Zu bösen Überraschungen führt häufig die Unkenntnis einer besonders wichtigen Bestimmung des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Danach darf mit der Beschäftigung eines Jugendlichen erst dann begonnen werden, wenn er innerhalb der letzten zwölf Monate von einem Arzt untersucht worden ist und die entsprechende ärztliche Bescheinigung vorliegt. Außerdem muß sich der Arbeitgeber vor Ablauf des ersten Beschäftigungsjahres eine zweite Arztbescheinigung darüber vorlegen lassen, daß der Jugendliche nachuntersucht worden ist. Ausnahmen bestehen nur für geringfügige oder nicht länger als zwei Monate dauernde Beschäftigung eines Jugendlichen mit leichten Arbeiten, von denen keine gesundheitlichen Nachteile für den Jugendlichen zu befürchten sind. Freilich kommt es bei dem Mangel an Arbeitskräften häufig vor, daß der Arbeitgeber diesen Erschwerungen auszuweichen sucht. Aber die Nichtbeachtung dieser zwingenden Vorschriften kann für den Arbeitgeber äußerst peinliche Folgen haben, zumal wenn sich der Jugendliche eine Gesundheitsschädigung zuzieht, von der nachher nicht mehr genau festgestellt werden kann, woher sie gekommen ist. mlk