• DIE ZEIT: Jahrgang 1965

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1965/01

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    • „Über einer Leiche kämpfen?“

      Lyndon B. Johnson, der als Meister der Innenpolitik angetreten ist, scheint nicht besonders darauf zu brennen, den vertrauten Boden zu verlassen.

    • Präsident Saragat

      Das weihnachtliche Wahldrama Italiens ist beendet. Nach 21 Wahlgängen hat das Land wieder einen Präsidenten: den 66jährigen Giuseppe Saragat, den Gründer der sozialdemokratischen Partei und bisherigen Außenminister.

  • Ausgabe 1965/02

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    • Die Bonner Schwenkung

      Der Schock, den die nun so betriebsam abgeschwächten Äußerungen Dean Rusks zur Deutschlandfrage in der CDU/CSU und bei der Bundesregierung hervorgerufen haben, wirkt stärker nach, als Regierung und Union nach außen hin zugeben.

    • Geschäfte mit der DDR

      Das Bonner Konzept für innerdeutsche Beziehungen soll revidiert werden. Willy Brandt verkündete auf seiner letzten Pressekonferenz im alten Jahr, daß die zuständigen Bundestagsausschüsse Mitte Januar in Berlin dazu Empfehlungen ausarbeiten werden.

  • Ausgabe 1965/03

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    • Ein Damm gegen China

      China siegt, ohne zu kämpfen. Die Erfolge in Südostasien, die Peking jüngst für sich buchen konnte, waren – wie im Fall Indonesien – das Ergebnis geschickter Propaganda und wohlberechneter Machtdemonstration, oder es waren – wie im Fall Südvietnam – Siege aus zweiter Hand.

    • Lübkes Reden

      Der Bundespräsident hat beim Neujahrsempfang am 6. Januar in der Villa Hammerschmidt scharfe und deutliche Kritik an der Außenpolitik der Bundesregierung geübt, vor allem an der Politik gegenüber Frankreich.

  • Ausgabe 1965/04

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    • Ein neuer „Fall Augstein“?

      Gibt es schon wieder einen „Fall Augstein“? Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den Herausgeber des Spiegel. Sie hat ihn zur Vernehmung nach Karlsruhe vorgeladen.

    • Tartuffe im Kreml

      Was ist den Machthabern im Kreml eigentlich wichtiger: Nazimörder der Gerechtigkeit überstellt zu sehen oder das belastende Material gegen diese in der Schublade zu behalten, um es jeweils dann mit moralischer Entrüstung herausziehen zu können, wenn sie sich davon einen propagandistischen Effekt gegen die Bundesrepublik versprechen? Die Bundesregierung hat am 20.

  • Ausgabe 1965/05

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    • De Gaulles Wahlgeschenk

      Nur eines hebt sich aus dem Dunst hervor, der noch über dem Gespräch von Rambouillet liegt: die Begegnung brachte der CDU/CSU Gewinn.

    • Wilsons Weg zur Mitte

      Daß für einen britischen Premierminister nach hundert Tagen die „Schonfrist“ abläuft – dies hat Harold Wilson wahrhaftig drastisch zu spüren bekommen.

  • Ausgabe 1965/06

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    • Kossygin in Hanoi

      Die Ankündigung einer Reise von Ministerpräsident Kossygin nach Hanoi ist in Paris mit größtem Interesse verzeichnet worden.

    • Doktrin als Dogma?

      Die Hallstein-Doktrin heißt nicht wie die Guillotine nach ihrem Erfinder. Sie ist zwar nach dem damaligen Staatssekretär Professor Walter Hallstein benannt, aber er war nicht ihr Urheber.

  • Ausgabe 1965/07

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    • Bomben auf Dong Hoi

      Die beiden Luftangriffe amerikanischer und südvietnamesischer Fliegerverbände auf Nachschubzentren in Nordvietnam, die als Vergeltung für Partisanenangriffe auf amerikanische Flugfelder und militärische Unterkünfte bezeichnet wurden, lassen einen Wandel der Taktik deutlich werden, zu dem sich die US-Regierung mehr durch die Ungunst der Umstände als durch freien Entschluß, den Krieg auszudehnen, gezwungen sieht.

