New York erhält ein modernes Hallensport-Zentrum

Von Ludwig Maibohm

Hamburgs Mittelstreckenläuferin Antje Gleichfeldt scheint die letzte deutsche Sportlerin gewesen zu sein, die als Übersee-Starterin in Amerikas und sicher auch der Welt bekanntestem und traditionsumwittertstem Hallenbau, dem „Madison Square Garden“, an den Ablauf ging. (Vor ihr waren es nach dem Ersten Weltkrieg Rütt-Lorenz, später Kilian-Vopel, Lohmann-Schön als Radfahrer, Max Schmeling, Dr. Peltzer, Hubert Houben, Heinz Ulzheimer sowie Herbert Schade, die deutsche Reiter-Equipe mit Hans-Günther Winkler an der Spitze. Und viele, viele andere.)

Denn: Die Tage des großen Hallensportpalastes sind gezählt. Er soll (und wird) der Spitzhacke zum Opfer fallen und 20 Blocks weiter im Süden der Wolkenkratzer-Landzunge Manhattan neu erstehen. Größer, moderner, schöner und zweckmäßiger zugleich. Zu einem projektierten Um- bzw. Neubau-Preis von rund 10 Millionen amerikanischen Dollar. Das entspricht rund 38 bzw. 40 Millionen Mark.

Der „Madison Square Garden“, den der sportlich Versierte und „Gebildete“ auf der anderen Seite des Atlantiks einfach „Garden“ nennt, war – und ist immer noch – das Mekka des modernen Sports. Und zwar in allen Sparten ...

Wenn im „Madison Square Garden“ ein Radsport-Stern, ein Boxsport-Matador, ein Leichtathletik-As, ein Reitsport-Könner an- bzw. auftrat, war der Verkehr auf der 8th Avenue zwischen der 50. und 51. Straße zwischen East River und Hudson wesentlich verstärkt. Dann herrschte um diesen nach außen keineswegs ansehnlich erscheinenden riesigen Viereckbau ein Gewoge und Gedränge, wie ich es bei meinen Auslandsreisen rund um den Erdball nirgendwo wahrzunehmen vermochte. Trotz der Riesen-Zweckbauten in Paris, London, Mailand, Zürich, Berlin, Dortmund, Frankfurt und Kopenhagen.

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