„Nun ist auch noch Gott gegen uns“, stöhnte dieser Tage ein weißer Farmer in Rhodesien. Ganz Südafrika leidet zur Zeit unter der schwersten Dürre seit Menschengedenken. Das Korn verdorrt auf den Feldern, das Vieh wird zu Tausenden tot umfallen, falls nicht bald Regen fällt. Die Regierung in Salisbury hat England um eine Lockerung des Ölembargos ersucht; andernfalls müßten vielleicht Tausende von Afrikanern verhungern, die nur mit Lkw-Transporten versorgt werden könnten.

Großbritannien, Kanada und Australien wollen, ungeachtet des Streits mit den Siedler-Rebellen, die Kolonie mit Weizen beliefern, doch soll nicht die Regierung Smith, sondern der von ihr abgesetzte Gouverneur, Sir Humphrey Gibbs, der Empfänger und Verteiler sein.

Premierminister Wilson, der Anfang dieser Woche in der nigerianischen Hauptstadt Lagos seinen Commonwealth-Kollegen Rechenschaft über seine Politik ablegen mußte, bleibt zuversichtlich, daß er mit Ölembargo und Finanzblockade allein die Rebellen zur Kapitulation zwingen kann. Afrikanern, die wegen der Weizenlieferungen mißtrauisch wurden, hielt er entgegen: „Die Rhodesier können nun weder die Sanktionen als Ursache der Hungersnot ausgeben noch können sie behaupten, daß nicht die Sanktionen, sondern der Hunger, also ein Akt Gottes, sie auf die Knie gezwungen habe.“