    • Nkrumahs „Freiheit“

      Dr. Joseph B. Danquah, einer der großen alten Afrikaner, hat die Augen geschlossen. Ein Mann, der jahrzehntelang mit ungewöhnlichem Mut und beispielhafter Beharrlichkeit für Freiheit und Parlamentarismus in Ghana gekämpft hat, ist mit 69 Jahren in Nkrumahs Gefängnis gestorben.

  • Ausgabe 1965/08

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    • Alle vor den Kopf gestoßen

      Wenn man die außenpolitischen Aktionen und Manifestationen der Regierung Erhard während der ersten sieben Wochen des neuen Jahres zu einem Bilde zusammenfügt, dann kann man nur staunen.

    • Russisches Comeback in Asien

      Krise, Konfrontation, Kriegsdrohung im Machtdreieck Peking, Washington, Moskau

  • Ausgabe 1965/09

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    • Die ungeliebten Deutschen

      Wenn der Bundestag am 10. März zusammentritt, ist ihm, anders als bei sonst üblichen Beratungen, das Interesse der Öffentlichkeit gewiß.

    • Waffengeschäfte

      Die Bundesregierung hat einen neuen Waffenabnehmer gefunden. Portugal wird, so teilen amtliche Bonner Stellen mit, von der Bundesregierung sechzig Düsenjäger kaufen, die im Zuge der Modernisierung der deutschen Luftwaffe durch modernere Maschinen ersetzt werden sollen.

  • Ausgabe 1965/10

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    • Minister ohne Fortune?

      Die Kritik an Bundesaußenminister Schröder, die schon abgeklungen war, wird in seiner eigenen Partei wieder vernehmlicher. Man gibt ihm die Schuld an der verfahrenen Situation im Nahen Osten.

    • Labour mit konservativem Rezept

      Das Weißbuch des britischen Verteidigungsministeriums ist ein Zwischenbericht. Eine endgültige Überprüfung der Verteidigungslage ist für Juli angekündigt.

  • Ausgabe 1965/11

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    • Deutsches Dilemma

      Nin haben wir also eine modifizierte Hallstein-Doktrin. Sie lautet: „Eine Aufwertung dieser Zwangsherrschaft (also der DDR) wird von der Bundesrepublik Deutschland als unfreundlicher Akt betrachtet und durch jeweils dem Einzelfall angemessene Maßnahmen beantwortet werden.

    • Und Erhard entschloß sich doch

      Es war kein einsamer, aber für die meisten ein überraschender Entschluß, mit dem Kanzler Erhard die tagelangen und schließlich peinlich wirkenden Beratungen über die Bonner Nahostpolitik vorläufig abschloß.

  • Ausgabe 1965/12

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    • Kopfschütteln in London

      Nach dem Kreuzverhör, dem Harold Wilson im Unterhaus unterzogen wurde, ist kaum noch zu bezweifeln, daß es ihm bei seinen Bonner Gesprächen nicht gelang, von Bundeskanzler Erhard zu irgendeiner wichtigen Frage das letzte Wort zu hören; nicht einmal das vorletzte oder vorvorletzte.

    • Pokerspiel in Nahost

      Seit mehr als acht Jahren schob man im Palais Schaumburg die Frage der Anerkennung Israels vor sich her, bis Erhard sie nun so überraschend entschieden hat.

  • Ausgabe 1965/13

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    • De Gaulles Fernseh-Allianz

      Die gaullistische Europa-Vision „vom Atlantik bis zum Ural“ soll zuerst auf den Bildschirmen sichtbar werden – und zwar in französisch-russischen Farben.

    • Attacke auf Bonner Tabus

      Erich Mende hat kein Blatt vor den Mund genommen. Seine Rede auf dem Parteitag der Freien Demokraten war eine Generalabrechnung mit jenen beschönigenden Phrasen, die bei uns immer noch im Schwange sind und die ein Volk, das sich auf Wahlen rüstet, darüber hinwegtäuschen sollen, daß die deutsche Politik des Jahres 1965 ganz und gar nicht mehr in Einklang ist mit der Wirklichkeit des Jahres 1965.

  • Ausgabe 1965/14

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    • Trost am verwelkten Ruhm

      Der erst zwanzig Jahre alten CDU ist das Schicksal der viel älteren sozialdemokratischen Konkurrenzpartei nicht erspart geblieben.

