Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und der FDP gerieten kurz vor der Wahl des Bundeskanzlers wegen der Differenzen zwischen Ludwig Erhard und Erich Mende in eine schwere Krise. In dem neuen Bundeskabinett bleibt der FDP-Vorsitzende Vizekanzler und Gesamtdeutscher Minister. Eugen Gerstenmaier wurde vom neuen Bundestag zum Präsidenten wiedergewählt. Rainer Barzel wurde in seinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit großer Mehrheit bestätigt.

Zwischen Bundesschatzminister Werner Dollinger und seinem Staatssekretär Ludwig Kattenstroth kam es wegen dessen weisungswidrigen Verhaltens in der VEBA-Aufsichtsratssitzung zu einer Vertrauenskrise.

Rentner aus der DDR sollen künftig auch Verwandte im westlichen Ausland besuchen dürfen. Ohne Erwähnung des Oder-Neiße-Problems im Abschlußkommunique endete der Besuch des italienischen Staatspräsidenten Giuseppe Saragat in Polen. Die „Vertriebenen-Denkschrift“ der Evangelischen Kirche in Deutschland wurde von den Landsmannschaften heftig kritisiert.

An einem Herbstmanöver in Thüringen beteiligten sich außer deutschen und sowjetischen Truppen auch Einheiten aus Polen und der CSSR. Zur Teilnahme an den NATO-Manövern in der Türkei wurde ein deutsches Infanteriebataillon nominiert. Die Starfighter-Düsenjäger der Bundeswehr durften wegen technischen Defekts zeitweilig nicht starten.

Die Autoren Konrad Adenauer und Gerhard Schröder besuchten (getrennt) die Frankfurter Buchmesse. Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels nahm in der Frankfurter Paulskirche die in Stockholm lebende Dichterin Nelly Sachs entgegen. Das Zweite Vatikanische Konzil billigte bei mehr als zehn Prozent Gegenstimmen die revidierte Fassung der „Judenerklärung“.

In Schleswig-Holstein wurden weitere Fälle antisemitischer Äußerungen im Schulunterricht bekannt. Das österreichische Justizministerium verzichtete auf ein Vorgehen gegen ehemalige NS-Richter, In Karlsruhe begann der Prozeß gegen den ehemaligen „Verfassungsschülzer“ Werner Pötsch. Im Reichstag brach ein Dachstuhlbrand aus.

Der Nobelpreis für Medizin fiel an drei französische Forscher. Der Nobelpreis für Literatur wurde dem sowjetischen Schriftsteller Michail Alexandrowitsch Scholochow („Der stille Don“) verliehen. Wegen Versendung eines Romans mit sowjetfeindlicher Tendenz ins westliche Ausfand wurde der sowjetische Schriftsteller Andrej Sinjawskij in Untersuchungshaft genommen.