normalisierung des Wohnungsbaus aufhören werde. In den Gemeinden, in denen kein Wohnungsmangel mehr besteht, ist diese Tendenz schon heute festzustellen.

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Der Wohnungsbau ist jedoch nicht die einzige Ursache des Anstiegs der Grundstückspreise. Bei allgemeinen Preissteigerungen von drei oder mehr Prozent überlegt es sich jeder Sachwerteigentümer, ob er statt eines guten Realbesitzes für die Kaufkraftentwertung anfälliges Geld nehmen soll. Wer die Verteuerung am Baulandmarkt bekämpfen will, kann also nichts Wirksameres tun als die Kaufkraft stabil zu halten.

 
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