    • Johnsons schwere Entscheidung

      Der Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Saigon kennzeichnet die weitere Zuspitzung der Lage in Südvietnam. Präsident Johnson hat von einem „mutwilligen Akt der Unbarmherzigkeit“ gesprochen.

  • Ausgabe 1965/15

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    • Zorn auf Zeit

      Der Streit um die Zugehörigkeit Westberlins zum Bund, der so lange ruhte, ist von neuem entflammt. Aber er lodert nicht in hellen Flammen.

    • Durch Bomben zum Frieden?

      Ein Weltkrieg wegen Indochina? Die Möglichkeit schien in den letzten Tagen zuweilen beklemmende Aktualität zu gewinnen. Noch ist indessen in Vietnam nichts Unwiderrufliches geschehen.

  • Ausgabe 1965/16

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    • Reisen ohne anzukommen

      Die Sperren auf der Autobahn nach Berlin sind verschwunden. Der Verkehr läuft ungehindert. Die sowjetischen Düsenjäger machen einen Bogen um die alte Reichshauptstadt.

    • Ein Kronprinz für de Gaulle

      Die Fünfte Republik hat ihre Riten. Dazu gehört, daß der Staatspräsident einmal im Jahr das Präsidium der Nationalversammlung empfängt.

  • Ausgabe 1965/17

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    • Zwei Sozialisten im Weißen Haus

      Willy Brandt hat eine publizitätswirksame Woche in Washington hinter sich. Die kleine Blockade während der Berliner Bundestagssitzung, als die Sowjets ihre Leisetreterei in Vietnam in den Westsektoren mit Überschall kompensierten, hatte seinem Besuch in den USA ohnehin eine Aufmerksamkeit verschafft, die heute nicht mehr jedem Amerikareisenden aus der Bundesrepublik gewiß ist.

    • Sackgasse in Vietnam

      Den amerikanischen Bemühungen, in Vietnam „ein Fenster des Friedens zu öffnen“, ist bisher der Erfolg versagt geblieben. Die drei kommunistischen Hauptstädte Peking, Hanoi und Moskau haben Johnsons Angebot von „Verhandlungen ohne Vorbedingungen“ mit einem Schwall von drohenden Worten zurückgewiesen.

  • Ausgabe 1965/18

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    • Kampf um drei Worte

      Seit einigen Wochen wird im Botschafter-Lenkungsausschuß eines der heißesten diplomatischen Gefechte der Nachkriegszeit ausgetragen.

    • Päpstlicher als die CDU

      Bei seinem Rücktritt machte Dr. Hans Mühlenfeld, der FDP-Kultusminister der SPD/FDP-Koalition, die das Bundesland Niedersachsen regiert, in dieser ganzen Sache zum ersten Male eine gute Figur.

  • Ausgabe 1965/19

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    • Ein zweites Kuba?

      Präsident Johnson standen die Schweißperlen auf der Stirn, als er am Sonntagabend, bald flehend und beschwörend, bald mit zusammengepreßten Lippen drohend und drängend vor den Fernsehkameras dem amerikanischen Volk seine Entscheidung begründete, das Expeditionskorps in der Dominikanischen Republik auf 14 000 Mann zu verstärken.

    • Zwanzig Jahre danach

      Im Mai 1945 lag dumpfe Betäubung über dem deutschen Volke. Darum wurde die Nachricht, die Wehrmacht habe bedingungslos kapituliert, von den Deutschen gar nicht als Schicksalsschlag empfunden.

  • Ausgabe 1965/20

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    • Jammernd mit viel schönen Reden

      In Westdeutschland ist der zwanzigste Jahrestag der deutschen Kapitulation zu einem Festival der Wehleidigkeit geraten. In kaum einer Rede klang der Gedanke an, daß die Niederlage von 1945 geschichtlich nicht nur gerecht, sondern geradezu notwendig war – notwendig, damit Deutschland wieder frei werden konnte, und sei es auch nur unser Dreivierteldeutschland zwischen Rhein und Elbe.

    • NATO ohne Paris?

      In der Tat nahm sich der Auftakt der NATO-Ministerratssitzung aus wie eine feierliche Abrechnung mit jenem Mann, der, obwohl nicht körperlich zugegen, immer anwesend ist, wenn Politiker des Westens heute über ihre gemeinsamen Probleme ins reine zu kommen suchen: Charles de Gaulle.