Wer hat die Schlüssel?

Komplikationen um Passierscheine und Bauzäune

Sofort nach der Bundestagswahl geriet der Burgfriede, den Erhard und Brandt in der Passierscheinfrage geschlossen hatten, wieder in Gefahr, Bis zur Mitte dieser Woche hatte Ostberlin in den Verhandlungen über ein neues Abkommen (das alte war am 24. September ausgelaufen) um keinen Deut nachgegeben. Unterhändler Kohl bestand auf der Unterzeichnung des DDR Entwurfs, und der Berliner Senat ließ deutlich durchblicken, daß er, anders als die Bundesregierung, den Entwurf trotz einiger Schönheitsfehler annehmen möchte, um wenigstens die Passierscheine für Weihnachten und Neujahr zu retten.

Die Bundesregierung, die in dieser Frage federführend ist, hatte den Westberliner Unterhändler Korber instruiert, er solle noch etliche Verbesserungen durchsetzen. Anfang der Woche hieß es jedoch plötzlich in Bonn, die Regierung werde Ostberlin vielleicht doch etwas entgegenkommen, wenn die Passierscheinstelle für Härtefälle m eine dauerhafte Institution umgewandelt werde.

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Welche Komplikationen innerdeutsche Ost West Abmachungei mit sich bringen können, wurde letzte Woche auch an der Zonengrenze in Baytrn demonstriert. Entgegen der Vereimarung über den Wiederaufbau der Auiobahnbrücke über die Saale bei Hof hacen DDR Grenzer die Tür im Bauzaun, dtr auf bayerischem Hoheitsgebiet liegt, voi innen verriegelt. Unter Polizeischutz wtrde daraufhin der Riegel von einem westdeutscher. Schreiner säuberlich herausgesagt und das Loch mit einem Brett zugemgelt.

Ostberlin protestierte heftig. Auch die Westseite habe einen Vertragsbruch begangen: Statt eines labe sie mehrere Schlüssel einbehalten. Die bayerische Grenzpolizei ist inzwischen schlüsselunabhängig geworden: Ihre Beamten können jetzt notfalls vsn einem Podium aus mit einer Leiter über den Bauzaun klettern.

 
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