Ein Blick in die Zeitung macht täglich klar, wie sehr die Gedanken der Bürger Hamburgs um die Figur des Ex-Polizisten und Ex-Bankräubers Hugo Alffcke kreisen. So mag es denn auch mir erlaubt sein, einige Überlegungen am Rande zum Thema beizutragen:

Wie, wenn auch ich ein Opfer Alffckes wäre? Mir wurde nämlich vor einigen Jahren das Auto gestohlen. Kaum war der Dieb auf und davon – die Schlußlichter waren noch sichtbar –, war ich schon in der Lage, den Diebstahl beim nächsten Polizeirevier anzuzeigen. „Schnell hinterher!“ keuchte ich atemlos. Aber der Beamte, der in der Lage war, mit zwei Fingern die Tasten seiner Schreibmaschine ganz langsam zu drücken, wollte erst wissen, wo ich wohne, wann geboren, wieviel Kinder? Und wo meine Eltern lebten beziehungsweise gelebt hätten? Ferner mußte ich den Augenblick schildern, wo ich zu meiner Überraschung gesehen hatte, wie mein Wagen ohne mich davonfuhr.

Dieser Augenblick war fünf Minuten frisch, als die Vernehmung zu meiner Person begann; er war einstündige Vergangenheit, als das Anzeige-Protokoll vollendet war. „Und jetzt“, sagte der Beamte, „ergeht der Rundruf an alle. Und es werden auch die Grenzen gesperrt.“

In der Überzeugung, daß der Polizei-Apparat fieberhaft spiele, lebte ich einige Monate völlig ruhig. Denn wer würde zahlen, wenn das gegen Diebstahl versicherte Auto verschwunden blieb? Die Versicherung! Schon bestellte ich einen neuen Wagen, einen besseren! Gerade sollte der „Neue“ zugelassen werden, da brachte mir die Polizei den alten zurück...

„Pech für Sie“, sagte mit Recht der Polizist. Der endlich gefundene Wagen war übrigens beklebt mit Zetteln, auf denen zu lesen war, daß er dort nicht parken dürfe. (Er stand auf einem Hinterhof.)

Mit anderen Worten: Die Polizei hatte christlich gehandelt. Ihr einer Arm (der gestohlene Autos zu greifen pflegt) hatte nicht gewußt, was der andere tat (der Falschparkende schnappt). Und ehe beide Arme sich berührten, waren Monate vergangen.

Ob es nun wirklich Alffcke war, der mein Auto stahl und stehen ließ, wie dies bei den Bankeinbrüchen seiner Praxis entsprach, oder nicht – in jedem Falle ist festzuhalten, daß zwischen Abfahrt und Wiederkehr meines Autos mehrere Monate vergingen. Dies ist deshalb von Interesse, weil wir heute hören, daß die Polizei ihren Kollegen Alffcke schon im Sommer vorigen Jahres im Verdacht hatte, ein Bankräuber zu sein, aber erst jetzt diese Vermutung bestätigt fand, und dies allein durch Eingreifen außerpolizeilicher Kräfte, nämlich durch drei Bankbeamte von Delmenhorst. Auf diese drei komme ich noch zurück.